Max Rademann: Die Erzgebirgsbahn

Im März war Royalist Max Rademann im Rahmen des Projekts Kunst im Gefängnis zu Gast in der JVA Zeithain, wo er zur Freude der Zuhörer einige seiner schönsten Texte las. Besonders Geschichten aus dem Erzgebirge stießen auf große Gegenliebe. Der Klassiker Die Erzgebirgsbahn wurde auch auf Video festgehalten:

Franziskus, der Öko-Papst

Der gegenwärtige Papst, geheißen Franziskus, ist ein bescheidener und sympathischer Mann. Ich wundere mich, wie es einigen Politaktivisten und Kabarettisten gelingt, ihn trotzdem zu hassen. Bei den Atheisten unter ihnen mag da der alte protestantische Hochmut gegen die rückständigen Römlinge nachwirken. Auf der anderen Seite hat Franziskus aber auch unter Linken eine merkwürdig große Anhängerschaft gewonnen, fast so, als wäre Karl Marx zum Papst gewählt worden. Ich selbst fühle mich dagegen eher unbefangen. Wenn der Papst etwas Vernünftiges über die soziale Frage sagt, freue ich mich. Wenn er etwas Unvernünftiges über die Züchtigung von Kindern sagt, ist es mir egal. Ich bin ja kein Katholik, der gezwungen wäre, auf die Anweisungen des Bischofs von Rom zu hören. Jüngst erfuhr ich nun, der Papst habe eine Enzyklika zur ökologischen Frage veröffentlicht und wolle sich damit „an jeden Menschen wenden, der auf diesem Planeten wohnt.“ Da wurde ich neugierig. Auf diesem Planeten wohne ich auch, also möchte der Papst offenbar auch mit mir ins Gespräch kommen. Warum also nicht mal hören, was der Papst mir zu sagen hat?

Diese Enzyklika ist schon ein eigenartiger Text: eine Dreifaltigkeit aus politischem Manifest, ökologischer Bestandsaufnahme und spiritueller Erbauungsschrift. Kampfrufe nach Gerechtigkeit stehen neben ermüdenden Aufzählungen von Studienergebnissen und Bibelzitaten über den Wert des lieben Viehs. Doch wer geduldig im Text stöbert, der stößt auf ganz beachtliche Aussagen. So findet sich die Einsicht, dass die Umweltzerstörung direkt mit der gesellschaftlichen Ungleichheit zusammenhängt:

Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise.

Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.

Und obwohl das Wort „Kapitalismus“ ängstlich vermieden wird, klingt es doch beinahe marxistisch, wenn Franziskus die Übel der verkehrten Welt auf „ein strukturell perverses System von kommerziellen Beziehungen und Eigentumsverhältnissen“ zurückführt. Der Papst beklagt die ökonomische Ungleichheit innerhalb der Gesellschaften, noch mehr aber zwischen den Staaten:

Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist. Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.

Die Menschen der reichen Länder sollen also auf Wohlstand verzichten, die Wirtschaft der Industriestaaten soll nicht mehr wachsen, sondern schrumpfen! Die Begeisterung vieler Fans des Papstes in der Ersten Welt dürfte nachlassen, wenn ihnen diese Forderung nach globaler Umverteilung zu Ohren käme. Solidarität gut und schön, aber der Spaß hört auf, wenn mir jemand mein Smartphone wegnehmen möchte!

Was ist nun aber in den Augen des Papstes die Wurzel des Übels? Geklagt wird im Text öfter über das „Paradigma der Technokratie“, die rücksichtslose Beherrschung und Ausbeutung der Natur. Dass Technik nicht an sich verwerflich ist, weiß der Papst aber natürlich auch. Eine schlüssige Unterscheidung zwischen guter und schlechter Technik bietet der Text nicht, was nicht verwundert, denn technische Mittel befinden sich prinzipiell jenseits von Gut und Böse, auf den Zweck ihres Gebrauchs kommt es an. So gelangt der Papst denn auch zur Kritik am ökonomischen „Ziel der Gewinnmaximierung“, das dem „Prinzip des Gemeinwohls“ widerspreche:

Der Markt von sich aus gewährleistet aber nicht die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und die soziale Inklusion.

Die Ressourcen der Erde werden auch geplündert durch ein Verständnis der Wirtschaft und der kommerziellen und produktiven Tätigkeit, das ausschließlich das unmittelbare Ergebnis im Auge hat.

Aufzuhören, in die Menschen zu investieren, um einen größeren Sofortertrag zu erzielen, ist ein schlechtes Geschäft für die Gesellschaft.

In der Tat! Aber was tun? Müsste man etwa die Produktionsmittel gesellschaftlich kontrollieren, auf globaler Ebene womöglich? Nein, gar so weit will Franziskus nicht gehen. Er bleibt in den Bahnen der guten alten katholischen Soziallehre und appelliert ans christliche Gewissen der Unternehmer:

Die Unternehmertätigkeit, die eine edle Berufung darstellt und darauf ausgerichtet ist, Wohlstand zu erzeugen und die Welt für alle zu verbessern, kann eine sehr fruchtbringende Art und Weise sein, die Region zu fördern, in der sie ihre Betriebe errichtet, vor allem wenn sie versteht, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen ein unausweichlicher Teil ihres Dienstes am Gemeinwohl ist.

Aber leider, leider ist weder die Schaffung von Arbeitsplätzen noch der Dienst am Gemeinwohl unausweichlich, ganz im Gegensatz zum „Ziel der Gewinnmaximierung“. Das Streben nach dem größtmöglichen Profit ist das Prinzip des Kapitalismus, und dies nicht aufgrund der Gier oder Böswilligkeit der Unternehmer, sondern aus Notwendigkeit. Wer keinen Profit erwirtschaftet, geht pleite oder wird geschluckt. Für jeden Aussteiger aus dem kapitalistischen Kampf ums Dasein findet sich ein Ersatz. Darum sind alle moralischen Appelle an die Haie, sie mögen sich doch bitte in Zukunft von Seegras ernähren, nichts als vergebliche Liebesmüh. Der Kapitalismus wird die Früchte der Erde so lange erst in Waren und dann in Müll verwandeln, bis die Erde ausgequetscht ist wie eine Zitrone.

Ist es realistisch zu hoffen, dass derjenige, der auf den Maximalgewinn fixiert ist, sich mit dem Gedanken an die Umweltauswirkungen aufhält, die er den kommenden Generationen hinterlässt?

Nein, es ist nicht realistisch, dies zu hoffen. Und doch will der Papst die Hoffnung nicht begraben, die Kapitalisten durch gutes Zureden zum Besseren zu bekehren. Für ihn ist der Kern des Problems naturgemäß gar nicht materiell, sondern spirituell. Wir hören die altbekannten katholischen Klagen über den fatalen „Individualismus“, über den „modernen Anthropozentrismus“ und über eine „Kultur des Relativismus“. Kurz: Das Problem wird vom Politischen doch wieder ins Moralische verschoben. Und wo es an Moral fehlt, da muss natürlich nach der Religion gerufen werden. So ist das Grundübel schließlich doch wieder

die Idee, dass es keine unbestreitbaren Wahrheiten gibt, die unser Leben lenken, und deshalb der menschlichen Freiheit keine Grenzen gesetzt sind.

Wo aber finden wir sie nur, die absoluten Wahrheiten? Man ahnt es.

Die beste Art, den Menschen auf seinen Platz zu verweisen und seinem Anspruch, ein absoluter Herrscher über die Erde zu sein, ein Ende zu setzen, besteht darin, ihm wieder die Figur eines Vaters vor Augen zu stellen, der Schöpfer und einziger Eigentümer der Welt ist. Denn andernfalls wird der Mensch immer dazu neigen, der Wirklichkeit seine eigenen Gesetze und Interessen aufzuzwingen.

Der liebe Gott also ist der Eigentümer der Erde und hat sie nur an uns vermietet? Und das soll uns dazu bringen, sie möglichst schonend zu behandeln? Als ob nicht jeder Mieter schlampiger mit seiner Wohnung umgeht als ein Eigentümer, eben weil sie ihm nicht gehört und er nur übergangsweise in ihr haust! Das Christentum hat mit seiner Lehre, die Erde sei nur Durchgangsstation zum Himmel, die Leichtfertigkeit im Umgang mit den natürlichen Ressourcen ganz gewiss nicht wenig befördert. Befiehlt nicht gar der Gott der Bibel den Menschen, sich die Erde „untertan“ (1. Mose 1,28) zu machen, sie also zu beherrschen und auszubeuten? Aber nein: „Das ist keine korrekte Interpretation der Bibel, wie die Kirche sie versteht.“ Na dann.

Auch der Bischof von Rom ist nur ein Priester. Wenn vor Jahrhunderten irgendwo ein Erdbeben, eine Sturmflut oder eine Feuersbrunst wütete, dann trat gewiss ein Priester auf, der in der Katastrophe eine Strafe Gottes für die Sünden der Menschen sah und sie zur reuigen Rückkehr in den Schoß der Kirche aufrief. So benutzt nun auch Franziskus die Umweltkatastrophen der Gegenwart, um verirrte Schäfchen wieder in den Stall des alten Glaubens zu treiben. Der Klimawandel erlaubt es, mit einer neuen Sündflut zu drohen. Immerhin, so muss man billigerweise einräumen, hält Franziskus es nicht für unmöglich, dass auch ungläubigen Menschen die „ökologische Umkehr“ gelingt, dies sei nur „nicht leicht“.

Was in dieser Enzyklika vernünftig ist, stammt aus den Erkenntnissen der Wissenschaft und den Erfahrungen der sozialen Bewegungen. Was die Religion beiträgt, ist hingegen überflüssig oder Unsinn. Kann die Enzyklika dennoch nützlich sein? Gewiss. Sie kann wissenschaftliche Einsichten an jene vermitteln, sie sich nur von Priestern belehren lassen. Sie kann jene zu richtigem Handeln bewegen, die dazu Befehle eines unsichtbaren Weltherrschers nötig haben. Alle anderen Menschen muss sie nicht weiter kümmern.

Michael Bittner

Zitat des Monats Juni

Die Lobredner der Arbeit. – Bei der Verherrlichung der „Arbeit“, bei dem unermüdlichen Reden vom „Segen der Arbeit“ sehe ich den selben Hintergedanken, wie bei dem Lobe der gemeinnützigen unpersönlichen Handlungen: den der Furcht vor allem Individuellen. Im Grunde fühlt man jetzt, beim Anblick der Arbeit – man meint immer dabei jene harte Arbeitsamkeit von früh bis spät -, dass eine solche Arbeit die beste Polizei ist, dass sie Jeden im Zaume hält und die Entwickelung der Vernunft, der Begehrlichkeit, des Unabhängigkeitsgelüstes kräftig zu hindern versteht. Denn sie verbraucht ausserordentlich viel Nervenkraft und entzieht dieselbe dem Nachdenken, Grübeln, Träumen, Sorgen, Lieben, Hassen, sie stellt ein kleines Ziel immer in’s Auge und gewährt leichte und regelmäßige Befriedigungen. So wird eine Gesellschaft, in welcher fortwährend hart gearbeitet wird, mehr Sicherheit haben: und die Sicherheit betet man jetzt als die oberste Gottheit an. – Und nun! Entsetzen! Gerade der „Arbeiter“ ist gefährlich geworden! Es wimmelt von „gefährlichen Individuen“! Und hinter ihnen die Gefahr der Gefahren – das individuum!

Friedrich Nietzsche

Die Volksverräterin Tatjana Festerling

Sie hat es geschafft! Tatjana Festerling hat es geschafft! Bei der Wahl in Dresden am 7. Juni wurde sie als Kandidatin von PEGIDA gewählt – zur „Bürgermeisterin der Herzen“ (Lutz Bachmann)! Und wie jeder „Sieger der Herzen“ erwies auch Tatjana Festerling sich vor allem als – schlechter Verlierer. Am 8. Juni feierte sie beim traditionellen Montagsspaziergang in strömendem Regen vor 2000 begossenen Pudeln ihre Niederlage. Ihre kurze und ungewöhnlich kleinlaute Rede ist bemerkenswert, weil sie ungewollt zur Bankrotterklärung von PEGIDA wurde. Der große Angriff gegen das ganze politische System endete in einem Akt kleinlicher Parteipolitik. Der fauchende Tiger legte sich brav als Bettvorleger nieder.

Man traute seinen Ohren nicht: Die unerschrockene Rebellin Tatjana Festerling, die alles umstürzende Kämpferin gegen das politische System, sie palaverte plötzlich wie eine x-beliebige parteipolitische Betriebsnudel! Sie redete ihr mickriges Ergebnis schön und die Erfolge der gegnerischen Kandidaten schlecht – mit den schlimmsten Phrasen aus dem Werkzeugkasten der so verabscheuten politischen Klasse. „Fast jeder zehnte Wähler hat für uns gestimmt!“, so jubilierte Festerling. In der Tat: Fast 5 Prozent der wahlberechtigten Dresdner haben für die Hamburgerin gestimmt. Einen solch triumphalen Sieg hat es in der Geschichte der westlichen Demokratie selten gegeben. 9,6 Prozent der Stimmen seien „ein hervorragendes Ergebnis, das wir nur alle gemeinsam gestemmt haben und auf das wir stolz sein müssen.“ Leute, wir müssen! Ich weiß, euch fällt das schwer, aber wir müssen stolz sein auf unser Versagen!

Verloren haben nämlich selbstverständlich nur die anderen: Das schlechte Ergebnis von Markus Ulbig sei eine „Klatsche“ für Angela Merkel. Die Zuschauer grölen „Merkel muss weg! Merkel muss weg!“, der PEGIDA-Chor klingt allerdings schon etwas dünner als sonst. Und zielsicher ergänzt Tatjana Festerling: „Die Verliererin dieser Wahl heißt nämlich Stange!“ Nicht anders, Freunde! Die Kandidatin mit den meisten Stimmen ist die Verliererin! Eine Sichtweise nicht ohne dialektische Konsequenz: Wenn die Verliererin sich zur Gewinnerin erklärt, muss sie natürlich auch die Gewinnerin zur Verliererin erklären. Da bei PEGIDA die Wahrheit sowieso immer auf dem Kopf steht, fällt eine solche Akrobatik auch nicht sonderlich auf.

Tatjana Festerling spürt aber doch: Wenn das „Volk“ sich plötzlich als Splittergruppe herausstellt, kann man die Enttäuschung nicht einfach wegreden. Man kann aber die Schuld wie gewohnt bei den anderen suchen: „Wie hätte das Ergebnis ausgesehen, wenn wir mehr Zeit, mehr Geld und einen großen, organisierten Apparat hinter uns gehabt hätten?“ Ihren desillusionierten Anhängern befiehlt sie, sich nicht „in den Strudel der Resignation reißen“ zu lassen. Ja, sie zieht alle Register, und appelliert sogar an die „sächsische Ehre“! Lokalstolz zieht beim Sachsen immer. Fast flehentlich ruft sie: „Ihr werdet weiter gebraucht!“ Und das stimmt: Die Mitläufer von PEGIDA werden wirklich weiter gebraucht: als Fußvolk einer toten Bewegung nämlich, die nur noch dazu dient, den verkrachten Existenzen von Lutz Bachmann und Tatjana Festerling ein Auskommen zu verschaffen.

Aber Tatjana Festerling lässt noch eine Bombe platzen: Sie zieht ihre Bewerbung für den zweiten Wahlgang zurück! Zugunsten von Dirk Hilbert, den sie zugleich noch mit ihrem ganz eigenen Charme als „verdammt dicke Kröte“ bezeichnet, die es nun zu schlucken gelte. Und zum ersten Mal verweigern die Anhänger von PEGIDA den Applaus. Selbst sie spüren instinktiv, dass sie gerade von ihrer Führerin gewaltig verarscht werden. „Stange wäre der Horror für Dresden!“, ruft Festerling beschwörend. „Es gilt mit allen Mitteln, dieses bunte Bündnis für Dresden zu verhindern!“ Das alte Feindbild zieht noch und die Zustimmung kehrt halbherzig zurück. Aber ein Unbehagen bleibt, das sich auch im Internet unter den PEGIDA-Anhängern bald Bahn bricht. Die Bewegung, die sich selbst immer als Alternative zum ganzen politischen System verstand, die gegen alle etablierten Parteien gleichermaßen wetterte, sie wird von Tatjana Festerling plötzlich ganz klein gemacht und ordnet sich ein in „das bürgerlich-konservative Lager, zu dem wir gehören“. Einst rief der Lutz Bachmann: „PEGIDA ist und bleibt überparteilich!“ Es war nur eine Lüge unter vielen Lügen eines notorischen Lügners.

Tatjana Festerling hat sich aber nicht nur plötzlich in eine gewöhnliche Politikerin verwandelt, sie hat sich auch noch in eine schlechte Politikerin verwandelt. Sie verschenkt bedenkenlos Wählerstimmen an Dirk Hilbert, die ihr gar nicht gehören! Kein Politiker der etablierten Parteien wäre so dumm, seine Verachtung für den Volkswillen so offen zu zeigen. Frau Festerling aber ist noch dümmer: Sie verschenkt die Stimmen ihrer Wähler auch noch, ohne sich von Dirk Hilbert vorher wenigstens eine Gegenleistung zu sichern. Nicht einmal die CDU war so naiv, sich darauf einzulassen. Welch ein politischer Pfusch einer politischen Dilettantin!

„Wir halten uns jetzt freiwillig zurück, aber nur um Anlauf zu nehmen“, versichert Tatjana Festerling wie der Fuchs vor den Trauben. Der große Volksaufstand von PEGIDA führt nun also zu keinem anderen Ergebnis als zur Wahl des netten Herrn Hilbert von der FDP zum Dresdner Oberbürgermeister! Peggy hält ihm die Tür zum Rathaus auf und darf dabei höchstens leise fluchen. Einen besseren Komödienschluss hätte sich kein Dichter für die PEGIDA-Farce ausdenken können. Fast übermannt mich das Mitleid ob eines so über alle Maßen erbärmlichen Endes. Peggy, das hast selbst du nicht verdient!

Und doch bleibe ich am Ende dieser Geschichte nicht heiter, sondern betrübt zurück. Welches Ausmaß von Hass und Hysterie hat sich in den letzten Jahren in Deutschland gezeigt, während es den Deutschen doch gerade leidlich gut geht! Was käme wohl erst auf uns zu, wenn wir eine schwere wirtschaftliche Krise erlebten oder einen schlimmen Terroranschlag? Gott sei uns allen gnädig!

Michael Bittner

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Die Rede von Tatjana Festerling am 8. Juni 2015 kann man als Video anschauen.

Donnerstag: Unsere Lesebühne Sax Royal in der scheune

Sax Royal

Bei der letzten Ausgabe unserer Dresdner Lesebühne Sax Royal vor der Sommerpause kommen am Donnerstag, dem 11. Juni die fünf Stammautoren noch einmal vollzählig zusammen. Und in Bestbesetzung werden Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth dem Publikum auch noch einmal Geschichten, Gedichte und Lieder der Güteklasse A servieren. Wie immer kommen sowohl die Freunde des Humors als auch des feinsinnigen Ernstes auf ihre Kosten. Dafür sorgen Stefan Seyfarth, der dichtende Erzieher, Max Rademann, der Sohn und Sänger des Erzgebirges, Roman Israel, der genaue und klarsichtige Erzähler, Julius Fischer, der komische Essayist und Barde sowie Michael Bittner, der Satiriker und Sprachkritiker. Wie immer wird die abschließende, unverlangt aufgenötigte Zugabe noch eine besondere Überraschung parat halten.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 11. Juni 2015 | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5 Euro ermäßigt / 7 Euro

Literaturtipp: livelyriX Poetry Slam in der scheune am 4. Juni 2015

Bleu Broode

Am Donnerstag, dem 4. Juni, geht der letzte Dresdner livelyriX Poetry Slam vor der Sommerpause über die Bühne der scheune. Er bietet auch die letzte Chance für Poetinnen und Poeten, sich für die Sächsische Poetry-Slam-Meisterschaft, den Grand Slam of Saxony am 9. August zu qualifizieren. Wie immer treten beim von Stefan Seyfarth und Michael Bittner moderierten Dichterwettkampf nicht nur Dresdner Poeten, sondern auch Slammer aus dem Rest der Republik an.

Erwartet werden Bleu Broode, den sächsischen Poetry-Slam-Champion des Jahres 2010. Er hat soeben unter seinem bürgerlichen Namen Nils Straatmann die Reiseerzählung “Wo die Kartoffeln auf Bäumen wachsen” im Malik Verlag veröffentlicht. Zu den aufregendsten jungen Slammern in Berlin zählt die Poetin Zoe Hagen, die in ihren Geschichten persönliche Erfahrungen mit politischem Engagement verbindet. Lange in Berlin zuhause war auch der Performance-Poet Frank Klötgen, der inzwischen in München wohnt. Er hat zahlreiche Bücher mit seinen Gedichten veröffentlicht, zuletzt kam der Band “Holz und die 7 Todsünden” heraus. Mit dabei ist auch die Leipzigerin Marsha Richarz. Sie präsentiert ihre Texte nicht nur bei Poetry Slams, sondern bloggt auch unter dem Titel “Wort ist ihr Hobby”.

Wie immer können alle Dresdnerinnen und Dresdner auch selbst mit eigenen Texten mitmachen – zur Anmeldung einfach eine Mail an: dresden@livelyrix.de. Bereits angemeldet haben sich Belinda Faust, Marlha, Jessica Flecks, Thomas Jurisch und Mona Zwinzscher.

livelyriX Poetry Slam | 4. Juni 2015 | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 6 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 6 Euro ermäßigt / 8 Euro

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