Komischer Zufall?

Eben lese ich, dass die Tour de France in diesem Jahr wie in den vorigen von einem gewissen Alberto Contador gewonnen wurde. Sagt mal, Leute bei der Pharmaindustrie, ist das nicht doch ein bisschen zu dicke aufgetragen, wenn der Name des Siegers jetzt schon klingt wie ein Medikament? Da müssen wir uns also wohl bald auf Fernsehwerbung dieser Art gefasst machen: “Contador – Kraft und Ausdauer für die langen Wege! Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.”

Mittwoch: Wir werden verfolgt

Am Mittwoch, den 28. Juli, lese ich ab 20 Uhr auf Einladung der Dresdner Künstlerin Christine Schiewe als Gast in ihrer Ausstellung “WIR WERDEN VERFOLGT” in der Galerie Grafikladen (Weißer Hirsch, Plattleite 66, Straßenbahnlinie 11). Es gibt einige artistisch verfremdete Gedichte der Künstlerin selbst zu hören, dazu einige meiner Versuche und Geschichten, die sich auf hoffentlich amüsante Weise dem Thema “Verfolgung” zumindest entfernt nähern werden. Die Ausstellung ist übrigens sehr sehenswert, sie beschäftigt sich mit verschiedenen Spielarten der Überwachung, unter anderem am Beispiel der Staatssicherheit, aber ohne moralischen Impetus, dafür mit Witz und ungewöhnlichen Einfällen.

Zitat des Monats Juli

AN EVAS GRAB

ADAM:

Wo immer sie war,

da war das Paradies.

Mark Twain

Literaturtipp: Grand Slam of Saxony 2010 am 30. Juli in der Jungen Garde

Bereits zum siebten Mal präsentiert der livelyriX e.V. unter dem Titel Grand Slam of Saxony die Offenen Sächsischen Meisterschaften des Poetry Slam. Das jährliche Finale aller sächsischen Dichterwettbewerbe findet traditionell als Open Air Poetry Slam in der Jungen Garde im Dresdner Großen Garten statt. Es messen sich die zehn Autoren, die in der vergangenen Saison bei den poetischen Schlachten in Dresden, Leipzig und Chemnitz die meisten Erfolge einfahren konnten. Kurzgeschichten mit Witz treffen dabei auf mitreißende Gedichte, Rap-Poetry und politische Satiren. Am Ende entscheidet allein das Publikum über den Sieger, der im Herbst zu den deutschprachigen Meisterschaften des Poetry Slam nach Essen fahren wird. Moderatoren des Abends sind Stefan Seyfarth und Michael Bittner.

grandslam2007_copyright_florian_heidenreich

Mit dabei im Wettbewerb sind der Vorjahressieger Udo Tiffert, der Berliner Rapper und Poet Gauner, die Leipziger Autorin Franziska Wilhelm, aus Berlin Micha Ebeling von der Lesebühne LSD, der junge Slammer Bleu Broode aus Jena, die Poetin JaNaKlar aus Leipzig, Marc-Oliver Schuster aus Detmold, der Dresdner Erzähler Konstantin Turra, André Herrmann von der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Thomas Jurisch vom Dresdner Poetengeflüster. Außerhalb des Wettbewerbs wird als Featured Poet Julius Fischer auftreten. Der Leipziger ist nicht nur dem Dresdner Publikum als Mitglied der Lesebühne Sax Royal und Teil der Band “The Fuck Hornisschen Orchestra” bestens bekannt. Er gewann den “Grand Slam of Saxony” im Jahr 2007.

Grand Slam of Saxony – Open Air Poetry Slam | 30. Juli | Freitag | Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr | Junge Garde (Großer Garten) | VVK 7,50 Euro AK 10 Euro | Karten sind in der Scheune oder an den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich

Selbstzerstörung

In einem Zug hängt das Werbeplakat einer Wohnungsbaugenossenschaft, darauf zu sehen Menschenmassen vor einem überfüllten Zug:

“Warum pendeln Sie noch? Wir haben doch schöne Wohnungen in dieser wunderbaren Stadt!”

Der unbefangene Leser fragt sich: Macht die Bahn jetzt schon Werbung für ihre Abschaffung? Wieso nicht demnächst Autowerbung mit dem Slogan:

“Warum fahren Sie denn immer noch mit der Bahn in diesen immer verspäteten Zügen voller schlecht gelaunter Zeitgenossen mit und ohne Uniform?”

Literaturtipp: livelyriX-Sommerfestival in Leipzig

Wer an diesem Wochenende den Weg nach Leipzig findet, der kann die Gelegenheit nutzen, um das livelyriX-Sommerfestival zu erleben. An drei Tagen (Fr-So) veranstaltet der livelyriX e.V. im Garten der Distillery ein buntes Programm: Am Freitag geht ein hochkarätig besetzter Poetry Slam und am Sonnabend ein Song Slam über die Bühne, während der Sonntag den Autorinnen und Rap-Poeten gehört. An allen Tagen gibt es außerdem Poetry Clips und hoffentlich rauschende After-Show-Partys. Auch Royalisten sind vertreten: Mit dabei als Autor und Musiker ist Max Rademann, als Moderator kommt Julius Fischer zum Einsatz.

Das livelyriX-Festival wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig gefördert.

Neulich im Hebeda’s (2)

Eine Gruppe kostümierter Fußballfans entert zum stillen Schrecken der Stammgäste das Lokal. Sofort stimmen die Patridioten Gesänge an: “Wir trinken das schäumende Bier und wir scheißen dem Wirt auf die Theke! Schenket ein, schenket ein, schenket ein! Wir wollen alle besoffen sein!” Dem Trend zur Gleichberechtigung folgend sind auch einige Freundinnen mit dabei. Eine flüstert peinlich berührt ihrem grölenden Partner zu: “Du, muss das sein? Ich schäme mich so!” Ihr Lebensabschnittsgefährte kontert souverän: “Ach! Darüber mache ich mir gar keine Gedanken!”

Julius beim Poetry Slam am Freitag

Nach längerer Pause kann, wer mag, am Freitag Julius Fischer mal wieder beim Dresdner livelyriX Poetry Slam in der Scheune erleben. Ab 21 Uhr misst er sich hier mit neun anderen Dichtern, so unter anderen mit den Kollegen Micha Ebeling, Jana Klar, Marc Schuster und Sarah Bosetti. Wer ihn am Freitag verpassen sollte, aber auch jeder andere Dresdner Mensch kann sich ersatzweise oder zusätzlich darauf freuen, dass er auch beim 7. Grand Slam of Saxony am 30. Juli in der Jungen Garde als Featured Poet auftreten wird.

Bischof Wixxa dementiert Rücktritt!

Seine bayrischen Kollegen hätten ihn zur Unterschrift unter ein vorgefertigtes Rücktrittsgesuch gezwungen, so Wixxa in einem Interview, inzwischen habe er den Papst darüber informiert, dass er nun doch weitermache. “Wenn ich schon mal dabei bin”, so Wixxa weiter, “möchte ich auch gleich mal dementieren, dass ich mich bei meinen angeblichen Opfern entschuldigt haben soll. Gar nichts bedaure ich! Diese schwer erziehbaren Unterschichtsbälger sollten mir für meine Schläge die Faust küssen! Nur mit einem schön elastischen Stock ließ sich diesen Ludern doch der Teufel aus dem Leib treiben! Sie hätten mal die verderbten Gesichter dieser Biester sehen sollen, und wie sie immer gewimmert haben: Bitte, nicht schlagen, Herr Pfarrer, nicht schlagen! Dabei blitzte doch die schmutzige Lust nach heftiger Prügel aus ihren wollüstigen Augen! Oh ja, Herr, ich habe sie gezüchtigt, die Sünder! Und ich stehe dazu!”

Freitag: Max liest im PlattenSpieler

Max Rademann

Max Rademann ist freischaffender Zeichner, Schriftsteller und Musiker. Unter dem Pseudonym Marcos Pachaly betätigt er sich als E-Orgel-Alleinunterhalter. Gemeinsam mit Jens Rosemann produziert er Animationsfilme, so unter anderem die legendäre Reihe “Peschi & Poschi”. Seit dem Jahre 2005 ist er Mitglied der Dresdner Lesebühne Sax Royal, deren Fans ihn nicht zuletzt als Stimme des Erzgebirges ins Herz geschlossen haben. Unter dem Titel “Vom funkelnden Fips und andere geheime Sagen aus dem Erzgebirge” ist eine Sammlung von Geschichten 2009 im Wald & Wiese Verlag erschienen. Max Rademann liest im PlattenSpieler eine Auswahl seiner ebenso kurzweiligen wie philosophischen Geschichten.

*Literatur im PlattenSpieler: Max Rademann* | 18. Juni | Freitag | 19 Uhr | PlattenSpieler / Idee 01239 e.V. (Gamigstraße 26) | AK 2 Euro

So kommt ihr hin: Mit Linie 1/9/13 zur Haltestelle Jacob-Winter-Platz, links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße, dort nach zweihundert Metern auf der rechten Seite das linke von den beiden einzigen alten Häusern: Gamigstraße 26.

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