Kunsttipp: Evelyn Richter im Leonhardi-Museum

Eine kleine, aber repräsentative Ausstellung des Werkes der Fotografin Evelyn Richter kann zur Zeit im Loschwitzer Leonhardi-Museum betrachtet werden, was hiermit dringlich empfohlen sei. Zu sehen gibt es natürlich einige  jener Schwarzweißfotografien aus dem Alltag der DDR, mit denen die Fotografin besondere Bekanntheit erlangte. Die Bilder konterkarieren das Bau-Auf-Pathos der offiziellen Propaganda, verfallen dabei aber nicht in sentimentale Bebilderung der Tristesse, sondern zeichnen sich durch hintergründigen Witz aus. Von großem Einfühlungsvermögen zeugt eine Serie von Porträts bekannter Persönlichkeiten vornehmlich aus dem kulturellen Leben des Ostens. In einer weiteren Serie sind Bilder ausgestellt, auf denen die Fotografin neben ihrem Objekt zugleich sich selbst als Fotografierende in Szene setzt. Und im Obergeschoss kann man schließlich ihre bebilderte Leidenschaft für die Musik nachvollziehen. Evelyn Richter bezeichnet sich übrigens lieber als Dokumentaristin denn als Kunstfotografin – mit der schlagenden Begründung, der letztere Begriff erinnere sie an Kunsthonig.

Die Ausstellung läuft bis 5. April. Der Eintritt kostet ermäßigt 2 Euro. Öffnungszeiten: Di-Fr: 14-18 Uhr, Sa-So: 10-18 Uhr.

Micha’s Lebenshilfe (10)

Wenn man sich dafür entscheidet, an einem Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn mit Hilfe einer sogenannten EC-Karte den Fahrpreis zu entrichten, sollte man nicht vergessen, nach Abschluss des Zahlungsvorgangs die Karte wieder zu entnehmen (und nicht etwa stecken zu lassen), denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Karte am nächsten Tag nach der Rückkehr von der Reise als Fundsache im Informationsbüro des Bahnhofes noch aufzufinden sein könnte, ist äußerst gering („Die Dinger werden alle sofort zerschnitten.“).

Mittwoch: Micha liest in Freiberg

Am 27. Januar präsentiert Michael Bittner ein literarisches Solo-Programm im schönen Freiberg. In der Studentenkneipe “Zum Teufel” (Petersstraße 5) liest er als Gast des Alte Mensa e.V. ab 21 Uhr eine Auswahl seiner Geschichten, Kolumnen und Satiren. Ein Abend literarischer Aufklärung, der zugleich nutzen und erfreuen soll.

Micha’s Lebenshilfe (9)

Wenn man Papiermüll neben einem Wertstoffcontainer abstellt, weil selbiger (wie immer) schon seit Tagen überfüllt ist, sollte man darauf achten, keine Schriftstücke mit dem eigenen Namen zu hinterlassen, da ansonsten möglicherweise eine „Zeugin Frau Schmieder“ eine Anzeige beim Ordnungsamt erwirken kann, die zu einem Verwarnungsgeld von 20,00 Euro wegen Verstoßes gegen § 12 Abs. 2 der Abfallwirtschaftssatzung führt.

Literaturtipp für Dienstag: Ahne liest, Max singt in der Scheune

Ahne

Marcos Pachaly

Am kommenden Dienstag, den 26. Januar, liest unser ebenso großartiger wie sympathischer Kollege Ahne in der Reihe “livelyriX Poetry unlimited” um 21 Uhr in der Scheune. Ahne war lange Jahre Mitglied der legendären Surfpoeten und liest immer noch jede Woche bei der Berliner Reformbühne heim & welt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt das beim Dresdner Verlag Voland & Quist erschienene Werk “Neue Zwiegespräche mit Gott”. Das Publikum darf sich also auf viele neue Dialoge mit dem Fürsten des Universums freuen. Für musikalische Erquickung wird kein Geringerer als Royalist Marcos Pachaly aka Max Rademann sorgen! Auf seiner elektronischen Orgel wird er wieder Proben seiner unsterblichen Tastenkunst geben.

Knickgeschichten – Die Wiedergeburt

Liebe Freunde, nach nunmehriger einjähriger Abstinenz meinerseits soll dieser Block etwas von dem schillernden Dings, was mein Leben ist, zurückbekommen. Und mein Leben ist schillernd, wie dieses Foto beweist:

Meine gewohnte Lebenswelt...

Ich lebe im Apostrophen-Zeitalter und diese Menschen dort sind meine Kumpels, Apostrophen, ganz so wie ich.

Aber sei es drum, der Titel dieses Artikels verrät’s: Die Knickgeschichten sind wieder da (Olé!!).

Was Knickgeschichten sind, wurde hier von mir schon einmal ausführlichst erklärt.

Jetzt aber auch schon der Satz der Woche:

Ab heute badet der Gewichtheber auf der Matratze das georgische Erdöl an!

So ist das und nicht anders!

Roland Koch aus philosophischer Perspektive

Roland Koch (CDU) fordert die Rückkehr zur Zwangsarbeit in Deutschland: „Wir müssen jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die staatliche Unterstützung einer Beschäftigung nachgeht, auch niederwertige Arbeit, im Zweifel in einer öffentlichen Beschäftigung.“ Ein funktionierendes System der Arbeitslosenhilfe müsse auch ein „Element von Abschreckung“ enthalten. Mit anderen Worten: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

Stellen wir uns die philosophische Frage: Darf eine Gesellschaft nicht legitimerweise für ihre Leistungen Gegenleistungen vom Individuum verlangen? Antwort: Nein. Grund: Es steht niemandem frei, sich gegen die Gesellschaft und ihren Zwang zur Lohnarbeit zu entscheiden. Die Idee vom Gesellschaftsvertrag, nach der sich die Bürger eines Staates freiwillig zur Gesellschaft zusammengeschlossen haben, ist ganz offenbar eine Fiktion. Tatsächlich hat ja niemand die Chance, eine solche Wahl zu treffen. Da es also kein wirkliches Vertragsverhältnis gibt, kann auch von Leistungen und Gegenleistungen, von Rechten und Pflichten nur im übertragenen Sinne die Rede sein. Weil kein Individuum heute mehr außerhalb der Gesellschaft existieren kann, selbst wenn es wollte, lassen sich aus der sozialen Existenz keine Verpflichtungen ableiten. Die Forderung nach Gegenleistungen läuft damit auf die schlichte Todesdrohung hinaus: Arbeite mit oder wir lassen dich verrecken. Jede Gesellschaft, auch die demokratische, beruht in letzter Instanz auf Zwang, der notfalls mit Gewalt durchgesetzt wird. Der Schleier von Zivilisation und Demokratie verdeckt diese nackte Tatsache normalerweise. Nur sehr dumme Politiker können ab und zu der Versuchung nicht widerstehen, ihn zu lüften.

Unsere Geburtstagsfatsche zum Nachhören auf MySpace

Stefan fordert Ruhe beim Stillen, Julius gewöhnt sich das Rauchen ab, Max besucht Provinzdiskos und Micha versucht wie Uwe Tellkamp zu schreiben. Wer den 5. Geburtstag unserer Lesebühne verpasst haben sollte, weil schlechtes Wetter, Stank mit der Begleitung oder weil Türe zu, da ausverkauft, der kann versuchen, auf unserer MySpace-Seite noch einmal nachzufühlen, was unmöglich nachzufühlen ist.
Dank an Axel! Viel Spaß!

Donnerstag: „Expedition zum Ostpol“

Michael Bittner und Roman Israel

Am 21. Januar präsentieren Roman Israel und Michael Bittner ab 21 Uhr ein literarisches Programm unter dem Titel “Expedition zum Ostpol“. Und wo? Natürlich im Ostpol! Die beiden Autoren der Lesebühne Sax Royal lesen Geschichten aus dem wilden Osten. Ihre Helden bestehen die Abenteuer des Alltags vor und nach der Wende, sei es auf dem gesamtdeutschen Arbeitsamt, beim Umtrunk mit den Kameraden oder in den Schlingen der ersten Liebe. Die Zuschauer erwartet weder eine literarische Einheitsfeier noch ein Erguss von sentimentaler Ostalgie. Die Geschichten erzählen vom Umbruch aus der nicht allzu bekannten Perspektive derer, die sie noch in Kindheit und Jugend erlebten.

Kulturtipp für heute: Jan Koch im PlattenSpieler

Jan Koch

Am 15. Januar gastiert der Berliner Poet und Liedermacher Jan Koch in Dresden. Als Liedermacher hat er die Alben “Ewiger Mai”, “Schall & Rauch” und “Matt in drei Zügen” veröffentlicht. Seine Songs verbinden auf ungewöhnliche Weise Melancholie und schwarzen Humor, erzählen Persönliches und geben ein treffliches Bild von den Hoffnungen und Enttäuschungen des Lebens in der Metropole. Das Gleiche gilt auch für seine Gedichte, mit denen er Erfolge auch auf den Bühnen des Poetry Slam feierte. So gewann er beispielsweise den “Grand Slam of Saxony” 2008 in Dresden und den Poetry Slam zur Leipziger Buchmesse 2009. Er präsentiert im PlattenSpieler beim Idee 01239 e.V. ab 19 Uhr ein literarisch-musikalisches Solo-Programm. So kommt ihr hin: Mit Linie 1/9/13 zur Haltestelle Jacob-Winter-Platz, links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße, dort nach zweihundert Metern auf der rechten Seite das linke von den beiden einzigen alten Häusern: Gamigstraße 26.

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