The Making of the Waiting off

Julius Fischer, Autor unserer Lesebühne Sax Royal, und Christian Meyer, sein Partner bei der allseits beliebten Band The Fuck Hornisschen Orchestra, haben einen dritten Teil ihrer filmischen Trilogie The Making of … produziert. Subtile Schauspielkunst und selbstreferentieller Humor at its worst!

Literaturtipp: Max bei Geschichten übern Gartenzaun

Wer Max Rademann mal wieder bei einem seiner seltenen Auftritte auf der Bühne eines Poetry Slams erleben möchte, der schaue am Mittwoch (27. März) bei den „Geschichten übern Gartenzaun“ in der Dresdner Groove Station vorbei. Dort tummelt er sich mit anderen hörenswerten Kollegen wie Tilman Birr, Lucas Fassnacht, Karsten Lampe, Henning Wenzel u.v.m. Organisiert und moderiert wird der Dichterwettkampf wie immer von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Los gehts um 20 Uhr.

Büchner und das liebe Geld

2013 jährt sich der Geburtstag des Dichters, Naturwissenschaftlers und Sozialrevolutionärs Georg Büchner zum zweihundertsten Mal. Ein solches Jubeljahr bietet für Verlage stets auch die gute Gelegenheit, passende Bücher auf den Markt zu werfen, um von der medialen Aufmerksamkeit zu profitieren. So erscheint vom Autor Jan-Christoph Hauschild, der vor genau zwanzig Jahren eine wissenschaftlich fundierte, aber nicht unumstrittete Biografie Büchners veröffentlichte, ein neues Buch: Georg Büchner. Verschwörung für die Gleichheit. Sieht man genauer hin, stellt man nun aber leider fest, was auch im Anhang kleinlaut zugegeben wird: Es handelt sich gar nicht um eine neue Arbeit, nicht einmal um eine gründlich überarbeitete Fassung der alten Biografie, sondern bloß um eine gekürzte Version ohne Anmerkungen und Quellennachweise. Um das Buch nicht zu dick werden zu lassen, hat der Autor kurzerhand auch die Kapitel über Kindheit und Jugend Büchners weggelassen. Damit die Sache trotzdem rund aussieht, beginnt das Buch mit einem Kapitel über die Krankheit, die Büchner im Alter von dreiundzwanzig Jahren dahinraffte. Die ersten Seiten schildern auf höchst poetische Weise das Wetter in der Schweiz im Jahr 1836. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass Jan-Christoph Hauschild dem Protagonisten seiner Biografie mehrfach vorwirft, er habe Bücher nur des Geldes wegen geschrieben. Hauschild beklagt an einer Stelle, Büchner habe für sein Debütwerk, das Drama Danton’s Tod, umgerechnet nur “kümmerliche 1660 Euro” erhalten. Wir wünschen dem Biografen, dass seine ökonomische Spekulation lohnender sein möge. Für den Leser lohnend ist sie aus genannten Gründen kaum.

Jan-Christoph Hauschild: Georg Büchner. Verschwörung für die Gleichheit. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2013. 352 Seiten. 22,99 €.

Zitat des Monats März

„Gutmüthig und tückisch“ – ein solches Nebeneinander, widersinnig in Bezug auf jedes andere Volk, rechtfertigt sich leider zu oft in Deutschland: man lebe nur eine Zeit lang unter Schwaben!

(Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, 8/244)

Messetagebuch

Mein Tagebuch der Leipziger Buchmesse ist diesmal ein Tagbuch, denn nur einen Tag, eigentlich nur einige Stunden, weilte ich vor Ort. Kurz nach Mittag bestiegen die Autoren der Lesebühne Sax Royal am Sonntag den Kleinbus des Künstlers Frank Z., der auch ein Virtuose der Fahrkunst ist. Eine kleine Rast an der Autobahnraststätte frischte uns und unsere Getränkevorräte auf. Schneller als gedacht erreichten wir das Messegelände. Unser Verleger schleuste uns durch den Hintereingang in die Messehalle 5 – wo sich auch die inzwischen als Oase der (relativen) Ruhe bekannte Leseinsel der jungen Verlage befindet. Bevor ich mit den Kollegen daselbst las, stromerte ich noch eine Weile durch die Gänge. Gedrängel und Lärm sind mir freilich nicht lieb. Und ist man weder zwecks Geschäftemacherei noch Bücherklau da, ist so ein Besuch auf der Messe eigentlich herzlich langweilig. Die womöglich einzige Art, auf der Buchmesse Spaß zu haben, ist es, Verleger an ihren Ständen mit dem Satz “Guten Tag, ich schreibe auch!” zu erschrecken. Schön war es, dass sich zu unserer Lesung allerlei Zuhörer sammelten, denen unsere Texte auch ganz wohl behagten. Noch ein Fläschchen Astra aus den verborgenen Vorräten unseres Verlages Voland & Quist – und wir machten uns mit dem Taxi auf den Weg in die Stadt. Freund und Kollege André Herrmann hatte uns die Gaststätte Stadt Borna zur Einkehr empfohlen, war dabei aber nicht eingedenk, dass besagter Gasthof die Eigenheit hat, am Sonntag um 15 Uhr zu schließen. So latschten wir Beladenen zum Hipsterlokal Hotel Seeblick. Es war überfüllt, wie in Messetagen ja “das bessere Berlin” an der Pleiße überhaupt etwas überfordert scheint. Der sonst ganz angenehme Ort wurde durch die Liveübertragung eines Fußballspiels zur akustischen Hölle. Rezitationen von Rilke-Gedichten, wie sie sonst in unserem Kreis Usus sind, mussten diesmal also unterbleiben. Nach Verzehr von einiger Nahrung bewegten wir uns in das UT Connewitz, das Verrottung und Charme auf einmalige Weise miteinander vereinigt. Wir kletterten in die Loge und betrachteten von dort aus, wie sich der Saal beinahe restlos füllte. Eine gewisse Müdigkeit machte sich bei allen bemerkbar. Doch kaum auf der Bühne empfing uns eine Wärme des Wohlwollens, die uns sogleich auftaute. Es ward ein ausgesprochen schöner Abend. Unser Verleger brachte sogar einige von den wenigen verbliebenen Restexemplaren unseres Buches Eine Lesebühne rechnet ab an die Frau und den Mann. Alle Anwesenden entschuldigten sich als übermüdet (“vier Tage Messe, ich kann nicht mehr …”) oder stellten sich als spaßbremsend (“ich muss das Fasten durchziehen”, “ich kann doch morgen nicht besoffen in den Kindergarten”) heraus. Also beschloss auch ich, noch in selbiger Nacht mit dem letzten Zug nach Berlin zurückzukehren. Meine Hoffnung auf eine letzte S-Bahn wurde enttäuscht und kostete mich arg viel Geld. Dafür erlebte ich Berliner Taxifahrerlieblichkeit der echtesten Sorte: “Wennse sich jetz noch anschnallen, kömmer ooch ma losfahrn!” Leipzig, du verlotterte Schönheit, im nächsten Jahr gerne wieder!

Sonntag, 17. März: Lesebühne Sax Royal zu Gast in Leipzig im UT Connewitz

Die Dresdner Lesebühne Sax Royal zählt zu den erfolgreichsten Lesebühnen außerhalb Berlins. Seit über acht Jahren begeistert sie in der Dresdner scheune und bei Gastauftritten in der ganzen Republik das Publikum mit ihren ebenso tiefsinnigen wie hochkomischen Geschichten, Gedichten und Liedern. Die fünf Stammautoren präsentieren beim Lesebühnenabend zur Leipziger Buchmesse im UT Connewitz am Sonntag (17.3.) eine Auswahl ihrer besten Werke aus dem letzten Jahr.

Wer sind die fünf Royalisten? Michael Bittner, wohnhaft in Berlin-Friedrichshain, veröffentlicht seine Texte gedruckt im Magazin der Sächsischen Zeitung und mündlich auf Lesebühnen in der ganzen Republik. Julius Fischer aus Leipzig ist Autor, doppelter Team-Meister im Poetry Slam und Musiker. Roman Israel, ebenfalls in Leipzig beheimatet, liest dort auch bei der Lesebühne West und veröffentlicht unermüdlich wunderbare Bücher. Max Rademann aus Dresden schreibt nicht bloß, sondern spielt auch auf seiner elektrischen Orgel und arbeitet als Zeichner. Und Stefan Seyfarth, auch er unbeirrter Dresdner, lässt sich zur Zeit zum Erzieher erziehen, was ihn nicht daran hindert, weiterhin auch wunderbare Geschichten und Gedichte auf die Welt zu setzen.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne zu Gast in Leipzig | 17. März | Sonntag | 21.00 Uhr | UT Connewitz | Abendkasse 8 Euro / 6 Euro ermäßigt

Donnerstag: Lesebühne Sax Royal in der scheune

Sax RoyalDie Lesebühne Sax Royal läutet am Donnerstag (14. März) mit einem brandneuen literarischen Programm den Frühling ein. Das Publikum darf sich wie immer auf brandneue Geschichten und  Gedichte freuen. Stefan Seyfarth berichtet wieder aus dem mühevollen, aber auch segensreichen Leben eines werdenden Erziehers und praktizierenden Vaters. Max Rademann hat in den wenigen freien Nächten, die ihm für die Arbeit bleiben, wieder Episoden aus dem Leben der Bohème aufgezeichnet. Roman Israel bringt wie stets aktuelle Erzählungen mit, die von der grotesken Gesamtsituation des Lebens erzählen. Michael Bittner schließlich liest heitere Kolumnen und Geschichten, die wie immer zugleich nützen, belehren und erfreuen sollen. Als besonderen Stargast haben sich die Royalisten diesmal den israelischen Nachwuchsautor Ehud Roffe eingeladen, der in heiteren Geschichten von seiner gelungenen Integration in die Dresdner Neustadt erzählen wird. Und als Zugabe gibts auch noch musikalische und filmische Überraschungen. Wer das verpasst, verpasst was!

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 14. März | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro, Abendkasse: 7 Euro / ermäßigt 5 Euro

Mut zur Courage

Die folgenden – ja, was eigentlich? sagen wir mal: – Reflexionen habe ich aka Michael Bittner am 9. März 2013 bei der Gedenkveranstaltung “Lasst uns das Erinnern nicht vergessen” zum Jahrestag der Dresdner Bücherverbrennung am 8. März 1933 im Kabarett Breschke & Schuch vorgelesen.

Jedes Jahr im Februar spricht man in Dresden über Zivilcourage. Was ist das überhaupt? Zivilcourage ist im Deutschen ein Fremdwort. Wie kommt es wohl, dass wir uns die Zivilcourage von gleich zwei fremden Völkern, den alten Römern und den neuen Franzosen, ausborgen müssen? Offenbar reicht uns der deutsche Mut nicht, ja nicht einmal die Kühnheit, die Tapferkeit und die Furchtlosigkeit zusammen ergeben Zivilcourage. Erklären kann man sich das wohl so: Die Deutschen zeigten Mut in ihrer Geschichte immer nur auf Befehl. Auf Kommando stürmten sie auf dem Schlachtfeld voran und sprangen dem Erbfeind tapfer an die Gurgel. Aber wieder zu Hause wurde von den Kriegshelden kein Mut mehr verlangt, sondern Gehorsam. Hier galt es, den Anordnungen des Kaisers, Führers oder Staatsratsvorsitzenden Folge zu leisten, ansonsten still zu sein und sich unauffällig zu verhalten. Dass man auch im alltäglichen Leben, also in Zivil, Mut zeigen kann, war den Deutschen so fremd, dass sie seltene Fälle dieser Art Courage nannten. Denn die unerreichten Meister des zivilen Ungehorsams, von den Deutschen drum bewundert und verachtet, sind nun einmal die Franzosen. Was die Deutschen hingegen sehr gut können: über Zivilcourage debattieren und sie energisch von anderen einfordern.

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Das Team Totale Zerstörung beim Dienstagssalon von Max Rademann in Hellerau

Diese Veranstaltung wird so sicher ausverkauft sein wie der nächste Papst ein Mann – also nichts wie hin zu den bekannten Vorverkaufsstellen und schleunigst Tickets sichern. Am 12. März moderiert Max Rademann wieder den musikalischen “Dienstagssalon” im Dresdner Festspielhaus Hellerau. Zu Gast ist diesmal das sensationelle Slam-Poetry-Sachsen-Rap-Duo Team Totale Zerstörung, bestehend aus André Herrmann von der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Julius Fischer, der neben vielem anderen bekanntermaßen auch Autor unserer Lesebühne Sax Royal ist. Im Jahr 2012 verteidigten die beiden ihren Titel bei den deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Beim „Dienstagssalon“ werden André und Julius nicht nur Songs ihres ersten Albums Wir sind dann mal whack spielen, sondern auch im Gespräch mit Max das Geheimnis ihres Erfolgs verraten.

Literaturtipp: livelyriX Poetry Slam am Donnerstag (7.3.) in der scheune

Jacinta NandiAm Donnerstag (7. März) moderieren Stefan Seyfarth und Michael Bittner wieder den Dresdner livelyriX Poetry Slam in der scheune. Eingeladen haben sie sich diesmal vor allem befreundete Kollegen aus dem literarischen Feld der Lesebühnen: Die gebürtige Londonerin Jacinta Nandi (Foto) sorgt seit einigen Jahren in Berlin mit ihren Geschichten über interkulturelle und sexuelle Verwicklungen für Begeisterung. Sie ist Stammautorin der Berliner Lesebühnen „Rakete 2000“ und „Surfpoeten“. Udo Tiffert aus der Lausitz ist für seine ebenso witzigen wie melancholischen Gedichte und Geschichten in Dresden bestens bekannt. Er war sächsischer Poetry-Slam-Meister des Jahres 2009 und liest regelmäßig bei der Görlitzer Lesebühne „Grubenhund“ und der Lesebühne Cottbus. Die Leipziger Poetin Linn Penelope Micklitz gehört mit ihren poetischen und mitreißend vorgetragenen Gedichten und Geschichten zu den vielversprechendsten jungen Talenten der sächsischen Poetry-Slam-Szene. In ihrer Heimatstadt liest sie regelmäßig bei der „Lesebühne West“. Maik Martschinkowsky ist Autor der Berliner Lesebühne „Lesedüne“. Mit ihr hat er jüngst das Buch „Über Wachen und Schlafen“ im Verlag Voland & Quist veröffentlicht. In Berlin moderiert und organisiert er den „Kreuzbergslam“ und den „Saal-Slam“ in Berlin-Neukölln. Über die Offene Liste angemeldet haben sich außerdem die Poeten: Nils Matzka, Mike Altmann, Nathanael Nansen, Morné Mirastelle, Henning Wenzel und Werner Knoof.

livelyriX Poetry Slam | 07. März | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro, Abendkasse: 8 Euro / ermäßigt 6 Euro

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