
Am kommenden Donnerstag, den 11. März, präsentiert die Lesebühne Sax Royal wieder eine neue Ausgabe ihres immer brandneuen literarischen Programms in der Dresdner Scheune. Das Publikum darf sich wie immer auf Geschichten und Gedichte freuen, aber auch je nach aktueller Inspirationslage der Dichter auf Lieder, Hörspiele und Kurzfilme hoffen. Ausnahmsweise wird diesmal auch ein befreundeter Kollege als literarischer Gast erwartet: André Herrmann ist Mitglied der Leipziger Lesebühne “Schkeuditzer Kreuz” und hat für seine Geschichten den Michael-Lindner-Preis 2009 gewonnen. In der Bonusrunde wird schließlich Royalist Roman Israel Texte aus seinem neuesten Buch vorstellen: Felder hinter Wäldern hinter Städten.
Am 13.03. stelle ich mein neues Buchprojekt „Felder hinter Wäldern hinter Städten“ in der Galerie Treibhaus vor. Dabei handelt es sich um einen neuen Gedichtband, der die Traditionslinien zweier lyrischer Kurzformen vereinigt. Das naturbildorientierte japanische Haiku verschmilzt mit dem ironisch-gesellschaftskritischen Epigramm des Abendlandes. Die im Buch enthaltenen Illustrationen von INKO nehmen u.a. Bezug auf klassische japanische Druckgrafik. Neben der Buchpräsentation werde ich Geschichten und Gedichte lesen, die das Thema „Mensch und Natur“ ironisch-meditativ umkreisen. Grafische Projektionen, mittels Beamer an die Wand gebracht, fügen den Texten weitere Betrachtungs- und Bedeutungsebenen hinzu. Ich freue mich auf euer Kommen.
Was: Lesung/Buchpremiere „Felder hinter Wäldern hinter Städten“
Wann: Sa, 13.03.10 / 20 Uhr
Wo: Galerie Treibhaus / Katharinenstraße 11-13 / 01099 Dresden
Eintritt: 3,- Eur
http://www.galerietreibhaus.de
Am letzten Freitag fand im Societätstheater, öffentlich, aber doch im kleinen Kreis, eine Diskussion zur Lage der Literatur in Dresden statt. Anlass war die Vorstellung einer Studie zur Literaturvermittlung in den fünf neuen Bundesländern zu Beginn des 21. Jahrhunderts, die vom Netzwerk der Literaturhäuser in Auftrag gegeben worden war. Die Autoren der Studie sind Prof. Stephan Porombka und Kai Splittgerber von der für ihren Studiengang Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus bekannten Uni Hildesheim. Einige Thesen ihres Vortrags:
- Die Literatur habe – verglichen mit anderen Sparten wie Theater, Musik und bildende Kunst – für die öffentliche Kulturförderung traditionell nur marginale Bedeutung. Ihr Anteil an den Kulturbudgets liege im Promillebereich. Dies gelte für Ost- wie für Westdeutschland.
- Da der Osten aber kaum über eine Verlags-, Sponsoren- oder Mäzenatenkultur verfüge, wirke sich diese chronische Unterfinanzierung in den neuen Bundesländern stärker aus.
- Angesichts rückläufiger oder bestenfalls stagnierender finanzieller Ausstattung herrsche in den – an sich durchaus vielfältigen – Institutionen der Literaturvermittlung trotz aller individuellen Anstrengungen generell eine Mentalität der Besitzstandswahrung. Dies führt nach Ansicht der Autoren oft auch zu einer inhaltlichen und formalen Stagnation. Neue Projekte würden von den alt eingessenen Institutionen meist mit Argwohn betrachtet und zumeist nur als Konkurrenten um Geld und Zuschauer wahrgenommen.
Der letzte Teil der Präsentation widmete sich dann speziell der literarischen Landschaft in Sachsen und besonders in Dresden. Hervorgehoben wurde der Sächsische Literaturrat als koordinierende Institution, die außergewöhnliche und erfolgreiche Privatinitiative des Kulturhauses Loschwitz und das Dresdner Literaturbüro, das öffentlich zwar vergleichsweise umfangreich gefördert werde, aber unter einem Mangel an geeigneten Räumlichkeiten und überregionaler Ausstrahlung leide. Insgesamt bleibe Dresden literarisch unter seinen Möglichkeiten.
Der Moderator der Diskussion, Dr. Reinhard G. Wittmann, Chef des Literaturhauses München, machte kein Hehl aus seiner Sympathie für die Idee eines Dresdner Literaturhauses. Bekanntlich sind derartige Initiativen in Dresden bislang am Widerstand der bestehenden Institutionen und mangelnder politischer Unterstützung gescheitert. Dr. Florian Höllerer, der Leiter des Literaturhauses Stuttgart, trat mit Hinweis auf eigene Erfahrungen einer in solchen Fällen immer wieder auftretenden Befürchtung entgegen: Das Torten-Modell von Literatur, nach dem nur eine bestimmte Menge an Geld und Zuschauern verteilt werden könne, sei falsch. Vielmehr habe die Geschichte des Literaturhauses Stuttgart gezeigt, dass alle Institutionen, auch die schon bestehenden und anfangs skeptischen, von einer Aufwertung der Literatur insgesamt profitiert hätten.
In der abschließenden Diskussion dominierten bei den Einheimischen dann aber doch eher die Bedenken. Die Gründung eines Literaturhauses bleibe mangels einer Aussicht auf zusätzliche öffentliche Geldmittel und ohne einheimische Sponsoren aussichtslos. Stattdessen solle die bestehende Breitenförderung literarischer Kleinprojekte fortgeführt und gesichert werden. Immerhin sprach sich niemand prinzipiell gegen die Idee eines Literaturhauses Dresden aus. Und einige der Anwesenden sparten nicht mit Sympathiebekundungen.
Was der Initiative zweifellos noch fehlt, sind öffentliche Personen, die kulturelles Prestige, politische Macht oder schlicht und einfach Geld einbringen könnten. Mir scheint die Idee eines Literaturhauses, das als Zentrum literarischen Lebens in Dresden eine Heimat für schon bestehende Institutionen, für Verbände und Autoren, aber besonders für die nicht gerade literarisch überversorgten Dresdner sein könnte, jedenfalls sehr reizvoll und aller Unterstützung wert.
Es gibt – jeder reime sich selbst zusammen, weshalb – ziemlich wenig gute Komödien in der deutschen Literatur. Wenn man’s genau bedenkt, eigentlich nur eine Handvoll. Die schönste unter ihnen dünkt mir Georg Büchners Leonce und Lena – wobei ich meine Befangenheit eingestehen muss: Mit Georg Büchner im Allgemeinen und dem Lustspiel im Besonderen habe ich mich während meines Studiums über einige Jahre beschäftigt. Und das Schönste: Ich lese es immer noch gern.
Wer das Lustspiel kennen lernen oder es endlich mal auf der Bühne sehen will, dem sei die aktuelle Aufführung des Staatsschauspiels im Kleinen Haus ans Herz gelegt. Der jungen Regisseurin Sabine Auf der Heyde gelingt es, ohne größere Textänderungen oder -umstellungen eine eigene Interpretation von Leonce und Lena zu inszenieren, nicht als plumpe Aktualisierung, sondern in einem Sinne, der dem ursprünglichen Gehalt des Stücks nahe kommt.
Worum geht’s? Die Handlung ist aus dem Märchen wohlbekannt: Ein Prinz und eine Prinzessin sollen verheiratet werden, haben keine Lust dazu, fliehen von ihren Höfen, treffen sich auf dem Weg nach Süden, verlieben sich und heiraten so versehentlich am Ende doch. Aber es ist natürlich nicht diese Handlung, auf die es ankommt. Der politische Agitator und realistische Dramatiker Büchner hat in seinem einzigen Lustspiel die Epoche der Restauration, eine Zeit wie Sirup ohne Aussicht auf Revolution, nur indirekt auf die Bühne gebracht. Prinz Leonce und Prinzessin Lena erscheinen wie Figuren der romantischen Literatur der Zeit, wie Karikaturen der vor Langeweile melancholischen jungen Bürgerkinder der Epoche, die aber, indem sie sich beständig selbst inszenieren, zum Bewusstsein ihrer eignen Vergeblichkeit kommen. Das Stück selbst beschreibt denn nicht umsonst einen Kreislauf, der am Ende zu dem Resultat führt, dem die Helden eigentlich entfliehen wollten. Und als allerletzte Fluchtmöglichkeit bleibt nur die höchst zweifelhafte Kopfgeburt der Utopie.
Die Regisseurin versetzt die Figuren in eine – auch bühnenbildnerisch sehr gelungene – heruntergekomme Zirkusmanege, wo Leonce und Lena, der sanguinische Clown Valerio und der philosophisch-pathologische König Peter für ihre Nummern kein anderes Publikum haben als sich selbst. Durch Zusammenlegung von Nebenfiguren gewinnen auch einige im Originaltext eigentlich blasse Gestalten an Kontur. Mit sehr schönen Einfällen betont die Regie die Momente des Morbiden und des Grausamen, die in Büchners Stück allgegenwärtig sind. Deshalb gibt es weniger zu lachen, als man von einem Lustspiel erwarten könnte. Aber glücklicherweise wird auch nicht der Fehler begangen, das ambivalente Stück – wie zum Beispiel im schlechten Libretto zu Paul Dessaus Oper – zum politisch korrekten Sozialdrama umzudrechseln, in dem es nichts zu lachen geben darf. Erfreulicherweise hat sich die Regisseurin auch entschieden, das offene Ende des Lustspiels nicht zu vereindeutigen, sondern es so zu lassen, wie Büchner es geschrieben hat: mehrdeutig, unbefriedigend, rätselhaft.
Wer das Stück nicht kennt, kann es in dieser Inszenierung kennen lernen. Wer es kennt, kann es neu kennen lernen. Die nächsten Aufführungen sind am 05. und 24. März und am 02. und 07. April.
“Nach dem schweren Erdbeben haben Hunderte Häftlinge das Chaos in Chile zur Flucht genutzt.”
In Chile lesen die Gefängnisinsassen anscheinend Kleist!
In der Bibliothek Reichenbach steht der Roman Der Eisvogel des Autors Uwe Tellkamp im Regal unter dem Schlagwort Gewalt.
Am kommenden Mittwoch, den 24. Februar, präsentieren Michael Bittner und Udo Tiffert ihr neues literarisches Programm mit dem Titel “Arbeit ist nicht alles” in der Bibliothek Reichenbach (Nieskyer Str. 4). Erwerbsarbeit, Beziehungsarbeit, Trauerarbeit – für nichts sind sich die literarischen Schwerstarbeiter zu schade. Los gehts um 19 Uhr.
Wem die Lausitz zu weit ist, der kann am selben Abend Stefan Seyfarth in Dresden erleben: Er liest ebenfalls am Mittwoch, den 24. Februar, gemeinsam mit Spätshopmagnat und “Trieb”-Herausgeber Torsten Israel im Dresdner Ostpol. Zu hören gibts eine Auswahl ihrer schönsten Neustadt-Texte.
Viele besorgte Freunde fragen mich: Was kann man tun, um den unverkennbaren Trend zum Linksextremismus in Deutschland zu bekämpfen? Wie lassen sich die Bolschewisten auf ihrem gegenwärtigen Siegeszug überhaupt noch aufhalten? Keine Angst, wie immer in den dunkelsten Stunden ist die Rettung am nähsten: Unterstützt einfach wie ich die überfällige Aktion Linkstrend bei der CDU stoppen! Eure Stimme gegen Gender Mainstreaming, Homo-Ehe und die Islamisierung Europas!
Leider hat die Aktion meinen und zahlreiche weitere Beiträge aus unverständlichen Gründen zensiert und gelöscht. Hier aber die Dokumentation:

Für die Ewigkeit!

Andreas Krenzke, bekannt unter seinem Künstlernamen Spider, gehört zu den beliebtesten Geschichtenerzählern Berlins. Er war lange Jahre Autor der legendären Surfpoeten und liest noch immer jede Woche bei der Lesebühne LSD – Liebe statt Drogen. Erfolge feierte der gelernte BMSR-Techniker aber auch in der Kabarettszene und wurde für den Prix Pantheon, die St. Ingberter Pfanne und den Hamburger Comedy-Pokal nominiert. Er gehört zu den Initiatoren des “Internationalen Kampf- und Feiertages der Arbeitslosen” am 2. Mai und agitiert gegen den Zwang zur Lohnarbeit. Er liest die besten Texte aus seinen beiden beim Verlag Voland & Quist erschienenen Büchern “Im Arbeitslosenpark” und “Imbiss wie damals”, aber natürlich auch brandneue Geschichten.
Die Lesung findet am Freitag, den 19. Februar, in der Reihe “Literatur im PlattenSpieler” beim Idee 01239 e.V. statt. Los gehts schon um 19 Uhr. So kommt ihr hin: Mit Linie 1/9/13 zur Haltestelle Jacob-Winter-Platz, links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße, dort nach zweihundert Metern auf der rechten Seite das linke von den beiden einzigen alten Häusern: Gamigstraße 26.
Es ist nur ein Mann in Deutschland, der noch den Mut findet, die Wahrheit auszusprechen, der echten Gefahr für unser Land ins Auge zu blicken und die Interessen des Volkes auch gegen seine machtvollsten Feinde zu vertreten: Guido Westerwelle, ein Held der neuen Zeit.
Während anderswo leichtfertig von einer Krise des Kapitalismus geschwatzt oder vor einer vermeintlichen Bedrohung durch Neonazis gewarnt wird, hat Westerwelle die wirkliche Gefahr als Einziger erkannt: Es ist der Sozialismus, der überall in der Bundesrepublik aufs Neue sein blutiges Haupt erhebt.
Weiterlesen bei Hartcover.de …