Max Rademann und Falk Töpfer als „The Equipment“ beim Schaubudensommer 2018

Zusammen mit Falk Töpfer bildet unser Max Rademann seit Neuestem die Boyband The Equipment. Beim Schaubudensommer 2018 hinter der Dresdner Scheune haben sie bald zwischen dem 15. und 18. Juli ihre ersten großen Auftritte. Ihr gewagter Mix aus Eurodance, Disco und klassischer Liedermacher-Ästhetik bietet auf der Bühne ein explosives Feuerwerk für Jung und Alt und alle drei Geschlechter. Dabei ist Falk Töpfer wirklich überzeugend, sexy und hübsch. Seine draufgängerische Bühnenpräsenz findet mit Rolf Markus Rademann die perfekte Ergänzung. Der stoische Erzgebirger brilliert durch zurückhaltende Raffinesse und spannt sein musikalisches Können wie ein Auffangnetz unter die stürmische Strahlkraft Töpfers. The Equipment agieren wie zwei Tiere. Wiesel und Uhu bilden hier eine nie da gewesene Symbiose der Unterhaltungskunst.

Sax Royal bei „Dresden is(s)t bunt“

Unter dem Titel Dresden is(s)t bunt gibt’s am Dienstag, den 19. Juni, zum wiederholten Mal ein großes Essen für alteingesessene und neue Bewohner der Stadt Dresden auf dem Neumarkt. Man kann essen, sich unterhalten und einander kennen lernen. Beim dazugehörigen Kulturprogramm sind auch wir mit dabei! Auf Einladung des Deutschen Hygiene-Museums lesen Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth ab 18:30 Uhr an Tisch A7. Einen Lageplan findet ihr hier.

Die neue Redefreiheit

Noch nie wurde in Deutschland so viel geredet wie heute. Und noch nie wurde dabei von so vielen gesagt, man dürfe ja in Deutschland nichts mehr sagen. Ein Teil der Bevölkerung weiß genau, dass in Deutschland Zensur herrscht. Ich blauäugiger Mensch lebte hingegen bisher in der Überzeugung, die freie Rede habe einen recht weiten Spielraum. Stellte doch jüngst etwa eine sächsische Staatsanwaltschaft fest, die Redefreiheit umfasse sogar das Recht, sich die Hinrichtung von politischen Gegnern zu wünschen, ja diese Hinrichtung mit Hilfe von selbst gebastelten Galgen symbolisch vorwegzunehmen. Ich gehe davon aus, dass es dementsprechend auch nicht ungesetzlich ist, wenn ich mir wünsche, den zuständigen Staatsanwalt möge ein Blitz beim Scheißen erschlagen.

„Eine Zensur findet nicht statt“, behauptet das Grundgesetz. Aber viele Bürger behaupten anderes. Wer hat recht? Auf den Straßen, auf den Titelseiten, in den Fernsehstudios, ja mittlerweile sogar im Parlament dürfen Männer erklären, die linke Meinungsdiktatur lasse sie nichts mehr sagen. Wenn so viele das behaupten, muss es dann nicht stimmen? Ein gewisser Thilo Sarrazin, Mitglied der SPD, ist Millionär geworden, indem er sagte, was man nicht sagen darf. Er hat inzwischen unzählige Nachahmer inspiriert, die ebenfalls von der verbotenen Frucht naschen. In Deutschland kann einem Publizisten in finanzieller Hinsicht offenbar nichts Besseres passieren, als von der Zensur verboten zu werden. Wurde einem Mann erst einmal das Maul gestopft, hängen die Leute ihm an den Lippen. Aber man muss schon tüchtig rechts sein, wenn man in den Genuss dieses verkaufsfördernden Verbotes kommen will. Denn nur Rechte, die Linke kritisieren, sind Helden der Meinungsfreiheit. Linke, die Rechte kritisieren, sind hingegen Gegner der Meinungsfreiheit. Denn die Redefreiheit der Rechten umfasst bekanntlich auch das Recht, keine Gegenrede ertragen zu müssen. Völlig zurecht wird darum der Dresdner Turmschriftsteller Uwe Tellkamp trotz einigen kleinen Lügen als mutiger Kritiker gefeiert, während die Kritiker des Kritikers ernstlich verwarnt werden, sie mögen doch den empfindlichen Mann nicht durch den Hinweis auf die Wahrheit stigmatisieren.

„Nein, nein!“, ermahnen mich die Kämpfer gegen die politische Korrektheit. „Die Zensur ist heute natürlich nicht mehr so altmodisch, mit Verboten vorzugehen, ihr gelingt es, tapfere Streiter für die Wahrheit mit der Nazi-Keule zur Strecke zu bringen!“ Wenn ich das Wort „Nazi-Keule“ höre, stellen sich bei mir leider immer noch die falschen Assoziationen ein. Vielleicht liegt’s daran, dass ich aus der ostdeutschen Provinz komme. Beim Wort „Nazi-Keule“ denke ich immer noch an einen Baseballschläger, von dem Blut tropft, weil gerade irgendein Nazi jemanden damit erschlagen hat. Aber wie albern! Die „Nazi-Keule“, von der unsere neuen Rechten sprechen, ist natürlich eine viel gefährlichere Waffe. Sie zerstört nicht bloß das Leben von Minderwertigen, sondern viel Kostbareres, den Ruf von Patrioten, die zu Unrecht beschuldigt werden, Nazis zu sein. Mein Mitleid mit diesen Männern kennt keine Grenzen und wird auch nicht im Mindesten durch den Eindruck gedämpft, als wirkte ein Volltreffer der „Nazi-Keule“ auf manche Rechte nicht niederschmetternd, sondern wie ein Ritterschlag. Ja, die „Nazi-Keule“ gleicht einem Zauberstab, durch den Rechte in Helden verwandelt werden. Kein Wunder, dass mancher sich selbst mit diesem Zauberstab bearbeitet, wenn es partout an Linken mangelt, die zur „Nazi-Keule“ greifen wollen. Wo kein Linker zur Stelle ist, um mit Hitler zu vergleichen, malt sich gewiss ein Rechter selber ein Hitlerbärtchen unter die Nase. Oder hat jemand Björn Höcke einen Revolver an den Kopf gehalten, um ihn dazu zu bringen, freundliche Worte über den Nationalsozialismus zu sagen? Wer hat in Pirna beim „Politischen Aschermittwoch“ der AfD die Meute angesoffener Frührentner dazu gezwungen, vor den Augen der Welt einen geselligen Abend im Sportpalast nachzustellen?

Wir dürfen bei alledem nicht vergessen, dass schon Adolf Hitler ein Opfer der Zensur gewesen ist. Immer wieder hatte er Schläge mit der Nazi-Keule zu erdulden. Man erhob die absurde Anschuldigung, er sei kein Demokrat, man warf ihn ins Gefängnis, erteilte ihm Redeverbote. Kein Wunder, dass Hitler immer wieder klagte, er werde vom Weimarer Schandsystem „geknebelt“ und von der verräterischen „Judenpresse“ diffamiert. Hätte man doch nur das konstruktive Gespräch mit Hitler gesucht! Hätte man seine Sorgen angesichts der grassierenden Verjudung Deutschlands ernstgenommen! Hätte man ihn nur freiwillig an der Regierung beteiligt, um ihn zu mäßigen und zu entzaubern! Welches Leid wäre Deutschland erspart geblieben! Wer dem gerechten Volkszorn nicht die Gesetze anpasst, der muss sich nicht wundern, wenn der gerechte Volkszorn sich jenseits der Gesetze austobt. Seien wir doch vernünftig! Kapitulieren wir in vorauseilendem Gehorsam vor dem Faschismus, um unsere Demokratie zu bewahren!

„Diffamiert“ – das Wort ist auch heute noch die liebste Vokabel des Rechten, der es mit vollem Recht unerträglich findet, dass Linke ihn öffentlich kritisieren dürfen. Wer so wie ich das unerhörte Glück hat, regelmäßig Post von besorgten Bürgern zu bekommen, der weiß, dass jeder zweite Brief mit folgender Klage beginnt: „Sie haben wieder was gegen die PEGIDAFD geschrieben! Das ist eine unerhörte Diffamierung! Sie haben keinen Respekt vor Andersdenkenden! Sie wollen die Meinungsfreiheit abschaffen!“ Wir müssen neidlos den Propagandisten der politischen Inkorrektheit gratulieren. Es ist ihnen in jahrelanger Arbeit gelungen, dieses Argument so fest in die Hirne von Millionen zu meißeln, dass es dort niemand je wieder herausbefördern wird. Es besticht aber auch ganz enorm durch seine Logik: Wenn die Rechten Kritik üben, nutzen sie die Redefreiheit. Wenn an den Rechten Kritik geübt wird, dann ist das Zensur. Wahrhafte Meinungsfreiheit herrscht nach dieser Logik erst, wenn niemand mehr die Freiheit hat, den Rechten zu widersprechen. Einige Länder im Osten Mitteleuropas sind schon auf dem besten Wege, einen solchen Triumph der Redefreiheit zu bewerkstelligen. Aber wenn schon nicht gleich ganz Deutschland, so kann doch zumindest Sachsen nachziehen! Schon bald gibt es hier Wahlen, die den richtigen Weg weisen können!

Da ich nun die Rechten schon mit so viel Lob bedacht habe, möchte ich auch die Linken nicht vergessen. Das gebietet schon die Fairness. Ich finde es wirklich formidabel, wie viele Linke gerade jetzt ihre Hypersensibilität entdecken, da die Rechten mit dem Vorschlaghammer anrücken. Einen besseren Zeitpunkt hätten sie sich für ihre Entdeckungsreise zu den äußersten Grenzen der Empfindsamkeit nicht aussuchen können. Ich kann ihnen deswegen auch nicht verübeln, dass sie sich inzwischen schon die Ohren zuhalten und über „unerträgliche Hassrede“ klagen, wenn ein Rechter auch nur den Mund aufmacht, um seine Meinung zu sagen. Dass die Linken mit den Rechten in einen Wettbewerb eingetreten sind, wer leberwurstiger ist, wer schneller beleidigt und wer das größere Opfer, das versetzt mich wahrlich in Hochstimmung und macht mir große Hoffnung für die Zukunft. Wie schlau sind jene Linken, die den öffentlichen Streit mit den Rechten nach Möglichkeit vermeiden, um sich die Finger nicht schmutzig zu machen! Wie souverän und mutig wirkt das! Wie überzeugend ist es auch, dass die Linken beständig über böse Wörter, kaum noch aber über die Sachen selbst reden! Es spart ja auch jede Menge Arbeit, wenn man darauf verzichtet, zu überprüfen, ob die Rechten Recht oder Unrecht haben, und sich stattdessen damit begnügt, den Rechten vorzuwerfen, dass sie rechts sind. Kurzum: Bei den linken Parteien läuft alles kolossal gut und ihre Wahlergebnisse bestätigen das ja auch blendend.

Ich komme zum Schluss: Es steht um die Redefreiheit ganz hervorragend in Deutschland, geradezu optimal. Es wird ja unerhört viel geredet bei uns, vor allem aneinander vorbei und übereinander hinweg, aber immerhin. Das Selbstgespräch ist doch die angenehmste Form der Kommunikation; im Spiel mit sich selbst geht man immer als Gewinner vom Platz. Hauptsache ist, es wird stets so laut geredet, dass niemand in die Versuchung gerät, nachzudenken. Zweifel ist nur hinderlich dabei, auf jede Frage auf Anhieb die richtige Antwort geben zu können. Wir haben vielleicht keine Streitkultur, aber unsere Kultur der Zerredung ist unvergleichlich. Aber das alles soll uns keine Sorgen bereiten, im Grundgesetz steht ja nur etwas vom Recht, sich zu äußern, aber nichts von der Pflicht, auch einmal zuzuhören. Hoffentlich kommt nie jemand auf die Idee, die Redefreiheit könnte auch darin bestehen, sich – wenigstens für ein Weilchen ab und an – vom Zwang zum unablässigen Reden zu befreien. Denn das würde ja dazu führen, dass Demokraten, statt auf das Gekläff von Rechtsradikalen routiniert mit verletztem Gejaule zu antworten, einmal in Ruhe darüber nachdächten, mit welchen eigenen Ideen es gelingen könnte, die Leute wieder zu überzeugen und zu begeistern.

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Dieser Text wurde von Michael Bittner am 11. März 2018 im Kabarett Breschke & Schuch bei der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung in Dresden vorgetragen. Die Gedenkveranstaltung findet jedes Jahr auf Initiative der Dresdner SPD statt. Informationen zur Vorreiterrolle Dresdens im Kampf „wider den undeutschen Geist“ findet man zum Beispiel in diesem Beitrag der FAZ.

Donnerstag, 9. November: Lesebühne Sax Royal mit Kunst-Spezial zum Festival „Literatur Jetzt!“

Zum Festival „Literatur Jetzt!“ 2017 präsentiert unsere Lesebühne Sax Royal mit ihren fünf Stammautoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth eine Spezial-Ausgabe ihrer Lesebühne mit Texten rund ums Thema Kunst. Da die fünf Schriftsteller teils selbst auch künstlerisch tätig sind wie der Cartoonist Max Rademann, teils immer wieder mit Künstlern zusammenarbeiten durften wie der multimedial interessierte Roman Israel, wird ihnen gewiss einiges zur Sache einfallen. Die Zuschauer dürfen sich auf heitere Geschichten aus der Welt der Bohème und erhellende Reflexionen über das prekäre Künstlerdasein freuen.

Wer sind die fünf Royalisten? Michael Bittner lebt als freier Autor in Berlin und schreibt Satiren und Kolumnen u.a. für die Sächsische Zeitung und die taz. Jüngst erschien sein neues Buch Der Bürger macht sich Sorgen in der edition AZUR. Julius Fischer ist nicht nur als Autor bekannt, sondern auch als Musiker bei der Band The Fuck Hornisschen Orchestra und als Moderator der MDR-Show Comedy mit Karsten. Er lebt in Leipzig. Immer unterwegs in der Welt, zurzeit aber in Görlitz zuhause, ist der Erzähler und Lyriker Roman Israel. Soeben erschienen ist sein zweiter Roman Flugobst im Luftschacht Verlag. Wie eh und je in Dresden wohnhaft, aber immer wieder auch in seiner alten Heimat, dem Erzgebirge zu Besuch ist Max Rademann. Er ist als Autor, Musiker, Cartoonist, Moderator und DJ das Multitalent der Lesebühne. Besonders für die Dichtkunst zuständig ist schließlich der Dresdner Dichter Stefan Seyfarth. Er kennt sich als Forstwissenschaftler mit der Natur und als Erzieher mit Kindern aus, beide bedichtet er ebenso gern wie das städtische Treiben.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – Spezialausgabe „Kunst!“ | 9. November | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune | Vorverkauf 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

„Literatur Jetzt!“ – Dresdner Festival zeitgenössischer Literatur zum Thema „Kunst“ vom 4. bis zum 14. November 2017

Die Literatur erzählt uns Geschichten, die Bildende Kunst bedarf der Bilder. Oder ist es genau umgekehrt? Eine lange Geschichte und eine Verwandtschaft ersten Grades verbindet die beiden Schwesterkünste – und ihre Protagonisten. Besonders spannend wird es immer dann, wenn die Trennlinien zwischen den Genres verwischt oder gar nicht erst als solche empfunden werden. Genau solchen Grenzgängen zwischen Literatur und Kunst widmet sich in diesem Jahr „Literatur Jetzt!“, das 9. Dresdner Festival zeitgenössischen Literatur, das vom 4. bis zum 14. November 2017 in Kooperation mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stattfinden wird.

Zahllose Schriftsteller und Schriftstellerinnen ließen sich vom reichen Fundus der klassischen und der modernen Malerei anregen, schätzten und erprobten eine Unmittelbarkeit des Ausdrucks, eine Bildhaftigkeit, die im Schreiben schwer zu erreichen ist. Einige malten sogar selbst – wie der 2013 verstorbene Wolfgang Herrndorf. Als Schriftsteller dank „Tschick“ inzwischen ein Klassiker, ist er als bildender Künstler noch zu entdecken. Dresden ist dank „Literatur Jetzt!“ nach Stationen in Berlin, München und Stade der vierte Ort, an dem eine Auswahl seiner Gemälde, satirischen Zeichnungen und Skizzen zu sehen ist – und zwar zum vorerst letzten Mal. Herrndorfs literarisches Werk feiern wir gemeinsam mit der Ausnahmeschauspielerin Sandra Hüller („Requiem“, „Finsterworld“, „Toni Erdmann“), die Herrndorfs Fragment gebliebenen Roman „Bilder deiner großen Liebe“ mit Band-Unterstützung als fulminanten Monolog im Großen Saal des Schauspielhauses darbieten wird.

Der Künstlerroman zählt zu den traditionsreichsten Gattungen der Literatur. Viel zu selten jedoch wird er noch immer aus einer weiblichen Perspektive erzählt, wie in Theresia Enzensbergers Bauhaus-Roman „Blaupause“ – einem der meistdiskutierten Bücher des Herbstes. Die Frage, ob man Kunst und Leben in eins setzen kann, steht auch im Mittelpunkt von Jutta Voigts Buch „Stierblutjahre“ – einem zwischen Roman und Essay oszillierenden Porträt der Bohèmiens des Ostens, das von der Sehnsucht der (Lebens-)Künstlern in der DDR nach einem anderen Leben erzählt. Was Florian Illies als Essayist zu leisten vermag, wissen wir seit dem sensationellen Erfolg von „1913“. Sein neues Buch versammelt Texte zur Kunst und trägt den Titel „Gerade war der Himmel noch blau“. Den Hintergrund für die von Marcel Beyer moderierte Lesung wird eine Staffelei mit einem Original- Gemälde von Caspar David Friedrich bilden. Für unsere lyrische Reihe haben wir unter dem Titel „Bilder! Gedichte! Nacht der Poesie“ vier bildmächtige Dichterinnen und Dichter verschiedener Generationen eingeladen: Nancy Hünger, Anja Kampmann, Hans Thill und Klaus Merz. Und auch der historische Kunstort Dresden kommt zu seinem Recht: Ralf Günther liest aus seiner historischen Novelle „Die Badende von Moritzburg“, einer erzählerischen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Dresdner Künstlergruppe „Die Brücke“.

Doch nicht nur die Literatur lässt sich immer wieder von der Kunst inspirieren, auch die Kunst entdeckt literarische Formen des Erzählens für sich – beispielsweise in Form des Comics. Mit Anna Haifisch haben wir eine der derzeit angesagtesten jungen Comickünstlerinnen zu Gast. „The Artist“ heißt ihre aktuelle Graphic Novel, die pointiert und witzig von den hochfliegenden Träumen und dem nagenden Selbstzweifel einer skurrilen Künstlerexistenz erzählt. Im besten Sinne „Old School“ sind dagegen die komischen Cartoonisten OL & Rattelschneck, die ihre Fans in Dresden erstmals mir einer Live-Dia-Show besuchen. Und die kleinen Fans des großen Kinderbuchs dürfen sich gemeinsam mit ihren Eltern auf den Besuch der Autorin und Illustratorin Nadia Budde freuen, die zu Lesung und Werkstatt einlädt.

Auch gesellschaftliche Fragen wie die oft prekären Lebensmodelle des Künstlers in der Gegenwart macht „Literatur Jetzt!“ zum Thema. So stellt der Kunstwissenschaftler und Publizist Wolfgang Ullrich in seiner Streitschrift „Siegerkunst“ die These zur Diskussion, die moderne Kunst diene vielfach wieder wie in feudalen Zeiten den Repräsentationsbedürfnissen der Reichen und Mächtigen. Über ihre ganz persönlichen Erfahrungen im Umgang mit Kunst und Künstlern berichten die jungen Dichterinnen und Dichter Kaddi Cutz, Karsten Lampe, Christian Ritter, Malte Rosskopf und Leonie Warnke beim Poetry Slam sowie die fünf Stammautoren der alteingesessenen Dresdner Lesebühne Sax Royal, Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth, die bekannt dafür sind, auch ernste Themen mit Heiterkeit zu behandeln. Bei einer Ausgabe der multimedialen Performance-Reihe „Lyrik ist Happening“ der Musikerin Anne Munka verschmelzen Literatur und Kunst auch noch mit Musik.

Alle näheren Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen gibt’s auf der Festival-Seite zum Programm.

Dienstag, 22. August: Unsere Lesebühne Sax Royal zu Gast im Deutschen Hygiene-Museum

Wie schon in den letzten Jahren gastiert unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal auch in diesem Sommer mit einem besonderen Auftritt im Deutschen Hygiene-Museum. Am Dienstag, den 22. August, präsentieren die fünf Stammautoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth ein literarisch-musikalisches Programm unter dem Titel „Gesichter“, passend zur laufenden Sonderausstellung „Das Gesicht. Eine Spurensuche“. In Geschichten, Gedichten und Liedern zwischen Tiefsinn und Hochkomik erzählen wir von Gesichtern, die unser Leben veränderten, den Unebenheiten unserer eigenen Visagen und dem Antlitz der Zeit.

Unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal begeistert seit mehr als 12 Jahren in der Scheune allmonatlich das Publikum. Heitere Texte über den Wahnsinn des Alltags gehören ebenso zu unserem Programm wie satirische Angriffe auf die Weltordnung und lyrische Eskapaden. Humoristischer Ausbruch und intellektueller Anspruch schließen sich dabei nicht aus, sondern finden zueinander wie die Faust und das Auge. Mit dabei sind der Kolumnist und Satiriker Michael Bittner, der Star der MDR-Show „Comedy mit Karsten“ Julius Fischer, der Romancier und Lyriker Roman Israel, der Erzgebirgschronist und Neustadtschwärmer Max Rademann und der dichtende Erzieher Stefan Seyfarth.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – Gastspiel „Gesichter“ im Deutschen Hygiene-Museum | 22. August | Dienstag | 20 Uhr | Deutsches Hygiene-Museum | Karten gibt es am Einlass für 7 Euro, ermäßigt und für Jahreskarteninhaber nur 3 Euro

Politischer Buchtipp: „Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen“

Soeben erschienen im Ch. Links Verlag ist die von Heike Kleffner und Matthias Meisner herausgegebene Anthologie Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen. In den Beiträgen des Buches setzen sich Aktivisten, Politiker, Künstler, Schriftsteller, Journalisten und Bürger mit den ganz eigentümlichen sächsischen Verhältnissen auseinander. Unter den Autorinnen und Autoren sind Stefan Locke, Olaf Sundermeyer, Jaroslav Rudiš, Anna Kaleri u.v.m. Unser Michael Bittner durfte eine erweiterte Fassung seiner Abhandlung Die Rückkehr der Döner-Nazis beisteuern.

Unter Sachsen. Zwischen Wut und Willkommen. Hg. von Heike Kleffner und Matthias Meisner. Berlin: Ch. Links Verlag, 2017, 312 Seiten, 18 Euro

Donnerstag, 12. Januar: Die Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert 12. Geburtstag!

Unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert am 12. Januar ihren 12. Geburtstag! Kaum zu glauben, aber wahr: Seit nunmehr zwölf Jahren begeistern die Royalisten allmonatlich in der Scheune ihr Publikum mit Geschichten, Gedichten und Liedern zwischen Tiefsinn und Hochkomik. Humoristischer Ausbruch und literarischer Anspruch schließen sich dabei nicht aus, sondern finden zueinander wie Faust und Auge. Zur Feier des Tages präsentieren die Stammautoren nicht nur wie immer neue Texte, sondern auch einige ihrer größten Erfolge aus den vergangenen Jahren sowie diverse, voraussichtlich größtenteils positive Überraschungen.

Mit dabei ist Michael Bittner, der nach Berlin geflüchtete Kolumnist, Satiriker und politische Verzweiflungstäter. Nicht fehlen darf natürlich auch Julius Fischer, der aus Funk und Fernsehen bekannte komische Liedermacher und Hassyist aus Leipzig. Mitreißende Geschichten im Gepäck hat wie stets Roman Israel, der sich für seine Erzählungen immer öfter durch Reisen inspirieren lässt. Dafür, dass auch die Lyrik ihren gebührenden Platz erhält, sorgt der Dresdner Dichter Stefan Seyfarth.

Außerdem begrüßen die Stammautoren zum Jubiläum auch noch einen Stargast: Michael Schweßinger ist Schriftsteller und Bäcker. 1977 im fränkischen Waischenfeld geboren, lebt und arbeitet er momentan in Bukarest und Leipzig, wo er seit vielen Jahren in der Literaturszene als Autor und Verleger bekannt ist. Immer wieder treibt es ihn durch die Welt, so etwa nach Tansania, Irland und Rumänien. Immer unterwegs ist er auf der Suche nach den dunklen, geheimnisvollen, zerrissenen Helden und ihren verborgenen Geschichten.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – 12. Geburtstag | 12. Januar | Donnerstag | Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr | Scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

Zitat des Monats November

Hallo Herr Bittner, mit Freuden habe ich gelesen, dass Sie Dresden verlassen. Hoffentlich machen Sie Ihren Vorsatz auch wahr und es bleibt nicht nur bei einem leeren Versprechen. Wäre schrecklich, wenn wir Sie hier noch länger ertragen müssten!

S. Fritsche

Lesetipp: Stadtluft Dresden

Cover Stadtluft DresdenIn die Läden kommt dieser Tage die erste Ausgabe von Stadtluft Dresden, einer Mischung aus Buch und Magazin mit ungewöhnlichen Geschichten aus und über Dresden. Macher sind der Journalist Peter Ufer, der Fotograf Amac Garbe und der Grafiker Thomas Walther. Texte beigesteuert haben u.a. Thomas Rosenlöcher, Durs Grünbein, Peter Richter, Thomas Brussig und Annamateur. Auch von Michael Bittner ist eine Geschichte mit dem Titel „Meine Dresdner Jahre“ enthalten.

Micha wird auch mit dabei sein, wenn das neue „Bookzin“ mit einer Lesung am 2. Dezember um 15 Uhr in der Hookie – Manufaktur für Motorräder (Großenhainer Str. 137) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

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