Freitag: „Die entblößten Brüste“ im Büchers Best

hans-sebald-beham1

Am 03. April feiert mein neues Lyrik-Musik-Projekt „Die entblößten Brüste“ im Büchers Best (Louisenstraße 37 / DD-Neustadt) Premiere. Mit obenstehendem Bild von Hans Sebald Beham, einem Künstler des 16. Jahrhunderts, der wegen gedruckter pornografischer Umtriebe verknackt und eingekerkert wurde, hoffe ich, ein wenig Vorfreude auf den Abend machen zu können. Von mir gibt es diesmal neueste Barockgedichte zu hören, die u.a. von Autoren des damaligen Undergrounds inspiriert sind. Andreas Dörrhöfer begleitet die Lesung mit Meistern des Barockpunk, aka Bach, Händel und Dowland, auf der Gitarre. Fühlt euch alle herzlichst eingeladen. Beginn ist selbstverständlich 20:30 Uhr.

1. April: Klub Kryptonym:Farce in Dresden

fuck-hornisschen-orchestraAm 01. April gastiert (kein Scherz!) in der Reihe livelyriX Poetry unlimited ab 20 Uhr der “Klub Kryptonym: Farce” in der Groove Station. “Klub Kryptonym: Farce” ist ein literarischer Hurrikan. Royalist Julius Fischer und Christian Meyer, gemeinsam auch bekannt als “The Fuck Hornisschen Orchestra“, fungieren als Gastgeber eines literarisch-musikalischen Abends. Es wird gespielt, gesungen, getanzt und gefeiert. Wie immer haben sie einen kongenialen Gast im Gepäck, diesmal André Herrmann, seines Zeichens Mitglied der Leipziger Lesebühne “Schkeuditzer Kreuz” und Teil der Poetry-Slam-Gruppe “Team Totale Zerstörung”.

Zur Geschichte der Lesebühnen

Am 29. März um kurz nach Mitternacht (also in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag!) läuft im Deutschlandradio Kultur ein Beitrag unter dem Titel “Lesen, Wüten, Lachen” zur 20-jährigen Geschichte der Lesebühnen. Die Autorin Barbara Kenneweg hatte im Januar auch unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal besucht und uns interviewt. Ab 00:05 Uhr kann der interessierte Literaturfreund hören, was ihr zu uns und uns für sie eingefallen ist.

[Nachtrag: Man kann die Sendung hier als PDF nachlesen.]

„Trieb“ Nr. 7 jetzt im (Schnaps-)Handel

Die siebte Ausgabe des Feingeistmagazins vom Bischofsweg, wie immer herausgegeben von Torsten Israel und Michel Philip Nierste, ist jetzt in den Filialen der „Spätschicht“ erhältlich. Das Literaturmagazin enthält wie immer Lyrisches, Episches, Dramatisches und Essayistisches aus der Feder der Herausgeber, aber auch von anderen nicht minder talentierten Autoren wie zum Beispiel Udo Tiffert. Aber auch Royalisten sind wieder am „Trieb“ beteiligt, diesmal kann man Gedichte von Roman Israel und Stefan Seyfarth lesen. Das Heft ist seine 3 Euro zweifellos wert – ich jedenfalls habe sie gestern investiert, als ich bei Stefan im Spätshop schnell auf ein (recte: 4) Bier vorbeischaute.

Besonders erfreulich fand ich, dass Torsten Israel, der Spätshopmagnat und Herausgeber, sich endlich einmal seinen seelischen Verletzungen offen stellt und ein schweres Trauma verarbeitet hat, an dem ich leider nicht ganz unbeteiligt geblieben bin. Wie so oft war die Ursache eine Frau:

„die berühmte frau schwebt mit geländewagen ein und besetzt mit komplettem stab meinen kleinen laden in der alaunstraße. ich darf nicht mit ins bild – das ist verständlich, schließlich habe ich in mehrmonatiger knochen- und geldausgebearbeit nur den laden aufgebaut, kann aber mit dem charismatischen verkäufer, der mit telefonnummern weiblicher fans zugeschmissen wird, nicht mithalten. sein milchgesichtiger literaturfreund, der grundsätzlich immer nach dem kompletten gegenteil von arbeit aussieht – in schal und mantel gehüllt durchschreitet er mit sorgsam gewählten kopfdrehungen und schritten das künstlerviertel -, wird ebenfalls interviewt. gekonnt und präzise erläutert er das wesen seines wohnviertels „Fickpieschen“. ich sorge für kurze unterbrechungen und nehme mit verschwurbelten armen hinter dem filmteam das leergut einiger kunden an, verkaufe sechs hasseröder und drehe dabei noch mit meiner digitalkamera einen kleinen kurzfilm. das versteht die moderatorin nicht. ich dagegen verstehe die kleidung der moderatorin nicht – mit ihren langen weißen affenstiefeln bestätigt sie leider das modeklischee jeder handelsüblichen fernsehtussi, dabei hat sie doch so schöne augen, oder sind das nur die farbigen kontaktlinsen?“

Mithin lustiger als vormals anzuschauen ist das folgende Video (nicht im Bild: Torsten Israel):

Ein sächsisches Wochenende

Im Dresdner Hechtviertel räumte die Polizei am Sonnabend mit einhundert Beamten ein Haus (Hechtstraße 7) gewaltsam. Angehörige der „linken Szene“ hatten ein leerstehendes Haus besetzt und eine spontane, nicht genehmigte Party gefeiert, was zu Beschwerden über den Lärm führte. Drei Demonstranten wurden durch Bisse von Polizeihunden verletzt. [Siehe auch hier und hier.]

In Geheege bei Rothenburg (Oberlausitz) eröffnete die NPD am Sonnabend ihren Wahlkampf mit einem großen Konzert in der Gaststätte „Zur deutschen Eiche“ (Betreiber: Steffen Hentschel) und einem eigens errichteten Zelt. Beobachtern zufolge lauschten im Tagesverlauf etwa 800 Nazis aus ganz Deutschland der Musik von Bands wie „Eugenik“, „Nordglanz“ und „Sturmwehr“. Ein Einsatzfahrzeug der Polizei überwachte den reibungslosen Ablauf. In Rothenburg protestierten 250 Bürger friedlich gegen das Nazi-Treffen.

So! Gut!

furmuttiguterratphantomschmerzenangelikahelmut

War wohl nix…

vorstellungsgesprach2vorstellungsgesprach

Und immer wieder P & P…

dj_poschipischposch

Kunsttipp: „Muralismo morte“

Nicht nur in der Motorenhalle des Riesa Efau, sondern in der ganzen Friedrichstadt läuft noch bis zum 18. April eine Ausstellung unter dem Titel „Muralismo morte„. Gestern fand die außerordentlich gut besuchte Eröffnung statt. Meine in der Kunstgeschichte höchst bewanderte Liebste belehrte mich darüber, dass es hier nicht um den toten Moralismus gehe, wie ihrem in der Philosophie mehr schlecht als recht bewanderten Freund schwante. „Muralismo“ bezeichnet vielmehr die Bewegung der modernen Wandmalerei im öffentlichen Raum. Eine ganze Reihe von Künstlern hat nicht nur die Motorenhalle, sondern auch verlassene Abbruchhäuser im Stadtteil mit ihren Malereien beglückt. Dabei sind die Motive nicht plakativ politisch, wie man annehmen könnte, sondern eher verspielt, fantastisch, comichaft, surreal, arabesk.

Man kann nicht nur die Motorenhalle besuchen (Di-Fr 16-20 Uhr, Sa 14-18 Uhr), sondern sich auch für Rad-Touren zu den Abrisshäusern anmelden oder als Künstler an Workshops teilnehmen.

Klingeltöne, moralisch bedenkliche (1)

„Achtung! Der Besitzer dieses Handys ist Kampftrinker! [Rülps] [Rülps]“

Powered by WordPress. Feeds für Beiträge und Kommentare.