Dienstagssalon in der SZ

Da haben sie doch den „Dienstagssalon“ recht nett angekündigt. Und mittlerweile darf man auch von einem äußerst gelungenem Auftakt dieser Veranstaltungsreihe sprechen. Der Nancy Spero Saal war voll, das Ensemble Auditivvokal war großartig und die Moderation flutschte auch.
Nun keine drei Wochen mehr und man wird eine Formation namens Garda am selben Ort erleben. Ganz andere Musik aber gleiches Konzept. Ich reib´ mir schon die Hände.
Nächster Termin: Dienstag, 19. April, 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau

Zitat des Monats März

Sie werden beim Lesen feststellen, dass mobil ein neues Lebensgefühl ausstrahlt: ehrliche Begeisterung für Deutschland. Denn seit der FIFA WM 2006 schwenken viele ungezwungen unsere Fahne und lächeln gleichzeitig unsere Nachbarn offen an.

(Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG,
in: mobil. Das Magazin der Deutschen Bahn, 04/2011)

„Dienstagssalon“ im Festspielhaus Hellerau

Vom Brötchenschmierer zum Moderator. So ungefähr ist der Wertegang zu beschreiben, welchen ich im Festspielhaus Hellerau absolviert habe. Damals habe ich mit Liebe und Leidenschaft Künstler und Techniker bewirtet und nebenbei musikalisch unterhalten. In der Kantine tönten stets allerfeinste Perlen der jüngsten Musikgeschichte. Die Stimmung war da schon immer grandios.
Nun sieht die Sache etwas anders aus. Ab Morgen tausche ich das Brotmesser mit dem Mikrophon aus und werde moderieren. Ich werde die neue, durchaus viel versprechende Veranstaltungsreihe „Dienstagssalon“ moderieren, welche ab sofort monatlich im Nancy Spero Saal des Festspielhauses stattfinden wird. Dazu lade ich mir jedes mal musikalische Gäste ein, welche dann live performen werden. Von der klassischen Band bis hin zum Vokalensemble. Da kann es schon mal avantgardistisch zur Sache gehen, aber durchaus auch rocken. Ich werde meine Gäste zu mir auf´s Sofa bitten und meiner Neugier freien Lauf lassen. Wir werden also nicht nur Musik zu hören bekommen, sondern sicher auch interessante Geschichten.
Zum Auftakt begrüße ich das, als durchaus als außergewöhnlich zu bezeichnende, Ensemble Aditivvokal. Dabei wird man auf jeden Fall noch einiges über die ungeahnten Möglichkeiten der menschlichen Stimme erfahren.
Die Raumsituation wird definitiv auch nicht zu verachten sein. Alle Besucher können sich auf mehr als nur eine angenehme Atmosphäre freuen.
Dienstag, 29. März, 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau.

Micha liest in Berlin

Ich freue mich außerordentlich, am kommenden Montag und Dienstag bei netten Kollegen und befreundeten Lesebühnen in Berlin zu Gast sein zu dürfen. Am 28. März lese ich als Gastautor bei der Berliner Lesedüne zusammen mit Sebastian Lehmann, Marc-Uwe Kling, Maik Martschinkowsky und Gastautor Dan Richter. Los gehts um 20:30 Uhr im Monarch. Am 29. März bin ich dann bei der Lesebühne LSD – Liebe statt Drogen. Ab 21:30 Uhr im Schokoladen lesen und singen Micha Ebeling, Uli Hannemann, Tube, Spider und Ivo Smolak & Sascha Kroß und meine Wenigkeit.

Kunsttipp: Wolfgang Müller im Kunsthaus

Gestern eröffnete eine neue Ausstellung in dem immer besuchenswerten Kunsthaus Dresden, der städtischen Galerie für zeitgenössische Kunst. Sie widmet sich diesmal ausnahmsweise nur einem einzigen Künstler und heißt: Wolfgang Müllerrr: Extra und Gleichzeitig.

Wolfgang Müller, geboren in Wolfsburg, unternahm sein erstes Kunstprojekt, indem er die Spickzettel seiner Mitschüler sammelte und sich damit vergeblich an einer Kunsthochschule bewarb. Später klappte das dann doch noch in West-Berlin, wo er in den achtziger Jahren Aufmerksamkeit mit seiner Artpunkband Die Tödliche Doris auf sich zog. Nachdem er die Band in Weißwein aufgelöst hatte, wandte sich sein Interesse seit den neunziger Jahren immer stärker Island zu, wo er auf eigene Faust das geschlossene Goethe-Institut wiederzueröffnen versuchte. Weitere Schwerpunkte seines Schaffens liegen im Bereich der Ornithologie. Zuletzt veröffentlichte er das Buch Valeska Gert. Ästhetik der Präsenzen über das Schaffen dieser bahnbrechenden deutschen Tänzerin und Ausdruckskünstlerin.

Die Ausstellung bietet einen unbedingt sehenswerten Längsschnitt durch die künstlerische Biografie Wolfgang Müllers. Die oft an Dada erinnernden Aktionen besitzen etwas, das in der zeitgenössischen Kunst nicht oft zu finden ist: Witz und Selbstironie. Sie sind Ergebnis von ausgiebigen Recherchen und intellektuellen Kalkulationen, ohne dadurch wie sonst so oft verkopft und unsinnlich zu wirken. Nicht nur ein beinahe im Original nachgebauter Wahlwerbestand der FDP von 1995 verweist darauf, dass Kunst für Müller immer auch politischen Charakter hat. In Gebärdensprache und Übersetzung stellt ein Video die isländische und die deutsche Fassung der Märchens Die ungleichen Kinder Evas dar, im Vergleich fällt der betuliche Konservativismus der Brüder Grimm besonders unangenehm auf. Höhepunkt der Schau im größten Saal ist eine Reihe von Zeichnungen ausgestorbener Vögel. Anhand von Beschreibungen ihres Gesanges in alten zoologischen Fachbüchern hat Wolfgang Müller befreundete Musiker darum gebeten, den längst und für immer verschwundenen Geschöpfen zum letzten Mal eine Stimme zu geben.

Die Ausstellung läuft bis zum 29. Mai. Immer freitags ist der Eintritt ins Kunsthaus frei, immer sonntags um 15 Uhr gibt es eine Führung.

Micha’s Lebenshilfe (17)

Wenn man angesichts steigender Temperaturen und dem Gefühl des nahenden Frühlings den Wintermantel im Schrank verstaut und die sogenannte Übergangsjacke hervorholt, dann sollte man vor dem ersten Auftragen darauf achten, ob sich nicht in den zurückliegenden Monaten eine Spinne ihr Netz als Winterquartier zwischen den Knöpfen eines Ärmels errichtet hat, weil man sonst möglicherweise einige Tage lang, ohne es zu merken, mit einer am Hungertod verstorbenen Spinne am linken Handgelenk durch die Welt läuft.

Heute Premiere: Leipzigs neue Lesebühne WEST

Heute Abend ist es endlich soweit, Leipzigs neue Lesebühne mit dem Namen „WEST“ wird geboren. Mit dabei ist neben Michael Schweßinger, Matthias Spengler, Hauke von Grimm, Kurt Mondaugen auch der Sax Royalist Roman Israel. Ab 24. März treten sie jeden vierten Donnerstag im Monat im Salon des „Noch besser leben“ auf.

Worum es geht? – „Konzentration aufs Wesentliche!“ So lautete zumindest ein literarischer Leitsatz, dem alle fünf Autoren gleichzeitig – wenn auch jeder auf seine Weise – intuitiv zustimmten, als sie Anfang Februar in der Kneipe des „Noch besser leben“ zusammen ihr Gründungsbier zogen. Das Motto spiegelt sich auch im Namen der Lesebühne: Vier der fünf Autoren leben im Leipziger Westen – in Plagwitz oder Lindenau. Neben dieser Ortsverankerung WEST gehört für alle Beteiligten aber auch die Musik zum Wesentlichen im Leben. Deshalb wird bei jeder Session der Lesebühne ein Gastmusiker dabei sein, der den Sound oder Beat oder Jazz (whatever) der Texte aufnimmt, konterkariert, weitertreibt, umbiegt usw. Der Premieren-Gastmusiker ist Paul M. Schulze (guit., Leipzig).

Wann: 24.03.11 / Einlass: 20 Uhr, Beginn: 20.30 Uhr
Wo: Noch besser leben / Salon im OG / Merseburger 25, Ecke Karl-Heine-Straße, Leipzig-Plagwitz
Eintritt: 3,- Eur

http://www.nochbesserleben.com/

Julius beim livelyriX Poetry Slam am Freitag

Nach längerer Pause wird Royalist Julius Fischer am Freitag endlich mal wieder beim livelyriX Poetry Slam in der Scheune mitmachen. Im Dichterwettstreit wird Julius sich mit neun anderen Autoren messen, darunter so wunderbare Exemplare wie Performance-Poet Bumillo aus München, die Berliner Autoren Maik Martschinkowsky und Sebastian Lehmann von der „Lesedüne„, und die Poetin Adrienne Bogdan aus Witzenhausen. Los gehts um 21 Uhr. Wer kommen mag, dem seien der Vorverkauf oder frühes Erscheinen empfohlen.

Ein Wochenende in Prag

Merkwürdig: Seit zehn Jahren liegt das Gute so nah, nun war ich zum ersten Mal in Prag. Ein Wochenende der viel zu seltenen Flucht aus Dresden. Schon die Strecke ist eine einzige Freude: an felsigen Ufern immer entlang der Elbe, dann Moldau geht es hinein ins böhmische Land. So ziemlich das Gegenteil der kosmischen Ödnis zwischen Dresden und Berlin, die ich sonst immer ertrage. Prag ist eine Stadt, die mit ihrer Schönheit nicht geizt, sondern den Besucher auf den ersten Blick bezaubert. Von Kriegszerstörungen fast völlig verschont, zeigt sich eine kompakte Großstadt, kein stellenweise wieder bebautes Trümmerfeld wie Dresden. Fernhalten muss man sich allerdings möglichst von der Touristenschneise (Wenzelsplatz – Altstädter Ring – Karlsbrücke – Hradschin), wo die Besucher aus aller Welt eine Ameisenstraße mit Schneckentempo bilden. Aber schon ein paar Straßen weiter kann man aufatmen. Die hügelige Landschaft ermöglicht allerorten wunderbare Blicke hinab auf die Stadt. Bemerkenswert auch: Die verschiedenen Viertel der Innenstadt sind alle belebt und sehenswert, ganz anders als in Dresden, wo jenseits der einzigen Neustadt (na gut, mit Abstrichen vielleicht noch Loschwitz) sich nur ein Friedhof an den anderen reiht. Sehr gut wohnt man übrigens in Žižkov, einem alten Arbeiterviertel, zentrumsnah, aber erschwinglich und eine rauchig-süffige Pivnice (Bierbar) an der nächsten. Hat man so ein Lokal besucht, fällt einem auf, dass es in Deutschland keine Kellner gibt, jedenfalls keine richtigen. Ein leerer Teller bleibt nie länger als fünf Sekunden auf dem Tisch stehen, zu leeren Gläsern kommt es überhaupt nie. Offenbar gibt es in Tschechien Kellner, in Deutschland hingegen nur Schauspielschülerinnen und Philosophiestudenten, die kellnern und den Gästen durch schlechte Laune bemerkbar machen wollen, dass sie eigentlich zu Höherem berufen sind. Aber gibt es Höheres, als Menschen durch Ausschank von Bier glücklich zu machen? Ich glaube kaum.

Literaturtipp: Micha Ebeling am Freitag in Dresden

Unser lieber Kollege Micha Ebeling ist seit 1996 Mitglied der Berliner Lesebühne „Liebe Statt Drogen“ und Verfasser des Buches Restekuscheln (Verlag Voland & Quist). Nach eigenen Angaben schreibt er schöne Geschichten, liest diese sehr schön vor und sieht dabei auch noch sehr schön aus. Auch wenn er abliest, nimmt er doch kein Blatt vor den Mund. Ein Gesamtkunstwerk aus Rampensau, Bühnenknaller und Gänseblümchenhonig für geschundene Seelen. Im PlattenSpieler liest er eine Auswahl seiner schönsten und komischsten Texte.

Literatur im PlattenSpieler: Micha Ebeling | 18. März | Freitag | 19 Uhr | PlattenSpieler / Idee 01239 e.V. (Gamigstraße 26) | AK 2 Euro

So kommt ihr hin: Mit Linie 1/9/13 zur Haltestelle Jacob-Winter-Platz, links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße, dort nach zweihundert Metern auf der rechten Seite das linke von den beiden einzigen alten Häusern: Gamigstraße 26.

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