Am Mittwoch (22. Mai) ist Michael Bittner einer der Gäste bei den “Geschichten übern Gartenzaun” in der Dresdner Groove Station. Dort tummelt er sich auf der Bühne mit tollen literarischen Kollegen wie Andy Strauß, Udo Tiffert, Morné Mirastelle, Hazel Brugger u.v.m. Organisiert und moderiert wird der Dichterwettkampf wie immer von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Los gehts um 19:30 Uhr, bei gutem Wetter draußen.
Wenn man über das Gelände der Filmstudios in Babelsberg läuft und gerade keine Dreharbeiten im Gange sind, dann fühlt man sich auf angenehme Weise an ein Großkombinat der Deutschen Demokratischen Republik erinnert. Auf den schmalen Straßen kreisen nur ein paar Lieferwagen. In einer der riesigen Hallen nageln drei Tischler Holzlatten zusammen, die irgendwann die Kulisse für den nächsten Film ergeben sollen. Im Atelier der Kunstmaler trägt man Farbeimer von A nach B und von B nach A. Auch im Kostüm- und Requisitenfundus herrscht keine Hektik: In aller Ruhe kann man bestaunen, wie geduldig da dutzende Nazi-Uniformen, dutzende Stasi-Uniformen, dutzende Kronleuchter und Einbauschränke, Schaufensterpuppen und Kuckucksuhren auf ihren nächsten Einsatz warten.
Frau Müller, die uns herumführt, erzählt: Als Quentin Tarantino zu den Dreharbeiten von Inglourious Basterds erschien und erstmals jene heilige Halle betrat, in der so viele legendäre UFA-Klassiker produziert wurden, da fiel er auf die Knie und küsste den Boden wie ein Papst im heiligen Land. Eine Szene, die wahrlich würdig gewesen wäre, selbst für die Ewigkeit auf Film festgehalten zu werden.
Freunden des Films sei empfohlen: Man kann eine Tour durch die Studios buchen.
Die Dresdner Lesebühne Sax Royal wird am 9. Mai ihren treuen Fans wie den neugierigen Erstbesuchern in der scheune wieder ein brandneues literarisches Programm zu Gemüte führen. Geschichten über die Komik und Tragik der Kämpfe des Alltags sind ebenso dabei wie Gedichte über die Abgründe des Zwischenmenschlichen und Satiren, die an der göttlichen Weltordnung rütteln. Mit dabei sind diesmal die Stammautoren Michael Bittner, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth sowie als besonderer Gast André Herrmann aus Leipzig, bestens bekannt als schönere Hälfte des Rap-Poetry-Duos “Team Totale Zerstörung” und als Mitglied der Leipziger Lesebühne “Schkeuditzer Kreuz”. Wie immer überlegen sich die Royalisten als Zugabe noch eine besondere Überraschung. Ein kulturvoller wie unterhaltsamer Abend für schöne und kluge Menschen!
Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 09. Mai | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Der Dresdner livelyriX Poetry Slam bietet am Donnerstag (2.Mai) wieder die Chance, hungrige Dresdner Dichter und poetische Prominenz aus ganz Deutschland auf der Bühne der scheune zu erleben. Der Autor und Kabarettist Philipp Scharri war im Jahr 2009 Sieger bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Er lebt in Stuttgart und tourt gerade mit seinem Programm “ReimVorteil” durch die Republik. Zum ersten Mal auf der Bühne der scheune wird Marvin Ruppert aus Marburg zu erleben sein. Der Slam-Poet hat einige der traurigsten Geschichten aus seinem Leben in dem Buch “Ich mag Regen” veröffentlicht. Nicht zum ersten Mal mit dabei hingegen sind Daniel Hoth und Sarah Bosetti. Die beiden kommen beide aus Berlin, wo sie regelmäßig Geschichten und Gedichte bei ihrer Lesebühne “Couchpoetos” präsentierten. Über die Offene Liste haben sich für den Poetry Slam bisher außerdem die Poeten und Poetinnen Lucas Böhme, Till Kiehle, Thomas Jurisch, Andreas Breske und Udo Tiffert angemeldet. Allein das Publikum entscheidet am Ende, wer den Dichterwettstreit für sich entscheidet. Moderatoren des Abends sind wie immer Stefan Seyfarth und Michael Bittner.
livelyriX Poetry Slam | 02. Mai | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 8 Euro / ermäßigt 6 Euro
Die erste subjektive Bedingung alles echten Philosophierens ist – Philosophie im alten Sokratischen Sinne des Worts: Wissenschaftsliebe, uneigennütziges, reines Interesse an Erkenntnis und Wahrheit: man könnte es logischen Enthusiasmus nennen; der wesentlichste Bestandteil des philosophischen Genies. Nicht was sie meinen, unterscheidet den Philosophen, und den Sophisten: sondern wie sie’s meinen. Jeder Denker, für den Wissenschaft und Wahrheit keinen unbedingten Wert haben, der ihre Gesetze seinen Wünschen nachsetzt, sie zu seinen Zwecken eigennützig mißbraucht, ist ein Sophist; mögen diese Wünsche und Zwecke so erhaben sein, und so gut scheinen, als sie wollen.
Der April bietet der Dresdner Lesebühne Sax Royal natürlich eine allerbeste Ausrede, ihre neuesten Scherze an die Frau und den Mann zu bringen. Aber auch ernste Töne werden wie gewohnt am Donnerstag (11. April) aus den Mündern der fünf Autoren erschallen. Stefan Seyfarth präsentiert neue Gedichte, die die Erfahrungen des Alltags in gekonnte Rhythmen bringen. Max Rademann verwebt in seinen Miniaturen in gewohnt witziger Weise Alltagsgeschehen und Lebensweisheit. Roman Israel erforscht erzählerisch die Abgründe der Seelen und die Dreckecken der Gesellschaft. Julius Fischer wird wieder heiter-besinnliche Essays zum Weltgeschehen zum Vortrag bringen. Und Michael Bittner kämpft satirisch gegen die Windmühlen des Schweinesystems. Als besondere Zugabe verspricht Max die Weltpremiere eines brandneuen Songs!
Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 11. April | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro
Julius Fischer, Autor unserer Lesebühne Sax Royal, und Christian Meyer, sein Partner bei der allseits beliebten Band The Fuck Hornisschen Orchestra, haben einen dritten Teil ihrer filmischen Trilogie The Making of … produziert. Subtile Schauspielkunst und selbstreferentieller Humor at its worst!
Wer Max Rademann mal wieder bei einem seiner seltenen Auftritte auf der Bühne eines Poetry Slams erleben möchte, der schaue am Mittwoch (27. März) bei den “Geschichten übern Gartenzaun” in der Dresdner Groove Station vorbei. Dort tummelt er sich mit anderen hörenswerten Kollegen wie Tilman Birr, Lucas Fassnacht, Karsten Lampe, Henning Wenzel u.v.m. Organisiert und moderiert wird der Dichterwettkampf wie immer von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Los gehts um 20 Uhr.
2013 jährt sich der Geburtstag des Dichters, Naturwissenschaftlers und Sozialrevolutionärs Georg Büchner zum zweihundertsten Mal. Ein solches Jubeljahr bietet für Verlage stets auch die gute Gelegenheit, passende Bücher auf den Markt zu werfen, um von der medialen Aufmerksamkeit zu profitieren. So erscheint vom Autor Jan-Christoph Hauschild, der vor genau zwanzig Jahren eine wissenschaftlich fundierte, aber nicht unumstrittete Biografie Büchners veröffentlichte, ein neues Buch: Georg Büchner. Verschwörung für die Gleichheit. Sieht man genauer hin, stellt man nun aber leider fest, was auch im Anhang kleinlaut zugegeben wird: Es handelt sich gar nicht um eine neue Arbeit, nicht einmal um eine gründlich überarbeitete Fassung der alten Biografie, sondern bloß um eine gekürzte Version ohne Anmerkungen und Quellennachweise. Um das Buch nicht zu dick werden zu lassen, hat der Autor kurzerhand auch die Kapitel über Kindheit und Jugend Büchners weggelassen. Damit die Sache trotzdem rund aussieht, beginnt das Buch mit einem Kapitel über die Krankheit, die Büchner im Alter von dreiundzwanzig Jahren dahinraffte. Die ersten Seiten schildern auf höchst poetische Weise das Wetter in der Schweiz im Jahr 1836. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass Jan-Christoph Hauschild dem Protagonisten seiner Biografie mehrfach vorwirft, er habe Bücher nur des Geldes wegen geschrieben. Hauschild beklagt an einer Stelle, Büchner habe für sein Debütwerk, das Drama Danton’s Tod, umgerechnet nur “kümmerliche 1660 Euro” erhalten. Wir wünschen dem Biografen, dass seine ökonomische Spekulation lohnender sein möge. Für den Leser lohnend ist sie aus genannten Gründen kaum.
Jan-Christoph Hauschild: Georg Büchner. Verschwörung für die Gleichheit. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2013. 352 Seiten. 22,99 €.