Der Soundtrack meines Lebens

Mit zunehmendem Alter, so muss ich an dieser Stelle bekennen, wird mir die Redensart, nach der Menschen ihre Lieblingslieder als Soundtrack ihres Lebens bezeichnen, immer suspekter. Womit ich ausdrücklich nichts gegen die Band The Soundtrack of our Lives gesagt haben möchte. Was mich stört, ist auch nicht die allzu offensichtliche Tatsache, dass es sich bei dieser Lebensauffassung offensichtlich um ein Ergebnis generationenübergreifender Gehirnwäsche durch die Musikindustrie handelt. Wahrscheinlich wird uns auch die Verlagswirtschaft bald davon zu überzeugen versuchen, dass wir dringend das Buch zum unserem Leben erwerben müssen. Und das wird nicht die Bibel sein, sondern vermutlich ein ziemlich langatmiger Fortsetzungsroman, den wir nur lesen, weil wir hoffen, am Ende könnte sich doch noch herausstellen, was die tragikomische Titelfigur jetzt eigentlich die ganze Zeit über wollte. Leider sterben wir, bevor die deutsche Übersetzung des letzten Bandes vorliegt. Aber Teddy Adorno ist im Grab und wir wollen ihn dort in Frieden ruhen lassen. Solange der Verblendungszusammenhang der Kulturindustrie ein paar schöne Gitarrensoli im Gepäck hat, bin ich mit allem einverstanden.

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„LITERATUR JETZT!“ endete am Sonntag

Am Sonntagabend ging es zu Ende, das „Festival zeitgenössischer Literatur“ mit dem Titel „Literatur Jetzt!„, das vom 20. bis zum 25. November erstmals in Dresden stattfand. Auf der Homepage des Festivals gibt es ein Resümee, jetzt auch einen ausführlichen Rückblick.

Für mich waren es sechs Tage mit einer Menge Organisationsarbeit, aber natürlich auch mit viel Spaß, Bier und entzückender Poesie – nicht zuletzt bei unserer eigenen Lesebühne „sax royal„. Die gibt’s dann wieder regulär am zweiten Donnerstag im Dezember, also am 13.12. ab 21:00 Uhr in der scheune. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Zitat des Monats November

In der letzten Zeit habe ich öfter darüber nachgedacht, wieso gerade im deutschsprachigen Raum mancherorts der etablierte Kulturbetrieb jener „leichten“ Muse, die doch so schwer zum Singen zu bewegen ist, immer noch herzlich wenig Interesse entgegen bringt. Dass gerade die witzige Literatur ernst zu nehmen ist, scheint die dialektischen Fähigkeiten vieler Funktionäre zu übersteigen.

Es berührte mich daher, als ich gerade las, wie der große Satiriker Kurt Tucholsky sich schon mit denselben Rechtfertigungszwängen herumschlug. Daraus nun ein besonders schöner Satz, dem ich mich nur voll und ganz anschließen kann:

„Ich habe nie geglaubt, daß so viel Arbeit dahinter steckt, um zu erreichen, daß Leute abends zwei Stunden lachen, ohne daß sie und die Autoren sich hinterher zu schämen haben.“

Auf dem Tresen gezeichnet (Seyfahrt war dabei)

…das täts´de gerne wissen

Ich hab zwar noch keinen Lehrauftrag für die Hochschule der bildenden Künste, aber über Peschi und Poschi werde ich dort dennoch was erzählen. Und zwar am kommenden Sonntag, dem 18.11. ab 18 Uhr. Unterstützt werde ich dabei von meinem siamesischen Bruder im Geiste und Mastermind des Wahnsinns Jens Rosemann, der bestimmt auch was zu den Protagonisten seiner Comicreihe „Fick und Fotzi“ zu erzählen weiß. Vielleicht aber auch etwas von seinem ersten „Däääiiit“.
Wir werden dann ein paar von unseren kleinen Filmchen zeigen und im Anschluß einen unserer Lieblingsfilme. Das wird also eine feine Session aus, nun…äh, sagen wir mal Vortrag (voll wissenschaftlich, wie sollte man auch sonst über Peschi und Poschi referieren) und anspruchsvollem Kino. Sicher wird auch Bier getrunken und diskutiert und überhaupt. Perfektes Sonntagabendprogramm würde ich mal meinen. Spitzenklasse!

Adresse: Hochschule für Bildende Künste Dresden
Pfotenhauerstr. 81/83
01307 Dresden

Eingang Pfotenhauerstr. / Fetscherstr.
Bus Nr. 82, Richtung Johannstadt, Haltestelle Neubertstr.

Voten! Voten! Für mich!

Juchee, endlich ist es soweit. Ich habe mein ganz persönliches Voting. Im Rahmen des Weinachts-Song-Slams von Kudernatsch in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig am 6.Dezember gibt es ein Online-Voting, einen Internet-Preis. Solltet ihr mich, wider Erwarten, lieben, dann stimmt fleißig ab, denn ich nehme teil. Diese Verknüpfung anklicken und ab die Post. Dauert zwei Sekunden. Wenn ich gewinne, wär’s gut…

P.S.: Die andern sind auch alle klasse…

Und genau diese Tatsache…

…lieber Brad Pitt, dass du eben eine „ganz normale Familie“ hast, dies aber jedem Schmierblatt auf diesem Erdenball stets mitteilen musst, ist aber dann doch nicht ganz normal, oder?

Wieder Hoffnung …

… habe ich, Sächsische Schweiz, für dich – und zwar, nachdem ich heute den Artikel „Christus darf nicht auf den Lilienstein“ in der Sächsischen Zeitung gelesen habe. Da wird berichtet, dass ein Unternehmer namens Harry Vossberg, der einem Komitee „Christliche Initiative Predigtstuhl“ vorsteht, eine 55 Meter hohe Jesus-Statue auf dem 415 Meter hohen Lilienstein aufstellen lassen will. Doch das Projekt stößt eher auf Skepsis bei den Ureinwohnern, die sich die schönsten Kommentare entlocken ließen.

So ist etwa der Wirt vom Lilienstein-Hotel zwar nicht abgeneigt, allerdings aus eher säkularen Beweggründen:

„Die Leute kommen wegen so einem Mist.“

Noch schöner aber scheint mir die Ankündigung der „Hohnsteiner Bergsteigerlegende“ Bernd Arnold, der damit droht, die eventuelle Statue abzusägen:

„Wer halbwegs Einfühlungsvermögen hat, der sieht, die Figur passt nicht hierher, und wenn es zehnmal Jesus ist.“

Na, zu viel versprochen?

„Literatur Jetzt!“ rückt näher

Das „Festival zeitgenössischer Literatur“ rückt näher: Am 20. November ertönt der Startschuss für die erste Ausgabe von „Literatur Jetzt!„. Alle Informationen zum Programm wie zu den fast dreißig Autoren und anderen Künstlern sind auf der Homepage des Literaturfestes abrufbar.

Auch einen besonderen Aufruf gilt es noch in die Lande zu tragen: Für Jugendliche bis zum Alter von 19 Jahren bietet sich die Chance, an einem Poetry Slam Workshop mit der Lyrikerin und Rapperin Nina “FIVA” Sonnenberg am 23. November teilzunehmen. Wer Lust hat, sich – kostenlos – in die Geheimnisse des erfolgreichen Schreibens und des mitreißenden Auftretens einführen zu lassen, kann sich ab sofort unter der Adresse info@literatur-jetzt.de anmelden. Den ganzen Aufruf mit genaueren Informationen für Schüler und Lehrer, Eltern und Jugendliche gibt es hier.

Verlag Voland & Quist erhält Arras-Preis 2007

Unser Lieblingsverlag Voland & Quist erhält in diesem Jahr den seit 2000 von der „Hanna Johannes Arras Stiftung“ zur Förderung von Kunst und Kultur in Dresden vergebenen Arras-Preis. Er teilt sich das Preisgeld von insgesamt 10000 Euro mit dem zweiten Preisträger, dem bildenden Künstler Jan Brokof. Gratulation an die beiden Verleger Sebastian Wolter und Leif Greinus. Letzterer hat sich auch als Veranstalter beim livelyriX e.V. und dem scheune e.V. um die Bereicherung der literarischen Kultur in Dresden verdient gemacht – nicht zuletzt durch die Idee zur Gründung der Lesebühne „sax royal“! Die Verleihung des Preises findet am morgigen Sonnabend, den 10. November 2007, um 15:00 Uhr in der scheune statt. Dabei erwartet die Gäste ein hochkarätiges Rahmenprogramm mit der Lyrikerin Nora Gomringer und dem bekannten Jazzperkussionisten Günter „Baby“ Sommer.

[Nachtrag: Im Voland & Quist Verlagsblog gibt es einen persönlichen Rückblick des Preisträgers Leif Greinus auf die Verleihung.]

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