Achtung, bitte weitersagen: Sax Royal schon am Donnerstag, den 02. Oktober!

Sax RoyalAm 02. Oktober findet ausnahmsweise schon am ersten Donnerstag des Monats wieder die Dresdner Lesebühne Sax Royal statt. Den Abend vor dem Tag der deutschen Freizeit nutzen echte Patrioten selbstverständlich, um Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth dabei zuzuhören, wie sie ihre neuesten Geschichten, Gedichte und Songs auf der Bühne der Scheune präsentieren. Da am nächsten Tag keine Arbeit ruft, steht zudem einer rauschenden After-Show-Party nichts im Wege! Die Nacht, in der man ausnahmsweise mal nicht an Deutschland denken muss, beginnt wie immer um 21:00 Uhr.

Rückblick: Lesebühnengipfel in Hannover

Morgens um 12 bestiegen wir am letzten Freitag einen geräumigen Kleinbus und machten uns auf den Weg zum bis dato entferntesten Gastspiel unserer noch jungen Karriere als Dresdner Lesebühne Sax Royal. Am 26. September erwartete man uns beim Ersten Nationalen Lesebühnenfestival in Hannover, das die örtliche Lesebühne ORAL organisiert hatte. So setzte sich der Bus, gefüllt mit einem euphorisierten Rudel junger Hunde, in Bewegung. Bei einem Zwischenstopp in Leipzig luden wir noch einen dank Sonnenbrille leicht als Pornostar erkennbaren jungen Mann ein, der eine entfernte Ähnlichkeit mit Julius Fischer hatte. Unsere bezaubernde Begleiterin Christiane Michel sorgte dafür, dass die säuischen Witze im Rahmen des human noch Erträglichen verblieben. Wir erreichten die Stadt an der Leine (Hannoveraner lieben solche Wortspiele, wurde uns versichert.) und waren vom Charme und Schick dieser Stadt augenblicklich verzaubert. Ort des Geschehens war das sympathische Zirkuszelt eines Rampenlicht-Varietés, in das des Abends dann weit über hundert Besucher strömten. Ein erhebender Anblick, einzig ungewöhnlich erschien uns der Altersdurchschnitt von etwa 50 Jahren – sind wir doch gewohnt, vor allem Studenten und sonstiges junge Gemüse zu bespaßen. Die Menschen erwiesen sich aber als ausgesprochen begeisterungsfähig und auf angenehme Weise aufmerksam. Sie ließen sich selbst nicht vertreiben, als sich nach der tollen Show der Schwabinger Schaumschläger aus München unser Auftritt noch um fast eine Stunde verzögerte. In der Nähe wurde das Hannoveraner Oktoberfest (sic!) nämlich noch mit einem Feuerwerk der Marke Dicke Bertha eröffnet. Im Anschluss ging es zur Nachbereitung in ein Hannöversches Kultur- und Vergnügungszentrum. Wir kamen also in die Faust (Sie dürften jetzt langsam einen Eindruck vom Humor des Abends gewonnen haben …) und beglückwünschten uns wechselseitig zu unserer Existenz. Roman und Stefan brachen mit Christiane zu ihrem Schlafquartier bei Anikò Kövesdi von der Hannoverschen Lesebühne Nachtbarden auf. Ihr gilt unser Dank nicht weniger als Tobi Kunze von ebenderselben Formation, der Julius, Max und mich einquartierte. Meine Mitteilung, ich hätte eine Flasche Becherovka als Gastgeschenk dabei, sorgte für ungekünstelte Freude. Ach, was soll ich noch erzählen! Sagen wir einmal, der romantische Traum von der Poetisierung des Lebens ward in dieser Nacht wenigstens für einige Augenblicke Wirklichkeit. Es war Musik in der Luft, Liebe nicht weniger und Verse wurden ersonnen, von denen Tobi hoffentlich nie Zeugnis geben wird. Als ich das letzte Mal auf die Uhr sah, war es gerade halb sieben. Als wir uns am nächsten Morgen bei Tobi dafür bedankten, dass er eine so chaotische Truppe beherbergt hatte, gab er uns die beruhigende Antwort: Er sei einiges gewohnt, schließlich habe er schon Weißrussen untergebracht. Kann man es besser ausdrücken? Stefan fuhr uns wieder nach Hause, Max machte Schalle, alle waren froh und glücklich und hoffen sehr, dass diese Festivalidee ihre Fortsetzung finden wird.

Bestätigte Vorurteile (1)

Eine meteorologische Studie ergab – laut einer Meldung der Sächsischen Zeitung – folgendes wenig überraschende Ergebnis: Die europäische Stadt, in der es auf dem Kontinent am häufigsten regnet, ist: Halle (Saale).

[Nachtrag: Die Meldung ist – siehe Kommentare – angeblich aus wissenschaftlicher Sicht Quatsch. Aber, was soll’s, sie ist einfach zu schön, um nicht wahr zu sein! Wie könnte man auch sonst erklären, dass Charlotte Roches Feuchtgebiete (!!!) ihre Theaterpremiere in, na wo wohl, Halle erleben?!]

Termine, Termine, Termine

Am Wochenende gibt es einige literarische Höhepunkte, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Da wäre am Freitag (26. September), natürlich der LIVELYRIX Poetry Slam in der Dresdner Scheune, der aus der Sommerpause zurückkehrt. Mit dabei sind diesmal unter anderen die Gäste Pauline Füg (Eichstätt), Micha Ebeling (Berlin), Anselm Neft (Berlin), Josef Maruan Paschen (Leipzig) und Udo Tiffert (Neusorge).

Udo Tiffert wird dann gleich am Sonnabend (27. September) sein neues Buch vorstellen: Er liest um 20:30 Uhr Gedichte und Kurzprosa aus seinem frisch erschienenen Band Am Hüftschwung der Maschinen in der Galerie Treibhaus. (Die findet ihr in der Katharinenstraße 11-13 im Hof neben der Groove Station.)

Wen es nicht in Dresden hält, der kann am Freitag natürlich auch unserer Lesebühne Sax Royal nachreisen, wenn sie in die schöne Stadt Hannover aufbricht und dort beim ersten Festival der deutschen Lesebühnen gastiert. Unser Auftritt steigt ab 21:45 im Kulturzelt des Rampenlicht-Varietés. Wem dies aus unerfindlichen Gründen zu aufwändig ist, der schreibe sich Folgendes hinter die Ohren beziehungsweise wenigstens auf: Den nächsten Auftritt unserer Lesebühne Sax Royal in der Dresdner Scheune gibt es im Oktober ausnahmsweise nicht am zweiten, sondern schon am ersten Donnerstag des Monats, also am 02. Oktober – am Abend vor dem Tag der deutschen Freizeit. Bitte weitersagen!

Und natürlich, last but not least, am Sonntag (28. September) gibt es dann ab 20 Uhr wieder die zu Recht beliebte Offene Bühne im Hecht im E-Zwo, wo man diesmal das zweijährige Jubiläum feiert. Unser Roman Israel wird auch unter den auftretenden Künstlern sein. Herzlichen Glückwunsch schon einmal von hier!

Hola Schwiz!

Meine Beine schlackern schon jetzt genüsslich, wenn ich an in zwei Monaten denke. Da ist wieder so richtig Slam, Slam2008, die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam, der National oder Näschi, wie ich mir kürzlich ausdachte. Der wird dieses Jahr in der Schweiz stattfinden, das ist gut, die Schweiz ist klein und deswegen sind die Leute da sehr nett. Gegenüber Gästen, schwieriger ist’s, wenn man da wohnen will, aber sei’s drum. Jedenfalls senden wir (livelyriX) insgesamt 6 Starter nach Zürich, als da wären: Udo Tiffert und Franziska Wilhelm für den Dresdner Slam, André Herrmann und mich selbst für Leipzig und Josef Maruan und Toni Grünheid für Jena. Außerdem treten André und ich als Team Totale Zerstörung im Teamwettbewerb an. Das könnte fette Beute geben. Continue reading Hola Schwiz!…

Muzik, Muzik, Muzik

Vielleicht ist dies der Moment einer Art neuen Rubrik auf Sax Royal – vielleicht befinde ich mich auch gerade in einem Moment schlichten Wahns. Aber ich höre gerade sehr intensiv Musik (so wie ich es an jedem Abend zwischen 0:00 und 1:30 im Musikzimmer meiner 150 qm Suite zu tun pflege, während ich mir auf die Problemzonen meines Körpers Trimgel auftrage) und mir ist dabei Folgendes aufgefallen: Nämlich! Warum ich die Strokes nicht mehr hören kann, dafür immer wieder „Freaky Styley“ von den Red Hot Chili Peppers. Es sind die Dimensionen der Produktion. Die erste Strokesscheibe – geil. Aber der Rest, sinnloser Stadionsound!
Die Peppers hat damals – und nur auf dieser Platte – George Clinton produziert, und da will ich nichts weiter zu sagen, weil da zerfließ ich im Glück wie Honig in der Sommersonne.
Nein!!! Das Entscheidende ist: Die Peppers sind auf diesem Album auch „produziert“ wie die Sau, aber man hat dennoch das Gefühl: In einer Garage aufgenommen!
Ich weiß nicht, das ist so ist ein krasses Soundempfinden!!!; ich habe einfach das Gefühl, das kapiert sogar ein musikalisch vollkommen ungeschultes Ohr, wie ich kapiere, dass es einen Unterschied zwischen frischem und gerebeltem Basilikum gibt.
Die Strokes im Garagensound, das könnte ich ihnen abnehmen, aber dieser aalglatte Studiosound, ich weiß nicht.
Okay, vielleicht ist das jetzt alles zu speziell und genau deshalb nun zu meinem eigentlichen Anliegen: A: Jeder sollte „Freaky Styley“ mal abgehört haben, und B: Vergleicht mal den Sound – und damit die Wirkung – dieser beiden Alben … ich weiß echt nicht, ob´s nur mir so geht.
Darüber hinaus liebe ich auch sehr den Hip Hop der Neunziger Jahre, aber dieser soll andermal hymnisch lobpreist werden …

Gestern im Hygiene-Museum …

… erlebte ich eine recht merkwürdige Lesung. Der in Dresden geborene Autor Uwe Tellkamp, inzwischen unter anderem mit dem Bachmann-Preis dekoriert, stellte seinen neuen Roman Der Turm vor. Es handelte sich sogar, wie ich vor Ort dann erfuhr, um die Deutschland-Premiere des Buches. Vom Suhrkamp-Verlag wird es als Wende-Epos mit den Buddenbrooks verglichen, was die Ansprüche überdeutlich macht. Ich mache mich ja gerne über das mangelnde Interesse der Dresdner an Lesungen lustig, musste mich diesmal aber eines Besseren belehren lassen. Ich schätze, es waren ungefähr 300 Menschen anwesend. Bei einer Autorenlesung habe ich zuletzt bei Charlotte Roche ungefähr so viele Leute gesehen. Die Gründe für den Erfolg dürften diesmal aber woanders gelegen haben. Der Turm wurde in der Dresdner Presse vor allem als Dresden-Roman angekündigt. Das bürgerliche Milieu des Elbhangs bilde den Kern der Erzählung. Alter und Anmutung des Publikums ließen auch wirklich den Schluss zu, dass ganz Loschwitz anwesend war.

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Hörprobe (3)

Sehr schön gelang unsere Rückkehr aus der Sommerpause auf die Bühne der Scheune am 11. September. Dafür nochmals Dank an alle Zuschauer, die uns über den Sommer in – anscheindend guter – Erinnerung behalten haben. Akustisch noch einmal teilhaben könnt Ihr mit der folgenden Hörprobe, die diesmal Julius‘ Beitrag aus der ersten Runde enthält. Dank an Axel!

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Julius Fischer: Kurzessay “Das Leben ist ein Ponyhof” (live bei Sax Royal, 11.09.2008, scheune)

Janusz Kocaj in „Zeit der Fische“

Die Älteren unter Euch werden sich erinnern: Zu den Gründungsmitgliedern der Lesebühne Sax Royal gehörte auch Janusz Kocaj, der uns leider schon bald verließ, um an der renommierten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin das Schauspielhandwerk zu erlernen. Ganz offenbar mit Erfolg, denn schon spielte Janusz eine Hauptrolle in dem Kinofilm Zeit der Fische. Wer neugierig ist, wie sich Janusz in diesem Jugenddrama schlägt, der schalte seinen Fernseher ein: Der Film läuft am kommenden Dienstag, den 16. September, um 22:30 Uhr im SWR.

Hi, Peter Jaensch und Dieter Kupsch vom Verein Deutsche Sprache!

Wie ich in der Sächsischen Zeitung lesen durfte, haben Sie sich in Dresden dem Kampf gegen die Überfremdung unserer schönen Muttersprache durch Anglizismen verschrieben. Da sehe ich Fotos von Ihnen, Dieter Kupsch (78, Rentner, DSU), wie sie mit gespielter Verzweiflung durch die Stadt irren und vor lauter englischen Beschilderungen gar nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht. In der Schule hätten Sie nur Latein und Griechisch gelernt, klagen Sie, Englisch hingegen nicht. Mich durchrieselten Schauer des Mitleids. Aber es geht natürlich nicht nur um ihre eigenen Verständnisschwierigkeiten, nein, hier steht viel mehr auf dem Spiel: die deutsche Sprache. Ihr prophezeien Sie

einen einsamen Tod, eine Niederlage gegen die Übermacht englischer Worte.

Aber haben Sie doch keine Angst, Herr Kupsch! Wenn die deutsche Sprache auch sterben sollte – Sie werden das ganz bestimmt nicht mehr erleben. Aber da wären ja auch noch Sie, Herr Jaensch, der Sie sich besonders dem Kampf gegen das „Denglisch“, jene Mischformen aus zwei Sprachen verschrieben haben. Um die Sprachen rassenrein zu halten, bauen Sie sogar Informationsstände in der Stadt auf – was die Leute nur leider einen Scheiß interessiert.

Antworten bekommen sie selten, dafür oft scheele Blicke. Spinner, Freaks, Konservative. Letzteres nicken die Mitglieder bedenkenlos ab.

Ach kommen Sie, warum nicht auch Ersteres? Nur Mut!

Ebenso das Substantiv „Patriotismus“. Beides treffe auf sie zu.

Aber als braver konservativer Patriot kann man leider nicht nachts allein durch den Stadtpark gehen, ohne unsittliche Angebote zu bekommen:

Ab und zu habe die Verquickung zu Annäherung rechtsextremer Organisationen geführt, erzählen Kupsch und Jaensch.

Wie die Annäherung wohl ausgesehen haben mag? Trafen Sie sich mit ein paar Skinheads zum Rotwein? Wurden Sie zu Jud Süss ins Kino eingeladen?

Diese Ambitionen habe man abgewehrt. „Wir sind unpolitisch.“

Schade, es klappt eben nicht immer mit der Liebe. Ist aber auch schwierig, manch einer fühlt sich vielleicht überfordert, wenn der Partner nicht nur patriotisch und konservativ, sondern auch noch unpolitisch dazu sein will.

„Die Werbung ist ein Brunnenvergifter“, sagt Kupsch und zeigt auf Losungen im Zentrum.

Wirklich, die Werbung? Sind das nicht eher kleine Männer mit krummen Nasen? Bleiben Sie da mal am Ball, Herr Kupsch, Sie sind vielleicht einer ganz großen Verschwörung auf der Spur! Deutschland wird es Ihnen danken.

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