Sonntag, 30. November: Max Rademann feiert die Buchpremiere von „Die Dörte und der Unkönig Willy“

Max Rademann: Die Dörte und der Unkönig WillyDörte feiert Premiere! Dörte, das ist das Mädchen „mit den Sommersprossen und dem Zopp aufm Kopp“ – und außerdem hat sie immer gute Laune. Dörte will Abenteuer erleben, deswegen fährt sie mit der Dampflok auf einen Berg. Im Zug trifft sie König Willy. Also jedenfalls behauptet er, ein König zu sein. Weil er sich aber überhaupt nicht königlich, sondern sehr ungehobelt benimmt, verpasst Dörte ihm den Namen „Unkönig Willy“. Gemeinsam erkunden sie den Berg und der griesgrämige Unkönig lernt, die Welt mit Dörtes Augen zu sehen. Oder besser: sie mit ihren Ohren zu hören.

Autor und Illustrator Max Rademann liest die Geschichte Die Dörte und der Unkönig Willy, musikalisch begleitet wird er von Sandrow M. (Uncanny Valley). Anschließend können sich die kleinen Gäste selbst als Illustratoren versuchen. Los geht es um 16 Uhr im Alten Wettbüro. Der Eintritt ist frei!

Zitat des Monats November

…VOLLSPINNER! Gehören standrechtlich erschossen diese Öko-Terroristen!… allen voran Claudia Fatima Roth!

(Lutz Bachmann, der Führer der anti-rassistischen und pazifistischen PEGIDA-Demonstrationen in Dresden, auf Twitter am 6. September 2013)

26.11. Roman Israel liest aus “Caiman und Drache” im KulturHaus Loschwitz

Am 26.11. stellt Lesebühnenmitglied Roman Israel seinen Roman CAIMAN UND DRACHE vor, der sich übrigens vorzüglich als Lektüre an grauen, nasskalten Tagen eignet. Denn er enthält alles, was einen guten Krimi ausmacht, einen überforderten Kommissar (fett), Regen und Tote und vieles mehr.
Der Schauplatz des Romangeschehens liegt in dem verschlafenen Dorf Braschowitz, im Oberschlesien der 1920er Jahre. In der zum Deutschen Reich gehörenden Region entbrennt ein Volksaufstand, dessen Ziel der Anschluss an die Zweite Polnische Republik ist. Brücken werden gesprengt. Menschen verschwinden. In den Hinterzimmern der Amtsstuben laufen halbseidene Geschäfte. Eines Morgens wird die Leiche von Pfarrer Ogurek im Steinbruch gefunden. Der beleibte Kriminalbeamte Ferch untersucht den Fall, doch er stößt auf jede Menge Ungereimtheiten – und auf das Misstrauen der Dorfbewohner. Und es wird weitere Tote geben … Es lohnt sich auf jeden Fall, schaut vorbei.

WANN: 26.11.14 / 20:00
WO: KulturHaus Loschwitz / Friedrich-Wieck-Straße 6 / 01326 Dresden
Eintritt: 8 / 6 Euro

www.romanisrael.de
www.kulturhaus-loschwitz.de

Die patriotischen Europäer sprechen

In Dresden demonstriert seit einigen Wochen mit wachsendem Erfolg die Initiative “Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes” (PEGIDA). Da ich bislang nicht vor Ort war, bin ich, um mir ein Urteil zu bilden, auf den Text der Rede angewiesen, die ausweislich der Facebook-Seite der Gruppe am 17.11. gehalten wurde. Der ungenannte Redner kann Interesse beanspruchen, nicht wegen des Inhalts seines Textes, sondern wegen der sprachlichen und intellektuellen Schlichtheit, mit der er die gegenwärtig liebsten Steckenpferde der Neuen Rechten reitet.

Wir ALLE haben in der letzten Woche durch verschiedene Medienberichte erleben dürfen, WIE in unserem Land das Recht auf Meinungsfreiheit respektiert wird…

Nämlich GAR NICHT…!!!

In dem Moment, wo man von der vorgefertigten Meinung abweicht, ist diese Freiheit abgeschafft !!!

Wir haben erleben dürfen, dass WIR ALLE als RECHTE… als NAZIS… als RASSISTEN… beschimpft werden.

Der Redner versäumt es, darzulegen, wann und wo den Patrioten das Rede- oder Demonstrationsrecht verweigert wurde. Es wurde ihnen nämlich tatsächlich gewährt, ja sogar durch den Einsatz der Polizei verschafft. Als Ende der Meinungsfreiheit erscheint ihm vielmehr, dass Patrioten von Gegnern “beschimpft” worden seien. Wie also sähe Meinungsfreiheit nach dem Geschmack der Dresdner Patrioten aus? Sie herrschte in einem Staat, in dem den Gegnern der Patrioten das Maul gestopft wäre. Gegen den Vorwurf, sie seien Rassisten, dürfen sich die angeblich mundtoten Patrioten noch öffentlich verteidigen:

Radikale Islamisten sind keine Rasse, ALSO SIND WIR KEINE RASSISTEN!

Eine Unterscheidung, die durchaus einleuchtet. Sie markiert den Unterschied zwischen völkischen und kulturalistischen Fremdenhassern. Ob allen Demonstranten dieser feine Unterschied beizubringen ist, scheint zweifelhaft. Die Kommentarspalte bei Facebook spricht eher dagegen. Aber ich möchte bewusst nicht auf die Pöbeleien der Fans eingehen, sondern auf die offizielle Verlautbarung.

Wir akzeptieren KEINE HETZE von irgendwelchen Hasspredigern gegen “Ungläubige” oder Andersgläubige unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit!

Wir akzeptieren in Europa keinerlei “Tätigkeiten” von IS, PKK, al Kaida oder wie sie alle heißen!

Die Patrioten, die sich dagegen verwahren, mit Nazis und Rassisten in einen Topf geworfen zu werden, werfen verschiedenste, ja miteinander verfeindete Gruppen in einen Topf. Warum? Weil alle dem Islamismus huldigten? Keineswegs, denn die PKK ist ja eine sozialistische, säkulare Bewegung. Offenbar gehören alle in einen Topf, weil sie alle irgendwie arabisch sind. (Oder kurdisch, aber wen kümmern solche Details.) Und schon ist er wieder da, der gerade erst verabschiedete Rassismus. Er ist eben hartnäckiger als man denkt, besonders wenn er im Kopf viel Platz hat, um sich häuslich einzurichten.

Wir möchten. dass alle Kinder in einem friedlichem und weltoffenem Deutschland und Europa aufwachsen können!

Ich möchte, dass die Deutschfühlenden erst mal Deutsch lernen, bevor sie den Mund aufmachen. Aber das dürfen wir nicht erwarten. Die Patrioten stellen stattdessen acht dringliche Forderungen, so etwa:

6. Bewahrung und Schutz unserer Identität und unserer christlich-jüdischen Abendlandkultur

Was genau an der jahrhundertelangen Unterdrückung und Verfolgung der Juden durch die Christen in Europa sie bewahrenswert finden, verraten die Patrioten leider nicht. Aber bringen wir einfach ein Hoch auf die “Abendlandkultur” aus, deren Religionskriege mehr christliche Brüder unter die Erde gebracht haben, als es der islamistischste Islam je könnte.

8. Es muss für uns wieder normal sein, öffentlich die Liebe zu seinem Vaterland zum Ausdruck zu bringen! Gegen Antipatriotismus!

Man muss auf die Feinheiten achten, auf die der Redner selbst nicht geachtet hat. So kann man die Rede zum Sprechen bringen. Es soll nicht etwa nur erlaubt sein, patriotische Gefühle zu zeigen. (Ist es denn verboten? Aber gut, Schwamm drüber.) Nein, es muss “normal” werden. Sodass jeder, der sich weigert, im patriotischen Schwindel mitzutaumeln, als Anormaler aussortiert werden kann. So richtig neu ist dieser Nationalismus nicht, er sieht sogar ziemlich alt aus.

Liebe Freunde, abermals bitte ich Euch, lasst uns Anknüpfen an die vergangenen Montage und FRIEDLICH, SCHWEIGEND und ANDÄCHTIG durch unsere wundervolle Stadt Dresden ziehen. Wir bitten Euch inständig: Bitte ruft KEINE PAROLEN!! Mahnende Ruhe ist das Gebot der Stunde!

Es ist zu schade: Die Rede ist fast zuende, da entlarvt sich der Redner mit rührender Naivität doch noch selbst. Er, der Vorkämpfer der Meinungsfreiheit, verbietet seinen eigenen Anhängern das Wort! Verpasst ihnen einen Maulkorb! Warum? Weil er Angst vor dem hat, was sie brüllen könnten. Das wäre – im Gegensatz zu seiner Rede – nämlich vermutlich wirklich die Wahrheit.

WIR SIND STARK, WIR SIND DAS VOLK!!

Das mag sein. Dann habe ich mir nur mal erlaubt, dem Volk aufs Maul zu schauen.

Donnerstag, 13. November: Lesebühne Sax Royal in der scheune

Sax Royal

Unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal wird am Donnerstag (13. November) in der scheune den trüben Herbst mit frischen Geschichten, Gedichten und Liedern vergessen machen. Wie stets darf sich das Publikum auf komische Geschichten über die Tücken des Alltags, philosophische Expeditionen an den Rand des Sinns und politische Satiren gegen das Schweinesystem freuen.

Mit dabei sind alle fünf Stammautoren: Stefan Seyfarth berichtet von den Abenteuern eines privaten wie professionellen Erziehers. Max Rademann erzählt von den kernigen Kerlen und fantastischen Frauen seiner erzgebirgischen Heimat. Roman Israel führt uns in seltsame Abgründe der Geschichte und der Psyche. Julius Fischer singt und liest gewitzt über die Absurditäten unserer Existenz. Michael Bittner stürzt sich mit seinen Satiren und Kolumnen wieder in aussichtslose Wortgefechte. Wie immer darf sich das Publikum auch noch auf einige Überraschungen und unverlangte Zugaben freuen.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 13. November | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5 Euro ermäßigt / 7 Euro

Buchtipp: Udo Tiffert – „Zaun zum Aufstützen. Die Lausitz-Geschichten“

Udo Tiffert, der geschätzte Kollege und regelmäßige Gast unserer Lesebühne, hat ein neues Buch veröffentlicht. Es trägt den schönen Titel Zaun zum Aufstützen. Die Lausitz-Geschichten und versammelt eine Auswahl seiner schönsten Texte aus der letzten Zeit. Im Jahr 2006 hat Udo sich nach Jahren in Berlin in einem Häuschen im Herzen der Lausitz niedergelassen. Von dort aus bricht er allerdings regelmäßig auf, um seine Gedichte und Geschichten bei Lesebühnen und Poetry Slams in ganz Deutschland vorzulesen. So sind denn auch seine Texte zwar von der Landschaft und den Leuten der Lausitz inspiriert, aber keineswegs provinziell oder betulich. Immer wieder bricht die Außenwelt in die scheinbare Idylle ein, auch die Lausitz erweist sich nicht als Insel der Seligen. Und viele Geschichten führen vom Dorf in die Großstadt und die entfernte Fremde. Äußerst vielfältig ist der Inhalt des Buches: Da gibt es melancholische Kurzgeschichten über die Liebe in Zeiten der Fernbeziehung, philosophische Reflexionen über die komplizierte Dreiecksbeziehung von Mensch, Hund und Wolf und satirische Ausflüge auf Feten und Volksversammlungen. Sehr schöne Gedichte und Illustrationen eröffnen und gliedern die drei Kapitel des Buches. Ein Band nicht nur für Bewohner und Freunde der Lausitz, sondern für alle, die Udo Tifferts unverwechselbare Mischung von Witz und Poesie mögen.

Erhältlich ist das Buch ab sofort bei allen Lesungen von Udo, so zum Beispiel bei der Lesebühne Cottbus, der Görlitzer Lesebühne Grubenhund oder der Dresdner Lesebühne Die silbernen Reiter. Oder man bestellt es per Mail: post@udotiffert.de. Es hat 200 Seiten und kostet 10 Euro, mit Versand 12 Euro.

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