Der Triumph der Sozialdemokratie

Kein Zweifel, die SPD ist zur Zeit die Arschkarte unter den Parteien. Es geht ihr inzwischen fast wie der BILD-„Zeitung“ oder Eva Herman: Selbst wer sie kennt, möchte nicht mit ihr gesehen werden. Nicht repräsentative Umfragen im Freundeskreis erbringen Resultate, die sogar noch erschreckender sind als die Ergebnisse der allwöchentlichen Sonntagsfrage. Wer es irgend kann, vermeidet es, sich öffentlich zu dieser im Alter ein wenig wunderlich gewordenen Tante zu bekennen. Und auch ich werde hier einen Teufel tun. Von der SPD in Sachsen wollen wir lieber gleich ganz schweigen. Wir alle erinnern uns sicher noch an Lichtgestalten wie Michael Lersow (?), Karl-Heinz Kunckel (?) oder Constanze Krehl (?). Wenn man über jemanden nichts Gutes zu sagen weiß, sollte man besser den Mund halten. Gerade auf Beerdigungen. Continue reading Der Triumph der Sozialdemokratie…

Eine Posse …

… spielt sich zur Zeit um den neuen Roman „Doktorspiele“ unseres geschätzten Kollegen Jaromir Konecny ab.

Weil in dem Jugendbuch überraschenderweise Sex vorkommt und mit Vokabeln bezeichnet wird, die dem Thema entsprechen, haben zahlreiche Schulen in einer Lawine der sexuellen Korrektheit den schon eingeladenen Autor wieder ausgeladen. Offenbar hatte man das Buch vorher gar nicht erst gelesen. Besonders amüsant ist folgende Nachricht:

„In Dresden fanden sich erst gar keine Schulen, die den Autor lesen lassen wollten, zu pikant war ihnen das Thema Sex.“

Aus Protest gegen diese Art beschämender Zensur rufe ich hier an dieser Stelle mit größtem Nachdruck aus: Pimmel, Möse, ficken, Muschi, Ständer, Arsch, Titten!

Neulich im Hechtviertel, …

… jenem netten Stadtteil, der dem Schicksal nicht entgehen wird, zum „Szeneviertel“ zu mutieren, las ich auf einer Hauswand eine interessante Botschaft:

„Liebe ist nur ein bürgerliches KONSTRUKT! zur Aufrechterhaltung des Patriarchats“

Ob das so auch ohne Weiteres für die lesbische Liebe gilt? (Nicht weit vom Spruch entfernt befindet sich ein Lokal namens Sappho. Ich dachte bisher immer, dies sei ein Treffpunkt für Frauen, die Frauen lieben. Aber das ist wohl nicht so, denn hätte so ein Lokal einen „Schnitzeltag“? Doch wohl eher nicht.)

Überhaupt stehen an den Hauswänden des Hechtviertels lauter interessante Sachen. Kann gut sein, dass ich zur nächsten Lesebühne mal wieder ein dokumentarisches Gedicht vortrage. Die Älteren werden sich an den entsprechenden Text aus Pieschen erinnern.

Zum Schluss noch ein Tadel an den Menschen, der uns zur Wohnungsbesichtigung eingeladen hatte und dann nicht da war: Du Arsch hast mich eine Stunde meines Lebens gekostet! Ich verlange angemessenen Schadenersatz! Sagen wir 50 Cent.

Offene Bühne zum letzten Mal im E2

Eine melancholische Mail erreicht mich gerade von Steffen Haas von der allseits beliebten Offenen Bühne im Hecht, die bisher immer am letzten Sonntag des Monats viele Zuschauer ins E2 lockte:

„Ihr wisst ja eigentlich alle schon Bescheid – aber man kann es gar nicht oft genug sagen: Die Offene Bühne im Hecht am kommenden Sonntag (26. April) wird die letzte Offene Bühne im Hecht in der Erlenstraße 2 (E2) sein. Selbst wenn wir fleißig an einer Fortsetzung an einem anderen Standort stricken, kann man an dieser Stelle etwas wehmütig festhalten: Eine Ära geht zu Ende.“

Wer also bis heute noch nie den stimmungsvollen und bunten Abend im Hechtviertel besucht hat, dem sei diese (vorerst) letzte Gelegenheit ans Herz gelegt, zumal die unserer Lesebühne in Sympathie verbundene Band Bergen zum Abschied aufspielen soll.

Der neue Standort der Offenen Bühne steht noch nicht fest, hoffen wir mal, dass sich im liebenswerten Hechtviertel ein geeigneter Veranstaltungsraum findet. Wie wär’s eigentlich mit dem AZ Conni? Aber da müsste man bestimmt die Texte und Lieder vorher zur Kontrolle einreichen …

Sehr unschönes Fundstück

Gefunden an der Pinnwand der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek (!) in Dresden – wegen EXPLIZITER KRASSHEIT bitte nur Erwachsene weiterklicken >>> Continue reading Sehr unschönes Fundstück…

Heute: Bergen feiert Record Release – Supported von Rumen Welco und Roman Israel

Lust auf ein Kombipaket, Lesung mit anschließendem Konzert?
Hier der Tipp für Spätentschlossene: Am heutigen Abend ab 21 Uhr stellt, die zum Teil aus DJs unserer Lesebühne bestehende Band, Bergen ihr neues Album vor. Den Zuschauer erwartet „rumpelig-warmer Folkpop, mit knarzigen Gitarren, Klavier, Trompete und Grummelbass.“ Supportet werden Bergen von der Band Rumen Welco und meiner Wenigkeit. Von meiner Seite erwartet euch ein Best of des lustigen Progrämmchens „Lyrik + Klavier“, das ich zusammen mit Pianolegende Matthias Krüger bestreite.

bergen

Wo: Scheune
Wann: ab 21 Uhr
Preise: AK 12,- / VVK 10,-

Und weiter gehts in gleicher Besetzung am Fr, 17.04., im Apollo-Theater Görlitz und am 18.04. in Kassel. Alle hin!

Mitschnitt der Aprilausgabe von Sax Royal bei MySpace

Ein Mitschnitt der Aprilausgabe unserer Lesebühne kann ab sofort bei MySpace angehört werden. Viel Spaß damit und herzlichen Dank an Axel, der uns das ermöglicht hat!

Meilensteine des Feminismus (2)

„Die soziologisch geformte seelische Struktur der Frau findet unter anderem auch in ihrer Sprache, welche der Frauenarzt in besonderem Maße kennen und berücksichtigen muß, ihren Niederschlag. Um das Charakteristische der weiblichen Ausdrucksweise zu markieren, sei – so wenig seriös und wissenschaftlich es auch erscheinen mag – an dieser Stelle ein kleines Feuilleton eingeblendet, weil hiermit das Gemeinte am besten veranschaulicht werden kann. […]

Sonntagmorgen –

Der Frühstückstisch ist appetitlich gedeckt.

Der Herr des Hauses sitzt ohne Krawatte, in Pantoffeln, noch unrasiert auf seinem Platz und liest den politischen Leitartikel.

Die Hausfrau trägt eine neue Frisur und ein frischgeplättetes Kleid. Ihre ganze Erscheinung strahlt Lebensfreude und Frohsinn aus. Während sie ihm erneut Kaffee einschenkt, sagt sie lächelnd: „Lesen beim Frühstück ist ungesund.“

Er murmelt erstaunt: „Wieso?“ – und liest ungerührt weiter.

Einem aufmerksamen Beobachter erscheinen auf beider Stirnen Wölkchen des Unmuts. Und richtig: Binnen fünf Minuten ist der schönste Krach im Gange über – irgend etwas.

Was liegt hier vor?

Ein sprachliches Mißverständnis.

In der Sprache des Mannes übersetzt bedeuten die Worte der Frau ungefähr folgendes: „Ich wünsche, daß Du Dich mit mir unterhältst und mir ein Kompliment über meine neue Frisur machst. Wenn Du jetzt nicht sofort die Zeitung weglegst, kannst Du was erleben!“

Im verborgenen meint sie jedoch: „Als Bräutigam kamst Du nie so salopp gekleidet und unrasiert zu mir. Auch beachtetest Du  mein Äußeres mit deutlichem Wohlgefallen. Unter vielem anderem habe ich Dich einst auch auf Grund dieser Deiner liebenswerten Eigenschaften geheiratet. Nunmehr glaubst Du an die Wichtigkeit des Ehevertrages, hältst aber selbst einen Teil der Bedingungen nicht mehr ein. Denn inzwischen bist Du blind dafür geworden, daß ich eine Frau bin, daß ich mich nach wie vor deinetwegen schön mache und jetzt zum Beispiel meine Frisur geändert habe, um Dir immer wieder aufs neue zu gefallen. Liebst Du mich nicht mehr?“

Mit der Frage: „Wieso?“ gibt der Mann zu erkennen, daß er an dem Wortlaut des Gesagten klebt, ohne das Gemeinte auch nur annähernd zu erahnen. Er ist offensichtlich nicht in der Lage zu erfassen, daß ein Mißverstehen seinerseits in Form der Enttäuschung und des darauffolgenden Ärgers wirklich gesundheitsschädliche Folgen haben kann.

So geht es den meisten Männern. Umgekehrt sind die wenigsten Frauen in der Lage, sich in einer dem Manne verständlichen Sprache auszudrücken.

(Dr. med. Eberhard Schätzing: Die verstandene Frau. Ärztliche Seelenführung der Frau in Not [1952])

Zitat des Monats April

„Jesus war wie Che Guevara, nur noch cooler.“

(ein angehender Student der Theologie)

Sax Royal am Donnerstag – mit Record Release!

Julius Fischer

Am 09. April findet die Dresdner Lesebühne Sax Royal wieder ab 21 Uhr in der Scheune statt. Wir versprechen hoch und heilig, dass diesmal die lang angekündigte Record-Release-Party endlich steigt: Royalist Julius Fischer veröffentlicht unter dem Titel Aspekte der Tiefe seine erste CD im Verlag Sprechstation – ein Grund zum Feiern! Aber natürlich haben auch die anderen vier Autoren namens Michael Bittner, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth, wieder brandneue Geschichten und Gedichte im Gepäck, die sie im fliegenden Wechsel den Dresdner Literaturfreunden präsentieren werden.

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