Frau Schwarzer erklärt sich

Es gibt viele Menschen, die halten Alice Schwarzer für eine wichtige Stimme des Feminismus. Es gibt andere, die halten sie für eine unerträglich eitle und egoistische Selbstvermarkterin, für eine intellektuelle Dünnbrettbohrerin und schlechte Schriftstellerin, für eine Frau, die sich für persönliche Hetzkampagnen der Bild-Zeitung bedient und sich zu Werbezwecken von der Bild-Zeitung benutzen lässt. Für eine Person mit krimineller Energie hielt sie bislang aber niemand – offenbar zu Unrecht. Ihren Steuerbetrug mag man Alice Schwarzer aber noch verzeihen, unverzeihlich hingegen ist ihre Erklärung:

In eigener Sache

Diese Überschrift könnten eigentlich alle Artikel und Bücher von Alice Schwarzer tragen, auch ihre Autobiografie wäre mit diesem Titel ehrlich getauft gewesen. In ihrem ganzen Leben ging es ihr vor allem um eines: sich selbst.

Ja, ich hatte ein Konto in der Schweiz. Seit Jahrzehnten, genauer: seit den 1980er Jahren. Und erst im vergangenen Jahr habe ich es bei meinem Finanzamt angezeigt. Ich habe die Steuer für die Zinsen nachgezahlt und das Konto aufgelöst. Das Konto war ein Fehler. Den bedauere ich von ganzem Herzen.

Man glaubt doch wirklich, Uli Hoeneß reden zu hören. Immer machen die Steuerbetrüger nur “Fehler”, nie begehen sie Straftaten. Sie möchten bedauert, nicht verurteilt werden. Und bedauern selbst am meisten, erwischt worden zu sein.

Inzwischen ist alles legal. Ich gehöre nicht zu den tausenden, die Schwarzgeld in der Schweiz haben, das bis heute nicht versteuert ist. Meine Steuern sind gezahlt.

Ja, seit einem Jahr!

Also gilt für mich das Recht auf Privatsphäre und das Steuergeheimnis. Das schützt zehntausende von Deutschen, die, wie ich, unaufgefordert die Initiative ergriffen haben, ihr Konto in der Schweiz zu legalisieren. Und es schützt auch die “Dutzenden von Prominenten”, von denen Experten zu berichten wissen. Über keinen von ihnen ist bisher geschrieben worden, obwohl “spektakuläre Namen” dabei sein sollen. Aber das gilt anscheinend nicht für mich.

So kämpft die Frau, die einstmals als Ikone der Linken galt, nicht etwa gegen das skandalöse Privileg von wohlhabenden Steuerhinterziehern, sich bei drohender Entdeckung freizukaufen – und dabei auch noch anonym zu bleiben. Nein, sie beansprucht dieses Privileg auch für sich als gutes Recht!

Ja, ich habe einen Fehler gemacht, ich war nachlässig. Aber ich habe den Fehler wieder gutgemacht. Ich habe für die letzten zehn Jahre gesamt rund 200.000 € Steuern nachgezahlt, plus Säumniszinsen. Der Fall ist damit auch aus Sicht der Steuerbehörde bereinigt. Mit welchem Recht also jetzt diese Denunzierung?

Mit dem Recht, mit dem die Gerechtigkeit sich ab und zu über falsche Gesetze hinwegsetzen darf. Ein Hoch auf den tapferen Finanzbeamten, der sich den Spaß erlaubte, uns über den Charakter von Alice Schwarzer weiter aufzuklären!

In meinem Fall wurde die Information von einem Informanten aus der Schweiz, wie es heißt, gleich mehreren Redaktionen gesteckt, nacheinander – damit es einer sicher bringt. Mehrere Medien hatten sich entschlossen, aus rechtlichen wie ethischen Bedenken, von einer Veröffentlichung Abstand zu nehmen. Der Spiegel allerdings mochte der Versuchung nicht widerstehen. Er pfeift darauf, dass er damit illegal handelt. Darum werde ich jetzt selber etwas dazu sagen.

Illegal handelt also nicht die, die illegal handelt, sondern der, der uns über das illegale Handeln aufklärt. Ganz klar: Frau Schwarzer ist weiblich und Der Spiegel ist männlich. Damit ergibt sich ja von selbst, wer hier Opfer und wer Täter ist.

Rufschädigung? Klar. Zu viele haben in meinem Fall ein Interesse daran. Ein politisches Interesse. Und ich frage mich, ob es ein Zufall ist, dass manche bei ihrer Berichterstattung über mich gerade jetzt auf Recht und Gesetz pfeifen? Jetzt mitten in der von EMMA angezettelten Kampagne gegen Prostitution, wo es um Milliarden-Profite geht. Bei der Jahrzehnte währenden Kritik von EMMA am Ehegattensplitting, mit dem Vater Staat die Hausfrauenehe mit Milliarden subventioniert. Oder auch nach so scharfen öffentlichen Kontroversen, wie im Fall Kachelmann.

Es ist ja ganz klar: Eine gewaltige Verschwörung ist da im Gange! Deutsche Puffbesitzer und deutsche Ehemänner, sie haben sich vereinigt, um eine tapfere Frau mundtot zu machen. Und wer hat diese Intrige eingefädelt? Na klar, der Kachelmann! Denn der ist: Schweizer! Na, klingelt’s?!

Doch so ein Schritt ist auch ein Dammbruch für die Medien. Mit einem Präzedenzfall Schwarzer wird in Sachen Persönlichkeitsschutz die eh schon tiefe Latte noch niedriger gehängt. Illegal? Persönlichkeitsverletzung? Na und!

Die tiefe Latte, Leute! Merkt ihr’s nicht: Hier ist die Phallokratie am Werke!

Ein Wort noch zu meinen Gründen für dieses Konto: Ich habe in Deutschland versteuerte Einnahmen darauf eingezahlt in einer Zeit, in der die Hatz gegen mich solche Ausmaße annahm, dass ich ernsthaft dachte: Vielleicht muss ich ins Ausland gehen.

Bin ich der Einzige, der hier die Hühner lachen hört und gleichzeitig weinen muss? Alice Schwarzer – verfolgt in der BRD der achtziger Jahre.

So denke ich schon länger nicht mehr. Mein Konto hat sich in diesen Jahrzehnten durch Zinsen und Zinseszinsen vervielfacht, denn in all der Zeit habe ich nie einen Cent von dem Konto abgehoben. Es war einfach da. Zu meiner Beruhigung.

Ja, Geld beruhigt ungemein. Es ist so schön, wenn es einfach da ist.

Selbstverständlich hätte ich das Schweizer Konto dennoch von Anfang an beim deutschen Finanzamt angeben müssen, um die Zinsen zu versteuern. Doch ganz ehrlich: Auch mein persönliches Unrechtsbewusstsein hat sich an dem Punkt erst in den letzten Jahren geschärft.

Ja, das Unrechtsbewusstsein von Kriminellen schärft sich immer dann, wenn die Gefahr wächst, geschnappt zu werden.

Es gibt Fehler, die kann man nicht wieder gutmachen. Zum Beispiel Rufmord. Steuerfehler aber, wie ich einen gemacht habe, kann man wieder gutmachen (Und das sieht auch das Gesetz ausdrücklich so vor). Und genau das habe ich getan.

In der Tat: Ein Rufmord wie jener, den Alice Schwarzer an Jörg Kachelmann verübte, lässt sich nicht wieder gutmachen. Dagegen lässt sich eine Steuerschuld tilgen. Der Rufselbstmord, den Frau Schwarzer mit dieser Erklärung verübte, wird hoffentlich nicht mehr zu tilgen sein.

Ein Brandbrief

Seit Émile Zola dem Präsidenten der französischen Republik eine feurige Anklage auf der Titelseite einer Zeitung sandte, haben sich immer wieder mutige Intellektuelle der Form des “Offenen Briefes” bedient, um Mächtigen die Wahrheit ins Gesicht zu schleudern. Nun hat sich die Hamburger Schriftstellerin Simone Buchholz, die normalerweise in Kiezkrimis die Staatsanwältin “Chastity Riley” ermitteln lässt, mit einem eindrucksvollen Schreiben an Olaf Scholz, den Bürgermeister der Hansestadt, in diese große Traditionslinie eingereiht.

Sehr geehrter Herr Scholz,

ich wohne in der Wohlwillstraße auf Sankt Pauli. Mit meinem Mann und unserem fünfjährigen Sohn. Wenn ich aus dem Fenster sehe, sehe ich

Wortwiederholung!

normalerweise buntes, manchmal wildes, aber immer liebenswertes Leben auf der Straße.

So ist der Alltag im Szeneviertel! Eine nette Wohngegend mit ein bisschen linker Folklore, bunt und wild. Nur zu bunt sollte es nicht getrieben werden, zu wild darf es nicht zugehen – sonst wär’s ja nicht mehr liebenswert!

Wenn ich zurzeit aus dem Fenster sehe, sehe ich,

Wortwiederholungswiederholung!

wie mein Viertel zu Klump gehauen wird. Wie unsere Straße jeden Abend von Leuten als Kulisse für ihre Katz-und-Maus-Spielchen missbraucht wird, sobald unsere Kinder im Bett liegen – falsch, manchmal warten sie nicht mal so lange: Ein Freund meines Sohnes bekam vor ein paar Tagen einen Böller vor die Füße geschmissen, einfach, weil er gerade da war. Der Junge ist fünf.

Was fünfjährige Jungs wissen, offensichtlich ganz im Gegensatz zu denen, die hier im Moment aufeinanderprallen: Wenn keiner nachgibt, hört der Streit nicht auf.

Das wissen fünfjährige Jungs? Glaub ich nicht.

Das ist eine essentielle Erkenntnis, daraus entsteht Zivilisation. Bei jungen Männern mit erhöhtem Testosteronstand kommt das aber oft schwer an.

Gestern Abend habe ich versucht, mit ein paar von denen zu reden. Sie können sich vielleicht vorstellen, dass das Gelächter groß war. Auf beiden Seiten. Ich glaube, sowohl die martialisch verpackten Polizisten auf unseren Straßen als auch manche der allabendlichen Demonstranten haben gerade – pardon – verdammt dicke Eier in der Hose. Da wird keiner freiwillig nachgeben.

Ging’s da nicht um irgendwas Politisches? Zwangsräumung? Gentrifizierung? Verdrängung oder so? Nee, klar, es ist alles viel einfacher: Männer sind Schweine.

Aber: Was soll das dann werden? Wo soll das hinführen? Soll das jetzt so weitergehen? Und wie lange noch?

Das fragt sich der Leser dieses Briefes auch.

Bis einer heult? Soll es das sein, wofür Hamburg steht: Wuchermieten, Helmpflicht für alle und enttäuschte Gesichter?

Diese Stadt hat eine Menge Probleme. Es ist kompliziert. Ich habe keine Lösungsvorschläge, es ist auch nicht mein Job, die zu haben (es ist Ihrer).

Das wäre ja noch schöner, wenn man von Schriftstellern Ideen verlangte! Von Intellektuellen Vorschläge! Nein, selbstverständlich ist es die Aufgabe von Autoren, Politiker um Hilfe anzuflehen!

Ich weiß nur: Gewalt ist ein ganz mieser Trick, der nicht funktioniert.

Gewalt ist gewiss kein Trick, denn Tricks erfordern Intelligenz. Dafür funktioniert Gewalt oft sehr gut – man mag das mies finden oder nicht. Aber ja, Gewalt ist böse, das lernten wir ja schon im Kindergarten.

Herr Scholz, Sie sind mein Bürgermeister. Sie sind der, dem ich glauben und vertrauen möchte.

Hier steigen der Autorin Tränen in die Augen, dem Leser auch, aber aus anderen Gründen. Komm, mein lieber Bürgermeister und mach mir die Welt wieder heile! Ich will dir doch so gern glauben und vertrauen! Verarsch mich! Bitte!

Sie sind der, der mir eine Stimme geben sollte.

Warum sollte Olaf Scholz das tun? Es reicht doch, meine Beste, wenn Sie ihm bei der Wahl eine Stimme gegeben haben.

Warum sind Sie so still? Warum ducken Sie sich auf so merkwürdige Art weg? Verstecken Sie sich etwa hinter Herrn Neumann?

Olaf Scholz duckt sich gewiss nicht. Das ist doch gar nicht nötig, er verschwindet ja schon hinter einem Hydranten!

Finden Sie, dass das ein gutes Versteck ist? Falls Sie nur nicht wissen, was Sie sagen sollen, kann ja mal passieren, habe ich einen heißen Tipp für Sie: Es ist gerade nicht die Zeit für Gesetze. Es ist Zeit für Größe.

Zu dumm: Es ist Zeit für Größe und Olaf Scholz ist schon ausgewachsen.

Für politisches Gefühl. Für drei bis fünf Fingerspitzen.

Soll er sich Finger amputieren?

Geschichtsbuch aufschlagen und mehr Willy wagen, Herr Scholz!

Was hat denn jetzt der Willy mit Sankt Pauli zu tun? Soll Olaf Scholz sich auf einen erotischen Wettkampf einlassen? Da würde er doch verlieren.

Bitte verzichten Sie darauf, meinen Brief von einem Ihrer Pressesprecher beantworten zu lassen. Ich brauche keine Antwort von Ihnen. Ich erwarte, dass Sie Format zeigen.

Mit verstörten Grüßen aus der Gefahreninsel
Simone Buchholz

Welch Trauer umfängt den Leser nach der Lektüre dieses Briefes! Dass man sich über Möchtegernrevolutionäre, die einen Stadtteil zerlegen, den sie zu schützen vorgeben, ärgern kann, versteht sich. Aber wenn einem nicht mehr als privates Gejammer dazu einfällt, muss man die Öffentlichkeit damit belästigen? Wenn man Olaf Scholz bloß seine enttäuschte Liebe offenbaren will, muss man den Brief gleich in der Zeitung abdrucken lassen? Wer nichts zu sagen hat, der schweige, auch wenn er “betroffen” ist. Wer einen Bittbrief schreibt, der werfe sich nicht in die Pose des Anklägers. Das hier ist nicht “J’accuse!”, sondern bloß “Je me lamente!”

Zitat des Monats September

“Ich müsste allerdings sichergehen, dass er nicht all zu politisch agiert. Das neue Buch mit dem Kapitalismus könnte bei Titeltreue schwierig werden, da unser Verein unpolitisch sein muss, auch beim Booking. Kleine Sticheleien gegen Politik kamen bei einem Poetry Slam schon öfter vor und sind kein Problem, geht eher um größere Aktionen.”

(Antwort eines Veranstalters auf eine Lesungsanfrage)

Briefe aus Berlin (5): Ich habe die Wahl

Meine Briefwahlunterlagen werden mir von der PIN Mail AG als CO2-neutraler Versand zugestellt. Offenbar dürfen die Postzusteller jetzt nicht einmal mehr atmen. Im Umschlag ein karges, graues Faltblatt. Aber wenigstens die Auswahl ist bunt: 16 Kandidaten möchten meine Erststimme, um als Abgeordneter für den Wahlkreis 83 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost in den Bundestag einziehen zu können. Gewinnen wird aber am Ende sowieso wieder Hans-Christian “Jopi” Ströbele. Warum also nicht mal den Außenseitern, den Menschen am Rand des Wahlzettels, ihre verdiente Chance geben?

Markus Beckmann ist Student, 25 Jahre alt, parteilos, und wohnt in Berlin. Möchte er deshalb in den Bundestag? Nein, seine Homepage verrät sein Anliegen, das Grundübel unserer Gesellschaft ist der Zins: Aus den Vorteilen, die das Geld gegenüber den Waren besitzt, entspringt die eigentliche Ursache des Zinses. Waren verlieren mit der Zeit an Güte, Qualität, Wert. Geld jedoch nicht. Dies führt dazu, dass ein Geldverleiher sein Geld nur dann an einen Unternehmer weiter verleiht, wenn dieser ihm dafür eine Entlohnung zahlt. Den Zins. [...] Der Zins führt zu einer Umverteilung in der Gesellschaft, da Leute mit hohen Geldguthaben automatisch und ohne zu arbeiten ihr Vermögen vergrößern. Die Lösung: Geld soll mit der Zeit seinen Wert verlieren, damit es schneller ausgegeben wird. Dann sinkt der Zins irgendwann auf 0% und niemand verdient mehr Geld, ohne zu arbeiten. Oder so ähnlich. Geld mit Verfallsdatum – ein interessanter Ansatz.

Frank Di Leo arbeitet als Hundetrainer und kandidiert folgerichtig für die Hundefreunde Kreuzberg. Die Hundefreunde kämpfen gegen die fortschreitende Diskrimienierung von Menschen mit Hunden. Aktuelles Hauptanliegen der Hundefreunde ist es ausweislich ihrer Homepage, einen selbstverwalteten Hundeplatz an der Schillingbrücke durchzusetzen. Vielleicht wäre es strategisch klüger, zunächst einmal die Einführung des Hundewahlrechts zu propagieren? Meine Stimme kann ich ihnen nicht schenken, denn ich habe gar keinen Hund.

Jutta Zedlitz kämpft als Religionslehrerin und mit ihrer Partei Die Violetten für spirituelle Politik. Auf den ersten Blick sympathisch ist ihr Eintreten für das bedingungslose Grundeinkommen, basisdemokratische Mitbestimmung und die Kulturpflanze Hanf. Aber was hat es denn nun mit der Spiritualität auf sich? Ein Faltblatt belehrt mich: Die Schöpfung entspringt einer geistigen Quelle, die unter verschiedenen Namen wie zum Beispiel Gott, Göttin, Vater-Mutter-Gott, Allah, JHWH, Brahma, Schöpfergeist, Universelle Intelligenz, Tao oder Es bekannt ist. Da ist ja nun wirklich fast für jeden was dabei – nur für mich gerade nicht! Denn ich glaube, dass die Schöpfung dem Nichts aus dem Arsch gekrochen ist. Auch mit Meditation, Lichtarbeit etc. kann ich mich nicht anfreunden. Nein, die Farbe lila konnte ich noch nie ausstehen.

Benjamin Richter kandidiert für die Bergpartei. Das ist doch mal was! Ein frecher junger Jakobiner, der die Montagnards wieder beleben will! Die Aristokraten an die Laterne! Ackermann, halt deinen Kopf fest! Auch die Parolen der Öko-Anarchisten und Real-Dadaisten passen: ja zum bankrott, keine angst vor mangel, zahnersatz für alle. Benjamin Richter hat den Spitzenplatz in meiner Gunst erobert.

Dr. Helena Barbas – die einzige Kandidatin mit Doktortitel tritt für Die PARTEI an. In den Medien nennt man die immer “Spaßpartei”, obwohl es Martin Sonneborn ja bitterer Ernst ist. Dr. Helena Barbas möchte ein atomares Endlager in Prenzlauer Berg einrichten. Das mag noch hingehen. Aber leider kann ich ihr meine Stimme nicht geben, denn Die PARTEI möchte die Mauer wieder aufbauen. Dann könnte ich aber nicht mehr in den Wedding fahren und auch nicht mehr nach Neukölln. Das wäre doof.

Joachim Hennig tritt für die Partei Freie Wähler an. Freie Wähler sind immer super: eine Ansammlung von unbekannten Menschen, über deren politische Meinung man nichts weiß. Ich forsche im Netz. Meine wichtigsten politischen Ziele: Keine Angaben. Warum Sie mich wählen sollten: Keine Angaben. Welche Werte und Ziele sind mir wie wichtig: Keine Angaben. Eine Katze im Sack, ein politisches Blind Date, ein Überraschungsei. Für mich zuviel Aufregung.

Ismet Misirlioglu kandidiert für BIG – Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit. Innovation und Gerechtigkeit gut und schön, aber irgendwie scheint die Partei doch nur Menschen mit Migrationshintergrund anzusprechen: Die Eingliederung ausländischer Mitbürger und deren Kinder in das deutsche System ist unabdingbare Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Die Beibehaltung der kulturellen Identität ist Voraussetzung für das Entstehen starker Partner, die mit ihrem Beitrag dem Wohle aller dienen können. Ach du Scheiße, Eingliederung ins deutsche Schweinesystem! Und dann sind das auch noch Leute, die anderen Leuten vorschreiben wollen, sie müssten “identisch” sein. Nee, da kann man ja gleich CSU wählen.

Andreas Dahl ist im Wahlbezirk die Alternative für Deutschland. Andreas Dahl ist geboren 1970, nicht verheiratet, 2 Kinder. Nach seinem Realschulabschluss im Jahre 1988 hat Dahl eine Lehre als Schlosser erfolgreich abgeschlossen und in den Bereichen Kraftfahrzeugmechanik und –instandsetzung und Metallverarbeitung gearbeitet. Dahl ist außerdem seit 1999 Berufskraftfahrer.  Seit der Jahrtausendwende ist Dahl Wahlberliner. Klingt alles sympathisch. Aber mein Tipp: Die Partei wechseln! Die ist nämlich kacke.

Alina Popeanga gehört zur BüSo Bürgerrechtsbewegung Solidarität. Ach ja, die Partei, die immer plakatiert: Wir haben das Patentrezept! Das europäische Wirtschaftswunder durch eine neue Seidenstraße in den Orient! Aber beim Googlen dann leichter Grusel: Die gute Frau scheint nirgendwo auf der Welt zu existieren als auf dem Wahlzettel von Wahlkreis 83 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost. Ein Phantom wählen? Nein, danke!

So. Die etablierten Volksparteien (NPD, Piraten, FDP etc.) kommen sowieso nicht in Frage. Also steht der Sieger fest. Meine Stimme geht an Benjamin Richter von der Bergpartei! Herzlichen Glückwunsch bzw. Ça ira!

Mut zur Courage

Die folgenden – ja, was eigentlich? sagen wir mal: – Reflexionen habe ich aka Michael Bittner am 9. März 2013 bei der Gedenkveranstaltung “Lasst uns das Erinnern nicht vergessen” zum Jahrestag der Dresdner Bücherverbrennung am 8. März 1933 im Kabarett Breschke & Schuch vorgelesen.

Jedes Jahr im Februar spricht man in Dresden über Zivilcourage. Was ist das überhaupt? Zivilcourage ist im Deutschen ein Fremdwort. Wie kommt es wohl, dass wir uns die Zivilcourage von gleich zwei fremden Völkern, den alten Römern und den neuen Franzosen, ausborgen müssen? Offenbar reicht uns der deutsche Mut nicht, ja nicht einmal die Kühnheit, die Tapferkeit und die Furchtlosigkeit zusammen ergeben Zivilcourage. Erklären kann man sich das wohl so: Die Deutschen zeigten Mut in ihrer Geschichte immer nur auf Befehl. Auf Kommando stürmten sie auf dem Schlachtfeld voran und sprangen dem Erbfeind tapfer an die Gurgel. Aber wieder zu Hause wurde von den Kriegshelden kein Mut mehr verlangt, sondern Gehorsam. Hier galt es, den Anordnungen des Kaisers, Führers oder Staatsratsvorsitzenden Folge zu leisten, ansonsten still zu sein und sich unauffällig zu verhalten. Dass man auch im alltäglichen Leben, also in Zivil, Mut zeigen kann, war den Deutschen so fremd, dass sie seltene Fälle dieser Art Courage nannten. Denn die unerreichten Meister des zivilen Ungehorsams, von den Deutschen drum bewundert und verachtet, sind nun einmal die Franzosen. Was die Deutschen hingegen sehr gut können: über Zivilcourage debattieren und sie energisch von anderen einfordern.

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Wer einmal eine schaurig-schöne Viertelstunde verbringen möchte …

… der sollte sich mal die Kommentare der Leser des Hochqualitätsmediums Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einem Artikel, sagen wir mal: zur Einwanderung von Roma aus Osteuropa, durchlesen:

Offenbar verstehen es die wandernden Herrschaften, genau dort hinzuziehen, wo es Sozialleistung gibt oder wo sich das Betteln noch lohnt. Überall, wo Roma in größeren Gruppen leben, steigen Diebstahlraten an und die Gegend verrottet. Rom, Neapel, Paris oder Berlin könenn ein Lied davon singen. Aber darf man das sagen? Natürlich nicht. Die Erzieher aus Brüssel verbieten es und kassieren bei den eben noch verdammten potentiellen Rassisten für Programme, die allesamt nichts fruchten. Die Frage ist doch, ob es nicht besser wäre, den Roma würde deutlich gemacht, dass Bettler und Diebe nicht willkommen sind.

Es kann einfach so nicht weitergehen. Das Asylgesetz wird seit Jahren mißbraucht, kein Politiker hat den Mut dies klar auszusprechen, weil der dann als Auslädnerfeind u.ä. beschimpft wird.

Man muss wirlich kein rechtsradikales Gedankengut pflegen, um bei der von den teuren Schreibtischtätern in Brüssel – aber mit Unterstützung der EU-Staaten – d urchgeführten EU-Erweiterung “auf Teufel komm raus” nur noch mit dem Kopf schütteln zu können. Abgesehen von den finanziellen Folgekosten der Kommunen können einem die Mitarbeiter bei diesen Städten nur leid tun, die sich mit diesen – von o.g. Schreibtischtätern verursachten – Problemen vor Ort herumschlagen müssen.

Ich kann dem Autor nur zustimmen. Warum schreibt er dann – im besten politisch korrekten Neusprech – von “Roma” und nicht von Zigeunern? Nicht nur, dass das Wort Zigeuner in unserer Sprache historisch gewachsen ist, nein, Sinti und Roma sind nur zwei Stämme des Volkes der Zigeuner. Die Armutszuwanderung – die Normalität in den letzten Jahrzhenten der deuschen Zuwanderungspolitik – war mit den Grenzöffnungen nach Südosteuropa erwartbar. Warum tut man jetzt also so überrascht? Umso mehr, als dass das Bundesverfgassungsgericht die (Geld)Zahlungen an Asylanten im vergangenen Jahr drastisch angehoben hat. Geringere Hürden und mehr Geld, was dann passiert, das wirkt doch wie ein Magnet.

ein Austritt aus dem Schengener Abkommen und ein paar wirksame Gesetzesänderungen würden ausreichen.
Doch die sind gegen rot/grün nicht machbar. Und die feige CDU wagt nicht einmal den Kampf aufzunehmen und Widerstand zu leisten und sehen lieber zu, wie Deutschland zur Beute fremder Staatsvölker wird. Die feige CDU wagt es nicht, sich mit den links beherrschten Medien anzulegen, wo unsere Luxus-Linken sitzen, in deren kranken Köpfen die Zerstörung Deutschlands etwas Gutes ist. Solch hilflose Vorschläge, wie man müsse erst die Probleme Rumäniens und der ganzen Welt lösen, damit keiner unser Freibier Total Angebot annimmt, zeugt von einer völligen geistigen Unzurechnungsfähigkeit einer ängstlichen und total verunsicherten politischen Klasse.

Den Plan, das mit EU-Geldern zu regeln zahlen auch Sie und ich. Den Roma ist das egal, die gab es schon immer und die wird es auch immer geben. Sie sind gewissermaßen bewundernswert frei, so wie keiner von uns anderen und sie werden sich krank darüber lachen, wenn sich jetzt alle überschlagen, um sie zu fördern.

Man muß nicht den deutschen Städten helfen, immer mehr Roma immer komfortabler zu versorgen und womöglich noch dauerhaft aufzunehmen, damit dann immer mehr kommen. Das ist ein Irrweg. Die Visafreiheit mit Serbien und Montenegro muß sofort beendet werden. Ebenso notfalls die Freizügigkeit mit Rumänien und Bulgarien. Straftäter und Möchtegern-Zuwanderer ins Sozialsystem müssen korrekt, konsequent und vor allem sehr zügig ausgewiesen werden. Durch eine SELEKTIVE Reform der Visavergabe läßt sich durchaus eine gute und bezahlbare Erreichbarkeit Deutschlands durch die große Mehrheit der ehrlichen und oft gut ausgebildeten Rumänen und Bulgaren erreichen. Dafür muß man etwas Geld in ausreichende Visavergabe-Kapazitäten investieren. Die gegenwärtige Armuts- und Kriminalitätsmigration jedoch gehört sofort gestoppt.

Es ist für den politisch correcten Gutmenschen sicherlich schockierend, wie abfällig sich die Rumänen über die “Zigeuner” äußern (ein Wort, dass ich persönlich ich schön und nicht diskriminierend empfinde).

Bei uns in Baden-Württemberg werden die größten Städte von Grünen regiert (Stuttgart, Tübingen, Freiburg…). Die nehmen doch diese Leute gerne auf. Schließlich bereichern sie mit ihrer Kultur unsere Gesellschaft. Wir haben sogar einen äußerst populären grünen Ministerpräsidenten. Also nicht wie rein mit denen und aufs ganze Land verteilt. Die Wähler wollen es so…

Integriert waren diese Voelker nie, in der kommunistischen Diktatur waren sie allenfalls domestiziert … und beliebt sind sie auch nicht; da ist man in der Regel froh, wenn diese Volksgruppen in den deutschen Sozialstaat entschwinden und dort ungestoert ihre Ghettos bilden, mit europaeischen Programmen bewirken sie da Nichts; der Wille sich einer nicht integrierten Volksgruppe zu entledigen, der wird zur selbsterfuellenden Prophezeiung in vielen Laendern.

Jeder der Leser hat seiner Meinung seinen Namen beigefügt – ist es nicht schön, dass die Zeiten der Political Correctness vorbei sind und man in Deutschland wieder alles sagen darf?

Separate but equal

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat der Klage einer Elterninitiative, hinter der die katholische Sekte Opus Dei steht, stattgegeben: Ihr Antrag auf Errichtung einer reinen Jungenschule, gegen den sich das Land Brandenburg juristisch gewehrt hatte, sei grundsätzlich zulässig. Getrenntgeschlechtliche Privatschulen sind also in Deutschland nun offiziell höchstrichterlich erlaubt. Nur müsse eine solche Schule auch das “Lernziel” der Gleichberechtigung der Geschlechter verfolgen. Die Leipziger Richter haben da einen schönen alten juristischen Leitsatz aus den USA wiederentdeckt, der seit einem halben Jahrhundert vergessen schien: “Separate but equal”. Demnächst darf dann vermutlich die Elterninitiative besorgter Arier auch rein deutsche Schulen errichten, in denen aber der Wert der Völkerverständigung gelehrt werden muss.

Dresdner Justizverhältnisse

Das Amtsgericht Dresden verurteilte “ein[en] 36-Jährige[n] am Mittwoch wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung [...] Der Angeklagte Tim H. aus Berlin demonstrierte am 19. Februar 2011 gegen einen Naziaufmarsch und soll Störer aufgewiegelt haben, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Weil dabei vier Beamte von Chaoten verletzt wurden, seien diese Taten auch Tim H. zuzurechnen, so der Amtsrichter. H. selbst hatte keine Angaben gemacht.” (Sächsische Zeitung, 19. Januar 2013)

“Das Landgericht Dresden hat fünf Anführer der verbotenen Neonazi-Gruppe “Sturm 34″ verurteilt. Vier der Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren, einer bekam eine Geldstrafe. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Männer 2006 eine kriminelle Vereinigung gegründet hatten. Außerdem hätten sie sich der schweren Körperverletzung und Sachbeschädigung schuldig gemacht. Der Staatsanwalt hatte zuletzt Bewährungs- und Geldstrafen gefordert, unter anderem weil die Taten schon so lange zurückliegen. Einer der Angeklagten, ein Informant der Polizei, sollte straffrei ausgehen.” (MDR, Juni 2012)

“Der Sturm 34 wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. März 2006 von ca. 30-40 Männern und Frauen gegründet. Anlässlich eines Festes im rechtsextremen Milieu stieg einer der Teilnehmer auf den Tisch und rief den Sturm 34 aus. Der Name war von einer SA-Brigade übernommen, die während der Zeit des Nationalsozialismus in der Region Mittweida stationiert war. [...] Ziel der Gruppe war es, die Region durch Gewalt und martialisches Auftreten zu terrorisieren und einzuschüchtern. Sie richtete sich vornehmlich gegen Ausländer und Vertreter der Linken. Beispielsweise überfiel sie das Büro der Ortsgruppe der Linkspartei, Döner-Imbissstände, Afrodeutsche und Punks. Die Angriffe erfolgten meist aus einer zahlenmäßig überlegenen Gruppe heraus. So standen sich an einer Torfgrube in Mittweida 15 bis 20 Mitglieder des Sturms 34 und acht Jugendliche gegenüber. Während eines Dorffestes in Rochlitz fielen bis zu 25 Mitglieder ein. Dabei trugen sie schwarze Kleidung, hatten die Köpfe kahl geschoren und trugen mit Sand gefüllte Handschuhe. Im Mai 2006 schlugen 15 Mitglieder an einer Tankstelle in Stollberg ohne erkennbaren Anlass auf einige junge Männer ein. Auch nachdem eines der Opfer am Boden lag, traten sie weiter auf dieses ein. Eine Zeugin beschrieb dies später so, dass der am Boden liegende wie ein Fußball für die Täter gewesen sei. Am 26. April 2007 führte die Polizei mit 200 Einsatzkräften Hausdurchsuchungen durch und fand dabei unter anderem Schreckschusswaffen, Sturmhauben und rechtsextremes Propagandamaterial. [...]” (Quelle: Wikipedia)

Peer Steinbrück spricht Klartext

Der Kanzlerkandidat der SPD steht seit Wochen in der Kritik. Immer wieder bringt er sich mit ungeschickten Äußerungen in Schwierigkeiten. Nicht wenige sehen die Chancen auf einen Sieg gegen Angela Merkel im Herbst bereits schwinden. Es gelang mir, Peer Steinbrück zu einem Interview zu bewegen, in dem er seine provokanten Ansichten wie gewohnt nicht versteckte.

“Herr Steinbrück, glauben Sie, dass Sie die Bundestagswahl noch gewinnen und Bundeskanzler werden können?”

“Ich werde, denn ich will. Ich kann, denn ich soll.”

“An Ihrer Entschlossenheit besteht kein Zweifel, das ist deutlich. Aber kann es sein, dass Sie durch Ihre verbalen … sagen wir einmal: Ungeschicklichkeiten Ihre Lage nicht sehr verbessert haben?”

“Was ist das für eine argumentative Affenscheiße schon wieder?! Ich sage, was ich denke, und ich tue, was ich sage. Ich lasse mir den Mund nicht verbieten – nicht von der Journalistenmeute, nicht vom Lynchmob auf der Straße!”

“Aber war Ihre Forderung nach einem höheren Gehalt für Bundeskanzler nicht doch etwas blauäugig? Hätten Sie nicht damit rechnen müssen, dass der politische Gegner so einen Satz für eigene Zwecke benutzt?”

“Es ist mir doch völlig egal, was diese Mistkrüppel quatschen! Ich werde jetzt nicht zum Kuschel-Peer. Klare Kante, das ist meine Devise! Ich musste mich doch schon genug verbiegen, um Kanzlerkandidat dieser Loserpartei zu werden. Soziale Gerechtigkeit, Mindestlohn, Altersarmut – Gott, wie mir dieser ganze Stuß am Arsch vorbeigeht! Aber klar, die Linken wollen dies, die Gewerkschaften wollen das. Und hab ich mich nicht zusammengerissen? Hab ich nicht so getan, als wäre ich ein Sozialdemokrat? Und jetzt kommt mir dieser Pöbel mit solchem Undank!”

“Herr Steinbrück, ich muss sagen, Sie klingen jetzt doch etwas verbittert. Ist die Politik vielleicht doch nicht Ihr Feld? Sind Sie etwa doch ein bisschen überfordert von den Ränken und Rankünen? Wäre ein Posten als Sparkassendirektor möglicherweise die bessere Alternative?”

“Ach was, dummes Gesülze! Wem es zu heiß ist in der Küche, sollte gar nicht erst reingehen. Daran, dass ich der beste Mann für den Job bin, habe ich nicht den geringsten Zweifel. Niemand kann klarer aussprechen, was ich denke, als ich. Aber ich will einräumen, dass mein knorriger wie kristalliner Charakter so manches Backpfeifengesicht überfordert.”

“Also werden Sie in den kommenden Monaten doch etwas leiser treten? Sich an die Spielregeln des Geschäfts anpassen? Vorsichtiger reden?”

“Das könnte diesen Schweinefickern so passen! Draufgeschissen! Ich kann auch noch ganz anders! Was wollen Sie hören? Los! Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr ich Tiere hasse? Besonders junge Katzen! Dieser pelzige Biomüll sollte planmäßig entsorgt werden. Und Ossis! Wie ich dieses Pack verabscheue! Wenn wir denen nicht immer Geld hätten schicken müssen, hätte ich in Nordrhein-Westfalen auch mal eine Wahl gewonnen! Unproduktive Minderleister, die leider stimmberechtigt sind. Ohne die Ossis hätte doch die Merkel keine Chance gegen mich. Und ohne die Frauen erst recht! Die Merkel sähe doch ohne ihren Frauenbonus überhaupt keinen Stich! Und dann sind da noch …”

“Herr Steinbrück, sollen wir das wirklich veröffentlichen? Ich könnte mir vorstellen, dass einige Wähler von Ihrer Direktheit und Offenheit wieder verschreckt sein werden.”

“Gerade deswegen! Alles raus! Was schert mich das Pack! Solange einer mich versteht, einer mich liebt, nämlich ich selber! Und vielleicht noch Helmut Schmidt!”

“Herr Steinbrück, ich bedanke mich für das Gespräch, möchte aber jetzt doch lieber gehen. Und legen Sie bitte den Hammer wieder weg.”

“Arschlecken!”

Die ägyptische Verfassung

Eine breite Koalition aus Islamisten, Radikalislamisten und Fundamentalradikalislamisten hat – gegen die Stimmen weniger demokratischer Abweichler – eine neue Verfassung für Ägypten beschlossen. Sie orientiert sich überraschend stark am deutschen Grundgesetz. Hier die wichtigsten Bestimmungen des Entwurfs im Überblick:

§ 1 Die Würde des Menschen und Frauen unter sechs Jahren sind unantastbar.

§ 2 Jede Gläubige hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, auch unter Zuhilfenahme von Explosivstoffen.

§ 3 Alle Männer sind vor dem Gesetz gleich. Alle Männer sind gleich berechtigt, ihre Frauen zum Gehorsam anzuhalten. Die Frau ist der Acker des Mannes. Das Nähere regelt das Landwirtschaftsgesetz.

§ 4 Die Freiheit des Glaubens ist unverletzlich, sofern es sich um den richtigen Glauben handelt. Die Ausübung der Religion darf nicht behindert werden, insbesondere durch Zweifel, Widerworte oder Abwesenheit.

§ 5 Jeder hat das Recht, Gott und seinen Propheten in Wort, Schrift und Bild zu loben, zu preisen oder auch zu lobpreisen. Wer den Propheten beleidigt, der soll seiner Zunge, im Wiederholungsfalle seines Kopfes verlustig gehen.

§ 6 Die Familie steht unter dem besonderen Schutz des Staates. Der Mann mit vielen Familien steht unter dem vielfachen Schutz des Staates.

§ 7 Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates. Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen ordentliches Lehrfach. Der Religionsunterricht wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.

§ 8 Alle Gläubigen haben die Pflicht, sich bewaffnet unter freiem Himmel zu versammeln, sobald der Zustand der Beleidigung ausgerufen wird.

§ 9 Alle Gläubigen haben das Recht, Vereine zu bilden, die sich gegen den Gedanken der Völkerverständigung richten. Oder gegen die Juden.

§ 10 Das Postgeheimnis ist unverletzlich. Briefbomben müssen grundsätzlich ausreichend frankiert werden.

§ 11 Alle Ägypter genießen volle Freizügigkeit im gesamten Staatsgebiet. Alle Ägypterinnen genießen volle Freizügigkeit im weiblichen Teil der Wohnung (Küche, Bad, Keller).

§ 12 Alle Ägypter dürfen ihren Arbeitsplatz frei wählen. Ägypterinnen dürfen mit Erlaubnis ihres Mannes in der Küche im Sitzen arbeiten.

§ 13 Die Wohnung ist unverletzlich. Frauen, die durch unerlaubten Ausgang die Wohnung verletzen, sollen von ihrem Manne mit Hilfe eines Sackes oder Netzes wieder eingefangen werden.

§ 14 Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Niemand darf seinem Bruder mehr als vier Frauen vererben.

§ 20 Ägypten ist eine islamische Demokratie. Das ägyptische Volk wählt das Parlament. Das Parlament muss vom Priesterrat bestätigt werden. Das Parlament beschließt die Gesetze. Die Gesetze müssen vom Priesterrat bestätigt werden. Das ägyptische Volk wählt den Präsidenten. Der Präsident muss vom Priesterrat bestätigt werden. Der Priesterrat wird von Gott bestätigt. Entscheidungen Gottes gibt der Priesterrat bekannt.

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