Der Gipfel der Gefühle – mit Peschi und Poschi

Hier, für alle, die ihn bei der letzten Lesebühne verpasst haben oder ihn seitdem nicht mehr missen möchten, der preisgekrönte erzgebirgische Heimatfilm von Max Rademann und Jens Rosemann endlich auf unserer Heimatseite. Um den Sieg beim Leipziger Wettbewerb davonzutragen, hatten Max und Jens nicht nur eine kaputte Luftpumpe, sondern auch den Satz „Adelheid, weißt du nicht, was ein Frühstück ist!“ in ihren Film einzubauen – was sie ausgesprochen elegant bewältigt haben:

Achtung – Eilmeldung: Geht zur Ostrale!

Nur noch bis 20:00 Uhr am heutigen Sonntag bietet sich die Chance, das Kunst-Event Ostrale zu besuchen, wozu ich Euch nach meinem gestrigen Besuch nicht energisch genug auffordern kann. Unzählige einheimische und auswärtige Künstler haben das Schlachthofgelände im Ostragehege (Endstation Messe der Buslinie 75) in ein Atem beraubendes Gesamtkunstwerk verwandelt.

Für eine Analyse bleibt mir jetzt keine Zeit – ich kann nur sagen, dass hier der ganze Wahnsinn, die ganze Vielfalt, das ganze Potenzial der modernen und postmodernen Kunst verwirklicht ist. Die Künstler haben sich die verrotteten Ställe, die verlassene Kantine, die versifften Duschen kongenial anverwandelt und Installationen in allen Genres und Medien geschaffen, die die vorhandenen Gebäude selbst in poetische Räume verwandeln.

Aber zitieren wir zum Abschluss mal Wittgenstein: „Denke nicht, schau!“

Lesetipp: Berliner Straße

Einer unser Lieblingskollegen, der Berliner Meister der Groteske und Netzpoet Frank Klötgen, hat in seinem „Stadtkind Blog“ beim Tagesspiegel einen neuen Beitrag seiner Reihe „Berliner Randbezirke“ veröffentlicht, diesmal zu: Dresden. Frank besucht in dieser Rubrik fremde Städte und sucht jeweils die „Berliner Straße“ auf.

Bei Freunden der bildenden Kunst wird es nun sogleich im Köpfchen klingeln, denn die Berliner Straße in Dresden ist für die Geschichte der modernen Malerei bekanntlich nicht ohne Bedeutung. Aber lest einfach selbst Franks eigenen Erlebnisbericht, der auch Aufschlüsse über die Dresdner Mentalität zulässt …

Schlechte Nachricht

Auf Grund der Ereignisse der letzten Tage stellen sich die Fragen nach der Unsterblichkeit auf erschreckende Weise noch einmal neu. Der Dresdner Musiker Harry Haninger, Freund und Kollege für viele von uns, wurde vor einigen Tagen Opfer eines schweren Verkehrsunfalls und befindet sich im Moment in sehr kritischem Zustand. Wir wünschen ihm auch von hier aus das Beste. Und das Beste ist in diesem Fall etwas, das für die meisten von uns vielleicht zu selbstverständlich ist: Gesundheit.

(Bitte beachtet, dass die ursprünglich für den 11. November geplante dritte Veranstaltung der Reihe „Dresden Romantik“ in der Hofmühle Plauen mit Roman Israel und Harry Haninger ausfallen muss.)

Michael Stein ist tot!

Der Mitbegründer der Surfpoeten und der Reformbühne Heim und Welt ist am Mittwoch nach langer Krankheit gestorben. Ich kannte ihn ebenso wenig wie er mich, aber es bedrückt mich sehr. Ich werde versuchen, meine Gedanken zu bündeln, daraus einen irgendwie würdevollen Strauß trauriger Rosen machen und diesen nach Berlin schicken. Wer etwas Gehaltvolleres zu diesem Thema lesen möchte, der sollte mal bei Volker Strübing vorbei schauen beziehungsweise diesen Artikel von Robert Weber lesen. Ich finde da immer nicht die passenden Worte. Aber in Anlehnung an das von Stein stammende Gebet gegen die Arbeit schließe ich mit den folgenden:

Tod – Geißel der Menschheit!

Über Belanglosigkeiten wie die neue und schlechte LateNite von Schmidt&Pocher auf RTL2 ARD zu sprechen bin ich gerade nicht mehr imstande. Vielleicht morgen.

Lesungen am Donnerstag und Freitag

Eine Solo-Lesung unter dem Titel “Zur Frage der Unsterblichkeit” gibt Michael Bittner am Donnerstag, den 25.10., ab 20:30 Uhr in der Dresdner Galerie Treibhaus (Katharinenstraße 11-13, neben der Groove Station). Gedichte und Geschichten über ein unsterbliches Thema: die Vergänglichkeit des Lebens und das Glück, das zwischen zwei Atemzüge passt.

Am Freitag, den 26. Oktober, wird es auch im Dresdner Studentenclub Bärenzwinger mal wieder Live-Literatur geben. Ab 21:00 Uhr steigt dort eine Tschechisch-Deutsche Poetry Show anlässlich der 9. Tschechisch-Deutschen Kulturtage. Zwei tschechische Performance-Poeten namens Vladimir Vacátko und Bucek aka RAEK aka Booczech präsentieren ihre besten Texte zusammen mit der Hamburgerin Xóchil A. Schütz und unserem Stefan Seyfarth, der Dresden vertritt.

„Literatur Jetzt!“ geht online

Seit heute ist das Dresdner „Festival der zeitgenössischen Literatur“ mit dem Titel „Literatur Jetzt!“ auch online zu finden: Auf einer brandneuen Homepage gibt`s ab sofort das ganze Programm, in Bälde auch noch zusätzliche Informationen zu Veranstaltungen, Terminen und Autoren. Schaut mal rein!

Die Dresdner Lesebühne sax royal wird natürlich auch mit von der Partie sein. Deswegen sind wir im November ausnahmsweise nicht am zweiten Donnerstag, sondern am vierten Donnerstag, dem 22. November, ab 21:30 Uhr in der scheune zu erleben.

Grüne Christen

Irgendwie konnte ich mich noch nie mit der Partei Die Grünen anfreunden. Warum? Nun, auch wenn das merkwürdig klingt: Ich muss sagen, dass sie mir in vielen Bereichen zu konservativ sind. Die Gründe konnte ich mir selbst nicht recht erklären, bis ich eben ein Interview in der Süddeutschen Zeitung las. Ulrike Gote, die zugleich kirchenpolitische Sprecherin der bayrischen Grünen und Mitglied im Landeskomitee der Katholiken ist, brachte es auf den Punkt:

„Wir haben das C zwar nicht im Namen, aber wir haben es im Programm. Deswegen ist mir über solche Äußerungen, wie [Bischof] Mixa sie getan hat, überhaupt nicht bange. Denn wer sich mit unseren Inhalten beschäftigt, der wird eine große Übereinstimmung mit Themen wie Bewahrung der Schöpfung, der Natur oder der Würde des Menschen finden. Denken Sie nur an die Debatte um Gentechnik oder das Stammzellengesetz. Da sind wir sehr nahe an den Forderungen, die auch die Kirche vertritt.“

Schwarz-Grün kann kommen!

[Nachtrag: Vielleicht muss ich – dank Volker Beck – meine Meinung doch noch revidieren …]

Niedliche Kleinkünstler und so…

Beste Grüße aus der Sächsischen Schweiz …

… sendet in der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazins SAX die neu eröffnete Elbresidenz Bad Schandau, das erste 5-Sterne-Hotel der Gegend. Bald können hier, so der Autor des Artikels, die Menschen „im wahrsten Sinne des Wortes die Seele baumeln lassen“.

Alle Menschen? Leider nein, schränkt Matthias Opitz, „der Direktor dieses Erholungsdomizils“, ein: „Unsere Vision ist es, für Menschen, die ihre Gesundheit als Kapital begreifen und ihrem Körper präventive Vorsorge und Ruhe angedeihen lassen wollen, den idealen Ort für Entspannung und innere Ruhe zu bieten.“ Wirklich zu dumm, dass die Proleten auf der ganzen Welt sich immer noch so früh zu Tode arbeiten – sie haben eben ihre Gesundheit noch nicht als Kapital begriffen!

[Warnhinweis: Ausländischen Gästen muss aus gesundheitlichen Gründen von einem Urlaub in der Sächsischen Schweiz leider abgeraten werden. Es könnte sein, dass sonst nicht nur ihre Seele bald irgendwo baumelt.]

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