Literaturtipp: livelyriX Poetry Slam am 6. November in der scheune

Moses Wolff

Am Donnerstag, den 6. November, gibt es eine neue Ausgabe des traditionsreichsten Dresdner Dichterwettkampfes: Der livelyriX Poetry Slam geht – wie immer moderiert von Michael Bittner und Stefan Seyfarth – über die Bühne der scheune. Zehn Poetinnen und Poeten aus Nah und Fern kämpfen mit ihren besten Gedichten und Geschichten um den Sieg, über den allein das Publikum entscheidet. Mit dabei ist unter anderen der Münchner Autor, Komiker und Schauspieler Moses Wolff (Foto). Er ist in seiner Heimatstadt Mitglied der Lesebühne Schwabinger Schaumschläger und hat jüngst seiner Figur “Wildbach-Toni” einen Roman gewidmet. Am Start ist auch Udo Tiffert, seines Zeichens Stimme der Oberlausitz, Autor der Görlitzer Lesebühne Grubenhund und sächsischer Poetry-Slam-Meister des Jahres 2009. Außerdem gibt es endlich einmal wieder ein Slam-Poetry-Team zu erleben, noch dazu ein frisch gegründetes: Kaddi Cutz und Sabrina Schauer sind zusammen Störenfrieda. Erstmals mit dabei ist zudem Klaus Urban aus Niedersachsen. Der 1944 geborene Wissenschaftler, Künstler und Dichter hat Poetry Slams erst seit einigen Jahren für sich entdeckt – ist seitdem aber mit Erfolg unterwegs.

Wie immer sind alle Dresdner Poetinnen und Poeten eingeladen, selbst mit eigenen Texten mitzumischen, bereits angemeldet haben sich: Lucas Böhme, Jessica Flecks, Lukas Willer, Mona Zwinzscher, Christopher Heinze und Richard Krüger.

livelyriX Poetry Slam | 06. November | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 6 Euro ermäßigt / 8 Euro

Micha’s Lebenshilfe (36)

Wenn man in einem Kaufhaus eine Packung Unterhosen erwirbt, auf der das Versprechen 3 zum Preis von 2 prangt, sollte man nicht unbedingt davon ausgehen, zu Hause beim Öffnen in der Packung drei Schlüpfer vorzufinden, da es sein könnte, dass sie nur einen einzigen enthält und man, um den versprochenen Preisvorteil zu erlangen, zwei Packungen hätte kaufen müssen.

Zehn Witze, für die Dieter Nuhr ins Gefängnis gehört

Physiknobelpreis an die, die die blaue Leuchtdiode erfunden haben, die nachts an meinem TV nervt!!!

Straftatbestand: dreifache Wiederholung eines Wortes; strafverschärfend: dreifache Wiederholung des Ausrufungszeichens

Heute streiken Lokführer, morgen Weichenbieger, dann die Leitungspolierer und anschließend geht’s wieder am Flughafen weiter…

Straftatbestand: vollständige Abwesenheit von Witz in Tateinheit mit drögem Ressentiment und BER-Humor

FAZ: “Deutsche hinterlassen im Jahr 456 kg Abfall.” Und da sind die geistigen Hinterlassenschaften noch gar nicht mitgewogen!

Straftatbestand: unfreiwillige Selbstironie

Saudi-Arabien verbietet Cadburyschokoladen wegen Spuren von Schweine-DNA. Dachte da wäre nur Pferd drin.

Straftatbestand: Pferdefleischwitz

Bild findet Görings Modelleisenbahn! Kein ICE! Sonst alles normal. Im RegionalExpress ist jedenfalls das Klo kaputt.

Straftatbestand: unappetitlicher Fäkalhumor; strafverschärfend: unmotivierte Nazierwähnung

RP: “Kutschenunfall. 8 Verletzte in Bayern” Nennt mich naiv, aber ich glaube, auf Dauer wird sich das Auto auch dort durchsetzen.

Straftatbestand: Schadenfreude; strafverschärfend: noch nicht mal lustig

490 Lichtjahre entfernt: eine zweite Erde? Gibt es dort einen Termin beim Hautarzt? Oder saubere Klos im ICE?

Straftatbestand: unappetitlicher Fäkalhumor; strafverschärfend: Wiederholungstäter

RP: “V.d.Leyen lockert Fitnessregeln für Soldaten” Kommt jetzt die XXXL-Uniform und der Kampfrollator?

Straftatbestand: humoristischer Beitrag zur Wehrertüchtigung

Heißt Shutdown in den USA eigentlich, dass im Moment da drüben niemand meine Mails liest?

Straftatbestand: heillose Selbstüberschätzung; mildernder Umstand: Verfolgungswahn

Was für ein Wetter! Wenn das die Klimaerwärmung ist, herzlich Willkommen!

Straftatbestand: Veröffentlichung eines Witzes, für dessen Bart sich selbst Salafisten schämen würden

Zitat des Monats Oktober

Die Menschen morden nicht, weil sie Christen oder Moslems sind, sondern weil sie Mörder sind.

(Wolfgang Pohrt)

Sonnabend, 25. Oktober: Unser Verlag Voland & Quist feiert 10. Geburtstag

Der Verlag Voland & Quist, ansässig in Dresden und Leipzig, feiert am Sonnabend (25. Oktober) ab 21 Uhr seinen 10. Geburtstag mit einer großen, öffentlichen Party in der Dresdner scheune. Unsere Lesebühne verdankt dem Verlag eine Menge: Verleger Leif Greinus hatte zuerst die Idee, eine Dresdner Lesebühne zu gründen und brachte zu diesem Zwecke vor zehn Jahren fünf junge Autoren zusammen. Später erschienen nicht nur Bücher von Stefan Seyfarth, Julius Fischer und Max Rademann bei Voland & Quist, sondern auch unser Band Sax Royal. Eine Lesebühne rechnet ab. Überhaupt belebten die Verleger Sebastian Wolter und Leif Greinus die literarische Subkultur in Leipzig und Dresden in den letzten zehn Jahren gewaltig. Widmete sich der Verlag anfangs vor allem Autoren aus den Bereichen Poetry Slam und Lesebühne, so hat sich das Spektrum inzwischen auf die gesamte zeitgenössische Belletristik erweitert. Nicht zuletzt in Osteuropa hat Voland & Quist wunderbare Autoren entdeckt und erstmals in deutscher Sprache zugänglich gemacht. Die Lesebühne wünscht dem Verlag das Beste!

Roman Israel: „Der Clou des Uhu“

Gemeinsam mit Michael Sommermeyer von den Dresdner Schmalfilmtagen hatten wir in diesem Jahr ein Experiment gewagt und Amateurfilme mit literarischem Text versehen. Schönstes Ergebnis war Romans Filmgeschichte, die ihr hier noch einmal anschauen könnt:

Der „Tarif-Bär“ im Klassenkampf

Jüngst las ich in der Zeitung, eine der letzten Brachen in der Innenstadt von Berlin unweit der ehemaligen Grenze sei nun auch glücklich zugebaut worden. Dort steht jetzt – Überraschung! – ein neues Einkaufszentrum auf jenem Gelände, das vor dem Krieg das legendäre „Wertheim“-Kaufhaus trug. Tausende Kunden stürmten zur Eröffnung das Gebäude und shoppten wie die Bekloppten.

Aber, so las ich weiter, nicht alle waren vollauf begeistert:

Erst seit einer Woche ist das Einkaufszentrum Mall of Berlin an der Leipziger Straße geöffnet, dafür ist dort schon einiges passiert: Zweimal gab’s Feueralarm, und am Mittwoch war ein Bär da. Es war ein “Tarif-Bär”, ein Aktivist der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi im Kostüm des Berliner Wappentiers.

Und was wollte der Bär? Das neue Riesenkaufhaus steht einige hundert Meter zu weit im Osten, deshalb bekommen die Mitarbeiter weniger Geld als ihre Kollegen ein kleines Stück weiter westlich. Das mag man beklagen. Oder man freut sich gut marxistisch über die historische Dialektik, die darin liegt, dass gerade die Kapitalisten die üble kommunistische Mauer nicht ganz abreißen wollen, jedenfalls nicht im Bereich der Lohnbemessung. Über diese Ungerechtigkeit jedenfalls sollte der Bär die konsumierenden Massen aufklären. Aber was passierte?

Die Resonanz auf den Tarif-Bären sei verhalten ausgefallen, berichtet Verdi. Nur wenige Kunden hätten reagiert.

Wie schade! Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Ein Gewerkschaftsfunktionär, vermutlich nicht von der obersten Ebene, verkleidet sich als Werbemaskottchen wie ein unterbezahlter Student, der für ein Fitnessstudio oder eine Pizzeria Passanten anquatschen muss. Und nicht irgendein Kostüm trägt der Gewerkschafter, sondern das des Berliner Bären, im verzweifelten Versuch, die Konsumenten, wenn nicht bei der Solidarität, dann wenigstens beim Lokalpatriotismus zu packen. Aber die Deutschen sind pragmatisch: Sie wollen von Maskottchen Gutscheine oder wenigstens Kugelschreiber geschenkt bekommen, aber keine Probleme. So steht der „Tarif-Bär“ einsam und traurig in der Fußgängerzone, abschussreifer als jeder Problembär der Vergangenheit. Die Bären sind in Deutschland längst ausgestorben und Gewerkschafter, die sich als Bären verkleiden, verdienen das gleiche Schicksal.

Dienstag, 14. Oktober: Lesebühne Sax Royal mit Best-of-2014-Programm im Kabarett Breschke & Schuch

Erstmals präsentiert unsere Lesebühne Sax Royal ein Best-of-Programm im Dresdner Kabarett Breschke & Schuch, das die schönsten Geschichten, Gedichte und Lieder des Jahres 2014, aber auch einige Neuigkeiten auf die Bühne bringt. Humoristischer Ausbruch und politischer Anspruch schließen sich dabei nicht aus, sondern finden zueinander wie Faust und Auge.

Mit dabei sind alle fünf Stammautoren: Michael Bittner lebt als freier Autor in Berlin und ist in Dresden auch als Kolumnist der Sächsischen Zeitung bekannt. Julius Fischer feiert nicht nur als Poet, sondern auch als Hälfte der komischen Band “The Fuck Hornisschen Orchestra” Erfolge, so gerade mit der Show „Comedy mit Karsten“ im MDR. Roman Israel blickt in seinen Erzählungen und Gedichten in die Abgründe des Zwischenmenschlichen und die Dreckecken der Gesellschaft. Gerade ist sein Roman „Caiman und Drache“ erschienen. Max Rademann hat sich nicht nur als Stimme der Neustädter Bohème einen Namen gemacht, sondern gilt auch als Chronist seiner Urheimat, des Erzgebirges. Stefan Seyfarth vereinigt in mitreißenden Gedichten Rap und Dichterschule, in heiteren Geschichten erzählt er vom Alltag eines Erziehers.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – Best-of 2014 | 14. Oktober | Dienstag | 19:30 Uhr | Kabarett Breschke & Schuch | Dresden, Wettiner Platz 10 | Vorverkauf oder Abendkasse: 12 Euro zzgl. Gebühr

Donnerstag, 9. Oktober: Lesebühne Sax Royal in der scheune

Sax Royal

Unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal begrüßt am Donnerstag, den 9. Oktober, nicht nur ihr Stammpublikum, sondern zum Semesterstart traditionsgemäß auch eine Menge verirrter Studienanfänger mit brandneuen Geschichten, Gedichten und Liedern. Zu hören gibt es wie immer Anekdoten aus dem Leben der nachtschwärmenden Intelligenz, Poeme über die Siege und Niederlagen der Liebe und politische Pamphlete, vor denen die Gewaltigen erzittern.

Auf folgende Stammautoren darf man sich freuen: Michael Bittner schreibt Satiren, Kolumnen und andere Versuche, unter anderem für die “Wahrheit” der taz. Der komische Autor und Liedermacher Julius Fischer aus Leipzig macht zurzeit Furore mit der Show “Comedy mit Karsten” auf dem Comedy-Kanal MDR. Roman Israel schlägt ernstere Töne an, wie er zuletzt mit seinem Roman “Caiman und Drache” bewies. Der Dresdner Max Rademann präsentiert unterhaltsame und abgründige Geschichten aus seiner Jugend im Erzgebirge. Als besonderen Gast begrüßt Sax Royal außerdem noch den Dresdner Poeten Moritz 7 von der Lesebühne “Die silbernen Reiter”.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 09. Oktober | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5 Euro ermäßigt / 7 Euro

Max Rademann: „Die Dörte und der Unkönig Willy“

Max Rademann: Die Dörte und der Unkönig WillyWer noch kein Kind hat, der zeuge schleunigst eines! Max Rademann hat sein erstes Kinderbuch veröffentlicht. Es heißt Die Dörte und der Unkönig Willy und ist und im Verlag Voland & Quist erschienen. Erzählt wird die Geschichte des aufgeweckten Mädchens Dörte, die einem sehr ungehobelten Unkönig Willy eine Lektion erteilt. Von Max stammen die Geschichte und die Illustrationen, die Musik der Hörversion haben die Leute vom Dresdner Label Uncanny Valley beigesteuert. Ein überwältigendes Abenteuer für Alt und Jung!

 

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