Dies und das

Am Wochenende steigt mal wieder das schöne Stadtteilfest Inseln im Hecht, das ich nur jedem ans Herz legen kann. Dasselbe gilt natürlich für die Offene Bühne im Hecht, die am Sonntag den Abschluss bilden wird. Zuvor aber gilt es am Sonnabend nicht den Auftritt des großartigen Marcos Pachaly zu verpassen, der ab 20:30 Uhr vor der Rudolf-Leonhard-Straße 54 aufspielt.

Da fällt mir ein, dass ich sogar mal ein Gedicht von Rudolf Leonhard gelesen habe. Es heißt Der tote Liebknecht: „Seine Leiche liegt in der ganzen Stadt, / in allen Höfen, in allen Straßen. / Alle Zimmer / sind vom Ausfließen seines Blutes matt. // Da beginnen Fabriksirenen / unendlich lange / dröhnend aufzugähnen, / hohl über die ganze Stadt zu gellen. // Und mit einem Schimmer / auf hellen / starren Zähnen / beginnt seine Leiche / zu lächeln.“

Eine lesenswerte Zeitschrift ist bekanntermaßen DAS MAGAZIN. Wer sich die neue Ausgabe besorgt, wird vielleicht beim Blick auf Seite 72 erstaunt sein, ein Foto unseres Julius Fischer zu finden. Nun, die Erklärung ist einfach: Im zugehörigen Report geht es um die Frage, warum so wenig Frauen sich bei Poetry Slams auf die Bühne trauen. Und Julius‘ Ruf als Frauenversteher hat sich offenbar schon so verbreitet, dass er als Experte zu dieser Frage interviewt wurde.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache. In der September-Ausgabe des DRESDNER Kulturmagazins erschien jetzt ein Report aus meiner Feder, der sich mit der Comedy- und Kleinkunstszene in Dresden befasst. Anbei gibt es auch ein Interview mit dem wunderbaren Christoph Walther von den wunderbaren Zärtlichkeiten mit Freunden, dessen Antworten eine Lektüre schon alleine allemal lohnen.

„Tuff Tuff Tuff“

Ein sensationelles Video hat der von Geheimnissen umrankte Mega-Star Marcos Pachaly für seinen Smash-Hit „Tuff Tuff Tuff“ gedreht. Seht und genießt:

Neu bei Sax Royal: Der Kummerkasten!

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Uff…

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Auch unsere zwei Racker „Peschi & Poschi“ gibt´s noch…

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Fotoshooting!

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Konzertempfehlung: Blowfly am 29.08. in der Groovestation

Ich finde diesen Mann so groß, so freaky, so funky, dass ich einfach nicht umhin komme dazu aufzufordern sich diese Show reinzuziehen. Ich möchte mal behaupten, dass derartige Highlights mehr als spärlich gesät sind. Vor allem in unserer barocken Elbmetropole. Zuletzt konnte man diesen abgefahrenen Soul-Opa zwar im Vorprogramm der Ärzte an der Elbe erleben, allerdings passt er viel besser in einen kleinen Club, wo dann ordentlich der Schweiß von der Decke tropfen kann. Außerdem muss man sich dann nicht über unglaublich intolerante Ärztefans ärgern, die es wagen solch eine Ikone (der Mann hat über 40 Platten produziert und ist seit den 60ern aktiv) von der Bühne zu buhen. Hoffen wir, dass die wahren Nerds den Weg zu dieser sensationellen Freakshow finden. Ich wünsche mir, dass dies eine feine dirty night mit dem guten, alten Blowfly am Freitag (29.08.) in der Groovestation wird. Mir ist jedenfalls schon heiss.

Ganz ganz groooouß!

Hello people,

soeben auferstanden vom kornumspülten Schlaf bleibt es mir nun übrig, einige grundlegende Gedanken zum gestrigen Gastauftritt (vielmehr dero zwo) der Lesebühne Sax Royal in der geliebten Schwesterstadt Leipzig loszuwerden. Erstma: S’war übelsd geil. Nein, im Ernst, der nachmittägliche Auftritt vor einigen kabarettverwöhnten Rentnern, Dozenten und Studenten beim Straßenfest der Leipziger Bibliotheken verlief ebenso glatt, man möchte fast sagen „Professionell“ wie die anschließende Lesung auf der Leipziger Pferderennbahn. Leider hatten sich dorthin nicht allzu viele Literaturfreunde verirrt, die, die da waren, konnten sich aber über ein abwechslungsreiches Programm durchaus freuen. Wir mussten eine Zugabe geben, die freiwillig eingefordert wurde (sic!) !!! Das war uns bis jetzt fast noch nie passiert. Da merkt man aber auch mal wieder, dass nicht die Quantität entscheidet, wenn es um die Qualität des Abends geht, wir sagen: Leipziger Publikum, danke. Das war’s eigentlich auch schon an Grundlegendem. Passiert ist im Grunde auch nix mehr, wir sind zu mir nach Hause und haben geschlafen, keine Groupies, im übrigen auch keine Croupiers, die dramaturgisch irgendeinen Einfluss gehabt haben könnten. Nur eine Flasche Korn und zwei einsame Herzen. Jetzt legt die Lesebühne in ihrer Welttournee aber erstmal ’ne kleine Pause ein, nach diesen intensiven Abenden im Erzgebirge und der Leipziger Tieflandmulde auch verständlich, zumal ja auch immer ä bissl Alkohol mit im Spiel ist, wollen wir gar nicht verhehlen. Hier noch ein sehr schönes Bild des Abends:

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(Foto: Ralph Beyer, vielen Dank!)

„Auf skurrile, ironische und häufig sehr bildhafte Weise haben die Sax-Royal-Poeten einem frierenden Publikum lustige, warme Stunden bereitet.“ (Leipziger Volkszeitung, 26.08.2008)

Offener Brief an die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden

Sehr geehrte Damen und Herren der Gesellschaft Historischer Neumarkt,

mit bitterem Ernst und tiefer Besorgnis wende ich mich an Sie mit diesem Protestschreiben, das in Ihren Köpfen vielleicht wirkungslos verhallt, aber die Stimme der Gerechtigkeit zumindest ein letztes Mal ertönen lassen wird. Es geht um das von Ihnen als „Informationspavillon“ bezeichnete und auf dem Pirnaischen Platz nicht weit vom Stadtmuseum errichtete Gebäude. Ein Blick auf Ihre Heimatseite im Zwischennetz ließ mich erschauern: Da steht doch tatsächlich geschrieben, diese architektonische Ausgeburt der Hölle solle noch mehrere Jahre an diesem Platz stehen, um zur Meinungsbildung der Dresdner Öffentlichkeit, der Investoren und auch der Besucher Dresdens beizutragen. Wie können Sie es wagen, das Zentrum unseres schönen Dresdens mit einem derartigen Bauwerk zu verschandeln? Sehen Sie denn nicht, wie dieser sogenannte Pavillon, der in Wahrheit ein monströser Kubus aus Glas und Stahl ist, die harmonische städtebauliche Einheit unseres schönen Dresdens zerstört? Begreifen Sie denn nicht, dass die historisch gewachsene Atmosphäre des Pirnaischen Platzes unwiederbringlich verloren geht? Liegt Ihnen denn unser schönes Dresden überhaupt so wenig am Herzen, dass Sie ihm einen solchen Pfahl ins Fleisch stoßen? Hier zeigt die Arroganz der modernen Architektur ihre gesichtslose Fratze. Gut ist dagegen alles, was historisch ist und sorgfältig rekonstruiert wurde. Unser schönes Dresden musste soviel Leid über sich ergehen lassen: den Bombenholocaust, die dunklen Jahre der Plattenbaudiktatur, die Feuertreppe am Stadtmuseum. Gerade erst verspürt das historische Zentrum wieder einen zarten Aufwuchs, das Herz unseres schönen Dresdens heilt, die Frauenkirche erhebt sich majestätisch in den Himmel. Und sie zerstören diese naturwüchsige Harmonie nun mit diesem abscheulichen Zweckbau? Existieren überhaupt noch Mittel und Wege, diese Schandbebauung zu verhindern? Ist die Öffentlichkeit in Dresden wirklich so lethargisch und wartet erst mal in Ruhe ab? Wessen Geistes Kinder sind dort am Werke, die nur auf Profit aus sind und ohne Rücksicht auf die Sensibilität des Ortes bauen? Mir scheint, es sind Bauschrecken! Ich weiß nicht, wie dumm und dreist man sein muss, um so etwas Hässliches an so einem geschichtsträchtigen Platz zu bauen. Sie sollten sich schämen! Wenn Sie noch einen Funken Liebe zu unserem schönen Dresden im Leibe haben, kann die Devise nur lauten: Abriss jetzt!

Hochachtungsvoll,

Michael Bittner
Gesellschaft Historischer Pirnaischer Platz Dresden

Sonntag: Sax Royal in Leipzig!

stefan-open-air.jpgAm kommenden Sonntag, den 24. August, gastiert unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal in Leipzig. Die fünf Autoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth präsentieren bei diesem ganz besonderen Gastspiel in unserer Schwesterstadt ihre schönsten Geschichten, Gedichte und Songs beim Sommertheater 2008 auf der Open Air Bühne der Galopprennbahn Scheibenholz. Los geht’s um 19:30 Uhr.

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