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	<title>sax royal &#187; Auf die Kunst!</title>
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		<title>Kunsttipp: Neue Sachlichkeit in Dresden</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 08:59:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn ich hier in letzter Zeit &#246;fter begeistert von ausschlie&#223;lich sch&#246;nen Sachen aus Kunst und Kultur berichte, so liegt das nicht daran, dass ich zunehmend alles toll finde, sondern dass mir immer mehr die Lust schwindet, mich mit beschissenem Zeug auch nur noch zu befassen. Au&#223;erordentlich lohnenswert ist hingegen die neue Ausstellung &#8220;Neue Sachlichkeit in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich hier in letzter Zeit &#246;fter begeistert von ausschlie&#223;lich sch&#246;nen Sachen aus Kunst und Kultur berichte, so liegt das nicht daran, dass ich zunehmend alles toll finde, sondern dass mir immer mehr die Lust schwindet, mich mit beschissenem Zeug auch nur noch zu befassen. Au&#223;erordentlich lohnenswert ist hingegen die neue Ausstellung <a href="http://www.skd.museum/de/sonderausstellungen/neue-sachlichkeit-in-dresden/index.html" target="_blank"><strong>&#8220;Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner&#8221;</strong></a>, die die <a href="http://www.skd.museum/" target="_blank"><em>Staatlichen Kunstsammlungen Dresden</em></a> im <a href="http://www.skd.museum/de/museen-institutionen/kunsthalle-im-lipsiusbau/index.html" target="_blank"><em>Lipsiusbau</em></a> zeigen. Glaubte man bisher, dass auf Grund der massiven Verluste durch Nazi-Vandalismus und Kriegssch&#228;den eine Dokumentation dieser Dresdner Kunstepoche gar nicht m&#246;glich sei, beweist diese Schau mit ihrer geradezu &#252;berw&#228;ltigenden F&#252;lle das Gegenteil.</p>
<p>&#8220;Neue Sachlichkeit&#8221; als Terminus f&#252;r die Kunst und Literatur der zwanziger und drei&#223;iger Jahre ist wie alle Etikettierungen nicht unproblematisch. Deutlich l&#228;sst sich zwar eine Abkehr von metaphysischen Pathos des Expressionismus und ein allgemeiner Trend zur realistischen Auseinandersetzung mit der Realit&#228;t wahrnehmen, doch zeigen sich innerhalb dieses Trends wieder deutlich voneinander abweichende Str&#246;mungen. F&#252;r eine Reihe von K&#252;nstlern ist die Abkehr vom Expressionismus vor allem ein &#228;sthetisches Unternehmen, das in der Besinnung auf altmeisterliche Techniken der Malerei besteht. Besonders auf dem Gebiet des Portr&#228;ts zeigen sich hier herausragende Leistungen. Eine andere Partei ordnet die Kunst als Waffe hingegen radikal der politischen Absicht unter: Die Mittel dieser &#8211; oft kommunistisch oder anarchistisch engagierten &#8211; Maler sind neben mitf&#252;hlendem Realismus vor allem Groteske und Satire. Das Proletariat wird in der W&#252;rde der Armut und Arbeit gezeigt, das B&#252;rgertum hingegen in der Unw&#252;rde unverdienten Reichtums. Milit&#228;rs, Kapitalisten und die Repr&#228;sentanten der aufkommenden Nazi-Bewegung werden karikiert.</p>
<p>Im Werk von Otto Dix, dem wohl bedeutendsten in der Ausstellung vertretenen Maler, &#252;berschneiden sich beide Richtungen. Daneben beeindruckt nat&#252;rlich auch nicht minder George Grosz. Aber auch weniger bekannte Maler, von deren Fr&#252;hwerk oftmals nur noch wenige Bilder erhalten sind, kann man hier erstmals oder zumindest aus neuer Perspektive entdecken, so Otto Griebel, Hans Grundig, Wilhelm Lachnit, Bernhard Kretzschmar, Curt Querner, Rudolf Bergander und Willy Wolff.</p>
<p>Die Ausstellung l&#228;uft noch bis zum 08. Januar 2012.</p>
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		<title>Kulturtipp: &#8220;Dresden plakativ!&#8221; im Stadtmuseum</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 15:28:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Dresden ist schön]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Ausstellung unter dem Titel &#8220;Dresden plakativ!&#8221; kann man noch bis zum 3. Oktober im Stadtmuseum am Pirnaischen Platz besuchen &#8211; und sollte dies bei ausreichender Mu&#223;e meiner Meinung nach auch tun. Die sehenswerte Schau zeigt Plakate aus der Zeit vom Kaiserreich bis zum Jahr 1990. Einbezogen sind sowohl Reklame als auch politisches Plakat. Drollige [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Ausstellung unter dem Titel <a href="http://www.museen-dresden.de/index.php?lang=de&amp;node=termine&amp;resartium=exhibitions&amp;tempus=week&amp;locus=stadtmuseum&amp;event=502" target="_blank"><strong>&#8220;Dresden plakativ!&#8221;</strong></a> kann man noch bis zum 3. Oktober im <a href="http://www.museen-dresden.de/index.php?lang=de&amp;node=termine&amp;resartium=all&amp;tempus=week&amp;locus=stadtmuseum" target="_blank"><em><strong>Stadtmuseum</strong></em></a> am Pirnaischen Platz besuchen &#8211; und sollte dies bei ausreichender Mu&#223;e meiner Meinung nach auch tun. Die sehenswerte Schau zeigt Plakate aus der Zeit vom Kaiserreich bis zum Jahr 1990. Einbezogen sind sowohl Reklame als auch politisches Plakat. Drollige kulturhistorische Relikte (&#8220;Der B&#228;r auf dem Pferde!&#8221; im Zirkus Sarrasani) erlauben einen nostalgischen Blick zur&#252;ck. Material aus dem Meinungsschlachten der Weimarer Republik wie Propagandaplakate aus zwei Weltkriegen bieten Anschauungsmaterial f&#252;r politisch Interessierte. Erstaunlich zum Beispiel folgender Slogan: &#8220;Dresden ruft: Nie wieder Ami-Bomben auf unsere St&#228;dte!&#8221; Er stammt nicht, wie man denken k&#246;nnte, von der NPD, sondern aus Zeiten der Sozialistischen Einheitspartei. Den Abschluss bilden selbstgemachte Amateur-Plakate und Spruchb&#228;nder aus der Zeit der Revolution von 1989/90. Der Besuch lohnt sich in jedem Fall &#8211; ganz besonders &#252;brigens vielleicht f&#252;r Grafiker, die sich hier bestimmt die eine oder andere gestalterische Idee ausleihen k&#246;nnten.</p>
<p><a href="http://www.museen-dresden.de/index.php?lang=de&amp;node=termine&amp;resartium=exhibitions&amp;tempus=week&amp;locus=stadtmuseum&amp;event=502" target="_blank"><strong>&#8220;Dresden plakativ!&#8221;</strong></a> | <em><strong><a href="http://www.museen-dresden.de/index.php?lang=de&amp;node=termine&amp;resartium=all&amp;tempus=week&amp;locus=stadtmuseum" target="_blank"><em><strong>Stadtmuseum</strong></em></a></strong></em> (Wilsdruffer Stra&#223;e 2) | Di bis So 10-18 Uhr Fr 10-19 Uhr | Eintritt 4 Euro / erm. 3 Euro</p>
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		<title>Gedenkausstellung f&#252;r Alice</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Sep 2011 07:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war, wenn ich mich recht entsinne, im Jahr 2009, als ich in der Galerie Treibhaus eines Abends Reisegeschichten las. Die Reihen waren schon ganz gut gef&#252;llt, aber meine Stimmung hellte sich endg&#252;ltig auf, als eine &#228;ltere Frau den Raum mit schweren Schritten betrat: &#8220;Alice&#8221;. Der Besuch dieser stadtbekannten kulturaffinen Oma galt schlie&#223;lich als Auszeichnung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war, wenn ich mich recht entsinne, im Jahr 2009, als ich in der <em>Galerie Treibhaus</em> eines Abends Reisegeschichten las. Die Reihen waren schon ganz gut gef&#252;llt, aber meine Stimmung hellte sich endg&#252;ltig auf, als eine &#228;ltere Frau den Raum mit schweren Schritten betrat: &#8220;Alice&#8221;. Der Besuch dieser stadtbekannten kulturaffinen Oma galt schlie&#223;lich als Auszeichnung f&#252;r jede Veranstaltung. Obwohl sie sich damals schon nur noch mit M&#252;he fortbewegen konnte und beinahe f&#252;r jeden Schritt Hilfe zu brauchen schien, lie&#223; sie es sich noch immer nicht nehmen, beinahe t&#228;glich bei einer Kulturveranstaltung aufzutauchen, sich freien Eintritt zu verschaffen und anschlie&#223;end konzentriert bis zum Ende zu lauschen. Ich begann zu lesen. Als ich einen englischen Satz aussprach, rief sie aus der ersten Reihe: &#8220;Und was hei&#223;t das jetzt?&#8221; Ich hatte in einer Geschichte einen D&#228;nen originalgetreu die ganze Zeit Englisch reden lassen, um mich &#8211; Geck, der ich bin &#8211; als literarischen Kosmopoliten auszuweisen. Nun musste ich beim Vorlesen synchron den halben Text zur&#252;ck ins Deutsche &#252;bersetzen, was mich ganz sch&#246;n ins Schwitzen brachte. Nach der Lesung stellte Alice freundlich einige Fragen und erz&#228;hlte dann selbst davon, wie entt&#228;uscht sie dar&#252;ber gewesen sei, dass trotz ihrer vielen Bekanntschaften j&#252;ngst beinahe niemand sich bei ihr gemeldet oder sie besucht hatte. (War es ihr Geburtstag? Oder Weihnachten? Ich wei&#223; es nicht mehr.) Es mag sein, dass dies das Los von sogenannten &#8220;Originalen&#8221; ist, von vielen l&#228;chelnd auf der Stra&#223;e erkannt zu werden, aber wenige wirkliche Freunde zu haben.</p>
<p>Wie erst nach geraumer Zeit bekannt wurde, ist Alice inzwischen gestorben. Der Dresdner K&#252;nstler Lutz Fleischer hat eine liebevolle Gedenkausstellung mit Fotos, Videos, Erinnerungen und Installation organisiert, die ich zum Besuch empfehlen m&#246;chte. Die Ausstellung befindet sich in den sch&#246;nen R&#228;umen der <em><a href="http://adamziege.artmovement.org" target="_blank">Galerie Adam Ziege</a></em> (Louisenstra&#223;e 87). Sie ist <strong>nur noch bis zum 10. September</strong> immer zwischen 16-20 Uhr zu sehen.</p>
<p>Mehr zu Alice von Leuten, die sie wirklich kannten, findet man <a href="http://www.feuerwache-loschwitz.de/verein_alice.html" target="_blank">auf dieser Seite</a>.</p>
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		<title>Kulturtipp: Krautwaldfabrik</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Aug 2011 08:21:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meiner ehemaligen Heimat Pieschen wird ja schon seit zwei Jahrzehnten vergeblich eine gro&#223;e Zukunft als Szeneviertel prophezeit. Doch obwohl schon eine ganze Menge Studenten, K&#252;nstler und sonstige Frontk&#228;mpfer der Gentrifizierung ins sanierte Arbeiterviertel gezogen sind, bleibt der ganz gro&#223;e Durchbruch bisher aus. Annehmbare Lokale beispielsweise sucht man immer noch fast vergebens. Aber immerhin ist in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meiner ehemaligen Heimat <strong>Pieschen </strong>wird ja schon seit zwei Jahrzehnten vergeblich eine gro&#223;e Zukunft als Szeneviertel prophezeit. Doch obwohl schon eine ganze Menge Studenten, K&#252;nstler und sonstige Frontk&#228;mpfer der Gentrifizierung ins sanierte Arbeiterviertel gezogen sind, bleibt der ganz gro&#223;e Durchbruch bisher aus. Annehmbare Lokale beispielsweise sucht man immer noch fast vergebens. Aber immerhin ist in den letzten Jahren gerade auf dem Gebiet der Kunst doch einiges passiert. Der Kunstraum <a href="http://www.geh8.de" target="_blank">Geh8</a> beispielsweise hat sich ja inzwischen schon fest etabliert. Nun kommt mit der <a href="http://www.facebook.com/Krautwaldfabrik" target="_blank"><strong>Krautwaldfabrik</strong></a> ein weiterer, leider wohl nur tempor&#228;rer (1.6. bis 31.10.) Ort f&#252;r Ausstellungen hinzu. Die Initiative <a href="http://metropole-pieschen.org" target="_blank">Metropole Pieschen</a> hat die Zwischennutzung einer herrlichen Halle organisiert, in der bis Herbst Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und Partys stattfinden sollen. Urspr&#252;nglich als Festsaal konstruiert, dann als Fabrik f&#252;r Verpackungen betrieben, strahlt das inzwischen leise verfallende Geb&#228;ude einen merkw&#252;rdig aus Prunk und Funktionalit&#228;t gemischten Charme aus. Zur Zeit l&#228;uft eine Ausstellung namens &#8220;BRO.T.&#8221;. Wie immer bei Konzeptausstellungen sollte man sich um die Erkl&#228;rung des Konzeptes m&#246;glichst wenig k&#252;mmern und sich lieber die Kunstwerke anschauen. Und da gibst viel Sch&#246;nes zu entdecken, zum Beispiel ein sonderbares Besteckkarussell von Wouter Mijland und noch viele Zeichungen, Gem&#228;lde und Objekte von anderen K&#252;nstlern mehr.</p>
<p>Um Eintritt zu erhalten, wird man f&#252;r 1 Euro Mitglied des Krautwald-Klubs und darf daf&#252;r s&#228;mtliche kommende Veranstaltungen besuchen. Adresse: Torgauer Stra&#223;e 38. Von der Neustadt aus einfach mit Linie 13 bis B&#252;rgerstra&#223;e oder Rathaus Pieschen.</p>
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		<title>Gedanken beim Gang durchs Szeneviertel</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 15:17:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Exotik des Alltags]]></category>
		<category><![CDATA[Ideen & Reflektionen]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwegs]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es flimmert einem vor den Augen, kaum einen Quadratzentimeter haben die Plakatkleber frei gelassen. Gelegentlich sieht man eine ganze Plakathaut, von einer Laterne gerutscht oder einer Wand gebl&#228;ttert, unz&#228;hlige Schichten &#252;bereinander wie Jahresringe. Und ich denke: All diese hoffnungsvollen Bands &#8211; f&#252;r wen spielen sie? Die unz&#228;hligen K&#252;nstler &#8211; wer soll ihre Bilder kaufen? Diese ambitionierten Amateurtheater &#8211; wer wird sich ihre Auff&#252;hrungen anschauen? In Berlin scheint Beuys&#8217; Kitschgedanke, jeder Mensch sei ein K&#252;nstler, auf schreckliche Weise verwirklicht. Gibt es auf diesen Stra&#223;en irgendjemanden, der kein Projekt plant, kein Demotape in der Tasche tr&#228;gt, kein Vorsprechen am n&#228;chsten Morgen hat? Best&#252;nde die Welt nur noch aus Kreativen, wer bliebe noch &#252;brig, um die undankbare Aufgabe zu meistern, als Publikum zu dienen? (K&#252;nstler selbst sind gew&#246;hnlich ja die letzten, die sich f&#252;r das Schaffen anderer K&#252;nstler interessieren.)</p>
<p>Der Mythos des K&#252;nstlertums hat offenbar nichts von seiner Anziehungskraft auf junge Menschen verloren. Woran liegt&#8217;s? Es scheint so, als w&#228;re der Glaube immer noch verbreitet, Kunst sei als zweckfreies Schaffen ein Fluchtweg aus der gesellschaftlichen Misere ringsum. Eine M&#246;glichkeit der sogenannten Selbstverwirklichung jenseits von Bachelor und Praktikum und <em>PowerPoint</em>. Ein richtiges Leben im falschen. Als w&#228;re das Leben nichts wert, wenn man es nicht schaffte, sich selbst als Ausnahme von der Regel zu inszenieren. Uns so sitzen sie in ihren Cafés, einer individueller als der andere. Ihre Variante der prek&#228;ren Existenz hei&#223;t nicht Hartz 4, sondern Indie-Rock oder Poetry Slam.</p>
<p>Gegen drei Uhr nachts spielt im <em>Habermeyer </em>unaufgefordert ein junger Mann aufdringliche Songs auf der Gitarre. Er hat ein halbes Dutzend Begeisterte gleich mitgebracht, die nach jedem Lied energisch klatschen wie Parteigenossen nach einer Rede Stalins. Ihre b&#246;sen Blicke treffen alle, die nicht mittun wollen. Am Ende geht der K&#252;nstler mit einem Hut herum. Ich gebe ihm nichts.</p>
<p>Es k&#246;nnte sich r&#228;chen. Vielleicht stehe ich demn&#228;chst mit einem leeren Hut vor ihm.</p>
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		<title>Kunsttipp: Goodbye London in der Motorenhalle</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Apr 2011 15:41:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturempfehlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange ist&#8217;s her, dass ich das letzte Mal den gerade rund um den scheu&#223;lichen Bahnhof Mitte recht tr&#252;ben Stadtteil Friedrichstadt besuchte. Dabei sollte nat&#252;rlich das Kulturzentrum riesa efau eigentlich &#246;fter eine Reise wert sein, aber meistens siegt bei mir wie wohl bei den meisten Neust&#228;dtern die Faulheit &#252;ber die Neugier. Und die legend&#228;re &#8220;Offene Lyrikb&#252;hne&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lange ist&#8217;s her, dass ich das letzte Mal den gerade rund um den scheu&#223;lichen Bahnhof Mitte recht tr&#252;ben Stadtteil Friedrichstadt besuchte. Dabei sollte nat&#252;rlich das Kulturzentrum <a href="http://www.riesa-efau.de" target="_blank">riesa efau</a> eigentlich &#246;fter eine Reise wert sein, aber meistens siegt bei mir wie wohl bei den meisten Neust&#228;dtern die Faulheit &#252;ber die Neugier. Und die legend&#228;re &#8220;Offene Lyrikb&#252;hne&#8221; im Keller des riesa gibts ja leider schon lange nicht mehr. Nun machte ich mich aber doch mal wieder auf den Weg, diesmal zur <a href="http://www.motorenhalle.de" target="_blank">Motorenhalle</a>, wo zur Zeit die Ausstellung &#8220;Goodbye London. Radical Art and Politics in the Seventies&#8221; l&#228;uft. Kuratiert wurde die Ausstellung von einer Projektgruppe der <a href="http://ngbk.de" target="_blank">NGBK</a>: Boris  von Brauchitsch, Peter Cross, Astrid Proll, Jule Reuter und Thomas  R&#246;ske.</p>
<p>Die siebziger Jahre waren in Gro&#223;britannien die Zeit einer &#246;konomischen Krise und eines politischen Kampfes, der vorl&#228;ufig mit dem Sieg der Konservativen bei der Wahl 1979 endete. Die neoliberale &#196;ra Margaret Thatchers begann. Im gesellschaftlichen Bereich verzeichneten gleichzeitig aber die sozialen Bewegungen der Feministinnen, Homosexuellen und ethnischen Minderheiten auch gro&#223;e Erfolge. Die Schau zeigt, wie politische K&#252;nstler &#8211; vor allem mit den Medien Foto, Film und Plakatkunst &#8211; versuchten, in die gesellschaftlichen Diskussionen einzugreifen. Die zeitgeschichtliche Bedeutung d&#252;rfte bei den meisten Exponaten den &#228;sthetischen Wert &#252;berwiegen. Aber das ist wohl das Schicksal aller engagierten Kunst. Noch immer lebendig wirken dabei vor allem jene Werke, die in dadaistischem und anarchistischem Geist (ja, die Epoche des Punk ist es ja auch!) die soziale Kontrolle subversiv in Frage stellten. Bitterernste Plakate mit Lenin-Zitaten &#252;ber die Ausbeutung in der dritten Welt oder den amerikanischen Imperialismus hingegen k&#246;nnen nicht mehr so recht fesseln und wecken als historische Dokumente bestenfalls sentimentale Gef&#252;hle f&#252;r eine Zeit, in der die Fronten noch klarer schienen. Es gab tats&#228;chlich mal so etwas wie eine Arbeiterklasse! Die davon &#252;berzeugt war, durch Streiks, Demonstrationen und Hausbesetzungen an nichts weniger als der Abschaffung des Kapitalismus zu arbeiten! Heute kaum noch zu glauben.</p>
<p>Res&#252;mee: Eine sehenswerte Ausstellung f&#252;r alle Freunde politischer Kunst und alle Freunde der englischen Kultur.</p>
<p>Die Ausstellung l&#228;uft noch bis zum 30. April. Di-Fr 16-20 Uhr, Sa 14-18 Uhr. 22.04. und 23.04. geschlossen. F&#252;hrungen  Sa 9.04., 16.04., 30.04., jeweils 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.</p>
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		<title>Wohlwollendes in der DNN</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Apr 2011 17:25:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Oder m&#252;sste ich schreiben &#8220;in den DNN&#8221;? Na ja, wee&#223;sch och ni. Auf jeden Fall durchdrang mich heute wirklich mal ein Wohlgef&#252;hl beim lesen dieses R&#252;ckblicks. Und ja, verdammt, es war eben wirklich ein wunderbarer Abend. Da steigert sich die eh schon vorhandene Lust, weiterhin kreative Energie in das Projekt *Dienstagssalon*zu pulvern. Wie gesagt, als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/04/01.04.2011_DNN_Dienstagssalon_Auditivvokal-Wohlf&#252;hlabend-mit-Musik.jpg"><img src="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/04/01.04.2011_DNN_Dienstagssalon_Auditivvokal-Wohlf&#252;hlabend-mit-Musik-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-3120" /></a>Oder m&#252;sste ich schreiben &#8220;in den DNN&#8221;? Na ja, wee&#223;sch och ni. Auf jeden Fall durchdrang mich heute wirklich mal ein Wohlgef&#252;hl beim lesen dieses R&#252;ckblicks. Und ja, verdammt, es war eben wirklich ein wunderbarer Abend. Da steigert sich die eh schon vorhandene Lust, weiterhin kreative Energie in das Projekt <strong>*Dienstagssalon*</strong>zu pulvern.<br />
Wie gesagt, als n&#228;chstes kommt die Musikkapelle &#8220;Garda&#8221;, deren Protagonisten ihre Musik selber als Experimental / Folk und Happy Hardcore beschreiben.<br />
Auch f&#252;r diesen Abend wird ein Masterplan entwickelt, so dass mehr zu erwarten ist, als einfach nur ein Konzert. Vielleicht wird der eine oder andere Zuschauer pl&#246;tzlich aktiv ins Geschehen eingebunden!? Vielleicht wird neben dem Equipment von Garda noch eine Vermona-Orgel stehen? Wird auf der Couch Sekt getrunken, oder vielleicht heisse Milch?<br />
Eines ist sicher, auch das n&#228;chste Mal wird die Salonatmosph&#228;re alles, was da geschehen mag, angenehm durchdringen. </p>
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		<title>Dienstagssalon in der SZ</title>
		<link>http://www.saxroyal.de/2011/03/31/dienstagssalon-in-der-sz/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 13:17:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturempfehlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Da haben sie doch den &#8220;Dienstagssalon&#8221; recht nett angek&#252;ndigt. Und mittlerweile darf man auch von einem &#228;u&#223;erst gelungenem Auftakt dieser Veranstaltungsreihe sprechen. Der Nancy Spero Saal war voll, das Ensemble Auditivvokal war gro&#223;artig und die Moderation flutschte auch. Nun keine drei Wochen mehr und man wird eine Formation namens Garda am selben Ort erleben. Ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/03/23.03.2011_SZ_Dienstagssalon_Willkommen-im-Salon.jpg"><img src="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/03/23.03.2011_SZ_Dienstagssalon_Willkommen-im-Salon-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-3110" /></a>Da haben sie doch den <a href="http://www.hellerau.org/spielplan/ensemble-auditivvokal-/">&#8220;Dienstagssalon&#8221; </a>recht nett angek&#252;ndigt. Und mittlerweile darf man auch von einem &#228;u&#223;erst gelungenem Auftakt dieser Veranstaltungsreihe sprechen. Der Nancy Spero Saal war voll, das <a href="http://www.auditivvokal.de/">Ensemble Auditivvokal</a> war gro&#223;artig und die Moderation flutschte auch.<br />
Nun keine drei Wochen mehr und man wird eine Formation namens <a href="http://www.myspace.com/gardamusic">Garda </a>am selben Ort erleben. Ganz andere Musik aber gleiches Konzept. Ich reib´ mir schon die H&#228;nde.<br />
<strong>N&#228;chster Termin: Dienstag, 19. April, 20 Uhr, Festspielhaus Hellerau</strong></p>
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		<title>&#8220;Dienstagssalon&#8221; im Festspielhaus Hellerau</title>
		<link>http://www.saxroyal.de/2011/03/28/dienstagssalon-im-festspielhaus-hellerau/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 16:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Events]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturempfehlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom Br&#246;tchenschmierer zum Moderator. So ungef&#228;hr ist der Wertegang zu beschreiben, welchen ich im Festspielhaus Hellerau absolviert habe. Damals habe ich mit Liebe und Leidenschaft K&#252;nstler und Techniker bewirtet und nebenbei musikalisch unterhalten. In der Kantine t&#246;nten stets allerfeinste Perlen der j&#252;ngsten Musikgeschichte. Die Stimmung war da schon immer grandios. Nun sieht die Sache etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/03/Hellerau_06-10-14_II_web1.jpg"><img src="http://www.saxroyal.de/wp-content/uploads/2011/03/Hellerau_06-10-14_II_web1-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-3099" /></a>Vom Br&#246;tchenschmierer zum Moderator. So ungef&#228;hr ist der Wertegang zu beschreiben, welchen ich im Festspielhaus Hellerau absolviert habe. Damals habe ich mit Liebe und Leidenschaft K&#252;nstler und Techniker bewirtet und nebenbei musikalisch unterhalten. In der Kantine t&#246;nten stets allerfeinste Perlen der j&#252;ngsten Musikgeschichte. Die Stimmung war da schon immer grandios.<br />
Nun sieht die Sache etwas anders aus. Ab Morgen tausche ich das Brotmesser mit dem Mikrophon aus und werde moderieren. Ich werde die neue, durchaus viel versprechende Veranstaltungsreihe <strong>&#8220;Dienstagssalon&#8221; </strong>moderieren, welche ab sofort monatlich im Nancy Spero Saal des Festspielhauses stattfinden wird. Dazu lade ich mir jedes mal musikalische G&#228;ste ein, welche dann live performen werden. Von der klassischen Band bis hin zum Vokalensemble. Da kann es schon mal avantgardistisch zur Sache gehen, aber durchaus auch rocken. Ich werde meine G&#228;ste zu mir auf´s Sofa bitten und meiner Neugier freien Lauf lassen. Wir werden also nicht nur Musik zu h&#246;ren bekommen, sondern sicher auch interessante Geschichten.<br />
Zum Auftakt begr&#252;&#223;e ich das, als durchaus als au&#223;ergew&#246;hnlich zu bezeichnende, <a href="http://www.auditivvokal.de/"><strong>Ensemble Aditivvokal</strong></a>. Dabei wird man auf jeden Fall noch einiges &#252;ber die ungeahnten M&#246;glichkeiten der menschlichen Stimme erfahren.<br />
Die Raumsituation wird definitiv auch nicht zu verachten sein. Alle Besucher k&#246;nnen sich auf mehr als nur eine angenehme Atmosph&#228;re freuen.<br />
Dienstag, 29. M&#228;rz, 20 Uhr, <a href="http://www.hellerau.org/"><strong>Festspielhaus Hellerau.</strong></a> </p>
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		<title>Kunsttipp: Wolfgang M&#252;ller im Kunsthaus</title>
		<link>http://www.saxroyal.de/2011/03/25/kunsttipp-wolfgang-mueller-im-kunsthaus/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 07:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Micha</dc:creator>
				<category><![CDATA[Auf die Kunst!]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden ist schön]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturempfehlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern er&#246;ffnete eine neue Ausstellung in dem immer besuchenswerten Kunsthaus Dresden, der st&#228;dtischen Galerie f&#252;r zeitgen&#246;ssische Kunst. Sie widmet sich diesmal ausnahmsweise nur einem einzigen K&#252;nstler und hei&#223;t: Wolfgang M&#252;llerrr: Extra und Gleichzeitig. Wolfgang M&#252;ller, geboren in Wolfsburg, unternahm sein erstes Kunstprojekt, indem er die Spickzettel seiner Mitsch&#252;ler sammelte und sich damit vergeblich an einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern er&#246;ffnete eine neue Ausstellung in dem immer besuchenswerten <a href="http://www.kunsthausdresden.de" target="_blank"><strong>Kunsthaus Dresden</strong></a>, der st&#228;dtischen Galerie f&#252;r zeitgen&#246;ssische Kunst. Sie widmet sich diesmal ausnahmsweise nur einem einzigen K&#252;nstler und hei&#223;t: <em><strong>Wolfgang M&#252;llerrr: Extra und Gleichzeitig</strong></em>.</p>
<p><a href="http://www.die-toedliche-doris.de/content/de/biographie.html" target="_blank"><strong>Wolfgang M&#252;ller</strong></a>, geboren in Wolfsburg, unternahm sein erstes Kunstprojekt, indem er die Spickzettel seiner Mitsch&#252;ler sammelte und sich damit vergeblich an einer Kunsthochschule bewarb. Sp&#228;ter klappte das dann doch noch in West-Berlin, wo er in den achtziger Jahren Aufmerksamkeit mit seiner Artpunkband <em><a href="http://www.die-toedliche-doris.de" target="_blank">Die T&#246;dliche Doris</a></em> auf sich zog. Nachdem er die Band in Wei&#223;wein aufgel&#246;st hatte, wandte sich sein Interesse seit den neunziger Jahren immer st&#228;rker Island zu, wo er auf eigene Faust das geschlossene Goethe-Institut wiederzuer&#246;ffnen versuchte. Weitere Schwerpunkte seines Schaffens liegen im Bereich der Ornithologie. Zuletzt ver&#246;ffentlichte er das Buch <em>Valeska Gert. &#196;sthetik der Pr&#228;senzen</em> &#252;ber das Schaffen dieser bahnbrechenden deutschen T&#228;nzerin und Ausdrucksk&#252;nstlerin.</p>
<p>Die Ausstellung bietet einen unbedingt sehenswerten L&#228;ngsschnitt durch die k&#252;nstlerische Biografie Wolfgang M&#252;llers. Die oft an Dada erinnernden Aktionen besitzen etwas, das in der zeitgen&#246;ssischen Kunst nicht oft zu finden ist: Witz und Selbstironie. Sie sind Ergebnis von ausgiebigen Recherchen und intellektuellen Kalkulationen, ohne dadurch wie sonst so oft verkopft und unsinnlich zu wirken. Nicht nur ein beinahe im Original nachgebauter Wahlwerbestand der FDP von 1995 verweist darauf, dass Kunst f&#252;r M&#252;ller immer auch politischen Charakter hat. In Geb&#228;rdensprache und &#220;bersetzung stellt ein Video die isl&#228;ndische und die deutsche Fassung der M&#228;rchens <em>Die ungleichen Kinder Evas</em> dar, im Vergleich f&#228;llt der betuliche Konservativismus der Br&#252;der Grimm besonders unangenehm auf. H&#246;hepunkt der Schau im gr&#246;&#223;ten Saal ist eine Reihe von Zeichnungen ausgestorbener V&#246;gel. Anhand von Beschreibungen ihres Gesanges in alten zoologischen Fachb&#252;chern hat Wolfgang M&#252;ller befreundete Musiker darum gebeten, den l&#228;ngst und f&#252;r immer verschwundenen Gesch&#246;pfen zum letzten Mal eine Stimme zu geben.</p>
<p>Die Ausstellung l&#228;uft bis zum 29. Mai. Immer freitags ist der Eintritt ins Kunsthaus frei, immer sonntags um 15 Uhr gibt es eine F&#252;hrung.</p>
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