Literaturtipp: LivelyriX Poetry Slam am Donnerstag

Tobi KunzeWieder am ersten Donnerstag des Monats geht der LivelyriX Poetry Slam in Dresden über die Bühne der Scheune. Die zahlreichen Fans des Dichterwettstreits dürfen sich wieder auf prominente Poeten und neue Gesichter freuen. Mit dabei sind unter anderen der Berliner Autor und Kabarettist Tilman Birr, der Performance-Poet Tobi Kunze aus Hannover, der fränkische Slammer Billy Reuschel, der junge Zwickauer Erzähler Erik Leichter sowie erstmals die in Berlin wohnende englische Poetin Paula Varjack. Über den Sieger des Abends entscheiden wieder allein die Zuschauer. Es moderieren Michael Bittner und Stefan Seyfarth.

LivelyriX Poetry Slam | 02. Februar | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune | VVK 6 Euro AK 8 Euro

Karten im Vorverkauf gibts bei den bekannten Vorverkaufsstellen, an den Bars der Scheune und auf dem Campus im Copy-Shop “DieKopie24″ (George-Bähr-Straße 8).

Last-Minute-Tipp: Max liest übern Gartenzaun

Max RademannAm heutigen Dienstag (24. Januar) wird Max Rademann bei einer neuen Ausgabe der Reihe  “Geschichten übern Gartenzaun” mitmachen. Der Poetry Slam findet wie immer in der Groove Station statt. Mit dabei sind auch noch weitere tolle Autoren wie Jacinta Nandi, Frank Klötgen und Dominik Bartels. Moderiert wird die Veranstaltung von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro.

Die politisch Inkorrekten

Gibt es wirklich noch Menschen, die auf die mittlerweile über alle Maßen öde Masche der politisch Inkorrekten hereinfallen? Auf Leute wie Walser oder Sarrazin, die von allen Titelseiten und auf allen Kanälen posaunen, man verbiete ihnen den Mund, weil sie so provokante Wahrheiten aussprächen? Es sieht so aus. Wie wäre es sonst zu erklären, dass ein so mediokres Exemplar wie der Journalist Jan Fleischhauer, den sich der Spiegel als konservativen Redaktionsnarren hält, Aufmerksamkeit auf sich zieht? Fleischhauer hat gewiss einen Riecher für die Schwächen seiner Gegner, aber die snobistische Häme, die seine Texte durchzieht, macht sie für Menschen mit gesundem Geschmack auf Dauer ungenießbar. In seiner neuesten Kolumne hat er sich noch einmal selbst unterboten:

Hand aufs Herz: Hat es irgendjemanden überrascht, dass der Unglückskapitän der „Costa Concordia“ Italiener ist? Kann man sich vorstellen, dass ein solches Manöver inklusive sich anschließender Fahrerflucht auch einem deutschen oder, sagen wir lieber, britischen Schiffsführer unterlaufen wäre?

Man kennt diesen Typus aus dem Strandurlaub: ein Mann der großen Geste und sprechenden Finger. Im Prinzip harmlos, man sollte ihn nur nicht zu nahe an schweres Gerät lassen, wie sich zeigt. „Bella figura“ machen, heißt der italienische Volkssport, bei dem es darum geht, andere zu beeindrucken. Auch Francesco Schettino wollte eine gute Figur machen, leider war ihm ein Felsen im Weg.

Das ist so doof, dass man eigentlich nur den Kopf schütteln und umblättern sollte. Leider wird dummes Zeug wie dieses inzwischen ernsthaft diskutiert, wenn es sich als mutige These ins Gewand des politisch Inkorrekten wirft. Als Entgegnung hier nur so viel: Immerhin waren die Italiener im Gegensatz zu den mutigen Deutschen so klug, sich ihres Diktators selber zu entledigen und ihn an der nächstbesten Laterne aufzuhängen.

Joachim Günther schlägt zurück

Wenn ein Sachse bundesweite Aufmerksamkeit auf sich zieht, dann meistens dadurch, dass er Blödsinn äußert. Gerade in dieser Hinsicht mit einem Offenen Brief erfolgreich: der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther aus dem schönen Vogtland. Unter der Überschrift

Pressehetze ignorieren? Ich bin so frei!

legt Günther einen echten Rundumschlag hin:

Wer in den vergangenen Wochen und Monaten die Medien verfolgt hat, muss sich eine Frage stellen: Was ist bloß in und mit unserer Gesellschaft los?

Das geht schon gut los: „die Medien“ und „die Gesellschaft“. Der Leitsatz des schlechten Polemikers: Halte deine Kritik immer so allgemein als möglich. Das wirkt heroisch, aber bei konkreten Nachfragen¹ kannst du dich immer darauf zurückziehen, du hättest ja dieses und jenes gar nicht gemeint.

Da ist der nicht immer glücklich handelnde Bundespräsident, den die Journalistenmeute wie einen räudigen Fuchs über sämtliche Titelblätter und durch alle Fernsehsendungen hetzt, weil er Vergünstigungen in Anspruch genommen haben soll. Und ich frage mich, wer von den Hetzern fährt sein Auto nicht zum Sondertarif oder nutzt nicht die Presse-Rabatte der Reiseanbieter, der Technikhersteller etc.? […]

Der Bundespräsident hat „nicht immer glücklich“ gehandelt? Gleich zu Anfang muss man schmunzeln, wie der eben noch brüllende Löwe schon im ersten Absatz Kreide frisst, wenn es um einen von den eigenen Leuten geht. Mit „den Journalisten“ hingegen geht er hart ins Gericht und nennt sie unverblümt „Hetzer“. Dass die auch sehr gerne Vergünstigungen in Anpruch nehmen, ist übrigens wahr und darf den Kollegen ruhig auch mal aufs Brot geschmiert werden. Aber wäre die Frage nicht: Soll ein Minister- oder gar Bundespräsident sich benehmen wie ein beliebiger Schnorrer, der sich gerne beim Gratis-Buffet durchfrisst?

Die Medien mit linksgrüner Hysterie-Berichterstattung werden immer mehr zur 1. Gewalt im Staat. Sie konnten uns vorübergehend suggerieren, dass man in Deutschland nicht einmal mehr einen neuen, modernen Bahnhof bauen darf. Von verschiedensten Brücken-, Straßen-, Stromtrassen-Bauvorhaben ganz zu schweigen. Sie konnten uns auch einreden, dass in Deutschland keiner mehr günstige Energie aus einem Kernkraftwerk haben will. Ich bin schon heute darauf gespannt, was diese Journalisten erzählen, wenn die Strompreise im Zuge der Energiewende drastisch steigen.

Schade! Schon fällt Herrn Günther im Eifer des Gefechts die Faschingsmaske des Volkstribuns wieder herunter und der gute, alte Parteisoldat kommt zum Vorschein. Nun sind es plötzlich nicht mehr „die Medien“, sondern „linksgrüne“ Verschwörer, die hinter allem stecken sollen. Aus der belanglosen Medienschelte wird flugs vorhersehbares Grünen-Bashing. Und die Deutschen sind natürlich eigentlich riesige Atomkraftfans. Wenn das diese verdammten Zeitungen doch nur endlich mal schreiben würden!

Wir als FDP halten eine Finanztransaktionssteuer für sinnvoll, aber nur dann, wenn sie in ganz Europa eingeführt wird. Es brächte nachweislich Nachteile für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn sie nur partiell – etwa in den Ländern der Eurozone – eingeführt würde. Deshalb sträuben wir Liberale uns gegen die Pläne der Bundeskanzlerin. Was war in den Headlines der Zeitungen zu lesen? „FDP torpediert Merkels Zocker-Steuer“. Aus meiner Sicht eine bewusste Irreführung der Leser. […]

Sicher nicht irreführender als dieser Absatz von Joachim Günther. Denn, Hand aufs Herz: Die FDP ist doch nur deshalb für die Finanztransaktionssteuer nur im Rahmen der EU, weil sie genau weiß, dass sie in diesem Rahmen nie zustande kommen wird. Und genau das wünscht sich in Wahrheit auch Herr Günther. Erwischt!

Wer stoppt diesen Kampagnen-Wahnsinn? Solange wir als Zeitungsleser, Radiohörer und Fernsehzuschauer uns weiter so an der Nase herumführen lassen, wird sich nichts ändern. Solange werden uns weiter in der Hauptsache Negativschlagenzeilen vorgesetzt und Berichte, die den Hauch eines Skandals haben – aus der Welt- und Bundespolitik übrigens ebenso wie aus dem lokalen Geschehen. Wo sind die Berichte darüber, dass es 2011 in Deutschland 41 Millionen Erwerbstätige gab – so viele wie seit der Wiedervereinigung nicht, oder darüber, dass es 8 Milliarden Euro Überschüsse in den sozialen Sicherungssystemen gibt? Darüber, dass jeder Deutsche 2012 durchschnittlich 413 Euro mehr Geld in der Tasche haben wird? […]

Ja, wo bleibt es nur, das Positive? Ach, weiß der Teufel, wo es bleibt. Only bad news are good news. Das ist nun einmal so und wird auch immer so bleiben. Ich lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen, sobald die „Bild“ mal mit der Schlagzeile „Es geht uns gut!“ aufmacht.

Wie schnell sind bei uns vorschnell Verleumdungskampagnen losgetreten, die am Ende nicht gerechtfertigt sind, aber jede Menge persönliches Leid verursachen.

Und wie schnell hat man indirekt die Behauptung aufgestellt, die Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten und – noch schlimmer! – die Angriffe gegen die FDP basierten nur auf Lügen!

Was ist geworden aus dem Dichter- und Denkerland Deutschland, dem Land des Fortschritts und der Entwicklung?

Geworden ist draus ein Staat, in dem man „Dichter- und Denkerland Deutschland“ schreiben darf, ohne in Scham vor sich selbst zu versinken.

Ein Land des Stillstands, des Pessimismus und der Panikmache. Das suggerieren uns zumindest die Medien. Wie der Ruf nach Politikern vom Format früherer Politgrößen immer lauter wird, sollte auch der Ruf nach Journalisten nicht ausbleiben, die ihren Beruf so verstehen und ausüben wie zum Beispiel Hanns Joachim Friedrichs. Schon Wächter, Beobachter, Berichterstatter, aber nie Nachrichtenmacher.

Besonders der Mann, der sich die Nachrichten von den Wahlergebnissen der FDP ausdenkt, gehört hinter Schloss und Riegel. Aber nein, so war’s natürlich nicht gemeint:

Nun kann man unmoralische und unfähige Journalisten nicht einfach zum Rücktritt auffordern.

Doch, man kann. Sie werden darauf aber wohl reagieren wie Christian Wulff und – bleiben.

Wohl aber kann man Zeitungen abbestellen, Radio- und Fernsehsender nicht mehr einschalten.

Und sich Lebensmittelvorräte und eine Schrotflinte besorgen, die Tür verriegeln und sich im Keller verbarrikadieren.

Ich bin sicher, dann würde sich einiges ändern im medialen Bereich. Das erfordert aber Einigkeit unter den Konsumenten und ein gewisses Maß an Werten.

Wenn sich doch nur das Volk, Verzeihung: die Konsumenten, endlich einmal einig wären! Immer diese verschiedenen Meinungen, dieser Streit. Es ist zum Verrücktwerden! Wie schön war’s doch früher, als Joachim Günther noch Kreissekretär der Blockpartei LDPD war und die Presse ausschließlich „konstruktive“ Kritik üben durfte. In Maßen!

Aus meiner Sicht geht es um Humanität, Demokratie und Selbstachtung.

Aus meiner Sicht geht es um den Frust eines langsam in Vergessenheit geratenden „Ehrenvorsitzenden der FDP Vogtland“.

Wir müssen wieder zurückfinden zu einem anständigen, fairen Umgang miteinander. Und wir sollten uns fragen, ob die Unzufriedenheit, die sich in unserem Land breit gemacht, die Neid und Pessimismus geboren hat, tatsächlich angebracht ist für eine Staat wie Deutschland, der wirtschaftlich und sozial eine Spitzenposition in der Welt einnimmt.

Wie im Lehrbuch: Am Ende wird’s wieder staatsmännisch und der Zirkelschluss zum Anfang des Textes ist gelungen.

Stellen wir uns als Liberale an die Spitze einer Bewegung, die das Positive, das wir in unserer Gesellschaft haben, wieder mehr in den Vordergrund rückt!

Ach Gottchen, ja. Machen wir das. Bis wieder die Linksgrünen regieren und wir wieder genau das Gegenteil machen. Mit genau derselben Überzeugungslosigkeit, denselben großen Gesten und denselben leeren Worten.

¹ Auf seiner Homepage glättet der vogtländische Maulheld denn auch gleich lieber wieder die Wogen. Nicht, dass die Lokalmedien sich angegriffen fühlen, das wär schlimm: „In meinem Wahlkreis Vogtland sind wir in der komfortablen Situation, zwischen zwei regionalen Tageszeitungen wählen zu können. Ich lese beide mit Interesse. Außerdem bin ich froh, dass wir einen Rundfunksender in Plauen haben, der stets ausgewogen und aktuell aus dem Vogtland berichtet.“

Zitat des Monats Januar

Strohgelb, hell leuchtend und
glanzfein klar.
Gekrönt
von feinporigem, schneeweißem Schaum.

Im Geruch sind ausgeprägte Hopfennoten
erkennbar. Im Geschmack
angenehm rezent. Die bittere
Anmutung des Hopfens ist sehr rund

im Nachtrunk.

(poetische Selbstbeschreibung des ökologischen Bieres Neumarkter Lammsbräu Pilsner, in die angemessene Gedichtform gebracht von mir)

Neue Beiträge zur Kritik der politischen Sprache (1)

Ich hatte nicht gewusst, dass es eine Sektion der Piratenpartei in Dresden gibt, bis mir eben unaufgefordert folgende Pressemitteilung in den elektronischen Postkasten flatterte:

Die Piratenpartei Dresden kritisiert die Pläne der Schlösser- und Gärtenverwaltung des Freistaates scharf,

Sie kritisiert nicht nur, sondern tut dies auch noch scharf. Den Verantwortlichen wird die Muffe sausen.

ab April Eintritt für den Schlosspark Pillnitz zu erheben. Die dem Freistaat zugehörigen Parkanlagen sind staatliche Kultureinrichtungen und damit Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Ob’s auch eine Nummer kleiner ginge? Als Daseinsvorsorge dienen Parks doch wohl nur den Eichhörnchen.

„Die Piraten lehnen es ab, dass öffentliche Aufgaben immer häufiger privat abgewälzt werden.“

„Privat abwälzen“ – wieder ein schönes neues Synonym für das Liebesspiel.

so der Kreisvorsitzende Alexander Brateanu. In Analogie zu einem fahrscheinlosen ÖPNV fordern sie „fahrscheinlose Parkspaziergänge“.

In Analogie zu etwas, das es noch nicht gibt, fordern die Piraten, etwas nicht einzuführen, das es auch noch nicht gibt. Man muss gleich um zwei Ecken denken.

Anstatt zusätzliche Kosten für Kassenhäuschen aufzuwenden,

Kann man Kosten aufwenden?

sollte man neue Wege prüfen, den Finanzierungsbedarf gemeinschaftlich zu lösen.

Oder einen Bedarf lösen? Ich glaube nicht.

„Die Eintrittsgebühr für Pillnitz wäre ein Dammbruch.“, mahnt Brateanu weiter,

Nein, ich bin mir sicher, dass eine Gebühr kein Dammbruch ist.

„Sobald es einen Eintrittspreis gibt, kommen auch Preissteigerungen. Sobald der erste Park betroffen ist, folgt der nächste. Für Staat und Stadt ist dies ein bequemer Weg, sich aus der Verantwortung zu stehlen.“ Die Piratenpartei Dresden fordert daher die unverzügliche Rücknahme der Kostenpflicht für den Schlosspark Pillnitz.

Warum klammert sich eine junge Partei, die doch eigentlich alles anders machen möchte, gleich zu Beginn so verkrampft an die ekelhafte Phraseologie der gängigen Politik?

Donnerstag: Lesebühne GRubenhund in Görlitz

Am Donnerstag (19. Januar) lesen Udo Tiffert, Max Rademann und Michael Bittner wieder gemeinsam als Lesebühne GRubenhund in Görlitz. Die erste Veranstaltung des neuen Jahres bringt wieder brandneue Geschichten der drei Recken, die sich mit den Finessen des Alltags auskennen, aber auch den Blick aufs große Ganze der Weltpolitik wagen. Los gehts wie immer um 20 Uhr im Kino Camillo (Handwerk 13). Der Eintritt kostet 5 Euro.

Lesetipp: Neue deutsche Aphorismen

Neue Deutsche AphorismenZu den leider nicht allzu vielen unabhängigen Verlagen in Dresden mit literarischem Anspruch und überregionaler Bedeutung gehört die edition AZUR. Im Jahr 2010 erschien dort die Anthologie Neue deutsche Aphorismen, die ich allen Freunden dieser Gattung der nicht-fiktionalen Kürzestprosa ans Herz legen möchte. Das Buch ist sachlich und gleichzeitig schick gestaltet, die Herausgeber Tobias Grüterich, Alexander Eilers und Eva Annabelle Blume haben in zweijähriger Kleinarbeit eine Auswahl der besten Aphorismen der letzten 25 Jahre zusammengestellt. 160000 Aphorismen haben diese Enthusiasten gelesen, um daraus 1308 Stücke auszuwählen. Allein schon diese Quantität bestätigt die Ansicht der Herausgeber, dass der Aphorismus keineswegs als tote Gattung der deutschen Literatur zu betrachten sei.

Allerdings fragte ich mich bei der Lektüre, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, nicht weniger als 91 (!) Autoren in die Sammlung einzubeziehen – zumal nicht wirklich alle berücksichtigten Aphoristiker mir „maßgeblich“ erschienen, wie es der Klappentext verspricht. Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, halb so vielen Autoren doppelt so viel Raum zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wäre der individuelle Charakter der einzelnen Protagonisten sicher sichtbarer geworden, als es jetzt vielfach der Fall ist. Und man hätte auch längere Aphorismen berücksichtigen können, während jetzt fast ausschließlich Ein-Satz-Aphorismen abgedruckt sind, was die Lektüre wenig abwechslungsreich macht.

Was den Inhalt angeht, so sind die Geschmäcker sicher verschieden – für meinen enthält die Anthologie speziell bei den älteren Jahrgängen zuviel Geistesaristokratismus, Kulturkritik und deutschen Tiefsinn über „das Leben“ und „die Wahrheit“. An lebendiger Erfahrung und originellem Witz mangelt es manchen Beiträgern hingegen leider offenkundig. Ein wenig scheinen auch die Herausgeber vom Pessimismus infiziert, klagen sie doch im Nachwort über das Verschwinden der Aphorismen aus der Presse, ohne im Gegenzug die neuen Möglichkeiten zu erwähnen, die das Internet bietet. (Ich denke hier zum Beispiel an die zahlreichen jungen Twitter-Aphoristiker wie den wunderbaren Kollegen André Herrmann.) Dass jeder Leser jeder Anthologie immer Namen vermissen wird, liegt in der Natur der Sache. Ich suchte zum Beispiel vergebens nach Ludger Lütkehaus, Thomas Kapielski und Max Goldt.

Trotz all dieser kleinen Einwände sei zum Schluss noch mal ausdrücklich versichert: Die Sammlung Neue Deutsche Aphorismen ist durchweg lesenswert und erschließt in beeindruckender Pionierarbeit ein literarisches Feld, das hoffentlich noch viele Früchte tragen wird.

Neue deutsche Aphorismen. Eine Anthologie. Hg. von Tobias Grüterich, Alexander Eilers und Eva Annabelle Blume. Dresden: edition AZUR, 2010. 288 Seiten. 20 Euro.

Danke und bis bald!

Wir bedanken uns aus vollem Herzen bei 170 Gästen, die mit uns unseren siebten Geburtstag feiern mochten. Dank auch an all die Menschen, die in den letzten sieben Jahren die Lesebühne Sax Royal unterstützt und dadurch erst möglich gemacht haben. Es sind inzwischen längst zu viele, um alle einzeln aufzuzählen. Besonders sei diesmal nur das Team der Scheune erwähnt, das all unsere fragwürdigen Einfälle zur Geburtstagsparty klaglos verwirklicht hat. Und natürlich Jens Rosemann, der uns ein köstliches filmisches Präsent (siehe unten!) mitgebracht hatte. Wir laden herzlich ein zur nächsten Lesebühne am Donnerstag, den 09. Februar. Wie man so sagt: Auf die nächsten sieben!

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Donnerstag: Die Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert 7. Geburtstag!

Sax RoyalDie Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert – kaum zu glauben, aber wahr – im Januar schon ihren siebten Geburtstag! Monat für Monat haben die Stammautoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth seit 2005 ein stetig wachsendes Publikum in der Scheune mit ebenso persönlichen wie politischen Geschichten, Gedichten, Liedern, Hörspielen und Kurzfilmen unterhalten und aufgeklärt. Im Jahr 2010 erschien ihr erstes gemeinsames Buch unter dem Titel “Sax Royal. Eine Lesebühne rechnet ab” beim Verlag Voland & Quist. Zum Jubiläum präsentieren die fünf Royalisten wie immer brandneue Texte, aber die Zuschauer dürfen sich auch auf eine Auswahl der schönsten und komischsten Erzeugnisse aus sieben Jahren und die eine oder andere Überraschung freuen.

Sax Royal – Dresdner Lesebühne | 12. Januar | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune |  VVK 5 Euro AK 7 Euro, erm. 5 Euro

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