Sax Royal stopft das Sommerloch – Auftritte im August

Habt Ihr eben so wie wir die Schnute gestrichen voll von der Ödnis der Sommerpause? Dann haben wir eine gute Nachricht für Euch: Die liebeleeren Tage voller Schweiß, Schwüle und Sonnenbrand finden ein Ende, denn die Dresdner Lesebühne Sax Royal wird im August mit gleich drei Auftritten vorzeitig aus der Sommerpause zurückkehren. Hier schon mal die Termine vorab als Futter für Vorfreude:

Am 14. August freuen wir uns in Dresden auf ein besonderes Gastspiel im Museum für Sächsische Volkskunst. Wir präsentieren Geschichten und Gedichte zum Thema „Heimat“ anlässlich der aktuellen Ausstellung „Baustelle Heimat„. Ländliche Sittenbilder aus der Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge und urbane Zeitdiagnosen aus Leipzig und Dresden finden in einem literarischen Programm zueinander. Los geht’s diesmal schon um 20 Uhr im Museum für Sächsische Volkskunst in der Köpckestraße 1 (zwischen Carolaplatz und Neustädter Markt).

Am 16. August bestreitet unsere Lesebühne Sax Royal dann ein auswärtiges Gastspiel: Wir lesen im “Kulturladen Rademann” in Schwarzenberg mitten im herrlichen Erzgebirge! Zum 15. Schwarzenberger Altstadtfest präsentieren wir unsere schönsten Geschichten, Gedichte und Songs. Los geht’s um 20:00 Uhr – kommt alle vorbei!

Am 24. August gastiert unsere Lesebühne Sax Royal dann auch in Leipzig. Ein Best-of-Programm unserer liebsten Geschichten, Gedichte und Songs auf der Open Air Bühne der Galopprennbahn Scheibenholz. Los geht’s um 19:30 Uhr.

Kulturtipp: Offene Bühne Open Air

Am Sonntag (27. Juli) findet die Offene Bühne im Hecht ausnahmsweise mal nicht in eben demselben statt, sondern unter freiem Himmel auf den Elbwiesen direkt neben (bei Regen unter) der Albertbrücke. Freunde der Musik und Literatur erwartet wieder einmal ein schönes Programm lokaler Künstler. Mit dabei sein wird so zum Beispiel unser Kollege Udo Tiffert, vielleicht auch der eine oder andere Autor unserer Lesebühne. Los geht’s wie immer um 20 Uhr. Der Eintritt ist natürlich wieder frei.

Importchristen

Wolfgang Schäuble (CDU) möchte Irakern, die in ihrem sogenannten Staat durch den herrschenden Bürgerkrieg bedroht werden, in Europa und in Deutschland Zuflucht gewähren – aber nicht allen Irakern. Der Mann, der ansonsten alles tut, um Flüchtlinge aller Art schon an den Grenzen der Festung Europa abzuwehren, hat sein Herz nur für irakische Christen entdeckt. Mit ihnen scheint er sich weit eher anfreunden zu können. Denkt er vielleicht darüber nach, heidnische Zonen in seinem eigenen Heimatland mit importierten Christen zu bevölkern? Werden die Neuankömmlinge vielleicht sogar deutsche Pässe bekommen, wenn sie nur versichern, die richtige Partei zu wählen? Das Boot mag voll sein, aber das Schiff, das sich Gemeinde nennt, kann noch ein paar Leute in der Kombüse gebrauchen.

Sensationelles Live-Blogging: Obama – der Superstar in Berlin

Hunderttausende Zuschauer haben sich im Tiergarten versammelt, um der Rede des nächsten amerikanischen Präsidenten zu lauschen. Amerika-Experte Michael Bittner schaut sich das auf CNN an und wird brühwarm die laufenden Ereignisse kommentieren.

18:50 Uhr: Menschen sind zu sehen, viele Menschen. Die „Band“ Reamonn spielt. Dabei hatte sich die Welt gerade erst wieder mit Deutschland angefreundet …

19:10 Uhr: „Obama“-Sprechchöre erklingen vereinzelt. Einige Menschen haben amerikanische Flaggen mitgebracht. Ob es sich um die Junge Union oder die Antifa handelt, ist nicht auszumachen.

19:13 Uhr: Die Kamera bemüht sich, Schwarze im Publikum auszumachen.

19:15 Uhr: Die Spannung steigt. Wird es Barack Obama gelingen, die Massen mitzureißen wie Angela Merkel oder Kurt Beck?

19:20 Uhr: Rhythmisches Klatschen. Stille.

19:22 Uhr: Eine Ankündigung. Jubel brandet auf. Barack Obama kommt und klatscht zurück.

19:24 Uhr: Er bedankt sich bei den Berlinern und den Deutschen. Die Leute jubeln. Er bedankt sich bei Merkel, Steinmeier, Wowereit, der Polizei und den Menschen.

19:26 Uhr: Barack Obama trägt eine himmelblaue Krawatte.

19:28 Uhr: Er erinnert an den gemeinsamen Kampf gegen die Kommunisten. Da kann nichts schief gehen! (Bloß nicht an die dummen Nazis erinnern, das gibt nur schlechte Laune …)

19:31 Uhr: Berlin ist überhaupt eine tolle Stadt. Captatio benevolentiae kann nie schaden. Die Wiedervereinigung beweist, dass die Menschheit alles erreichen kann oder so …

19:37 Uhr: Amerikaner und Europäer müssen wieder zusammenkommen. Überhaupt alle Menschen. Er will Mauern zwischen Christen, Muslimen und Juden niederreißen.

19:38 Uhr: Überhaupt alle Mauern.

19:40 Uhr: Wir sollen alle gemeinsam den internationalen Terrorismus gemeinsam bekämpfen. Jetzt geht’s um Afghanistan … Nachtigall, ick hör dir trapsen …

19:42 Uhr: Der Welthandel soll nicht wenigen, sondern allen zugute kommen. Schönes Ding. Lauter so schöne Sachen.

19:44 Uhr: Der Krieg im Irak soll zu einem Abschluss gebracht werden.

19:45 Uhr: Wir sollen unseren Kindern ihre Zukunft zurückgeben. Dabei hab ich sie ihnen doch gar nicht weggenommen! Moment mal, ich hab doch gar keine Kinder!

19:49 Uhr: Er liebt sein Land – trotz allem. Der hat’s ja auch gut: Er ist ja kein Deutscher.

19:50 Uhr: Jetzt soll irgendwie das Auge in der Zukunft sein und das Herz … irgendwo anders … jedenfalls … na, jetzt ist er ja auch fertig.

19:51 Uhr: Mittelmäßiger Beifall. Reamonn hatte bestimmt mehr. So sind sie, die Deutschen. Hände schütteln. Vereinzelte Sprechchöre: „Yes, we can!“

19:52 Uhr: Wir können resümieren: Barack Obama ist für das Gute und gegen das Böse. Er ist für die Zukunft und gegen den Kommunismus. Und wir brauchen mehr Deutsche in Afghanistan.

Hätten Sie gewusst …

… dass der Roman Heinrich von Ofterdingen von Novalis eigentlich Heinrich von Afterdingen heißen sollte und erst posthum umbenannt wurde? Oh, wie viele göttliche Scherze sind da Generationen von Schulkindern entgangen!

Die Dresdner Leere

Apokalyptische Nachrichten verkündet zur Zeit die Dresdner Presse: Die Touristenzahlen sind im Vergleich zum Vorjahr schon wieder um 15% gesunken, nachdem schon im letzten Jahr ein Einbruch zu verzeichnen war. Nach dem Höhenflug zur Weihe der Frauenkirche, zur Eröffnung des Grünen Gewölbes und zum Stadtjubiläum folgt nun die Bruchlandung. Die Hotels sind nur noch halb voll, obwohl gleichzeitig immer noch immer neue Luxusherbergen aus dem Boden gestampft werden. Erste gastronomische Einrichtungen, die sich in der Hoffnung auf berauschende Profite am Neumarkt neben der Frauenkirche angesiedelt hatten, sind pleite und müssen schließen. Dabei wurde doch Dresden von interessierten Kreisen schon zur „dynamischsten Stadt Deutschlands“ hochgejubelt!

Nun rätselt der Sachse, woran es denn liegen könnte. Das brachte aber Peter Ufer von der Sächsischen Zeitung schon treffend auf den Punkt: „Von nichts kommt niemand.“ Nachdem die Vertreter fast aller Parteien vor den Barock-Fetischisten von der Gesellschaft Historischer Neumarkt eingeknickt sind, wird die Dresdner Innenstadt planmäßig zum Freilichtmuseum umgebaut. In der ganzen Altstadt sieht man, abgesehen von den schlecht gelaunten Kellnerinnen, keinen einzigen Dresdner mehr. Das merken natürlich auch die Besucher, die tagsüber lieblos an den „historischen“ Fassaden vorbeigeschleust und wieder in den Reisebus gesteckt werden. Nachts ist das Zentrum so tot wie ein Aldi-Parkplatz in Dresden-Prohlis.

Wer ist der typische Dresden-Tourist? Ein Hamburger Rentnerehepaar, das in der Reisegruppe mit dem Bus anreist, die Altstadt gezeigt bekommt und auch nie über deren Grenzen herauskommt, die Madonna mit den Engelschen anschaut, den Freischütz oder die Zauberflöte in der Semperoper durchsteht, genau ein Wochenende bleibt und nicht mehr wiederkommt. Junge Leute werden von dem geriatrischen Image, das sich Dresden selbst durch aufwändiges Marketing zugelegt hat, abgeschreckt. Internationale Gäste sind ebenfalls unterrepräsentiert – über die Gründe könnte man viel spekulieren. Und warum sollte man auch öfter kommen oder länger bleiben?

Das, was in Dresden wirklich lebendig und interessant ist, kennen nur die Dresdner – und auch von denen nur wenige. Dabei täten Gäste aus allen Landen – nicht nur als Touristen – dieser Stadt unheimlich gut. Sonst macht irgendwann der letzte Dresdner als Museumswärter seiner eigenen Stadt das Licht aus.

Zitat des Monats Juli

Einen anständigen Bayern schüttelt’s bei dem Gedanken an eine Koalition und er sagt: »Nein! So können wir unser schönes, gutes Bayern nicht verhunzen.«

(Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein auf dem Parteitag der CSU)

Rückblick auf Freitag

Ein schöner und außergewöhnlich poetischer Abend war’s am letzten Freitag beim 5. Grand Slam of Saxony, den Stefan und ich moderieren durften. Und Julius zog wieder einmal ins Finale ein, wo er mit einem brandneuen Text den 3. Platz eroberte. Wen’s interessiert, für den habe ich auf der Seite von LIVELYRIX einen ausführlichen Rückblick geschrieben.

Lesung mit fotografischen Projektionen

Am Samstag (19.07.) stelle ich zusammen mit Christiane Michel das Programm „Fotoepigramme“ vor. Gelesen werden, wie von mir gewohnt, schöngeistige und sehr viele edle, reine Gedichte und Geschichten. Fotos von Christiane Michel, die mittels Beamer an die Wand geworfen werden, begleiten die Texte. Zu kaufen gibts diesmal auch etwas, ein Buch, in dem kurze Gedichte von mir mit Christianes Fotos so kombiniert werden, dass da „was ganz ordentliches raus kommt.“

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So in etwa sieht das Buch aus.

Beginn: 21 Uhr in der E2 (Erlenstraße 2 / Hechtviertel, gegenüber Leonardo).
Eintritt: unschlagbare 1 Euro. Das Buch kostet an diesem Abend 3 Euro, sonst 4. Selbst wenn ihr nicht da sein solltet, kommt wenigstens mal vorbei!

Freitag: Grand Slam im Großen Garten

grandslam.jpgAm Freitag (18. Juli) ist es endlich soweit: Der 5. GRAND SLAM OF SAXONY geht über die Bühne der Jungen Garde im Dresdner Großen Garten. Die von LIVELYRIX organisierte Offene Sächsische Meisterschaft des Poetry Slam präsentiert einen dichterischen Wettkampf zwischen den zehn erfolgreichsten Autoren bei den Poetry Slams in Chemnitz, Dresden und Leipzig aus der Saison 2007/2008. Mit dabei ist natürlich auch Julius Fischer, der Vorjahressieger und Stammautor unserer Lesebühne Sax Royal.

Auch wenn das Wetter in diesem Jahr nicht ganz so bereitwillig mitspielen will – dank Überdachung kann uns den Spaß auch eventueller Regen nicht verderben. Einlass: 18 Uhr, Beginn: Punkt 20 Uhr.

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