Rückblick: Poetry Slam am 29.06.07

Wir waren ebenso überrascht wie erfreut: Ausgerechnet der nicht unumstrittene, von linker Seite als erzkonservativ verschrieene Schriftsteller Ulrich Schacht war der erste Dresdner Stadtschreiber, der genug Neugier und Unvoreingenommenheit besaß, sich mal den livelyriX Poetry Slam in der scheune anzuschauen. Nach eigenem Bekunden hat es ihm gut gefallen – und das mit Recht: Denn obwohl Lydia Daher leider kurzfristig absagen musste und wir – wahrscheinlich der Nacht der Wissenschaft geschuldet – weniger Teilnehmer und Zuschauer als gewöhnlich hatten, ging eine spannende und hochwertige Show vor begeistertem Publikum über die Bühne.

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Bewegte Bilder

Wahrlich, es gibt wenige regelmäßige Publikationen in Dresden, die es wert sind, auch regelmäßig gelesen zu werden. Unbedingt dazu gehört aber das Magazin DVB INFO der Dresdner Verkehrsbetriebe AG, dessen Lektüre mir stets aufs Neue Freude und Nutzen bereitet.

So stieß ich auch in der Ausgabe 02/2007 auf einen Artikel, der von neuen Werbespots des Unternehmens berichtete, die mehr artistische Kurzfilme denn schnöde Reklame sein sollten. Die Texte für die von Ralf Kaluka und der Balance Film GmbH produzierten szenischen Kurzfilme hat niemand Geringeres als Jens Wonneberger, der bekannte Kolumnist des Stadtmagazins SAX und Autor mehrerer Romane, geschrieben. In den Hauptrollen die Staatsschauspieler Albrecht Goette und Holger Hübner, die allerdings in den Schatten gestellt werden durch die Gastauftritte von Helga Schmitz – allen Neustädtern besser bekannt als „Kultur-Alice“. Wer es nicht mehr abwarten kann, bis die drei Filme als Werbeclips in den Dresdner Kinos anlaufen, kann sich Warten auf Godots Tram, Bergbahnfahrt mit Hindernissen und Mit der Umwelt zu bunt getrieben schon auf der Internetseite der Verkehrsbetriebe anschauen.

Kulturelle Bewegung in Görlitz

In den letzten zwei Tagen durften Stefan und ich gemeinsam mit dem befreundeten Schriftsteller Udo Tiffert drei Lesungen in Görlitz und Umgebung bestreiten. Markus Klose, der eben sein Abitur am Gymnasium Augustum macht, hatte gleich drei verschiedene Literaturveranstaltungen in Görlitz auf die Beine gestellt.

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Saison-Resümee

Nach dem Beginn der Sommerpause ist es vielleicht nicht unnötig, an dieser Stelle einen kleinen Rück- und Ausblick zu geben, den ich Kraft meiner Eigenschaft als „Kontroll-Freak“ (O-Ton Julius Fischer) hiermit an mich reiße. Das ist natürlich ein durchaus eigennütziges Unterfangen, weil es eine überaus erfreuliche Aufgabe darstellt. Unsere Lesebühnen vom September 2006 bis zum Juni 2007 waren allesamt gut bis sehr gut besucht, mehrmals freuten wir uns über neue Zuschauerrekorde von bis zu 130 Zuschauern. Bei aller Abscheu vor olfaktorisch bedenklichem Eigenlob lässt uns das doch mit dem Eindruck zurück, dass wir nicht alles falsch machen. Das bestätigt uns auch positives Feedback wie Beiträge in diesem oder jenem Weblog.

Die zurückliegende Saison war nicht nur die bisher erfolgreichste, sondern – wie vielleicht einige von euch bemerkt haben – auch die erste ohne auswärtige Gäste. So sehr uns die Entwicklungshilfe von befreundeten Autoren (Dank u.a. an Clara Ehrenwerth, Thorkil Jacobsen, Frank Klötgen, Christian Meyer, Jürgen Noltensmeier, Mia Pittroff) und Berliner Lesebühnen (Dank u.a. an Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, LSD) in den ersten zwei Jahren geholfen hat, so sehr waren wir schließlich doch davon überzeugt, dass wir jetzt ganz auf eigenen Füßen stehen können und sollten. Hat geklappt. Eine Neuerung gibt es noch zu vermelden: Wir haben uns entschieden, mit sofortiger Wirkung das Offene Mikrofon abzuschaffen. Obgleich viele der Beiträge, für die wir uns bei Uwe Gaitzsch, Thomas Jurisch, Steffen Kunath, Moritz Siegel, Kristin Vogt, Alexander Wandrowsky und vielen anderen bedanken, sehr gelungen waren, sind wir mit dieser Programmunterbrechung nie richtig warm geworden. Mit der Offenen Bühne im Hecht und dem Poetengeflüster hat Dresden mittlerweile mindestens zwei Open Mikes, sodass es keinen Mangel geben wird.

Und wenn wir schon mal am Danken sind: Dank natürlich auch für diese in kürzester Zeit lebendig gewordene Homepage an Florian Heidenreich, Dank für die weltbesten Flyer an Tim Jockel, Dank an Ansgar, Axel und Mario und natürlich Dank an Initiator und Organisator Leif Greinus.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass wir zwar erst am 11. Oktober regulär wieder da sind, ihr aber natürlich in den Terminen viele Möglichkeiten findet, uns auch im Sommer bei Auftritten und Lesungen zu besuchen. Besonders freuen wir uns dabei auf unsere Auftritte beim Dresdner Schaubudensommer am 13. und 14. Juli. Neue Texte gibt’s natürlich auch im Sommer laufend auf dieser Seite. Auf Wiedersehen!

„Die Geschichte von den Pandabären“ im Kleinen Haus

Dank einer großzügigen Spende (vielleicht wegen meines unermüdlichen Wetterns gegen schlechte Kunst) durfte ich gestern im Kleinen Haus Matei Visniecs Stück „Die Geschichte von den Pandabären“ ansehen. Es handelt vom Morgen danach. Zwei Menschen – Männlein und Weiblein – erwachen früh nackig im Bett, kennen sich aber irgendwie nicht. Wahrscheinlich haben sie gesoffen und dann rumgemacht, aber keine Ahnung. Sie will gehen, er will sie natürlich wiedersehen, denn so hässlich ist sie nicht. Sie gibt ihm also zähneknirschend neun Nächte Zeit, sie kennen zu lernen. Ihm läuft der Sabber aus der Fresse…
Das Stück ist so konzipiert, dass die Spannung bis in die letzte Sekunde erhalten bleibt. Etliche Fragen, die das Stück von Anfang an aufwirft, werden am Schluss – wenn man sich als Zuschauer irgendwie doch fragt, was das nun alles soll und vor allem was das nun alles mit Pandabären zu tun hat – genau im richtigen Moment aufgeklärt.  
Schauspieler: Idealbesetzung. Björn Gabriel und Karina Plachetka sind angenehm natürlich. Die Sprache wirkt kein bisschen steif. Habe ihnen zum Schluss in Gedanken einen Strauß Nelken überreicht.
Regie: Angemessen krass. Ganz selten mal kann ich sagen: das hätte ich selbst nicht besser hingekriegt. Hier war es mal soweit.
Fazit: Lohnt sehr. Auch wenn einem nach einem „harten“ Arbeitstag die Augen zuzufallen drohen, keine Sorge, man bleibt am Ball.   

Memento Mori

Neulich im Bus. Ein älteres Dresdner Paar sitzt hinter mir und unterhält sich. Man stelle sich beim Mann einen Ton rauher Altersmilde vor, seine Frau hingegen mit einer Stimme, die jedes Wort nurmehr als Seufzen hervorzubringen vermochte.

Mann: „Wir können ja dann nachher noch an der Elbe spazieren gehen, was?“

Frau: „Ach, aber wir fahren dann doch erstmal wieder nach Hause?“

Mann: „Was ist denn bloß heute wieder mit dir los?“

Frau: „Ich weiß doch auch nicht …“

Mann: „Mensch, dann hopp doch gleich in die Kiste!“

Zitat des Monats Juni

Kurz nach Mitternacht. Die Straßenbahn der Linie 13 befindet sich auf dem Weg nach Prohlis, dem Plattenbauquartier und sozialen Brennpunkt im Süden Dresdens. Drei einheimische Ghetto-Kids unterhalten sich lautstark über ihre Heimat, als folgender Satz fällt:

Ey, Alter, weeßt du überhaupt, was „Prohlis“ off Lateinisch heeßt? — Abschaum, Alter, Abschaum.

Wirklich wahr.

Heute Abend: Letzte Lesebühne vor der Sommerpause!

micha_grendslam1.jpg Vor der Sommerpause die letzte Chance auf einen Besuch bei der Dresdner Lesebühne sax royal bietet sich am 14. Juni ab 21:00 Uhr in der scheune. Wie immer am zweiten Donnerstag des Monats präsentieren auch diesmal die fünf Stammautoren ihre neuesten Geschichten, Gedichte, Songs und Hörspiele. Es lesen: Stefan Seyfarth, der inoffizielle Sozialarbeiter der Äußeren Neustadt, Julius Fischer, der Leipziger Untergrund-Entertainer, Roman Israel, der Dichter mit der Zweitidentität, Michael Bittner, der Entdecker der Exotik des Alltags und Max Rademann, der jetzt wieder Strom und warmes Wasser hat.

Nachtrag: Entgegen aller Befürchtungen konnten wir uns trotz der sommerlichen Hitze über einen regen Besuch freuen. Mehr als siebzig Zuschauer erlebten die letzte Lesebühne vor der Sommerpause – am Ende durch Julius‘ Abschiedslied und den anschließenden herzlichen Applaus ein geradezu berührender Moment.

Kritik, Lob und Vorschläge aller Art könnt ihr gern hier in die Kommentare schreiben. Unsere nächsten Auftritte gibt’s beim Schaubudensommer am 13. und 14. Juli, die nächste reguläre Lesebühne nach der Sommerpause am 11. Oktober. Bis bald!

Mehr Achtung vor altem Wortgut!

Seit geraumer Zeit ärgere ich mich, dass so viele schöne deutsche Wörter, die unsere Mütter und Großmütter noch kannten, jetzt aussterben. Noch vor 50 Jahren wusste jeder, was ein „Brausebad“ ist. Es wurde durch das französische „Douche“ oder jetzt „Dusche“ verdrängt. Das ist eine Schande! Auch andere wertvolle Worte des deutschen Sprachgebrauchs gibt es nicht mehr. Wer kennt denn heute schon noch die „Docke“ (heute „Puppe“), das „Afterkind“ (heute „uneheliches Kind“), den „Mahlschatz“ (heute das gute alte „Verlobungsgeschenk“) oder die „Klinse“ (die „Spalte“). Oder wer hat das letzte Mal das Wort „Trittoir“ (Fußweg) oder den „Abort“ (Klosett) benutzt?
Darüber hinaus gibt es jetzt viele Anglizismen (wie „Computer“, „cool“, „Broiler“) oder andere hässliche Neu- und Umschöpfungen (wie „geil“, „Alder“, „schwul“). Dabei haben wir doch schon genug passende Entsprechungen für diese Wörter (für „schwul“ z.B. „andersrum“, für „cool“ und „geil“ z.B. „schön“ und „sehr schön“, für „Alder“ z.B. „Junge“ oder „Mensch“, für den „Broiler“ das „Brathuhn“ und für den „Computer“ den „Rechner“). Wir brauchen einfach keine neuen!

Ich möchte deshalb junge Mütter dazu anhalten, ihren Neugeborenen die alten Wörter wieder mit auf den Weg zu geben, damit sie sich wieder einbürgern, es wäre ja sonst schade drum. Denn schließlich sterben mit ihnen nicht nur die Worte sondern auch ein Stück Deutschland und damit auch ein Stück von uns selbst!

Gülz (Sprachretter)

Hallo, SKUNK, du „Jugendmagazin für Dresden“!

Schon beim Lesen deines Editorials erfährt man, dass die „Junge Union Sachsen & Niederschlesien“ und das „katholische Bistum Görlitz“ die Stadt mit den weiß-gelben Fahnen Schlesiens beflaggen, um dafür zu demonstrieren, dass der neue „Kreis Görlitz“ unbedingt „Landkreis Oberlausitz-Niederschlesien“ genannt wird – ein Thema, das die jungen Leser in Dresden sicherlich wie kein anderes umtreibt.

Und dann schaffst du es, liebes SKUNK, auf nur 26 Seiten deiner Mai-Ausgabe noch folgende Artikel unterzubringen: Der RCDS („Ring Christlich-Demokratischer Studenten“) lädt zur Diskussion über Studiengebühren. Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt ins Kulturrathaus zum Thema „Europa lohnt sich“ zur Debatte mit der niederländischen Christdemokratin Ria Oomen-Ruijten. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) startet Bau der B 173. Sozialbürgermeister Tobias Kogge (CDU) redet über Fitness auf dem Dresdner Messegelände. Die beiden christlichen Kirchen veranstalten eine deutschlandweite „Woche für das Leben“. Die CDU-Fraktion des Sächsischen Landtages schaltet eine Anzeige über den großen Erfolg des sächsischen Schulsystems. In einem Interview werden dem sächsischen Staatsminister Herman Winkler (CDU) investigative Fragen gestellt wie „Wo in Europa verbringen sie dieses Jahr Ihren Urlaub? In Rom?“ Eine Meldung teilt uns mit, dass die „Junge Union Sachsen & Niederschlesien“ einen neuen Vorstand wählt. Zum Thema „Killerspiele“ befragt ihr den Landesvorsitzenden der „Jungen Union Sachsen & Niederschlesien“ namens Christian Piwarz. Und schließlich freuen wir uns über eine Rückschau auf den „Jahresempfang der Neustädter Union“ im „Saab-Zentrum am Rosengarten“, eine Veranstaltung, die organisiert wurde vom – hört, hört – SKUNK-Mitbegründer und heutigen Stadtrat Patrick Schreiber. Ach ja, natürlich: CDU.

Liebe Herausgeber von der „Kaderschmiede GbR“! Ihr gebt doch schon das „Magazin der Jungen Union Sachsen & Niederschlesien“ heraus – warum denn jetzt noch eins?

Weißt du was, SKUNK? Ich glaube, bei dir stinkt was …

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