Zitat des Monats Juni
“Für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst”
(ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein)
“Für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst”
(ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein)
Ein Nazi-Paar erklärt ihrem fünfjährigen Sohn bei der Einfahrt in den Bahnhof Dresden-Neustadt:
“Das ist die Neustadt hier! Hier wohnen bloß Zecken, Kevin*, bloß Zecken! Das ist ganz furchtbar! Die arme Oma!”
* Name geändert
(Anmerkung: Zitat klingt ausgedacht, isses aber [natürlich {leider}] nicht.)
Die sächsische CDU fordert, zukünftig stärker als bisher die im MDR-”Sendegebiet beheimateten Dialekte” zu pflegen. “Sächsisch ist zwar nicht beliebt. Das liegt auch an Walter Ulbrichts Aussprache. Trotzdem hat der MDR die Aufgabe, die Identität der Zuschauer zu stärken”, sagt Steffen Heitmann, CDU-Landtagsabgeordneter in Dresden, einst Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, dem SPIEGEL.
[...]
Beim MDR heißt es, die Prüfung der Frage, ob Sendungen mit sächsischer Sprachfärbung ausgestrahlt werden könnten, habe kurz vor dem Abschluss gestanden. Doch dann sei die Nachricht gekommen, dass Sächsisch der unsympathischste deutsche Dialekt sei. Man prüfe nun weiter.
Auf vielfachen Wunsch hier noch einmal mein Rap [gespr. Rapp] nach einer wahren Begebenheit…
Hey Leute ich erzähl euch ne geile Geschichte,
so ne Sache, die mir happened, ich erzähls indem ich dichte,
da mir Worte immer besser scheinen als die Fäuste,
also guck mich nich so an denn ich sag dir das bereuste.
Ich zerleg deine Fresse mit den kalten Argumenten
eines unzufriedenen Geschichtsstudenten,
das sind viele und ich muss nich mal Luft schnappen,
um die Büchse der Pandora aufzuklappen.
Ich war derbe am Besprechen eines dicken Referats,
es ging um Foucault den alten Racker und um Jürgen Habermas,
der Diskursbegriff und die ganze Scheiße mit den Wörtern
war von mir in feinstem Hochdeutsch zu erörtern.
Das Cafe im geisteswissenschaftlichen Zentrum,
da läuft der B.A. Philo neben dem angehenden Dr. dent rum,
war der Aufenthaltsort einer hitzigen Debatte,
die ich mit ner Kommilitonin hatte. Continue reading Immer wenn ich bestohlen werde, muss ich reimen!…
Sax Royal muss hinaus in die Welt, soviel ist sicher. So war uns die Einladung von Jaromir Konecny (Alter Slamgott) zu seiner Lesebühne Schwabinger Schaumschläger Show am Sonntagabend guter Anlass, unsere Netze auch in den Westen Deutschlands auszuwerfen (und reiche Beute einzufahren). Micha Bittner und Julius Fischer fuhren denn Samstag schon nach München, gute Laune auf den Lippen und kesse sächsische Sprüche um uns werfend, so dass eine Frau uns gegenüber irgendwann die Flucht ergriff. Dabei diskutierten wir, in rüdem Salonsächsisch, die großen Themen der Weltliteratur. Goedhe und sou. Continue reading Rückblick: 16. und 17.März (oder auch Februar..wo hab ich nur meinen Kopf?)…
Wenn man in deinem Videotext eine Umfrage zu lesen bekommt, bei der immerhin 5886 deiner Zuschauer abgestimmt haben, dann wird man die doch eigentlich repräsentativ nennen dürfen?
Und wenn die Frage “Welche Partei würden sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?” folgendes Ergebnis zeitigt:
SPD: 5,1%, CDU/CSU: 1,7%, Bündnis90/Die Grünen: 1,3%, FDP: 0,4%, Die Linke: 4,0% und schließlich “Ich wähle nicht!”: 87,5%
- dann sagt uns das doch vielleicht weniger über die politische Stimmungslage in Deutschland als über … nun ja … die mentale Großwetterlage deiner Zuschauer, oder?
…lieber Brad Pitt, dass du eben eine “ganz normale Familie” hast, dies aber jedem Schmierblatt auf diesem Erdenball stets mitteilen musst, ist aber dann doch nicht ganz normal, oder?
… habe ich, Sächsische Schweiz, für dich – und zwar, nachdem ich heute den Artikel “Christus darf nicht auf den Lilienstein” in der Sächsischen Zeitung gelesen habe. Da wird berichtet, dass ein Unternehmer namens Harry Vossberg, der einem Komitee “Christliche Initiative Predigtstuhl” vorsteht, eine 55 Meter hohe Jesus-Statue auf dem 415 Meter hohen Lilienstein aufstellen lassen will. Doch das Projekt stößt eher auf Skepsis bei den Ureinwohnern, die sich die schönsten Kommentare entlocken ließen.
So ist etwa der Wirt vom Lilienstein-Hotel zwar nicht abgeneigt, allerdings aus eher säkularen Beweggründen:
“Die Leute kommen wegen so einem Mist.”
Noch schöner aber scheint mir die Ankündigung der “Hohnsteiner Bergsteigerlegende” Bernd Arnold, der damit droht, die eventuelle Statue abzusägen:
“Wer halbwegs Einfühlungsvermögen hat, der sieht, die Figur passt nicht hierher, und wenn es zehnmal Jesus ist.”
Na, zu viel versprochen?
Aufmerksame Leser wissen längst: Es ist meine Lieblingsbeschäftigung, fremde Menschen in der Straßenbahn zu belauschen. Warum? Werft einfach einen Blick auf folgende Frucht meines Hobbys, ein neues Zitat des Monats aus der Rubrik “Aufs Maul (geschaut)”. Diesmal aus dem weiteren Bereich der Moral.
Eine ältere Frau spricht zu einer Bekannten: “Also ich muss sagen, ich bin ja für Sterbehilfe. Wenn’s bei mir soweit ist, sollnse mir die Spritze geben. Immer dieses Gemache mit ethischen Fragen …”
Wirklich wahr.
Bevor ich mich nun auch in einen wohlverdienten Urlaub nach Ungarn aufmache, möchte ich eine unterhaltsame Beobachtung meines letzten wohlverdienten Urlaubs (letzte Woche) der Öffentlichkeit zum Verzehr preisgeben. Ich war in Berlin und habe mir ein sehr effektives 3-Tages-Museumsticket gekauft, also war ich drei Tage in den angesagtesten Museen der “Stadt mit dem Fernsehturm” (Julius Fischer).
So führte mich mein Weg in den Hamburger Bahnhof, das Museum für Gegenwart (gut, das nicht Gegenwartskunst drin steht, das ließe sich leicht verwechseln). Neben der hoch gelobten, aber irgendwie am Thema vorbei schrammenden bzw. durch christliche Indoktrinierung total überinterpretierten “Schmerz-Ausstellung” besuchte ich die Werksammlung “There is never a stop and never a finish” zu Ehren des unlängst verstorbenen amerikanischen Künstlers Jason Rhoades. Und ich dachte, die Zeiten von Ekelkunst und dieser “einfach-mal-ausprobieren”-Konzept/Performance-Haltung seien mit Joseph Beuys gegessen. Nichts da. In fünf aufeinander folgenden Hallen wurden Werke von Künstlern inszeniert, die allesamt “dem Phänomen Trash in der bildenden Kunst seit den 1960er Jahren” huldigten oder es bestätigten.
In der Ankündigung heißt es neben Warnungen wegen pornographischer Inhalte: “Die in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit Akkumulationen von Alltagsmaterialien in greller Farbigkeit oder von verderblichen Materialien.”
Stimmt. Gab es im ersten Raum noch 20 Quader mit 30 Jahre altem Käse zu bewundern, ging es eine Art Geisterbahn des schlechten Geschmacks (über Plastikfiguren im Brötchen als Verarbeitung von 9/11, infantile Hitlergemälde mit Signierung “andy hope 1930″ bis zu Videoinstallationen mit weihnachtlichen Sagengestalten, nackter Haut und viel flüssiger Schokolade) entlang, die in einem Raum mündete, wo nichts anderes zu sehen war als drei Fernseher. Im ersten Fernseher ist der Künstler Paul McCarthy (Vorsicht, kein Beatle!) zu sehen, wie er sich seinen Penis mit roter Farbe bemalt, auf dem zweiten, gegenüberliegenden Fernseher bemalt er sich den Hintern, auf dem dritten sieht man ihn herum springen, nackt. Ich bin sehr glücklich, dass ich dieses Ticket hatte, weil ich mir sonst vor Wut über die blanke Geldverschwendung sicherlich Gewalt angetan hätte. Aber geht, geht ruhig weiter in diesen Tempel des Bösen. Darüber hinaus ist die Sammlung Berggruen “Picasso und seine Zeit” und das direkt daneben befindliche Art-Deco-Museum, sowie das Fotographie-Museum (alles in Charlottenburg) äußerst zu empfehlen sowie die gemütliche Waffeltrödelei “Kauf dich glücklich” in einer Seitenstrasse der Kastanienallee. Schönen Sommer. Ich fahre jetzt erst einmal zu Hippie-Fest nach Budapest (dieser Reim ist nicht gewollt!).
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