Rückblick: Poetry Slam am 28.09.2007

Sie war allen anzumerken, den Slammern, den Moderatoren, den Zuschauern: die Freude über das Ende der viel zu langen Sommerpause beim Dresdner livelyriX Poetry Slam. Mehr als 200 Zuschauer verfolgten, wie neun Poeten um die Krone des Abends kämpften.

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Heute Abend: Poetry Slam in der scheune

Am Freitag, dem 28. September ist ab 21:00 Uhr beim livelyriX Poetry Slam die Sommerpause zu Ende. Mit dabei sein werden auf jeden Fall: Der Nachwuchsstar Dennis Schüßler (Darmstadt), der Iggy Pop des Poetry Slam Felix Römer (Berlin), der großartige Geschichtenerzähler Mirco Buchwitz (Hannover) und natürlich unser Julius Fischer (Leipzig), amtierender sächsischer Meister und Autor der Dresdner Lesebühne sax royal.

scheune | 28.09.07, Freitag | 21.00 Uhr | 5,- / 7,-

Neue Rezensionen im DRESDNER

Ein Hinweis in eigener Sache: In der soeben erschienenen Oktober-Ausgabe des Kulturmagazins DRESDNER kann der Literaturfreund auch zwei neue Rezensionen aus meiner Feder finden:

Zum einen habe ich aus Anlass einer neuen Werkausgabe einen Artikel über den frühexpressionistischen Lyriker Jakob van Hoddis geschrieben. Die meisten Freunde der modernen Poesie werden seinen legendären kleinen Geniestreich namens Weltende kennen. Aber auch die anderen Gedichte lohnen eine Entdeckungsreise durch sein schmales Werk.

Weniger begeistert war ich vom Roman Der Mond und das Mädchen des diesjährigen Büchner-Preisträgers Martin Mosebach, der es trotz meiner Bedenken sogar auf die sogenannte „Shortlist“ des „Deutschen Buchpreises“ schaffte. Wie immer bin ich natürlich für Widerspruch dankbar.

Events dieser Woche

Einen ganzen Marathon von Veranstaltungen, bei denen Autoren unserer Lesebühne verschiedenste Bühnen betreten, gilt es für die kommende Woche anzukündigen:

Am Mittwoch, den 26.09., feiern Udo Tiffert und Michael Bittner die offizielle Weltpremiere ihres literarischen Programms „Stadt Land Fluss“ über das Leben mit der Lausitz. Um 20:00 Uhr lesen die beiden im Görlitzer Theater Apollo. Ebenso poetisch wie satirisch beschäftigt sich das Programm mit dem Leben in dieser östlichsten Region Deutschlands – zwischen Stagnation und Hoffnung, zwischen Landflucht und Heimkehr.

bild_stefan_seyfarth.JPGAm Donnerstag, den 27.09., liest Stefan Seyfarth in der Reihe „Dresden Romantik“ in der Hofmühle Plauen (ehemalige „Bienertmühle“ am Haltepunkt Plauen). Ab 19:00 Uhr präsentiert er unter dem Motto „Der Plauensche Grund – ein romantischer Mythos“ eigene Texte zu jenem Tal zwischen Dresden und Freital, das für viele Romantiker zum Ort der Sehnsucht geworden ist. Der ehemalige Student der Forstwissenschaften in Tharandt kennt die Gegend wohl so gut wie kein anderer – wir dürfen gespannt sein, welchen lyrischen Niederschlag diese Erfahrungen hinterlassen haben.

Am selben Abend, an anderer Stelle: Der Poetry Slam kehrt nach Chemnitz zurück, ab jetzt organisiert vom livelyriX e.V. und Jens Kassner, der gemeinsam mit Christian Meyer auch moderieren wird. Neben zahlreichen einheimischen Autoren werden als hochkarätige Gäste erwartet: Mirco Buchwitz (Hannover), Udo Tiffert (Neusorge) und unser Max Rademann (Dresden), ein echtes Kind des Erzgebirges. Am Donnerstag, den 27.09. ab 21:00 Uhr im neuen Club ATOMINO.

julius_fischer.jpgAm Freitag, den 28.09., kehrt um 21:00 Uhr endlich der livelyriX Poetry Slam in die Dresdner scheune zurück. Mit dabei im Wettbewerb der Dichterschlacht wird auch unser Julius Fischer sein, der als amtierender sächsischer Meister antritt. Außerdem dabei sind Mirco Buchwitz (Hannover), Dennis Schüssler (Darmstadt), Felix Römer (Berlin) und natürlich wie immer einheimische Poeten von der Offenen Liste, die bis 21:00 Uhr ausliegt.

Am Sonnabend, den 29.09., gibt es im Dresdner Zoo eine Veranstaltung mit dem Titel „Fabelhafte Tiere“ anlässlich des „Jahrs der Geisteswissenschaften“. Neben Vorträgen und Musik zum Thema „Tiere in der Literatur“ wird auch Michael Bittner ab 17:30 Uhr einige Texte bekannter Autoren lesen.

Am Sonntag, den 30.09., schließlich wird um 20:00 Uhr die Offene Bühne im Hecht im E-Zwo wieder ihre Pforten für Kleinkünstler der verschiedensten Genres öffnen. Mit dabei auch unser Chefdramatiker Roman Israel.

Damit wären nun wohl doch allerhand Vorschläge zur Freizeitgestaltung vorgelegt – mögen sie den Lesern dieses Blogs dabei helfen, die kulturelle Fülle ihres Lebens zu vervielfachen!

Mein erstes Date und Teil 7 von Kloß und Spinne

Jens Rosemann, der Erfinder des Seyfarth’schen APC und mit eben diesem Werk Gewinner des Stefan-Seyfarth-Tribute-Slams vor einigen Jahren, hat den Goldenen Trashflegel der Filmnächte am Elbufer gewonnen. “Mein erstes Date“ war die thematische Vorgabe und Max Rademann, der selber in dem Streifen mitspielt, hat wahrlich nicht zuviel versprochen. Dank an den Mann mit dem goldenen Schnurrbart für ganz großes Kino.

Nicht verpassen sollte man auch Volker Strübings nächsten Streich: Kloß und Spinne – Teil 7: Bloß gut, dass Nazis böse sind!

Peschi und Poschi voll evil…

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Neues Literaturfestival für Dresden

Literatur jetzt!“ – unter diesem Titel startet im Herbst ein neues „Festival der zeitgenössischen Literatur“ in Dresden. Gemeinsam durch den livelyriX e.V. und den scheune e.V. organisiert, erwarten vom 20. bis zum 25. November erstmals täglich mehrere Veranstaltungen die Literaturfreunde der Stadt auf den verschiedensten Bühnen. Das neue Literaturfest wendet sich nicht nur an das junge Publikum, das schon jetzt den Lesebühnen, dem Poetry Slam und den vielen Offenen Bühnen Monat für Monat neue Zuschauerrekorde beschert, sondern auch an aufgeschlossene Literaturinteressierte, die frische Autoren und unprätentiöse Literatur für sich entdecken möchten.

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Lesetipp: „Ich und Kaminski“

Wie Julius in seiner nur allzu berechtigten Lobeshymne auf Jochen Schmidt zu Recht anmerkte, ist Humor in der deutschen Gegenwartsliteratur leider nicht allzu verbreitet. Desto erfreuter war ich nun, als ich entdeckte, dass einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart einen ganz ausgesprochen eleganten Witz pflegt. Ich las nämlich Daniel Kehlmanns Roman „Ich und Kaminski“ (2003) – Dank an Clara für die Empfehlung!

Das Buch besticht vor allem durch den mit Abstand unsympathischsten Ich-Erzähler in der deutschen Literatur seit Mein Kampf. Christian Krachts arroganter Snob aus Faserland ist dagegen ein Wonneproppen. Sebastian Zöllner, so heißt der Anti-Held, ist ein ahnungsloser Kunstrezensent, ein feiger Opportunist, ein eingebildeter Frauenheld, ein schmieriger Intrigant, ein chronischer Nörgler, kurz gesagt ein wirkliches Arschloch. Und ausgerechnet dieser Kerl will eine Biografie über den vormals berühmten Maler Kaminski schreiben, der sich längst – angeblich erblindet – in die Einsamkeit des Gebirges zurückgezogen hat. Als die beiden mit dem Auto zu Kaminskis Jugendliebe aufbrechen, glaubt Zöllner, am Ziel seiner Wünsche zu sein und den Alten in der Hand zu haben, um ihn auszuforschen – in Wirklichkeit ist es Kaminski, der die Puppen tanzen lässt.

Dieses Buch ist eine satirische Abrechnung mit der Kunstszene, ein Krimi, eine philosophische Allegorie, ein Road-Movie, ein Schelmenroman und vor allem eins: sehr lesenswert.

Zitat des Monats September

Mein Zitat dieses Monats entdecke ich eben in den unveröffentlichten Entwürfen des Schriftstellers, Übersetzers und Historikers Wilhelm Heinse, einem der wenigen deutschen Sensualisten der späten Aufklärung. Sein Roman Ardinghello und die glückseligen Inseln aus dem Jahre 1787 (sic!) feiert in provokanter Weise das Leben, die Liebe und die Lust – trotzdem hat die folgende Weisheit aus nahe liegenden Gründen damals den Weg an die Öffentlichkeit noch nicht finden können:

„Der Schwanz ist weiter nichts als eine andre Zunge unten am Bauche, und wenn er ein zart Gefühl hat, so schmeckt er die Verschiedenheit der Fotzen wie jene der Weine. Und warum soll er mit guten Freunden nicht in Gemeinschaft essen und trinken? An einer guten jungen Fotze können sich Dutzend Schwänze in einem Abend satt kosten und satt lecken.“

Guten Appetit!

Immer Jochen Schmidt!!!

Spätestens seit dem Bachmann-Preis diesen Jahres hat auch das letzte Feuilleton dieses Landes erkannt, das Jochen Schmidt ein unschätzbares Juwel der deutschen Gegenwartsliteratur ist. Auf jeden Fall besser als so ziemlich alles, was sich in Klagenfurt 2007 abgemüht hat, selbst, wenn er keinen der Preise abgesahnt hat. Er vermochte es bis jetzt immer, mir ein wohliges Schmunzeln oder wissende Grübchen um den Munde zu zaubern, wenn ich ihn las oder lesen sah. Deswegen nutzte ich einen Büchergutschein von Büchers Best (einem wohlgeordneten, wunderbaren Buchladen für Neues und Antiquarisches auf der Dresdner Louisenstraße) um seine aktuelle Geschichtensammlung „Meine wichtigsten Körperfunktionen“ für mich zu sichern, um meinem Bücherschrank eine weitere Liebkosung angedeihen zu lassen. Continue reading Immer Jochen Schmidt!!!…

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