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sax royal » Gott und Mensch http://www.saxroyal.de Fri, 03 Feb 2012 14:52:08 +0000 en hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.0.4 Erotik in der Kirche http://www.saxroyal.de/2011/12/03/erotik-in-der-kirche/ http://www.saxroyal.de/2011/12/03/erotik-in-der-kirche/#comments Sat, 03 Dec 2011 18:34:42 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=3580 Die deutschen katholischen Bischöfe haben auf ihrem letzten Treffen beschlossen, sich vom Medienkonzern Weltbild baldmöglichst trennen zu wollen. Grund für diese eilige Scheidung? Der Papst und die Gossenpresse hatten jüngst entdeckt, dass Weltbild Umsatz auch mit “erotischer und pornographischer” Literatur gemacht habe, die den ideellen Zielen der katholischen Kirche widerspreche. Hut ab vor dieser mutigen Entscheidung gegen die Erotik, die gerade den alleinstehenden älteren Junggesellen der Bischofskonferenz nicht leicht gefallen sein dürfte. Ein Handelsimperium von über anderthalb Milliarden Euro wird also demnächst den Besitzer wechseln – ein weiterer Schritt hin zu der vom Papst jüngst noch einmal geforderten Entweltlichung der Kirche. Verschenkt wird Weltbild aber doch wohl nicht, denn der Verkaufserlös wird anderswo sicher für einen guten Zweck benötigt. Nicht zuletzt für die nachträgliche Vergütung von rechtlich problematischer innerkirchlicher Erotik.

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Dringendste Leseempfehlung: Andreas Altmanns “Scheißleben” http://www.saxroyal.de/2011/10/01/dringendste-leseempfehlung-andreas-altmanns-scheissleben/ http://www.saxroyal.de/2011/10/01/dringendste-leseempfehlung-andreas-altmanns-scheissleben/#comments Sat, 01 Oct 2011 12:37:19 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=3442 In einer Nacht und den Wartezeiten (Bahn, Arzt, Einwohnermeldeamt) eines Tages las ich Andreas Altmanns aktuelles Buch mit dem umwerfenden Titel Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. Der bislang als Reiseschriftsteller bekannte Andreas Altmann (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lyriker) hat in diesem Buch die Geschichte seiner Jugend aufgezeichnet. Im bayrischen Pilgerort Altötting, inmitten eines bieder-erzkatholischen Bürgertums, wuchs Altmann in den fünfziger und sechziger Jahren unter erbärmlichsten Bedingungen auf. Sein Vater, ein psychisch offenbar schwer gestörter Kriegsheimkehrer, treibt durch seelische Grausamkeit zunächst die schwache Mutter aus dem Haus, bevor er mit psychischer und körperlicher Dauergewalt seine Kinder terrorisiert. Dabei gilt der Händler von Rosenkränzen und anderem Glaubenskitsch in der Stadt als ehrenwerter Bürger. Erst am Ende der Jugend gelingt dem Sohn die Flucht und die Ablösung vom zutiefst gehassten Diktator, der seiner eigenen Familie den Krieg erklärt hatte. Das Buch endet hier nicht, sondern skizziert im letzten Kapitel noch den mühevollen Lebensweg, auf dem sich Altmann im Laufe von zwanzig Jahren vom aufgezwungenen Selbstbild als Opfer und Versager befreit und seinen Platz in der Welt, eben als erfolgreicher Reisereporter, findet. Die Sprache des Buches ist karg, klar und dennoch poetisch. Die Lektüre fesselnd, erschütternd und teilweise schwer erträglich. Am Ende bleibt der Vater für den Leser wie für den schreibenden Sohn ein Rätsel. Die Traurigkeit über das absolut verfehlte Leben zweier Menschen hält sich die Waage mit der Freunde über das Glück eines Davongekommenen.

Andreas Altmann: Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. München/Zürich: Piper, 2011. Das Buch hat 256 Seiten und kostet 19,90 Euro.

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Impressionen vom Kirchentag http://www.saxroyal.de/2011/06/06/impressionen-vom-kirchentag/ http://www.saxroyal.de/2011/06/06/impressionen-vom-kirchentag/#comments Mon, 06 Jun 2011 08:33:06 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=3246 Grundsätzlich ist jedes Ereignis, das ein wenig Wirbel in die erzbehäbige Selbstzufriedenheit des Spießernestes Dresden bringt, zu begrüßen. Insofern waren mir die in- und ausländischen Gäste zum Evangelischen Kirchentag höchst willkommen, ja ich war sogar recht neugierig, was die 120000 angekündigten Christen so mit meiner Heimatstadt anstellen würden. Alles verlief dann aber doch recht unspektakulär. Konfrontationen zwischen Heiden und Christen blieben – von einzelnen Scharmützeln am Männertag – weitgehend aus.

Gleich am Mittwoch las ich zur Eröffnung der “Religionsfreien Zone”, die der Humanistenverein GeFAHR als Kontrastprogramm in der Schauburg organisiert hatte. Eine höchst entspannte Sache, keine Fanatiker gleich welcher Färbung waren anwesend, stattdessen vor allem ältere Ehepaare mit akademischer Anmutung. Ich dachte an das französische Sprichwort aus dem 18. Jahrhundert: “Drei Ärzte, ein Atheist!” Die Quote dürfte heute wohl noch größer sein. Kein Wunder: Sieht man beständig, wie Gott Leuten Tumore ins Hirn und Krebs in den Arsch zaubert, schwindet der Glaube sicher leichter.

Am Freitag war ich dann einer der Autoren beim Poetry Slam zum Thema Religion in der Scheune, der zum offiziellen Programm des Kirchentages gehörte. 500 sehr junge Christen füllten das Innere restlos, draußen lauschten zudem vielleicht noch einmal so viele Menschen den Beiträgen über Lautsprecher. Dass der Kirchentag sich schon in fortgeschrittenem Stadium befand, roch man drinnen unverkennbar. Die Atmosphäre entsprach einem Rockfestival am dritten Tag. Gewinner des Dichterwettstreits wurde übrigens Bleu Broode, der als angehender Theologe natürlich transzendenten Heimvorteil hatte.

Gestern besuchte ich dann noch den Abschlussgottesdienst, den eine riesige Menge von Gläubigen an beiden Elbufern feierte. Die Gesänge der Chöre waren zweifellos erhebend. Kleine Gruppen von Helfern, mit Birkenzweigen als Erkennungszeichen ausgestattet, verteilten das heilige Abendmahl. Der Zuspruch hielt sich in Grenzen, vielen wäre wohl ein unheiliges Frühstück lieber gewesen. Verschiedene Menschen predigten Friede, Freude, Eierkuchen – unter ihnen auch lange die Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die auch Politikerin der “Grünen” ist. Überhaupt erschien der Kirchentag einem Parteitag der Grünen nicht unähnlich. Und das nicht nur, weil alle Besucher sich zur Erkennung grüne Tücher um verschiedenste Körperteile geknotet hatten. Auch das grüne Atomkernthema war omnipräsent, ebenso die bekannte Forderung: Frieden schaffen, notfalls mit Waffen. Die Grünen sind endgültig im Mainstream der Gesellschaft angekommen – ein Marxist würde sagen: weil sie die ökonomischen Interessen und Erfordernisse der nächsten Jahrzehnte am besten repräsentieren.

Das beste Symbol für den ganzen Kirchentag war ein riesiges, ganz mit Solarzellen bedecktes Kreuz am Elbufer: Die Kirche und die Grünen in perfekter Symbiose, die Energiewende bekommt den evangelischen Segen. Oder anders ausgedrückt: Die Protestanten sind auf dem Rückweg zur Anbetung des Sonnengottes.

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Die Christen kommen http://www.saxroyal.de/2011/05/30/die-christen-kommen/ http://www.saxroyal.de/2011/05/30/die-christen-kommen/#comments Mon, 30 May 2011 07:52:02 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=3238 Demnächst werden mehr als einhunderttausend Christen ins heidnische Elbtal einrücken. Man kann gespannt sein, wie sich das im städtischen Leben auswirkt und was die fünf Kirchentage (1.-5. Juni) und ihr reichhaltiges Kulturprogramm so bescheren werden. Als ich gefragt wurde, ob ich nicht gerne bei einer Lesung zum Kirchentag mitmachen möchte, sagte ich gleich: Warum nicht? Das Ganze heißt Slam the Religion! und ist, wie der Name schon andeutet, ein Poetry Slam zur Religion. Er findet am 03. Juni ab 20 Uhr in der Scheune statt. Kurz darauf meldete sich bei mir auch der Verein GeFAHR, der während der heiligen Tage eine “Religionsfreie Zone” in Dresden einrichtet und ein nicht minder interessantes Kulturprogramm bieten wird. Man fragte mich, ob ich nicht eine Lesung gegen den Kirchentag machen möchte und ich sagte gleich: Warum nicht? Nun werde ich also am 01. Juni ab 17 Uhr in der Schauburg einige Kolumnen, Satiren und Essays zum Thema Religion lesen. Ich dürfte mithin der einzige Dresdner Autor sein, der für und gegen den Kirchentag lesen wird. Marx hätte gesagt: Dialektik bei der Arbeit!

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Esoterischer Kalauer http://www.saxroyal.de/2010/08/16/esoterischer-kalauer/ http://www.saxroyal.de/2010/08/16/esoterischer-kalauer/#comments Mon, 16 Aug 2010 17:35:46 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2570

“Wusstet ihr, dass Richard Gere dem Dalai Lama einen goldenen Spucknapf geschenkt hat? Der spuckt nämlich gerne mal.”

“Natürlich, er ist ja auch ein Lama.”

(Dialog auf dem 17. Schwarzenberger Altstadt- und Edelweißfest)

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Zitat des Monats Juli http://www.saxroyal.de/2010/07/27/zitat-des-monats-juli-4/ http://www.saxroyal.de/2010/07/27/zitat-des-monats-juli-4/#comments Tue, 27 Jul 2010 10:31:10 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2542 AN EVAS GRAB

ADAM:

Wo immer sie war,

da war das Paradies.

Mark Twain

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Bischof Wixxa dementiert Rücktritt! http://www.saxroyal.de/2010/06/16/bischof-wixxa-dementiert-ruecktritt/ http://www.saxroyal.de/2010/06/16/bischof-wixxa-dementiert-ruecktritt/#comments Wed, 16 Jun 2010 11:35:23 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2513 Seine bayrischen Kollegen hätten ihn zur Unterschrift unter ein vorgefertigtes Rücktrittsgesuch gezwungen, so Wixxa in einem Interview, inzwischen habe er den Papst darüber informiert, dass er nun doch weitermache. “Wenn ich schon mal dabei bin”, so Wixxa weiter, “möchte ich auch gleich mal dementieren, dass ich mich bei meinen angeblichen Opfern entschuldigt haben soll. Gar nichts bedaure ich! Diese schwer erziehbaren Unterschichtsbälger sollten mir für meine Schläge die Faust küssen! Nur mit einem schön elastischen Stock ließ sich diesen Ludern doch der Teufel aus dem Leib treiben! Sie hätten mal die verderbten Gesichter dieser Biester sehen sollen, und wie sie immer gewimmert haben: Bitte, nicht schlagen, Herr Pfarrer, nicht schlagen! Dabei blitzte doch die schmutzige Lust nach heftiger Prügel aus ihren wollüstigen Augen! Oh ja, Herr, ich habe sie gezüchtigt, die Sünder! Und ich stehe dazu!”

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Zitat des Monats März http://www.saxroyal.de/2010/03/20/zitat-des-monats-maerz-4/ http://www.saxroyal.de/2010/03/20/zitat-des-monats-maerz-4/#comments Sat, 20 Mar 2010 15:52:29 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2345

Nina Hagen, 55, hat gestern auf der Leipziger Buchmesse ihre Autobiographie “Bekenntnisse” vorgestellt, in der es auch um ihren Glauben geht. Die einstige “Punk-Queen” hat sich im vorigen Jahr evangelisch taufen lassen und meint: “Es wäre wunderbar, wenn wir Katholiken und evangelischen Gläubigen zu einer Christenheit zusammenwachsen würden.”

Pressenotiz

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Zitat des Monats Februar http://www.saxroyal.de/2010/02/12/zitat-des-monats-februar-4/ http://www.saxroyal.de/2010/02/12/zitat-des-monats-februar-4/#comments Fri, 12 Feb 2010 07:57:52 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2233

“Meine Frau ist tot, meine Eltern sind tot und auch meine Kinder sind tot. Nur ich habe überlebt. Ich danke Gott dafür.”

(ein Überlebender des Erdbebens auf Haiti im Radio)

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Literaturtipp für Dienstag: Ahne liest, Max singt in der Scheune http://www.saxroyal.de/2010/01/23/literaturtipp-fuer-dienstag-ahne-liest-max-singt-in-der-scheune/ http://www.saxroyal.de/2010/01/23/literaturtipp-fuer-dienstag-ahne-liest-max-singt-in-der-scheune/#comments Sat, 23 Jan 2010 11:53:03 +0000 Micha http://www.saxroyal.de/?p=2193

Ahne

Marcos Pachaly

Am kommenden Dienstag, den 26. Januar, liest unser ebenso großartiger wie sympathischer Kollege Ahne in der Reihe “livelyriX Poetry unlimited” um 21 Uhr in der Scheune. Ahne war lange Jahre Mitglied der legendären Surfpoeten und liest immer noch jede Woche bei der Berliner Reformbühne heim & welt. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt das beim Dresdner Verlag Voland & Quist erschienene Werk “Neue Zwiegespräche mit Gott”. Das Publikum darf sich also auf viele neue Dialoge mit dem Fürsten des Universums freuen. Für musikalische Erquickung wird kein Geringerer als Royalist Marcos Pachaly aka Max Rademann sorgen! Auf seiner elektronischen Orgel wird er wieder Proben seiner unsterblichen Tastenkunst geben.

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