Neulich im Hebeda’s (2)

Eine Gruppe kostümierter Fußballfans entert zum stillen Schrecken der Stammgäste das Lokal. Sofort stimmen die Patridioten Gesänge an: „Wir trinken das schäumende Bier und wir scheißen dem Wirt auf die Theke! Schenket ein, schenket ein, schenket ein! Wir wollen alle besoffen sein!“ Dem Trend zur Gleichberechtigung folgend sind auch einige Freundinnen mit dabei. Eine flüstert peinlich berührt ihrem grölenden Partner zu: „Du, muss das sein? Ich schäme mich so!“ Ihr Lebensabschnittsgefährte kontert souverän: „Ach! Darüber mache ich mir gar keine Gedanken!“

Julius beim Poetry Slam am Freitag

Nach längerer Pause kann, wer mag, am Freitag Julius Fischer mal wieder beim Dresdner livelyriX Poetry Slam in der Scheune erleben. Ab 21 Uhr misst er sich hier mit neun anderen Dichtern, so unter anderen mit den Kollegen Micha Ebeling, Jana Klar, Marc Schuster und Sarah Bosetti. Wer ihn am Freitag verpassen sollte, aber auch jeder andere Dresdner Mensch kann sich ersatzweise oder zusätzlich darauf freuen, dass er auch beim 7. Grand Slam of Saxony am 30. Juli in der Jungen Garde als Featured Poet auftreten wird.

Bischof Wixxa dementiert Rücktritt!

Seine bayrischen Kollegen hätten ihn zur Unterschrift unter ein vorgefertigtes Rücktrittsgesuch gezwungen, so Wixxa in einem Interview, inzwischen habe er den Papst darüber informiert, dass er nun doch weitermache. „Wenn ich schon mal dabei bin“, so Wixxa weiter, „möchte ich auch gleich mal dementieren, dass ich mich bei meinen angeblichen Opfern entschuldigt haben soll. Gar nichts bedaure ich! Diese schwer erziehbaren Unterschichtsbälger sollten mir für meine Schläge die Faust küssen! Nur mit einem schön elastischen Stock ließ sich diesen Ludern doch der Teufel aus dem Leib treiben! Sie hätten mal die verderbten Gesichter dieser Biester sehen sollen, und wie sie immer gewimmert haben: Bitte, nicht schlagen, Herr Pfarrer, nicht schlagen! Dabei blitzte doch die schmutzige Lust nach heftiger Prügel aus ihren wollüstigen Augen! Oh ja, Herr, ich habe sie gezüchtigt, die Sünder! Und ich stehe dazu!“

Freitag: Max liest im PlattenSpieler

Max Rademann

Max Rademann ist freischaffender Zeichner, Schriftsteller und Musiker. Unter dem Pseudonym Marcos Pachaly betätigt er sich als E-Orgel-Alleinunterhalter. Gemeinsam mit Jens Rosemann produziert er Animationsfilme, so unter anderem die legendäre Reihe “Peschi & Poschi”. Seit dem Jahre 2005 ist er Mitglied der Dresdner Lesebühne Sax Royal, deren Fans ihn nicht zuletzt als Stimme des Erzgebirges ins Herz geschlossen haben. Unter dem Titel “Vom funkelnden Fips und andere geheime Sagen aus dem Erzgebirge” ist eine Sammlung von Geschichten 2009 im Wald & Wiese Verlag erschienen. Max Rademann liest im PlattenSpieler eine Auswahl seiner ebenso kurzweiligen wie philosophischen Geschichten.

*Literatur im PlattenSpieler: Max Rademann* | 18. Juni | Freitag | 19 Uhr | PlattenSpieler / Idee 01239 e.V. (Gamigstraße 26) | AK 2 Euro

So kommt ihr hin: Mit Linie 1/9/13 zur Haltestelle Jacob-Winter-Platz, links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße, dort nach zweihundert Metern auf der rechten Seite das linke von den beiden einzigen alten Häusern: Gamigstraße 26.

Zitat des Monats Juni

„Für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst“

(ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein)

Feingeistmagazin im Netz

Nach nur sieben Ausgaben und eben so vielen Jahren hat es TRIEB, das Feingeistmagazin vom Bischofsweg, nun auch ins Internet geschafft. Auf einer schönen Seite präsentiert sich die Literaturzeitschrift, zu der auch schon so mancher Autor von Sax Royal Werke beisteuern durfte. Unter der Redaktion von Torsten „Womanizer“ Israel und Michel Philip Nierste erhebt TRIEB den Anspruch, den literarischen Underground Dresdens zu repräsentieren.

Trieb ist ein Magazin für junge, ja sogar jüngste Literatur, insbesondere jüngst von Verlagen abgelehnte Literatur. Die Redaktion hat ein Herz für die Remittenten und Renitenten des Lebens, für die beiläufige Beobachtung, für das schnell dahingedachte Gedicht, für den Genius des Moments. Und für Dresden.

Zur Zeit können Texte für die kommende achte Ausgabe eingereicht werden – also, Nachwuchsautoren Dresdens (wenn es euch doch geben sollte), schickt eure Werke ein!

Sax Royal am Donnerstag

Sax Royal

Einen Tag vor Beginn der Fußball-WM kann man am Donnerstag noch einmal die Gehirnturner der Lesebühne Sax Royal beim Heimspiel in der Scheune anfeuern. In Bestbesetzung und mit brandneuen Geschichten treten die fünf Gedankenjongleure an, bevor die Sommerpause erbarmungslos den bleiernen Hammer der Langeweile niedersausen lässt. Es lesen wie immer die fünf Stammautoren: Julius Fischer schreibt nicht nur, sondern musiziert auch erfolgreich beim “Fuck Hornisschen Orchestra”. Max Rademann wurde als Filmemacher jüngst im Nationalen Wettbewerb der Dresdner Filmtage lobend erwähnt. Michael Bittner ist als Autor unter anderem wöchentlicher Kolumnist der Sächsischen Zeitung. Roman Israel hat jüngst seinen neuen Gedichtband “Felder hinter Wäldern hinter Städten” veröffentlicht. Und Stefan Seyfarth erzielt bei der Erziehung seines Sohnes unerhörte Fortschritte. Als besondere Zugabe präsentiert Julius Fischer in der Bonusrunde eine filmische Auseinandersetzung mit Xavier Naidoo!

*Sax Royal – die Dresdner Lesebühne* | 10. Juni | Donnerstag | 21 Uhr | Scheune | AK 6 Euro /erm. 4 Euro VVK 4 Euro

Überraschung in Deutschland: Neuer Bundespräsident wird Florian Silbereisen!

Berlin – Der Poker um die Präsidentenkandidaten ist zu Ende: Der bekannte Sänger und Fernsehmoderator Florian Silbereisen, 28, soll als Nachfolger des zurückgetretenen Horst Köhler ins Schloss Bellevue einziehen. Kanzlerin Angela Merkel, Außenminister Westerwelle und CSU-Chef Seehofer präsentierten am Abend in Berlin ihren Kandidaten der Öffentlichkeit.

Merkel beschrieb Silbereisen als jemanden, „der immer neugierig auf Menschen ist“, der „kreativ mit Menschen umgeht“. Außerdem stehe Silbereisen für ein „Wertesystem, das Orientierung gibt“. „Insoweit halte ich ihn für einen wunderbaren zukünftigen Bundespräsidenten.“ Er übernehme Verantwortung für Deutschland in der Weltwirtschaftskrise.

Silbereisen kündigte an, er wolle den Bundesbürgern Mut machen und dem Land dienen. „Ich freue mich auf die Aufgabe. Ich denke, man kann die Menschen zusammenführen, etwas für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft tun, Mut machen, auch Optimismus in schwierigen Zeiten machen.“

Merkel hatte sich mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer und FDP-Chef Guido Westerwelle auf die Kandidatur Silbereisens verständigt. Westerwelle nannte Silbereisen einen Mann mit einem „klaren inneren Kompass“, der es verstehe, für alle Bürger da zu sein. „Wir bekommen einen sehr guten Bundespräsidenten.“ Er rechne fest mit einer klaren Mehrheit.

Deutschland unter Schock: Horst Köhler tritt zurück!

Ganz Deutschland zittert vor Schock, Passanten wischen sich Tränen aus den Augen, Kinder legen Blumen vor dem Schloss Bellevue nieder: Bundespräsident Horst Köhler ist zurückgetreten. Der Anlass – nichtig: In einem Interview hatte das vom Volke geliebte Staatsoberhaupt nur darauf hingewiesen, dass die Bundeswehr Krieg im Hinblick auf die deutsche „Außenhandelsbilanz“ führt. Daraufhin fletschte die Meute der Parteipolitiker die Zähne und kläffte so lange, bis der sympathische Onkel auf dem Kaiserthron keine Lust mehr hatte und ihnen das Zepter vor die Füße warf. Ratlos schauen sich nun die einheimischen Eliten an: Wer soll in Zukunft dieses höchst Amt ohne Kompetenzen verwalten? Wer kann jetzt noch jene epochalen Sonntagsreden halten, in denen Horst Köhler mutig die Versöhnung von wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Gerechtigkeit, die Vermittlung zwischen individueller Verantwortung und gesellschaftlichem Bewusstsein, die Harmonie zwischen Wölfen und Lämmern beschwor? Wo sollen jetzt jene so wichtigen unanstößigen Denkanstöße her kommen, für die der scheidende Bundespräsident auf allen Kirchentagen und Automobilmessen gefeiert wurde? Wer durchschneidet ab sofort die farbigen Bänder bei der Eröffnung von neuen Autobahnabschnitten? Irgend ein anderer halt? Das sagt sich so leicht! Als ob das Amt des Bundespräsidenten einfach durch irgend einen beliebigen Grüßaugust zu besetzen wäre! Nein, das deutsche Volk wird Horst Krause niemals vergessen, ebensowenig die wichtigen … Dinge, die er wo mal gesagt hat. Armes Deutschland! Nur dreißig Tage bleiben, um jemanden aufzutreiben, der diesem Bundespräsidenten an Bedeutungslosigkeit das Wasser reichen kann. Das Feld der Kandidaten ist beinahe unüberschaubar.

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