Feedback: Drei Jahre Sax Royal am 10.01.2008

Keine Frage, unsere Zuschauer haben zweifellos Humor. Kaum habe ich bei der Lesebühne zum Besten gegeben, mit welch sonderbaren Suchbegriffen Menschen in der Vergangenheit auf diese Homepage gestoßen sind – da googelt doch um 0:47 Uhr jemand nach “julius fischer ich will ein kind von dir”!

Vielen Dank auch für den Tipp, den uns jemand auf der Newsletter-Liste hinterlassen hat: “eine Frau bei euch auf der Couch täte euch echt gut”. Wohl wahr, aber woher nehmen und nicht stehlen?

Einen Bericht über die Geburtstagslesebühne nebst eines kleinen Interviews könnt Ihr übrigens heute (11.10.) im freien Sender coloRadio hören – und zwar in der Sendung “Magazin” ab 19:10 Uhr.

Nochmals vielen Dank an alle Besucher! Wenn Ihr Lust habt, sehen wir uns wieder am 14. Februar, wenn Sax Royal nicht wie gewohnt in der scheune stattfindet, sondern ausnahmsweise anlässlich eines Gastauftritts im Neuen Sächsischen Kunstverein, der uns anlässlich des Projektes “Sonnpark” zu einer ganz besonderen Lesung eingeladen hat: Wie präsentieren ab 20:00 Uhr Texte zum Thema “Orte”, natürlich nicht zuletzt zu unserer lieben Heimatstadt. Das wird eine interessante Sache.

Fliegen bald die Unterhöschen?

Ich weiß wirklich nicht, ob mir dieser ganze Ruhm nicht zuviel wird …

Als Stefan, Roman und ich letztens bei der Offenen Bühne im Hecht parlierend vor der Tür standen, kam doch ein junger Mann mit seiner Freundin Bekannten spontan auf uns zu, erkannte uns als drei Fünftel von sax royal und bekannte sich als Fan. Am besten, so rief er euphorisch aus, gefalle ihm Roman Israel. Geht mir genauso.

Wann ist bloß diese verfluchte Sommerpause endlich vorbei?

(Ach ja … am 11. Oktober um 21:00 Uhr.)

Offene Bühnen in Dresden

Am Wochenende schlenderte ich durch die Inseln im Hecht, das Stadtteilfest des Dresdner Hechtviertels. Angenehm entspannt war die Atmosphäre, glücklicherweise fehlen hier noch all die Sauftouristen aus der Provinz, die die Bunte Republik Neustadt mittlerweile fast in ein Volksfest wie jedes andere verwandeln. Hier, im “Hecht”, findet man noch jene skurrile Mischung aus alteingesessenem Proletariat und studentischer Bohème, die man in der Neustadt nur noch in einigen versteckten Hinterhöfen bewundern kann. Überhaupt: Das Viertel macht sich! Viele Kneipen, Cafés und Galerien haben sich in die noch immer nicht flächendeckend sanierten Straßenzüge geschmuggelt. Wenn sich die “Szene” weiter so rasant von der Neustadt nach Westen aufmacht, ist sie in zwanzig bis dreißig Jahren wirklich bei mir in Pieschen angekommen.

Der inoffizielle Schlusspunkt des Festes fand am Sonntagabend im E-Zwo, der Zweigstelle des Leonardo, statt. Die Offene Bühne im Hecht, gerade erst ein Jahr alt geworden, hat sich bereits zum immer überfüllten Treffpunkt von Kleinkünstlern aller Genres entwickelt. Was Steffen Haas und der Steffen Kunath da gemeinsam auf die Beine gestellt haben, ist wirklich beachtlich.

Dass die junge Literatur- und Kleinkunstszene in Dresden im Moment einen Aufschwung erlebt, ist auch der Presse nicht entgangen. So erscheint in der nächsten Ausgabe des Kulturmagazins DRESDNER, erhältlich ab dem 30. August, ein ausführlicher “Report”, der sich mit all den erblühenden Offenen Bühnen in Dresden beschäftigt. Der lesenswerte und gut informierte Artikel von Sabine Dressler, an dem nur einige falsch geschriebene Namen stören, stellt nicht nur die Offene Bühne im Hecht vor, sondern auch das von Thomas Jurisch ins Leben gerufene Poetengeflüster im Ligner-Schloss. Und auch die größte Dresdner Veranstaltung, die ein Offenes Mikrofon für Poeten bietet, der livelyriX Poetry Slam in der scheune wird vorgestellt: Stefan Seyfarth, bekanntlich nicht nur Mitglied unserer Lesebühne sax royal, sondern auch Moderator des Poetry Slams, beantwortete gemeinsam mit dem Veranstalter Leif Greinus diverse Fragen der Journalistin. Auch kritische Bemerkungen zur fehlenden Beziehung zum offiziösen Dresdner Literaturbetrieb fielen dabei nicht unter den Tisch.

Rückblick: IV. GRAND SLAM OF SAXONY am 27.07.2007

Angenehmes Sommerwetter bildete den angemessenen Rahmen für die vierten Sächsischen Meisterschaften im Poetry Slam am 27.07.2007 in der Jungen Garde im Dresdner Großen Garten. Sagenhafte 550 Zuschauer verfolgten den Wettbewerb der besten Poetry Slammer des Freistaates, der wie schon in den letzten zwei Jahren von Felix Römer und Christian Meyer souverän und witzig moderiert wurde. Der Gastauftritt von Volker Strübing taute das Publikum gleich zu Beginn auf.

Dann stürzten sich elf Poeten ins dichterische Wortgefecht: Michael Bittner (Dresden), Julius Fischer (Leipzig), Uwe Gaitzsch (Dresden), Hardy Holz (Görlitz), Maren Kames (Leipzig), Jens Kassner (Leipzig), Rainer Konsum (Plauen), Stefan Seyfarth (Dresden), Moritz Siegel (Dresden), Udo Tiffert (Neusorge), Franziska Wilhelm (Leipzig).

Der hochwertige Wettbewerb war diesmal ausgesprochen abwechslungsreich: Lyrik und Prosa, Satirisches und Ernsthaftes fanden gleichermaßen ihren Platz. Es gab, wie Tomas Gärtner in einem ausführlichen Bericht für die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieb – “viel Einfallsreiches, Originelles zu entdecken”. Dem Publikum aber blieb am Ende nichts übrig, als sich zu entscheiden. Und es wählte mit seinem Applaus fünf Poeten ins Finale: Auf Platz 5 landete Rainer Konsum aus Plauen, der mit scharfem Blick und schwarzem Humor so manche Alltagserscheinungen sezierte. Vierter wurde Michael Bittner, dessen lyrisches Ich zur Sprengung der Frauenkirche aufrief. Platz 3 belegte Udo Tiffert mit seinen wunderbar lakonischen Geschichten über das Leben in der Lausitz. Knapp am Sieg vorbei schrammte die Zweitplatzierte Mares Kames, die sich ganz ironiefrei, aber ausgesprochen poetisch dem Thema der körperlichen Liebe widmete.

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Sieger der Herzen und der Hände aber war eindeutig Julius Fischer, der mit seinem Text “Ich will Kunst machen” den Kulturbetrieb der Hauptstadt persiflierte. Dass der neue sächsische Meister, der auch zum National Poetry Slam im Oktober nach Berlin fahren wird, auch Stammautor der Lesebühne sax royal ist, freut natürlich doppelt. “Sinn fürs Verschrobene”, “viel Witz” und “kräftigen Biss” bescheinigt dem angehenden Erfolgsautor auch Tomas Gärtner.

Der Dresdner livelyriX Poetry Slam geht nun in die Sommerpause. Den nächsten Poetry Slam gibt es, wieder regulär am letzten Freitag des Monats ab 21:00 Uhr in der scheune, am 28. September.

[Nachtrag: Den GRAND SLAM OF SAXONY im Jahr 2008 gibt es am 18. Juli! Infos hier ...

Saison-Resümee

Nach dem Beginn der Sommerpause ist es vielleicht nicht unnötig, an dieser Stelle einen kleinen Rück- und Ausblick zu geben, den ich Kraft meiner Eigenschaft als “Kontroll-Freak” (O-Ton Julius Fischer) hiermit an mich reiße. Das ist natürlich ein durchaus eigennütziges Unterfangen, weil es eine überaus erfreuliche Aufgabe darstellt. Unsere Lesebühnen vom September 2006 bis zum Juni 2007 waren allesamt gut bis sehr gut besucht, mehrmals freuten wir uns über neue Zuschauerrekorde von bis zu 130 Zuschauern. Bei aller Abscheu vor olfaktorisch bedenklichem Eigenlob lässt uns das doch mit dem Eindruck zurück, dass wir nicht alles falsch machen. Das bestätigt uns auch positives Feedback wie Beiträge in diesem oder jenem Weblog.

Die zurückliegende Saison war nicht nur die bisher erfolgreichste, sondern – wie vielleicht einige von euch bemerkt haben – auch die erste ohne auswärtige Gäste. So sehr uns die Entwicklungshilfe von befreundeten Autoren (Dank u.a. an Clara Ehrenwerth, Thorkil Jacobsen, Frank Klötgen, Christian Meyer, Jürgen Noltensmeier, Mia Pittroff) und Berliner Lesebühnen (Dank u.a. an Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, LSD) in den ersten zwei Jahren geholfen hat, so sehr waren wir schließlich doch davon überzeugt, dass wir jetzt ganz auf eigenen Füßen stehen können und sollten. Hat geklappt. Eine Neuerung gibt es noch zu vermelden: Wir haben uns entschieden, mit sofortiger Wirkung das Offene Mikrofon abzuschaffen. Obgleich viele der Beiträge, für die wir uns bei Uwe Gaitzsch, Thomas Jurisch, Steffen Kunath, Moritz Siegel, Kristin Vogt, Alexander Wandrowsky und vielen anderen bedanken, sehr gelungen waren, sind wir mit dieser Programmunterbrechung nie richtig warm geworden. Mit der Offenen Bühne im Hecht und dem Poetengeflüster hat Dresden mittlerweile mindestens zwei Open Mikes, sodass es keinen Mangel geben wird.

Und wenn wir schon mal am Danken sind: Dank natürlich auch für diese in kürzester Zeit lebendig gewordene Homepage an Florian Heidenreich, Dank für die weltbesten Flyer an Tim Jockel, Dank an Ansgar, Axel und Mario und natürlich Dank an Initiator und Organisator Leif Greinus.

Zum Schluss noch der Hinweis, dass wir zwar erst am 11. Oktober regulär wieder da sind, ihr aber natürlich in den Terminen viele Möglichkeiten findet, uns auch im Sommer bei Auftritten und Lesungen zu besuchen. Besonders freuen wir uns dabei auf unsere Auftritte beim Dresdner Schaubudensommer am 13. und 14. Juli. Neue Texte gibt’s natürlich auch im Sommer laufend auf dieser Seite. Auf Wiedersehen!

WDR-Interview mit Julius Fischer

Eben sehe ich erst, dass schon ein Interview online ist, das mit Julius als “Newcomer” anlässlich des WDR Poetry Slam geführt wurde. Das hat er uns verschwiegen, der Schlawiner!

Julius berichtet über seine Erfahrungen als Frauenversteher, erfolgreicher Slam-Poet und Berlin-Skeptiker: “Ich bin Sachse, wir brauchen’s schon ein bissel mit Heimat.” Hier könnt ihr das ausgesprochen lohnende, komplette Interview nachlesen.

Holger und die Burschenschaft

Am Sonntag brach ich von der Leipziger Buchmesse zusammen mit dem Veranstalter Martin Wolter und dem wunderbaren Schriftsteller Udo Tiffert auf nach Jena zum dortigen Poetry Slam in den herrlichen Klub namens Kassablanca. Ach, was für ein Laden voller herzlicher und begeisterungsfähiger Leute. Das betrifft die Veranstalter wie das Publikum. Teilnehmen konnte ich nicht, weil ich als Moderator einspringen musste. Der ursprünglich vorgesehene Christian Meyer hatte es nämlich überraschenderweise nicht pünktlich geschafft, von Kopenhagen nach Jena zu kommen. Mensch, Meyer!

Aber halb so schlimm, denn es waren noch genügend andere gute Leute vor Ort: Stefan war aus Dresden gekommen, Jens Kassner aus Leipzig, Marc-Oliver Schuster aus Bielefeld und drei mutige einheimische Dichter namens Toni, David und Jan. Ach, gäb’s doch auch in Dresden mal mehr Mut zum Wort! Der Wettbewerb war wunderbar und ich freute mich besonders, dass sich mein Oberlausitzer Landsmann Udo Tiffert mit seinen wunderbar melancholisch-witzigen Geschichten durchsetzen konnte. Sorry, Marc!

Ich beschränkte mich auf einen kleinen Eröffnungstext außerhalb des Wettbewerbs. Allerdings wurde mir wieder mal deutlich, dass der Gelegenheitseinfall namens Holger doch einen wunden Punkt trifft. Eben solche Getroffenen ließen mich in der Pause fragen, ob ich denn etwas gegen Linke habe oder in der Burschenschaft sei. Nun ja, vom Saufen her könnte ich es schaffen, aber mit dem Fechten hapert’s. Ein anderer Zuschauer meinte glücklicherweise, es sei mir darum gegangen, darüber zu spotten, dass viele Anhänger einer linken Political Correctness weder über sich selber lachen können noch dazu in der Lage sind, sich vorzustellen, dass jemand, der nicht ihrer Meinung ist, kein Nazi sein muss. Das könnte ich unterschreiben. Schönes Gefühl auch, wenn mal die Realität einem Text Recht gibt. Kommt selten genug vor. “Denen hat dein Text nicht gefallen.” “Deswegen habe ich ihn geschrieben.”

ZuschauerInnen stellen sich vor (2)

Hier noch ein weiteres wichtiges Ergebnis unser Marketingumfrage: 20% unserer Zuschauer gaben an, von den wunderbaren Flyern angelockt worden zu sein – oder waren von meinem Anblick beim Verteilen eben derselbigen so gerührt, dass sie beschlossen, vorbei zu kommen.

Deshalb an dieser Stelle stellvertretend für alle Dank an unseren Berliner Designer: Tim Jockel. Seine schöne Homepage findet ihr hier.

Zuschauerinnen stellen sich vor

Wenn wir schon bei neuen Kategorien sind – hier der erste Beitrag unter der Kategorie “Feedback”, in der wir ab sofort die Meinungen und Vorschläge unseres Publikums publizieren. Schließlich ist sax royal eine interaktive Lesebühne! Beim letzten Mal machten wir im Auftrag unseres Marketingexperten eine Zuschauerumfrage. Die Ergebnisse sind erschütternd – hier nur ein Beispiel:

Ganze 20 weibliche Zuschauer erklärten, nur deshalb zu unserer Lesung gekommen zu sein, weil sie verliebt in einen der Autoren seien. Wieviele dabei für wen gestimmt haben, ist natürlich ganz nebensächlich. Platz 1: Julius (6); Platz 2: Max (5); Platz 3: Micha (4); Platz 4: Roman (3); Platz 5: Stefan (2).

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