Poetry Slam am 30.03.

Es ist uns mittlerweile zu einem beliebten Ritual, ja man könnte fast sagen Running Gag geworden, an Tagen, an denen wir Literatur in der scheune machen, einen Blick in die Lokalpresse zu werfen: Was werden sich die Praktikanten, die die Veranstaltungstipps schreiben müssen, wohl diesmal ausgedacht haben? Unser Favorit diesmal war eindeutig die Sächsische Zeitung, laut der der livelyriX Poetry Slam sich folgendermaßen beschreiben lässt: „DVD-Präsentation mit musikalischer Begleitung; natürlich wird ausgiebig der Poesie bei dieser [sic] ungewöhnlichen Lyrik-Event gefrönt.“

Entschädigt wurde dafür der Leser aber schon auf Seite 18: Unter der Überschrift „Abschied vom Spätverkauf“ gab’s ein sympathisches Porträt von Stefan mit einem schönem Foto, das ihn bei seiner Arbeit als Alkoholverkäufer hinterm Tresen abbildet. Dass Stefan quasi inoffizieller Sozialarbeiter in der Neustadt ist, wussten wir schon, aber noch nicht wie: „Seyfarth ist sich seiner eigenen Deeskalationstaktik nicht bewusst. Er hat im Laden einen Literaturkalender aufgestellt. An diesem Mittwoch begrüßt ein pazifistisches Gedicht von Peter Huchel jeden Kunden.“ (Franziska Dähn)

Abends beim Poetry Slam steppte wieder der Bär. Um die 300 Leute begehrten Einlass, bekamen ihn auch meist und feuerten die Poeten anschließend so euphorisch an, wie Stefan und ich es selten erlebt haben. Zum ersten Mal sah ich unsere drei Besucher aus Kiel, die mich auf der Stelle überzeugten: Björn Högsdal präsentierte prägnante kurze Texte über Filmrisse und andere Malaisen mit viel Wortwitz, Liv Andresen trug ganz und gar unromantische Texte über die Liebe vor und Patrick Kruse berichtete von einer missglückten E-Mail-Romanze. Für Dalibor aus Frankfurt am Main, der kurzfristig absagen musste, sprang glücklicherweise spontan Udo Tiffert ein, der einen nachdenklichen und sprachlich brillianten Text über die Zukunft vorlas. Das Team aus Tobias Heyel und Pauline Füg gab fast eine Theatervorstellung über das Leben und Lieben in den Verhältnissen der Stadt. Vier weitere Dichter kamen aus Dresden und hatten sich spontan auf der Offenen Liste eingeschrieben: Hans-Christian Schneller las vier humoristische Gedichte, Uwe Gaitzsch hatte diesmal ein Gedicht nicht gegen, sondern für Blumen mitgebracht, Robin Möser überzeugte als Debütant mit wirklich hervorragender Performance-Poesie und Robert Herzog erfreute durch witzige Erinnerungen an seine Zeit als Informatik-Student.

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Ins Finale wählte das Publikum Björn Högsdal (Foto), Liv Andresen und Udo Tiffert. Und irgendwie hatten alle drei fürs Finale Texte über den Tod aufgehoben, die aber glücklicherweise der Stimmung alles andere als Abbruch taten. Udo erzählte per „Liveschaltung nach Mainz“ vom Selbstmord des Dietmar L. in Rülpsenhausen. Liv Andresen gestand ihre Romanze mit einem Rentner, die für den Ärmsten tödlich endete. Und Björn Högsdal trug schließlich den Sieg davon, wieder mit kurzen und pointierten Texten – der schönste imaginierte eine umgekehrte Lebensgeschichte, die mit dem Tod begann und vor der Befruchtung endete. Merkwürdig, diese Melancholie … ob’s am Frühling liegt?

Videos vom GREND SLAM

Dank Michael Ciesla stehen nun auch Bilder, Videos und bald auch Audiomitschnitte von den Auftritten meiner Wenigkeit in Essen auf der Seite des GREND SLAM im Netz, über die ich hier ja bereits in einem kleinen Reisebild berichtet habe. Wer möchte, kann sich zum Beispiel hier Holger in Bild und Ton zu Gemüte führen. Ich möchte eher nicht so. Kann mich selber nur sehr schwer hören und sehen – da geht’s mir nicht anders als Mirco Buchwitz, der über dieses Leiden in seinem Tagebuch berichtet.

Aber an Euch: Nur immer zu! Übrigens findet ihr dort auch Stefan mit seiner wunderbaren Hommage Text für R.G., die er selber – auf Grund chronischer Computerphobie – sicher noch nie angeschaut hat. Ihr wärt ihm voraus!

Es ist wieder Uni!

Jawohl, ich befinde mich in einem nahezu unmenschlichen Zustand zwischen den Stühlen Semesterferien und Semester, es ist kurz nach neun, die Unibibliothek öffnete ihre weichen Pforten nur mir zu Liebe und ich bin schon eine Weile wach. Seit um 3 saß ich im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Uni Leipzig und erwartete trunken (schlaf und freunde) die Einschreibung in die Mittelalterseminare. Es ist wahrhaftig beeindruckend, wie Menschen, die noch im einen Moment friedfertig schlafend auf dem Boden liegen, sich im nächsten Moment mit voller Wucht gegen einen drücken, weil sie in den Einschreiberaum zu Frau Jäger wollen. Und die ist heiß, aber das ist nicht der Grund, der Grund sind Seminare über das Vogtland im Mittelalter und die Mätressen des (zu Unrecht) aus dem kollektiven Gedächtnis verschwundenen Königs Konrad III. Und dann stehen wir da (Tempuswechsel zur Erhöhung der Spannung!) und mein Gesicht drückt sich gegen die orangene Tür, aber ich komme nicht rein von schräg links, denn ein Keil treibt pflockartig von hinten Mitte nach vorn, um alles an der Seite liegende zu verdrängen. Man verliert sein Gesicht und muss sich die ganze Zeit von Kommilitonen zerquatschen lassen -Ach Julius, da biste aber auf verlorenem Posten, haha!- die einmal mit einem bei einer Vorlesung in der gleichen Reihe gesessen haben.

Durch geschicktes Umgreifen und den richtigen Satz im richtigen Moment – „So, jetzt gehen alle mal einen Schritt zurück, damit die, die schon fertig sind raus können ausm Raum!“ – katapultiere ich mich an den Anfang der Schlange. Ich bin die Spitze des Schwertes. Der Studentenschaft, der dummen. Dieses Gefühl ist besser als der Hass gegenüber den Leuten, die erst um 7 gekommen sind und trotzdem wieder eher im Raum drin waren als ich. Keine Ahnung, welche geheime Macht sie treibt.

So. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Sitzplatzes in Prof. Eberhardts Hauptseminar zur Krise des Spätmittelalters. Prof. Eberhardt ist noch so ein richtiger Wissenschaftler mit Rauschebart und nikotingelb verfärbtem Kaiser-Wilhelm. In seinen Vorlesungen verbraucht er ein Drittel der Zeit, um Sekundärliteratur anzuschreiben. Der kennt das Wort Polylux nur ausm ZDF. Aber nett ist er. Was ich mir von dem Seminarplatz kaufen kann, warum Julia echt nett ist, trotzdem sie aus Franken kommt und warum alle Leute Volki (Niedlicher Mini-Mensch) hassen, erzähle ich ein andermal. Jetzt gehe ich schlafen.

Holger und die Burschenschaft

Am Sonntag brach ich von der Leipziger Buchmesse zusammen mit dem Veranstalter Martin Wolter und dem wunderbaren Schriftsteller Udo Tiffert auf nach Jena zum dortigen Poetry Slam in den herrlichen Klub namens Kassablanca. Ach, was für ein Laden voller herzlicher und begeisterungsfähiger Leute. Das betrifft die Veranstalter wie das Publikum. Teilnehmen konnte ich nicht, weil ich als Moderator einspringen musste. Der ursprünglich vorgesehene Christian Meyer hatte es nämlich überraschenderweise nicht pünktlich geschafft, von Kopenhagen nach Jena zu kommen. Mensch, Meyer!

Aber halb so schlimm, denn es waren noch genügend andere gute Leute vor Ort: Stefan war aus Dresden gekommen, Jens Kassner aus Leipzig, Marc-Oliver Schuster aus Bielefeld und drei mutige einheimische Dichter namens Toni, David und Jan. Ach, gäb’s doch auch in Dresden mal mehr Mut zum Wort! Der Wettbewerb war wunderbar und ich freute mich besonders, dass sich mein Oberlausitzer Landsmann Udo Tiffert mit seinen wunderbar melancholisch-witzigen Geschichten durchsetzen konnte. Sorry, Marc!

Ich beschränkte mich auf einen kleinen Eröffnungstext außerhalb des Wettbewerbs. Allerdings wurde mir wieder mal deutlich, dass der Gelegenheitseinfall namens Holger doch einen wunden Punkt trifft. Eben solche Getroffenen ließen mich in der Pause fragen, ob ich denn etwas gegen Linke habe oder in der Burschenschaft sei. Nun ja, vom Saufen her könnte ich es schaffen, aber mit dem Fechten hapert’s. Ein anderer Zuschauer meinte glücklicherweise, es sei mir darum gegangen, darüber zu spotten, dass viele Anhänger einer linken Political Correctness weder über sich selber lachen können noch dazu in der Lage sind, sich vorzustellen, dass jemand, der nicht ihrer Meinung ist, kein Nazi sein muss. Das könnte ich unterschreiben. Schönes Gefühl auch, wenn mal die Realität einem Text Recht gibt. Kommt selten genug vor. „Denen hat dein Text nicht gefallen.“ „Deswegen habe ich ihn geschrieben.“

Auf der Leipziger Buchmesse

Vom letzten Donnerstag bis zum Sonntag hatte ich das Vergnügen, in Leipzig auf der dortigen Buchmesse arbeiten zu dürfen – und zwar für den Verlag Voland & Quist. Der genießt inzwischen einen außerordentlich guten Ruf als innovativer Jungverlag weit über die Szene der Live-Literatur von Poetry Slams und Lesebühnen hinaus. Neben den Gesprächen mit zahlreichen Fach- und Lesebesuchern am Stand und allerlei Organisationsarbeit moderierte ich noch mancherlei Veranstaltung tagsüber und am Abend. Einen Bericht zur Messe gibt’s auch von Sebastian Wolter im Voland & Quist Verlagsblog.
Stand Voland & Quist

Mit Lesungen vorgestellt wurden besonders die Neuerscheinungen von Frank Klötgen (Will Kacheln), Micha Ebeling (Restekuscheln) und Ahne (Zwiegespräche mit Gott). Wunderbar zu sehen, wie die Vortragskunst der drei Poeten auf offene Ohren selbst im größten Gedrängel stieß und sich immer wieder hundert Leute um die „Leseinsel“ der jungen Verlage scharten. Ein interessantes Kontrastprogramm zu so manch anderer „Lesung“ war’s allemal. Manche Autoren können schreiben, aber nicht lesen. Das ist nicht schlimm. Aber dann sollten sie letzteres doch bitte auch sein lassen.

Aber auch die Messe selbst liefert literarischen Stoff en masse – das sei an dieser Stelle erstmal eine leise Andeutung und noch kein Versprechen. Wie zum Beispiel eifrige Christen mit selbst gebastelten Plakaten umherliefen und zum Umkehr aufriefen war nicht weniger bemerkenswert als die ältere Frau, die mit einer winzigen Bibel an unseren Stand kam, und anfangen wollte, uns daraus vorzulesen, um uns zu zeigen, wen wir mit unseren Zwiegesprächen mit Gott so verspotteten.

Mein Favorit aber war ein älterer Herr, der sich mir mit verschwörerischem Blick näherte, mir einen Brief in die Hand drückte und mir das Versprechen abrang, ihn an das Lektorat unseres Verlages weiterzuleiten. Bei der nächsten sax royal Lesebühne am Donnerstag, dem 12. April, ab 21:00 Uhr in der scheune werde ich Euch vielleicht davon noch mehr erzählen.

Offener Brief an Lutz Vogel

Sehr geehrter Herr amtierender Oberbürgermeister Lutz Vogel,

Sie haben beschlossen, dass der Dresdner Kulturpalast mit sofortiger Wirkung geschlossen werden muss – Experten hätten erhebliche Brandschutzmängel entdeckt. „Es besteht Gefahr für Leib und Leben der Zuschauer!“, äußerten Sie gegenüber der Presse.

Wenn Sie wüssten, wie Recht Sie haben! Auch nach Behebung der Brandschutzmängel besteht nämlich auch weiterhin Gefahr für Leib und Leben der Zuschauer. Und zwar durch: „Roger Whittaker“ (22.03.), „Roland Kaiser“ (23.03.), „Peter Steiners Theaterstadl“ (02.04.), „Das Frühlingsfest der Volksmusik“ (17.+18.04.) usw. usw. Bitte halten Sie diese Gefahrenquelle auch in Zukunft fest verschlossen und sperren Sie sie weiträumig ab. Danke!

Peter Stamm in Dresden

Gestern Abend las einer meiner großen Favoriten im Dresdner Literaturbüro: Peter Stamm. Er ist einer der wenigen Autoren, die mich so begeistert haben, dass ich alle seine Romane (Agnes, Ungefähre Landschaft) und Erzählungen (Blitzeis, In fremden Gärten) gekauft und gelesen habe – abgesehen von seinem neuesten Roman mit dem Titel An einem Tag wie diesem. Es fehlte schlicht die Zeit – fragt mich nicht, wann ich zum letzten Mal ein Buch gelesen habe, das nichts mit Arbeit oder Studium zu tun hatte … Es ist die Geschichte eines Schweizer Lehrers in Paris, der vor einer vielleicht fatalen Diagnose flieht und sich in die Heimat aufmacht, um nach seiner nie verwundenen Jugendliebe zu suchen …

Es ist schwer zu erklären, was Peter Stamms Bücher so faszinierend macht: Der lakonische Erzählstil, der nicht nur ohne Blumigkeit, sondern meist auch ohne Nebensätze auskommt? Die unspektakulären, aber spannenden Geschichten, die ohne aufdringliche Symbolik doch immer geheimnisvoll und offen bleiben? Oder schlicht und einfach die ausgesprochen anziehenden Frauen, die alle seine Texte bevölkern?

Peter Stamm ist nicht nur ein großartiger Autor, sondern auch ein hervorragender Vorleser. Weder die recht hemdsärmelige Moderation noch die obligatorischen Fragen der Dresdner Kulturrentner konnten seinem Charme und Witz ernsthaft gefährlich werden. Soll ich mich wieder mal darüber aufregen, dass sich selbst bei einem nicht nur großartigen, sondern auch ausgesprochen erfolgreichen Schriftsteller gerade mal 30 Leute zur Lesung verirrt haben? Inklusive einer halben Schulklasse? Ach nee, ich lästere hier ohnehin schon genug über Dresden …

Ich werd mich jetzt – koste es Zeit wie es wolle – an das Buch machen, um es endlich zu lesen. Tut es mir nach, ihr werdet nicht enttäuscht sein.

Sie können sich das nicht vorstellen!!!

Ich möchte mich hier an dieser Stelle für die Eierschaukelei meines Blog-Kollegen Micha bedanken, ihm gleichzeitig aber auch mit einer virtuellen Zeitung über den Kopf wischen und sagen: „Du Homo, das wollte ich erzählen!!“

Nun ja, nicht so schlimm, denn er weiß ja nicht alles.

Nach meinen unerwarteten Triumphen in Regensburg (was für eine schöne Stadt, wenn man mal den Bahnhof Richtung Donau im Rücken zu haben in den Genuss kommt) und München (wo ich allmorgendlich um 6 Uhr von meinem 3 Jahre alten Cousin mit Spielwunsch geweckt wurde) und so der Frühling auch in mein Herz Einzug hielt wie ein Tross erfolgreicher Ordensritter mit güldenem Gral in der Hand.

Regensburg war euphorisch von der Stimmung her, gute 150 Besucher hielten die 14 meist guten bis sehr guten Poeten bis zum Ende aus. Das Finale wurde von Lars Ruppel, den zu sehen ich sehr glücklich war, jedes Mal sehr glücklich bin, Volker Strübing, ebenfalls an mein Herz gewachsen, und mir ausgetragen. Die Laune des Publikums verhalf allen dreien zum Gewinn einer Flasche Champagner (der wie Moscato schmeckte) und einem 50€-Büchergutschein, den wir am nächsten Tag in der kleinen feinen Buchhandlung in der Regensburger Innenstadt verprassen durften. Volker entschied sich für ein Notizbuch, Lars kaufte einen Comicband von Bernd Pfarr und die „Entdeckung des Himmels“ von Harry Mulisch, ich wollte junge deutsche Literatur (Stanisic: Wie der Soldat das Grammophon reparierte) lesen. So hatte jeder sein Büchlein zu tragen (ich das von Volker noch dazu, weil der schon früh gefahren war). Im Zug zockte ich einen Internatsschüler beim Pokern ab. Die Lusche. Hat immer alles auf eine Karte gesetzt.

In München war es noch ein bisschen voller und noch ein bisschen euphorischer als in Regensburg. Frank Klötgen hatte einen Mörderauftritt mit dem Skandinavien-Diss-Gedicht, Tobi Kunze hat gefreestylt wie noch nie, Krämer natürlich großartig und Felix Bonke von der Münchner Lesebühne Westend ist Kiez machte mir persönlich große Freude. Irgendwann müssen wir den mal einladen. Großer Kulturkritiker!!!!

Jedenfalls am Sonntag Abend wurde ich von Mitfinalist -und Sieger Sebastian Krämer eingeladen, seinem Scheinbar-Slam im Scheinbar-Varieté in Berlin am nächsten Tage die Klinke zu schütteln. Es war wiederum ein großes Aufgebot von Berliner Slammern da, einigen sehr bekannten (Ebeling, Kling) und einigen auch frisch nach Berlin gezogenen (Gaude). Und…ich gewann. Aufgrund absoluter Niedlichkeit. Diesmal alleine. Dafür habe ich drei Slams gebraucht, in mein poetisches, immer aktuelles inneres Ohr dringt der oft kolportierte („oft kolportiert“ wurde aber auch in letzter Zeit oft kolportiert) Ebay-Spruch: 3,2,1 … meins. Und so ist es. Jetzt wird schnell noch in die Ranking-Liste eingetragen und schwupps … Danke an alle, die diesen Erfolg möglich gemacht haben.

Zitat des Monats März

Die Ticker liefen heiß gestern: Endlich wieder einmal Dresden in den nationalen Schlagzeilen – das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat entschieden, dass die – vorsichtig ausgedrückt umstrittene – Waldschlösschenbrücke gebaut werden muss. Der Bürgerentscheid sei wichtiger als die UNESCO-Weltkulturerbe-Konvention.

Dazu jetzt das Zitat des Monats, das zwar nicht erst jetzt ausgesprochen wurde, aber mir erst im März zu Ohren gekommen ist – und das ist doch wohl das Entscheidende. Es stammt vom sächsichen FDP-Politiker Jan Mücke: „Und wenn uns die UNESCO auch wirklich den Titel Weltkulturerbe aberkennen sollte – dann sind wir immer noch Weltkulturerbe der Herzen.

Ich denke, hier zeichnet sich eine Denkfigur ab, die endlich den ersehnten Aufschwung bewerkstelligen könnte: Görlitz, die Kulturhauptstadt der Herzen. Leipzig, die Olympia-Stadt der Herzen. Ostdeutschland, das Wirtschaftswunderland der Herzen. Jawoll!

Voland & Quist Bücherschau

AHNE Frank Klötgen Micha Ebeling

Wenn ihr das Glück habt, in Dresden zu leben und am Mittwoch nichts vor zu haben, dann habe ich hier eine Empfehlung für euch: Unser Lieblingsverlag Voland & Quist feiert am Mittwoch ab 21:00 Uhr in der scheune eine Bücherschau, um euch die Neuerscheinungen des Frühjahrsprogramms vorzustellen. Und das machen keine Geringeren als die Berliner Autoren selbst: Surfpoet Ahne liest aus Zwiegespräche mit Gott, Performance-Poet Frank Klötgen stellt mit Will Kacheln eine Sammlung seiner besten Texte vor und Micha Ebeling von der Lesebühne LSD – Liebe statt Drogen präsentiert sein Debüt mit dem Titel Restekuscheln.

Ich bin da, vielleicht ihr ja auch.

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