Aus meiner Fanpost (1)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Empörung las ich den Artikel in der SZ vom 30./31.01.2010 über Michael Bittners “Erleuchtung”. Wer ist Michael Bittner? Noch nie gehört und wahrscheinlich auch nichts verpasst!

Wer ist der Dalai Lama? Das weiß jeder. Er setzt sich unermüdlich für den Frieden ein.

Warum macht sich Michael Bittner über ihn lustig? Wer ist er und was macht er besser, dass er sich das getrauen kann? Er ist nur so dreist, und nimmt sich dieses Recht einfach raus. Es war schon immer so, dass die dümmsten Menschen sich die größten Frechheiten trauen und keinen Mangel an Selbstwertgefühl haben.

Aber mal ehrlich – den Artikel in der SZ kann man sich sparen. Viel geschrieben und nichts gesagt. Michael Bittner live? Nein danke. Er kann meiner Ansicht nach maximal helfen, die Volksverdummung voranzutreiben.

E***** L******

Schönes Kompliment nach der Lesung

“Bei deinem letzten Text hatte ich Probleme. Man wusste ja am Ende gar nicht: Bist du jetzt für den Kommunismus oder dagegen?”

Zur Geschichte der Lesebühnen

Am 29. März um kurz nach Mitternacht (also in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag!) läuft im Deutschlandradio Kultur ein Beitrag unter dem Titel “Lesen, Wüten, Lachen” zur 20-jährigen Geschichte der Lesebühnen. Die Autorin Barbara Kenneweg hatte im Januar auch unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal besucht und uns interviewt. Ab 00:05 Uhr kann der interessierte Literaturfreund hören, was ihr zu uns und uns für sie eingefallen ist.

[Nachtrag: Man kann die Sendung hier als PDF nachlesen.]

Man FASt es nicht …

Wir waren ja alle immer sicher, dass Max mit seinem Buch “Vom funkelnden Fips und andere geheime Sagen aus dem Erzgebirge” berühmt werden würde. Aber auf welchem Wege das jetzt passiert, das überrascht dann doch. Denn die erste Zeitung, die seine einzigartige Sammlung von Heimatgeschichten würdigte, war keine andere als die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung! Hier der Beweis:

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Glück auf ihr Leit! Rückblick: Sax Royal in Schwarzenberg 16.08.08

Vergangenen Samstag traten wir also unsere Reise ins schöne Erzgebirge an um dort unsere Texte zu präsentieren. Es ging schon gut los. In Dresden schüttete aus Kübeln, aber je näher wir unserem Ziel kamen, desto mehr hellte sich der Himmel auf. Der Hammer! Das habe ich bisher nur umgekehrt erlebt. In Schwarzenberg war bereits seit Freitag Altstadtfest und dementsprechende Stimmung. Als ich endlich mal wieder den heimischen Dialekt vernahm überkam mich ein Lachkrampf. Das ist ein Sound, unbeschreiblich. Auf dem Markt fand gerade eine Kindermodenschau statt, welche von einer richtigen “Muddie” kommentiert wurde. Ein köstlicher Empfang. Dann betraten wir den Kulturladen Rademann und als ich Julius den Raum zeigte, in welchem wir später lesen sollte, hieß es: “Waaas? Hier lesen wir? Nee, ne?” Nun, bis zu diesem Zeitpunkt standen auch noch einige künstlerische Exponate herum, aber als der Raum dann bestuhlt war und wir das eine oder andere Bier getrunken hatten, wurde es richtig gemütlich. Und die Schwarzenberger kamen. Es war nicht viel Platz in dem Laden, aber jeder war besetzt. Die erste Runde ging etwas verhalten über die Bühne, ganz so als wollte man uns erstmal beschnuppern. Eine Lesebühne? Nee, so was kennt man da nicht. Aber nach der Pause hatte man sich wohl an uns gewöhnt und es ging richtig ab. Endlich lachten die Leute und hatten gecheckt, dass man auch lauthals seine Begeisterung verkünden darf. Es war sehr, sehr schön. Danach wurde gefeiert und wir hatten gut Spass. Ich denke allen hat es sehr gefallen. Irgendwann in der Nacht haben wir dann noch eine spontane Session abgehalten, dabei flossen zum Teil Tränen. Tränen durch intensives Lachen ausgelöst. Ich denke wir haben ein weiteres Terrain erschlossen und das Erzgebirge für unsere Literatur gewonnen. Die wollen nämlich, dass wir nächstes Jahr mal wieder kommen. Sogar keine geringere als die Bürgermeisterin selbst hat Interesse an uns bekundet. Wer weiß, nächstes Jahr selbe Zeit, selber Ort, aber größerer Raum und mehr Leute? Ich bin gespannt.

Rückblick: Sax Royal im Museum für Sächsische Volkskunst am 14.08.2008

Sehr gelungen fanden wir und wohl auch die allermeisten Zuschauer unseren Gastauftritt zum Thema “Heimat” im Museum für Sächsische Volkskunst anlässlich der aktuellen Ausstellung “Baustelle Heimat“ am letzten Freitag. Eingeladen hatte uns Igor A. Jenzen, der Chef des Museums. Als Besucher unserer Lesebühne hatte er zuvor den Eindruck gewonnen, dass es sich bei uns durchaus um verkappte Heimatdichter handelt – und er hat Recht behalten! Die recht unkonventionellen Auslegungen dieser Gattung unterhielten die ungefähr sechzig Besucher, die die “Heimatstube” fast restlos füllten, offenbar ganz gut. Und es geschehen noch Zeichen und Wunder: Nach dreieinhalb Jahren gab es nun den ersten Presseartikel, der sich mit unserer Lesebühne befasste. Die Dresdner Neuesten Nachrichten besprachen in der Ausgabe vom 16./17.08. den Abend ausführlich und überdies mehr als schmeichelhaft. (Nur dass der Autor unsere Lesebühne und den “Poetry Slam” durcheinanderbrachte, ärgerte ein bisschen, da doch die beiden Sachen nichts miteinander zu tun haben.) Einen kleinen Bericht über unsere Exkursion ins Erzgebirge gibt’s hier hoffentlich bald aus berufenerem Munde …

Feedback: Drei Jahre Sax Royal am 10.01.2008

Keine Frage, unsere Zuschauer haben zweifellos Humor. Kaum habe ich bei der Lesebühne zum Besten gegeben, mit welch sonderbaren Suchbegriffen Menschen in der Vergangenheit auf diese Homepage gestoßen sind – da googelt doch um 0:47 Uhr jemand nach “julius fischer ich will ein kind von dir”!

Vielen Dank auch für den Tipp, den uns jemand auf der Newsletter-Liste hinterlassen hat: “eine Frau bei euch auf der Couch täte euch echt gut”. Wohl wahr, aber woher nehmen und nicht stehlen?

Einen Bericht über die Geburtstagslesebühne nebst eines kleinen Interviews könnt Ihr übrigens heute (11.10.) im freien Sender coloRadio hören – und zwar in der Sendung “Magazin” ab 19:10 Uhr.

Nochmals vielen Dank an alle Besucher! Wenn Ihr Lust habt, sehen wir uns wieder am 14. Februar, wenn Sax Royal nicht wie gewohnt in der scheune stattfindet, sondern ausnahmsweise anlässlich eines Gastauftritts im Neuen Sächsischen Kunstverein, der uns anlässlich des Projektes “Sonnpark” zu einer ganz besonderen Lesung eingeladen hat: Wie präsentieren ab 20:00 Uhr Texte zum Thema “Orte”, natürlich nicht zuletzt zu unserer lieben Heimatstadt. Das wird eine interessante Sache.

Fliegen bald die Unterhöschen?

Ich weiß wirklich nicht, ob mir dieser ganze Ruhm nicht zuviel wird …

Als Stefan, Roman und ich letztens bei der Offenen Bühne im Hecht parlierend vor der Tür standen, kam doch ein junger Mann mit seiner Freundin Bekannten spontan auf uns zu, erkannte uns als drei Fünftel von sax royal und bekannte sich als Fan. Am besten, so rief er euphorisch aus, gefalle ihm Roman Israel. Geht mir genauso.

Wann ist bloß diese verfluchte Sommerpause endlich vorbei?

(Ach ja … am 11. Oktober um 21:00 Uhr.)

Offene Bühnen in Dresden

Am Wochenende schlenderte ich durch die Inseln im Hecht, das Stadtteilfest des Dresdner Hechtviertels. Angenehm entspannt war die Atmosphäre, glücklicherweise fehlen hier noch all die Sauftouristen aus der Provinz, die die Bunte Republik Neustadt mittlerweile fast in ein Volksfest wie jedes andere verwandeln. Hier, im “Hecht”, findet man noch jene skurrile Mischung aus alteingesessenem Proletariat und studentischer Bohème, die man in der Neustadt nur noch in einigen versteckten Hinterhöfen bewundern kann. Überhaupt: Das Viertel macht sich! Viele Kneipen, Cafés und Galerien haben sich in die noch immer nicht flächendeckend sanierten Straßenzüge geschmuggelt. Wenn sich die “Szene” weiter so rasant von der Neustadt nach Westen aufmacht, ist sie in zwanzig bis dreißig Jahren wirklich bei mir in Pieschen angekommen.

Der inoffizielle Schlusspunkt des Festes fand am Sonntagabend im E-Zwo, der Zweigstelle des Leonardo, statt. Die Offene Bühne im Hecht, gerade erst ein Jahr alt geworden, hat sich bereits zum immer überfüllten Treffpunkt von Kleinkünstlern aller Genres entwickelt. Was Steffen Haas und der Steffen Kunath da gemeinsam auf die Beine gestellt haben, ist wirklich beachtlich.

Dass die junge Literatur- und Kleinkunstszene in Dresden im Moment einen Aufschwung erlebt, ist auch der Presse nicht entgangen. So erscheint in der nächsten Ausgabe des Kulturmagazins DRESDNER, erhältlich ab dem 30. August, ein ausführlicher “Report”, der sich mit all den erblühenden Offenen Bühnen in Dresden beschäftigt. Der lesenswerte und gut informierte Artikel von Sabine Dressler, an dem nur einige falsch geschriebene Namen stören, stellt nicht nur die Offene Bühne im Hecht vor, sondern auch das von Thomas Jurisch ins Leben gerufene Poetengeflüster im Ligner-Schloss. Und auch die größte Dresdner Veranstaltung, die ein Offenes Mikrofon für Poeten bietet, der livelyriX Poetry Slam in der scheune wird vorgestellt: Stefan Seyfarth, bekanntlich nicht nur Mitglied unserer Lesebühne sax royal, sondern auch Moderator des Poetry Slams, beantwortete gemeinsam mit dem Veranstalter Leif Greinus diverse Fragen der Journalistin. Auch kritische Bemerkungen zur fehlenden Beziehung zum offiziösen Dresdner Literaturbetrieb fielen dabei nicht unter den Tisch.

Rückblick: IV. GRAND SLAM OF SAXONY am 27.07.2007

Angenehmes Sommerwetter bildete den angemessenen Rahmen für die vierten Sächsischen Meisterschaften im Poetry Slam am 27.07.2007 in der Jungen Garde im Dresdner Großen Garten. Sagenhafte 550 Zuschauer verfolgten den Wettbewerb der besten Poetry Slammer des Freistaates, der wie schon in den letzten zwei Jahren von Felix Römer und Christian Meyer souverän und witzig moderiert wurde. Der Gastauftritt von Volker Strübing taute das Publikum gleich zu Beginn auf.

Dann stürzten sich elf Poeten ins dichterische Wortgefecht: Michael Bittner (Dresden), Julius Fischer (Leipzig), Uwe Gaitzsch (Dresden), Hardy Holz (Görlitz), Maren Kames (Leipzig), Jens Kassner (Leipzig), Rainer Konsum (Plauen), Stefan Seyfarth (Dresden), Moritz Siegel (Dresden), Udo Tiffert (Neusorge), Franziska Wilhelm (Leipzig).

Der hochwertige Wettbewerb war diesmal ausgesprochen abwechslungsreich: Lyrik und Prosa, Satirisches und Ernsthaftes fanden gleichermaßen ihren Platz. Es gab, wie Tomas Gärtner in einem ausführlichen Bericht für die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieb – “viel Einfallsreiches, Originelles zu entdecken”. Dem Publikum aber blieb am Ende nichts übrig, als sich zu entscheiden. Und es wählte mit seinem Applaus fünf Poeten ins Finale: Auf Platz 5 landete Rainer Konsum aus Plauen, der mit scharfem Blick und schwarzem Humor so manche Alltagserscheinungen sezierte. Vierter wurde Michael Bittner, dessen lyrisches Ich zur Sprengung der Frauenkirche aufrief. Platz 3 belegte Udo Tiffert mit seinen wunderbar lakonischen Geschichten über das Leben in der Lausitz. Knapp am Sieg vorbei schrammte die Zweitplatzierte Mares Kames, die sich ganz ironiefrei, aber ausgesprochen poetisch dem Thema der körperlichen Liebe widmete.

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Sieger der Herzen und der Hände aber war eindeutig Julius Fischer, der mit seinem Text “Ich will Kunst machen” den Kulturbetrieb der Hauptstadt persiflierte. Dass der neue sächsische Meister, der auch zum National Poetry Slam im Oktober nach Berlin fahren wird, auch Stammautor der Lesebühne sax royal ist, freut natürlich doppelt. “Sinn fürs Verschrobene”, “viel Witz” und “kräftigen Biss” bescheinigt dem angehenden Erfolgsautor auch Tomas Gärtner.

Der Dresdner livelyriX Poetry Slam geht nun in die Sommerpause. Den nächsten Poetry Slam gibt es, wieder regulär am letzten Freitag des Monats ab 21:00 Uhr in der scheune, am 28. September.

[Nachtrag: Den GRAND SLAM OF SAXONY im Jahr 2008 gibt es am 18. Juli! Infos hier ...

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