Literaturtipp: „Expedition Wordpol“ am Dienstag in Leipzig

Expedition Wordpol - Grafik: Inga IsraelAm Dienstag (1. Oktober) gibt es eine neue Ausgabe der von Roman Israel organisierten und moderierten Reihe „Expedition Wordpol“ in Leipzig. Bekannte Stimmen und Neuentdeckungen, Lyriker und Prosaisten, Sub- und Hochliteraten lesen aus ihren Werken und begeben sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Wordpol. Gibt es ihn oder nicht? Am 1. Oktober startet Suchexpedition Nummer sechs. Diesmal mit dem Lyriker Lars Reyer, dessen neuer Lyrikband “Magische Maschinen” soeben bei Schöffling & Co. erschien; dem Berliner Kolumnisten und Satiriker Michael Bittner von der Dresdner Lesebühne Sax Royal; der Lyrik und Theaterstücke schreibenden Julia Dathe und der Prosaistin Katharina Bendixen. Musik von Fabix Halentine.

Was: Lesereihe in Leipzig-Connewitz
Wann: 1.10.13 / Einlass ab 20:00 Uhr, Start: 20:30 Uhr
Wo: Wärmehalle Süd / Eichendorffstraße 7 / 04277 Leipzig
Kulturbeitrag: 3,-

Literaturtipp für Sonntag, 11 Uhr: Frühschoppen-Lesung mit Thomas Kapielski und Jürgen Roth im Bautzner Tor

„Leben im Überfluss“ – so lautet das diesjährige Thema des Festivals “Literatur Jetzt!” – wer könnte die hedonistische Lesart dieses Mottos besser vertreten als die Apologeten einer Poesie des Bieres: Thomas Kapielski und Jürgen Roth. Die Frühschoppen-Lesung mit Kapielski und Roth wurde von der Leipziger Galerie ARTAeerfunden und ist dort längst eine Institution. Sie gehört zum Buchmesse-Sonntag wie das Amen zur Kirche. Die Kombination aus zünftigem Essen, Bier und intellektuellen Höhenflügen garantiert beste Unterhaltung. In den Genuss eines Vormittags im Überfluss soll nun erstmals auch das Dresdner Publikum kommen – und zwar in einer der letzten verbliebenen echten Kneipen der gastronomisch gentrifizierten Neustadt: dem „Bautzner Tor“.

Zu den Autoren: „Ein Tag ohne Bier ist wie ein Tag ohne Wein“ – diese und viele andere grundlegende Einsichten verdanken wir dem Berliner Autor, Fluxus-Künstler und Philosophen Thomas Kapielski. Wie kein anderer vereint er in seinen Reflexionen komische Stammtischanekdoten, sensible Sprachreflexion, zornige Gegenwartsdiagnosen und Lektüreerlebnisse – ein überaus lohnenswerter „Ausflug ins intellektuelle Unterholz“ (NZZ). Kapielski feierte seinen Durchbruch mit den »Gottesbeweisen« und ist sowohl im Kunst- als auch Literaturbetrieb eine feste Größe. Kapielskis Begleiter und Gesprächspartner bei der Frühschoppenlesung Vol. 5 ist der Frankfurter Autor Jürgen Roth, Jürgen Rothder mit Die Poesie des Biers ein Standardwerk vorgelegt hat. Im Mittelpunkt: Tresengespräche und Bierdiskurse, Exkursionen in fränkische Bockbierparadiese, an die Ränder der Bierprovinzen und in die Zentren der Gastwirtschaften. Jürgen Roth veröffentlicht regelmäßig in der taz, der Titanic und anderen Satiremagazinen.

Frühschoppen-Lesung Vol. 5: Thomas Kapielski und Jürgen Roth – in Kooperation mit der Leipziger Galerie ARTAe | 22.09. | Sonntag | 11 Uhr | Bautzner Tor | Vorverkauf: 10 Euro (zzgl. Gebühr), Morgenkasse: 12 Euro (inklusive Weißwurst, Brezel und einem Getränk)

Zitat des Monats September

„Ich müsste allerdings sichergehen, dass er nicht all zu politisch agiert. Das neue Buch mit dem Kapitalismus könnte bei Titeltreue schwierig werden, da unser Verein unpolitisch sein muss, auch beim Booking. Kleine Sticheleien gegen Politik kamen bei einem Poetry Slam schon öfter vor und sind kein Problem, geht eher um größere Aktionen.“

(Antwort eines Veranstalters auf eine Lesungsanfrage)

Freitag: Der Dresdner livelyriX Poetry Slam feiert seinen 10. Geburtstag in der scheune

Julius FischerAm Freitag, den 20. September, feiert livelyriX im Rahmen von “Literatur Jetzt!“, dem Dresdner Festival zeitgenössischer Literatur, ein rundes Jubiläum und ein rauschendes literarisches Fest: Der Dresdner livelyriX Poetry Slam wird zehn Jahre alt! Im Herbst 2003 begann im Studentenklub Bärenzwinger, was heute längst in der scheune eine feste Heimat gefunden hat: der erste monatliche Dichterwettkampf in Dresden. In zehn Jahren traten bei über einhundert Poetry Slams mehrere hundert Autoren vor insgesamt um die 30000 Zuschauern auf. Zur Feier des zehnten Geburtstags gibts einen livelyriX Poetry Slam Spezial mit einer Auswahl von Poetinnen und Poeten, die dem Dresdner Dichterwettbewerb von Anfang an besonders verbunden waren. Die Fans dürfen sich also auf einen Best-Of-Poetry-Slam mit reichlich Old-School-Flavour der feinsten Sorte freuen!

Sächsische Slammer sind ebenso mit dabei wie treue Gäste aus dem Rest der Republik: Der Leipziger Julius Fischer (Foto) gewann gemeinsam mit André Herrmann als “Team Totale Zerstörung” zwei Mal die deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften und ist auch mit seiner Band “The Fuck Hornisschen Orchestra” erfolgreich. Der Berliner Wehwalt Koslovsky, eine Legende des Poetry Slam, war Moderator der ersten Poetry Slams in Dresden überhaupt. Der Dresdner Schriftsteller, Musiker und Cartoonist Max Rademann ist Autor der Dresdner Lesebühne “Sax Royal” und der Görlitzer Lesebühne “Grubenhund”. Die Autorin und Spoken-Word-Poetin Xochil A. Schütz aus Berlin begann ihre Karriere beim Poetry Slam und hat inzwischen mehrere Bücher veröffentlicht, zuletzt den Roman Gewittersommer. Micha Ebeling aus Berlin ist Stammautor der Lesebühne “LSD – Liebe statt Drogen” und gewann zwei Mal gemeinsam mit Volker Strübing den Team-Wettbewerb der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften. Der Dresdner Stefan Seyfarth ist nicht nur Lyriker, Erzähler und Autor des Buches dresden dilemma, sondern war auch von Anfang bis heute Moderator des Dresdner livelyriX Poetry Slams. Die Autorin Mareike Schneider aus Leipzig ist inzwischen Absolventin des Literarischen Instituts der Universität Hildesheim, viele ihrer Erzählungen sind in verschiedenen Anthologien und Zeitschriften erschienen. Der Berliner Felix Römer, der Iggy Pop der deutschen Poetry-Slam-Szene, war und ist einer der häufigsten und erfolgreichsten Gäste in der scheune. Der inzwischen in Berlin beheimatete Autor Michael Bittner war als Autor, später als Moderator ebenfalls von Anfang mit dem Dresdner Poetry Slam verbunden.

livelyriX Poetry Slam Spezial: 10 Jahre Dresdner Poetry Slam | 20.09. | Freitag | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 6 Euro ermäßigt / 8 Euro

Briefe aus Berlin (5): Ich habe die Wahl

Meine Briefwahlunterlagen werden mir von der PIN Mail AG als CO2-neutraler Versand zugestellt. Offenbar dürfen die Postzusteller jetzt nicht einmal mehr atmen. Im Umschlag ein karges, graues Faltblatt. Aber wenigstens die Auswahl ist bunt: 16 Kandidaten möchten meine Erststimme, um als Abgeordneter für den Wahlkreis 83 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost in den Bundestag einziehen zu können. Gewinnen wird aber am Ende sowieso wieder Hans-Christian “Jopi” Ströbele. Warum also nicht mal den Außenseitern, den Menschen am Rand des Wahlzettels, ihre verdiente Chance geben?

Markus Beckmann ist Student, 25 Jahre alt, parteilos, und wohnt in Berlin. Möchte er deshalb in den Bundestag? Nein, seine Homepage verrät sein Anliegen, das Grundübel unserer Gesellschaft ist der Zins: Aus den Vorteilen, die das Geld gegenüber den Waren besitzt, entspringt die eigentliche Ursache des Zinses. Waren verlieren mit der Zeit an Güte, Qualität, Wert. Geld jedoch nicht. Dies führt dazu, dass ein Geldverleiher sein Geld nur dann an einen Unternehmer weiter verleiht, wenn dieser ihm dafür eine Entlohnung zahlt. Den Zins. […] Der Zins führt zu einer Umverteilung in der Gesellschaft, da Leute mit hohen Geldguthaben automatisch und ohne zu arbeiten ihr Vermögen vergrößern. Die Lösung: Geld soll mit der Zeit seinen Wert verlieren, damit es schneller ausgegeben wird. Dann sinkt der Zins irgendwann auf 0% und niemand verdient mehr Geld, ohne zu arbeiten. Oder so ähnlich. Geld mit Verfallsdatum – ein interessanter Ansatz.

Frank Di Leo arbeitet als Hundetrainer und kandidiert folgerichtig für die Hundefreunde Kreuzberg. Die Hundefreunde kämpfen gegen die fortschreitende Diskrimienierung von Menschen mit Hunden. Aktuelles Hauptanliegen der Hundefreunde ist es ausweislich ihrer Homepage, einen selbstverwalteten Hundeplatz an der Schillingbrücke durchzusetzen. Vielleicht wäre es strategisch klüger, zunächst einmal die Einführung des Hundewahlrechts zu propagieren? Meine Stimme kann ich ihnen nicht schenken, denn ich habe gar keinen Hund.

Jutta Zedlitz kämpft als Religionslehrerin und mit ihrer Partei Die Violetten für spirituelle Politik. Auf den ersten Blick sympathisch ist ihr Eintreten für das bedingungslose Grundeinkommen, basisdemokratische Mitbestimmung und die Kulturpflanze Hanf. Aber was hat es denn nun mit der Spiritualität auf sich? Ein Faltblatt belehrt mich: Die Schöpfung entspringt einer geistigen Quelle, die unter verschiedenen Namen wie zum Beispiel Gott, Göttin, Vater-Mutter-Gott, Allah, JHWH, Brahma, Schöpfergeist, Universelle Intelligenz, Tao oder Es bekannt ist. Da ist ja nun wirklich fast für jeden was dabei – nur für mich gerade nicht! Denn ich glaube, dass die Schöpfung dem Nichts aus dem Arsch gekrochen ist. Auch mit Meditation, Lichtarbeit etc. kann ich mich nicht anfreunden. Nein, die Farbe lila konnte ich noch nie ausstehen.

Benjamin Richter kandidiert für die Bergpartei. Das ist doch mal was! Ein frecher junger Jakobiner, der die Montagnards wieder beleben will! Die Aristokraten an die Laterne! Ackermann, halt deinen Kopf fest! Auch die Parolen der Öko-Anarchisten und Real-Dadaisten passen: ja zum bankrott, keine angst vor mangel, zahnersatz für alle. Benjamin Richter hat den Spitzenplatz in meiner Gunst erobert.

Dr. Helena Barbas – die einzige Kandidatin mit Doktortitel tritt für Die PARTEI an. In den Medien nennt man die immer “Spaßpartei”, obwohl es Martin Sonneborn ja bitterer Ernst ist. Dr. Helena Barbas möchte ein atomares Endlager in Prenzlauer Berg einrichten. Das mag noch hingehen. Aber leider kann ich ihr meine Stimme nicht geben, denn Die PARTEI möchte die Mauer wieder aufbauen. Dann könnte ich aber nicht mehr in den Wedding fahren und auch nicht mehr nach Neukölln. Das wäre doof.

Joachim Hennig tritt für die Partei Freie Wähler an. Freie Wähler sind immer super: eine Ansammlung von unbekannten Menschen, über deren politische Meinung man nichts weiß. Ich forsche im Netz. Meine wichtigsten politischen Ziele: Keine Angaben. Warum Sie mich wählen sollten: Keine Angaben. Welche Werte und Ziele sind mir wie wichtig: Keine Angaben. Eine Katze im Sack, ein politisches Blind Date, ein Überraschungsei. Für mich zuviel Aufregung.

Ismet Misirlioglu kandidiert für BIG – Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit. Innovation und Gerechtigkeit gut und schön, aber irgendwie scheint die Partei doch nur Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen: Die Eingliederung ausländischer Mitbürger und deren Kinder in das deutsche System ist unabdingbare Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Die Beibehaltung der kulturellen Identität ist Voraussetzung für das Entstehen starker Partner, die mit ihrem Beitrag dem Wohle aller dienen können. Ach du Scheiße, Eingliederung ins deutsche Schweinesystem! Und dann sind das auch noch Leute, die anderen Leuten vorschreiben wollen, sie müssten “identisch” sein. Nee, da kann man ja gleich CSU wählen.

Andreas Dahl ist im Wahlbezirk die Alternative für Deutschland. Andreas Dahl ist geboren 1970, nicht verheiratet, 2 Kinder. Nach seinem Realschulabschluss im Jahre 1988 hat Dahl eine Lehre als Schlosser erfolgreich abgeschlossen und in den Bereichen Kraftfahrzeugmechanik und –instandsetzung und Metallverarbeitung gearbeitet. Dahl ist außerdem seit 1999 Berufskraftfahrer.  Seit der Jahrtausendwende ist Dahl Wahlberliner. Klingt alles sympathisch. Aber mein Tipp: Die Partei wechseln! Die ist nämlich kacke.

Alina Popeanga gehört zur BüSo Bürgerrechtsbewegung Solidarität. Ach ja, die Partei, die immer plakatiert: Wir haben das Patentrezept! Das europäische Wirtschaftswunder durch eine neue Seidenstraße in den Orient! Aber beim Googlen dann leichter Grusel: Die gute Frau scheint nirgendwo auf der Welt zu existieren als auf dem Wahlzettel von Wahlkreis 83 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost. Ein Phantom wählen? Nein, danke!

So. Die etablierten Volksparteien (NPD, Piraten, FDP etc.) kommen sowieso nicht in Frage. Also steht der Sieger fest. Meine Stimme geht an Benjamin Richter von der Bergpartei! Herzlichen Glückwunsch bzw. Ça ira!

Literaturtipp: „Nacht der Lesebühnen“ am Mittwoch in der Groove Station

Am Mittwoch (18.09.) gibts beim Festival Literatur Jetzt! eine Nacht der Lesebühnen, die vier Autoren von vier verschiedenen Lesebühnen gemeinsam auf die Bühne der Groovestation bringt. Passend zum Thema des diesjährigen Festivals “Leben im Überfluss” präsentieren drei Autoren und eine Autorin Geschichten und Gedichte, in denen der Kampf zwischen Nachhaltigkeit und Hedonismus ausgefochten wird. Satire und Humor sorgen für kurze Weile, aber auch die Poesie wird nicht zu kurz kommen. Auf folgende Autoren darf sich das Dresdner Publikum freuen: Konrad Endler aus Berlin ist Musiker, Autor des Buches Männer von Jetzt und Mitglied der “Surfpoeten” sowie der Lesebühne “Texte im Untergrund” in Potsdam. Anke Fuchs lebt in Bonn, ist Slam-Poetin und Autorin der Kölner Lesebühne “Ein Abend namens Gudrun” und hat die CD “rasendlangsam” veröffentlicht. Der Berliner Sebastian Lehmann ist Mitglied der Lesebühne “Lesedüne” sowie der “PotShow” in Potsdam und hat gerade den Roman Genau mein Beutelschema veröffentlicht. Dan Richter aus Berlin ist Organisator und Moderator beim “Kantinenlesen”, dem Gipfeltreffens der Berliner Lesebühnen, und Gründungsautor der Lesebühne “Chaussee der Enthusiasten”.

Nacht der Lesebühnen: Konrad Endler, Anke Fuchs, Sebastian Lehmann, Dan Richter | 18.09. | Mittwoch | 20 Uhr | Groovestation | Vorverkauf: 5 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 7 Euro

Donnerstag: Lesebühne Sax Royal zurück in der scheune!

Sax RoyalAm Donnerstag (12. September) kehrt unsere Lesebühne Sax Royal mit frischen Texten und in Bestbesetzung aus der Sommerpause in die scheune zurück. Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth lesen neue Geschichten und Gedichte. Wie stets dürfen sich die Freunde unserer Lesebühne auf heitere Anekdoten aus dem Leben der analogen Bohème freuen, aber auch lyrische Eruptionen aus den Abgründen des menschlichen Daseins erwarten. Wie immer nach den Ferien verarbeiten wir auch unsere schönsten Erlebnisse des Sommers. Musikalische oder multimediale Überraschungen sind ebenfalls nicht unwahrscheinlich. Sinnreiche literarische Ergötzung für Jung und Alt!

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 12.09. | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 5 Euro ermäßigt / 7 Euro

Literaturtipp: livelyriX Poetry Slam am Donnerstag

Am Donnerstag (5. September) kehrt der livelyriX Poetry Slam in die Dresdner scheune zurück. Die Fans des Dichterwettstreits dürfen sich wie immer auf ein unterhaltsames und intelligentes Programm freuen, in dem Geschichten ebenso wie Gedichte den Weg ins Mikrofon finden. Unter den Gastpoeten sind auch einige jener Dichter, die schon im Juni bei dem leider der Flut zum Opfer gefallenen Poetry Slam erwartet wurden. Wir freuen uns auf Katja Hofmann, die allseits beliebte Slammerin aus Halle, Tilman Birr (Foto), den Berliner Kabarettisten und Autor des Buches “On se left you see se Siegessäule”, Tom Schildhauer, den dichtenden Informatiker und mehrfachen Poetry-Slam-Champion Sachsen-Anhalts sowie Tobias Krone, einen Autor aus Jena und Meister grostesker Geschichten. Wie immer sind auch Lokalgewächse aus dem literarischen Biotop Dresdens mit am Start, diesmal Kaddi Cutz, Henning Wenzel, Nathanael Nansen, Nils Matzka, Lucas Böhme und der Koschler. Am Ende entscheidet der Applaus des Publikums über den Sieger des Abends. Es moderieren Michael Bittner und Stefan Seyfarth.

livelyriX Poetry Slam | 05.09. | Donnerstag | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro (zzgl. Gebühr), Abendkasse: 6 Euro ermäßigt / 8 Euro

Vorfreude: Das Festival „Literatur Jetzt!“ in Dresden

Mit Vorfreude sehe ich dem Monat September entgegen: Zum fünften Mal gibt es Literatur Jetzt!, das Festival zeitgenössischer Literatur in Dresden. Gemeinsam mit Leif Greinus, Helge Pfannenschmidt und Volker Sielaff bilde ich wieder das Organisationsteam. Wie immer versuchen wir mit unserem Programm, Hoch- und Subkultur miteinander in Kontakt zu bringen, um zu beweisen, dass Populäres gehaltvoll und Gehaltvolles populär präsentiert werden kann. Zum ersten Mal haben wir uns auch einem besonderen Thema gewidmet: Unter dem Motto “Leben im Überfluss” gehts um die aktuelle Diskussion um Wachstum und Nachhaltigkeit.

Ich habe mich wieder besonders um die jungen Veranstaltungen gekümmert: Bei der “Nacht der Lesebühnen” treffen am 18.09. wieder vier Autoren von verschiedenen Lesebühnen aufeinander, diesmal Anke Fuchs, Sebastian Lehmann, Dan Richter und Konrad Endler. Konrads Mutter, die Dichterin Elke Erb, liest übrigens auch auf unserem Festival als eine von drei lyrischen Stimmen beim poetischen Abend am 19.09. im Stadtmuseum. Am Tag drauf, dem 20. September, gibts dann in der scheune einen weiteren Höhepunkt: Der livelyriX Poetry Slam feiert seinen zehnten Geburtstag! Ich überprüfte selbst mehrmals meinen Kalender, bis ich es glauben konnte: Es ist wirklich schon ein Jahrzehnt her, seit der monatliche Dresdner Poetry Slam im Herbst 2003 erstmals über die niedrige Bühne des Studentenklubs Bärenzwinger ging. Haarsträubende Auftritte von ernsthaft gestörten Menschen erlebten wir in jenen Anfangstagen, aber auch wundervolle Abende mit großartigen Poeten, die wir noch immer mögen und von denen so mancher inzwischen große Erfolge als Autor, Musiker oder Kabarettist errungen hat. Zum Jubliäum habe ich wenigstens einige dieser Kollegen noch einmal eingeladen, um literarisch zu feiern. Mit dabei sind Micha Ebeling, Julius Fischer, Wehwalt Koslovsky, Max Rademann, Felix Römer, Mareike Schneider, Xochil A. Schütz, mein Co-Moderator Stefan Seyfarth und ich. Die Fans dürfen sich auf einen Old-School-Poetry-Slam der feinsten Sorte mit einigen Überraschungen freuen.

Ich selbst freue mich außerordentlich auch auf das literarische Frühschoppen mit Thomas Kapielski und Jürgen Roth am 22. September im Bautzner Tor, bei dem man sich ab 11 Uhr die Bundestagswahl schönsaufen kann, auf die Lesung aus den Tagebüchern des Anarchisten und Dichters Erich Mühsam am 21.09. in der Schauburg und auf die Eröffnung des Festivals mit einer Diskussion zwischen dem Wachstumskritiker Niko Paech und dem Liberalen Sascha Tamm am 17. September ebenfalls in der Schauburg. Zum Abschluss läuft abends am 22.09. im Kino Thalia noch ein Film über den Dichter, Übersetzer und leidenschaftliche Gärtner Michael Hamburger in Anwesenheit von Regisseur Frank Wierke.

Alle Informationen zum Programm, zu den Autoren und zum Ticketkauf findet man auf der Homepage unseres Festivals oder auch auf der Facebook-Seite. Man sieht sich!

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