Unter dem Titel “Kopfkino” eröffnet am morgigen Freitag (01.02.2008) eine neue Ausstellung im Kunsthaus Dresden zum Thema Comics – ein zugängliches Sujet, das der “Städtischen Galerie für Gegenwartskunst” sicher gut tut und hoffentlich auch mal wieder größere Besucherströme beschert. Immer noch verkopft, aber dafür jetzt filmreif! Eine Vielzahl deutscher und internationaler Künstler steuern Werke zu dieser Schau bei, unter ihnen auch Marjane Satrapi, die jüngst durch die Verfilmung Persepolis zu Recht Berühmtheit erlangte. Die Ausstellung zeigt nicht nur eine Auswahl von Comics verschiedener Künstler, sondern auch Skizzen, Vorarbeiten und Kommentare. Wer nach Mangas oder Science Fiction sucht, wird nicht fündig – dafür gibt’s erfrischend unprätentiöse Geschichten, mit dem Bleistift erzählt, oft autobiografisch, oft sehr witzig. Der Zeichner mawil hat zum Beispiel eine Kurzgeschichte von Jochen Schmidt kongenial umgesetzt. Auch Verlage und Zeitschriften werden vorgestellt. Dringende Empfehlung!
Die Ausstellung läuft bis zum 20. April 2008.
“O ihr Edlen, wenn ihr eine Ahndung davon habt, wie sehr dem Dichter sein Manuskript in der Tasche brennen kann, wenn Ihn Niemand darum befragt, so laut man es auch rascheln hört, wenn ihr selbst jemals gerne vorgelesen habt, o so seid nicht so grausam, mir diesen Genuß zu rauben, und mein poetisch beladenes Herz auszuschütten. Aber vielleicht sind einige von euch in derselben Verfassung.”
(aus: Ludwig Tieck, Phantasus)
Mit 315 Zuschauern kratzte die Januar-Ausgabe des livelyriX Poetry Slams in der scheune gestern fast am all-time Zuschauerrekord der Veranstaltung. Stefan und ich moderierten einen Abend, der sich trotz des Handicaps der kurzfristigen Absage des Teams “Word Alert” zum Erfolg mauserte >>> Continue reading Rückblick: Poetry Slam am 25.01.2008…
Als Christian Meyer, der liebe Durchgeknallte, und ich am Freitag Morgen an der Bushaltestelle standen, wussten wir nicht genau, was das Wochenende für uns bringen würde. Missgunst? Neid? Verachtung? Hass, so bitterkalt? Freunde? Groupies? Raben? Löwen? Kinder? Elvis? Ewiger Ruhm?
Es begann alles eigentlich damit, dass ein cooler Rockabilly-Typ, so Marke Medienstudent mit einem Ring durch die Nase und einem schicken Käppi, meine Gitarre anrempelte, weil sie ihm im Weg stand und ich wusste, dass sich die Plasteverpackung gelohnt hatte. Ich rief ihm hinterher, aber er hörte nichts, denn er war bescheuert und als ich ihm gestikulierend deutlich machte, dass er soeben meine Gitarre angerempelt hatte, wusch er seine Hände in der Luft in hämischer Unschuld. Mit mir kann er’s ja machen, ich sehe nicht so aus, als würde ich ihm gleich den Handschuh vor die Füße werfen. Mit Wut im Bauch ging es in einen leeren ICE, welcher aufgrund der Strecke prima dazu geeignet war, Christian ständig Rufe des Entzückens über die Lippen springen zu lassen: “Oh guck mal, der Naumburger Dom.” und “Aaaah, die Backsteinkirche von Apolda.”
Christian weiß Bescheid. Continue reading Darmstadt, Cottbus und Heath Ledger…

Am morgigen Dienstag (22. Januar) liest unser Kollege Jochen Schmidt von der Berliner Lesebühne Chaussee der Enthusiasten aus seinem ebenso intelligenten wie witzigen Buch “Meine wichtigsten Körperfunktionen”. Ort des Geschehens ist passender Weise das Hygiene-Museum. Los geht’s schon um 19:00 Uhr.
“Auf der Suche nach der verwendeten Zeit”
(für das Fragment einer Kurzgeschichte)
Hier könnt ihr etwas von der Live-Atmosphäre bei unserem dritten Geburtstag schnuppern – Julius spielte in der zweiten Runde einen brandneuen Song:
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Julius Fischer: Song “Namen” (live bei Sax Royal, 10.01.2008, scheune)
Das Unwort des Jahres 2007 sei der Begriff “Herdprämie”, gab der Vorsitzende der selbsternannten Jury, Horst Dieter Schlosser, bekannt. Der Begriff diffamiere Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, erläuterte der Sprachwissenschaftler in Abwesenheit seiner Frau, die leider zu Hause nicht rechtzeitig mit dem Bügeln fertig geworden war.
Auf dem zweiten Platz landete der Begriff “Heuschrecke”. Er diffamiere am legitimen Profitinteresse orientierte Unternehmer, die ihr Liebstes, nämlich ihre Arbeiter, für eine gesteigerte Kapitalrendite zu opfern gezwungen seien.
Auf den dritten Platz kam der Begriff “Scheißdrecksnazimistsau”. Die Wortschöpfung diffamiere national gesinnte Jugendliche, die nur das Beste für ihr Vaterland im Sinn hätten.