Wenn der Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn vor der Einführung des letzten Scheines mitten im Zahlungsprozess plötzlich die Banknotenannahme verweigert und mithin bei Abbruch des ganzen Vorganges die Rückzahlung von mehr als fünfzig Euro in Form von Münzen droht (ein klimpernder Vorgang, den man möglicherweise zuletzt in der frühen Jugend beim ersten Erfolgserlebnis am Glücksspielautomaten erlebt hatte), dann ist man sehr dankbar, wenn einem die Frau am Stand für “Harzer Blasenwurst” uneigennützig und unbürokratisch einen Schein in Münzgeld wechselt, damit man die Zahlung glücklich abschließen kann. Man geht von dannen, ein erleichtertes “Danke, Wurstfrau!” im Herzen.
Wenn man angesichts steigender Temperaturen und dem Gefühl des nahenden Frühlings den Wintermantel im Schrank verstaut und die sogenannte Übergangsjacke hervorholt, dann sollte man vor dem ersten Auftragen darauf achten, ob sich nicht in den zurückliegenden Monaten eine Spinne ihr Netz als Winterquartier zwischen den Knöpfen eines Ärmels errichtet hat, weil man sonst möglicherweise einige Tage lang, ohne es zu merken, mit einer am Hungertod verstorbenen Spinne am linken Handgelenk durch die Welt läuft.
Was ein sinnvolles Getränk können muss?
Deutsche Grammatik offenbar nicht.
Erstens muss es natürlich sein.
Wie wär’s mit Wasser?
Und zweitens muss es gut tun.
Wie wär’s mit Schnaps?
Carpe Diem Kombucha erfüllt beides.
Können Getränke nicht einfach wie früher bloß die Gläser erfüllen? Und uns bitte mit Esoökobiopseudogequatsche in Ruhe lassen?
Es enthält nur natürliche Zutaten und tut auf Grund seiner einzigartigen Rezeptur von Natur aus gut.
Punktabzug wegen mehrfacher Wortwiederholung.
Und mit den beiden neuen Sorten Carpe Diem Kombucha Quitte und Cranberry ist dabei auch für Abwechslung gesorgt.
Wusste der Praktikant der Werbeagentur nicht, was “Quitte” auf Englisch heißt?
Schon die Weisen des Zen …
Himmel, Arsch und Zwirn!
… wussten Kombucha für seine ausgleichende Wirkung auf Körper und Seele zu schätzen.
Schade, dass die Zen-Meister damals dafür noch nicht bezahlen (2,40€ für 0,25l) durften!
Carpe Diem hat sich das uralte Wissen um dieses Getränk zu Nutze gemacht.
Das kann man wohl sagen.
Das Ergebnis: Drei besondere Getränke, die Natürlichkeit, Sinnhaftigkeit und hervorragenden Geschmack in sich vereinen.
Ein Getränk aus einem Drittel Natur, einem Drittel Sinn und einem Drittel Geschmack? Wahrlich, eine exquisite Mischung!
Ihr Geheimnis liegt …
… darin, dass immer mehr besser verdienende Grünen-Wähler nach Wegen suchen, ihr Geld auf möglichst extravagante Weise aus dem Fenster zu werfen?
… in der Fermentation einer ausgewählten Kräuterteemischung mit Lactobazillen, Kombuchakulturen und Zucker, die den Getränken ihren bekömmlichen Charakter verleiht.
Herr, lass es Scheiße vom Himmel regnen!
“Haben Sie Basilikum?”
“Ja.”
“Und wo?”
“Da hinten in der Ecke.”
Pause
“Können Sie mir sagen, wie Basilikum aussieht?”
“Warten Sie, ich komme.”
Wenn man im Besitz eines Fahrrades ist und dieses sogar physisch im Alltag mit sich führt, dann sollte man – dem Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme folgend – dieses auch benutzen und es gottverdammichnochmal nicht in Busse und Bahnen schleppen, um sich transportieren zu lassen und anderen Mitmenschen durch die fahrbare Barrikade den Platz zu nehmen. Vgl. hierzu: Schon mal davon gehört, dass man sein Auto ins Flugzeug mitnehmen darf?
In einem Restaurant vom Kellner konsequent ignoriert zu werden, das kommt schon einer Nahtoderfahrung gleich.
Nachts, in der Küche bei der zweiten Flasche Wein, seltsame Geräusche aus dem Hinterhof: Jemand durchsucht unsere Mülltonnen mit einer Taschenlampe nach Verwertbarem. Die Leistungsgesellschaft, sie lebe hoch!
Die Gemüsefrau am Wasaplatz bekommt Konkurrenz im Kampf um den Titel der scheußlichsten Person Dresdens. Schon als wir den Spätshop in Johannstadt betreten, plärrt die ältliche Verkäuferin hinterm Tresen auf die stillen Berufstrinker ein, die sich vor dem Dauerregen ins Innere geflüchtet haben: “Wer sitzt denn hier an der Macht in Dresden? Das sind doch alles bloß Wessis, die hier bestimmen! Alles Wessis! Und was funktioniert? Nichts! Die Straßen verrotten, die Brücken fallen auseinander!” Minuten später beim Bezahlen hat sie sich immer noch nicht beruhigt. Selbst die Trinker schweigen inzwischen betreten. “Die Wessis sollen bleiben, wo sie herkommen! Was wollen die denn hier? Die können in Dortmund machen, was sie wollen, aber nicht bei uns in Dresden!”
Wenn man einen nach Herstellerangaben “aromatischen” Käse erwirbt, sollte man dringlichst darauf achten, das Produkt in Bälde (neudeutsch: zeitnah) zu verzehren, da ansonsten die Gefahr besteht, dass die eigene Küche binnen weniger Tage so riecht, als läge ein verwesendes Tier hinterm Schrank.
In einem Zug hängt das Werbeplakat einer Wohnungsbaugenossenschaft, darauf zu sehen Menschenmassen vor einem überfüllten Zug:
“Warum pendeln Sie noch? Wir haben doch schöne Wohnungen in dieser wunderbaren Stadt!”
Der unbefangene Leser fragt sich: Macht die Bahn jetzt schon Werbung für ihre Abschaffung? Wieso nicht demnächst Autowerbung mit dem Slogan:
“Warum fahren Sie denn immer noch mit der Bahn in diesen immer verspäteten Zügen voller schlecht gelaunter Zeitgenossen mit und ohne Uniform?”