Am heutigen Dienstag (24. Januar) wird Max Rademann bei einer neuen Ausgabe der Reihe “Geschichten übern Gartenzaun” mitmachen. Der Poetry Slam findet wie immer in der Groove Station statt. Mit dabei sind auch noch weitere tolle Autoren wie Jacinta Nandi, Frank Klötgen und Dominik Bartels. Moderiert wird die Veranstaltung von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro.
Am heutigen Mittwoch (14. Dezember) bietet sich die seltene Gelegenheit, Stefan Seyfarth mal wieder im Wettbewerb eines Dresdner Poetry Slams zu erleben. Er mischt in einer neuen Ausgabe der Reihe “Geschichten übern Gartenzaun” mit, die in der Groove Station stattfindet. Mit dabei sind auch noch weitere tolle Autoren wie André Herrmann, Udo Tiffert u.v.m. Moderiert wird die Veranstaltung von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro.
Uli Hannemann, geboren 1965 in Braunschweig, ist Autor der Berliner Lesebühnen “LSD – Liebe statt Drogen” und “Reformbühne Heim & Welt”. Mit seinem Buch “Neulich in Neukölln” (Ullstein) über das Leben in seinem Heimatkiez landete er 2007 einen echten Beststeller. Es folgte 2009 das Buch “Neulich im Taxi” (Ullstein), in dem er seine Erfahrungen als hauptnebenberuflicher Chauffeur in der Hauptstadt verarbeitete. Seine heiter-grotesken Geschichten erschienen darüber hinaus in zahlreichen Anthologien und Zeitungen wie der taz. Im PlattenSpieler liest Uli Hannemann eine Auswahl alter und neuer, in jedem Fall intelligenter und witziger Texte.
Literatur im PlattenSpieler: Uli Hannemann | 18. November | Freitag | 19 Uhr | PlattenSpieler / IDEE 01239 e.V. (Gamigstraße 26) | AK 2 Euro
Anfahrt: Mit der 1/9/13 bis Jacob-Winter-Platz, dann links am Einkaufszentrum vorbei, links in die Gamigstraße und nach 200 Metern auf der rechten Seite das linke der beiden älteren Häuser.
Zum zweiten Mal hatte ich heute die Gelegenheit, die alljährliche Verleihung des Deutschen Karikaturenpreises im Dresdner Staatsschauspiel zu besuchen. Auch auf die Gefahr hin, mich dem Verdacht der Voreingenommenheit auszusetzen, muss ich die Sächsische Zeitung loben, die diesen Preis seit inzwischen elf Jahren mit stetig wachsendem Erfolg organisiert und publikumswirksam präsentiert. Die besten und wichtigsten Cartoonisten und Karikaturisten haben sich am Wettbewerb beteiligt und sind in Massen in das für überregionale Kulturereignisse nicht eben bekannte Dresden gekommen. Eine Jury wählte schließlich wieder drei Preisträger. So einer Auswahl muss Zufälligkeit anhaften, letztlich hätte man die Sache auch zwischen zwei oder drei Dutzend gleich guten Zeichnern auswürfeln können. Aber immerhin wurden so viele Leute einschließlich meiner auf einen tollen Künstler, nämlich den Sieger namens Nel, aufmerksam. Der in Rumänien geborene, in Erfurt lebende Ioan Cozacu zeichnet sich durch einen luftigen Strich und einen subtilen, philosophischen Humor aus. Hier kann man sich den sehr schönen Siegercartoon anschauen. Den Ehrenpreis fürs Lebenswerk erhielt dann schließlich zum krönenden Finale F.W. Bernstein.
Am Dienstag (25. Oktober) bietet sich für ausgehwillige Freunde der Autoren der Lesebühne Sax Royal die Qual der Wahl: Wem der Sinn nach Poesie steht, der kann Roman Israel als einen der Autoren bei “Geschichten übern Gartenzaun“ erleben. Der Poetry Slam beginnt um 20 Uhr in der Groovestation. Wer hingegen lieber musikalisch bezaubert werden will, der besuche den “Dienstagssalon”, der von Max Rademann wieder in Hellerau präsentiert wird. Zu Gast ist dort diesmal ab 20 Uhr die Band minus-monster.
Nach zwei Jahren in der Kamenzer Straße kam ich nun auch endlich einmal der moralischen Verpflichtung nach, Kamenz zu besuchen. Die Stadt, völlig unbekannt unter dem Namen “Perle der Westlausitz”, überraschte uns als schnuckeliges kleines Städtchen, dass sich an die hügeligen Ausläufer des Oberlausitzer Berglandes schmiegt. Einwohner sah man allerdings auf den Straßen so wenige wie nach dem Abwurf einer Neutronenbombe. Essen kann man gut im Ratskeller, der zum Hotel Goldner Hirsch gehört. Eine großartige Aussicht hat man von einem Turm auf dem Hutberg, fünfzehn Minuten vom Zentrum entfernt.
Hauptanziehungspunkt ist für Freunde der Poesie das Lessing-Museum Kamenz, das sich die Stadt für ihren größten Sohn geleistet hat. Die Aufmachung des kleinen Museums ist modern und erfreulich wenig heimattümlich: Zu sehen gibt es nicht Pfeifenköpfe und Unterhosen, sondern – wie es sich für einen Dichter gehört – vor allem Bücher und Texte. Entdeckungen können sowohl Anfänger als auch Fortgeschritte machen. Ich gehöre zu letzteren und habe meine ersten Zeilen Lessing schon in früher Jugend gelesen, weil ein Auswahlband namens Die Aber kosten Überlegung im elterlichen Bücherregal stand. Man muss diesen Aufklärer jedenfalls mögen: Patriotismus ging ihm am Arsch vorbei, religiöse Engstirnigkeit war ihm zuwider. Heute würde er Polemiken gegen Islamisten wie Islamophobe aus der Hüfte schießen. Seine größte literarische Leistung dürfte, neben der Erfindung des modernen deutschsprachigen Dramas, vor allem eine sein: Er führte den Witz in die Kritik und Gelehrsamkeit ein. Nicht umsonst war er auch der liebste Schriftsteller Heinrich Heines. Neben historischen, antiquarischen, ästhetischen, theologischen, philosophischen, kritischen, literarischen und dramatischen Texten schrieb er auch kleine Gedichte wie dieses:
Ob ich morgen leben werde,
weiß ich freilich nicht;
aber wenn ich morgen lebe,
daß ich morgen trinken werde,
weiß ich ganz gewiß!
Wenn ich hier in letzter Zeit öfter begeistert von ausschließlich schönen Sachen aus Kunst und Kultur berichte, so liegt das nicht daran, dass ich zunehmend alles toll finde, sondern dass mir immer mehr die Lust schwindet, mich mit beschissenem Zeug auch nur noch zu befassen. Außerordentlich lohnenswert ist hingegen die neue Ausstellung “Neue Sachlichkeit in Dresden. Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner”, die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Lipsiusbau zeigen. Glaubte man bisher, dass auf Grund der massiven Verluste durch Nazi-Vandalismus und Kriegsschäden eine Dokumentation dieser Dresdner Kunstepoche gar nicht möglich sei, beweist diese Schau mit ihrer geradezu überwältigenden Fülle das Gegenteil.
“Neue Sachlichkeit” als Terminus für die Kunst und Literatur der zwanziger und dreißiger Jahre ist wie alle Etikettierungen nicht unproblematisch. Deutlich lässt sich zwar eine Abkehr von metaphysischen Pathos des Expressionismus und ein allgemeiner Trend zur realistischen Auseinandersetzung mit der Realität wahrnehmen, doch zeigen sich innerhalb dieses Trends wieder deutlich voneinander abweichende Strömungen. Für eine Reihe von Künstlern ist die Abkehr vom Expressionismus vor allem ein ästhetisches Unternehmen, das in der Besinnung auf altmeisterliche Techniken der Malerei besteht. Besonders auf dem Gebiet des Porträts zeigen sich hier herausragende Leistungen. Eine andere Partei ordnet die Kunst als Waffe hingegen radikal der politischen Absicht unter: Die Mittel dieser – oft kommunistisch oder anarchistisch engagierten – Maler sind neben mitfühlendem Realismus vor allem Groteske und Satire. Das Proletariat wird in der Würde der Armut und Arbeit gezeigt, das Bürgertum hingegen in der Unwürde unverdienten Reichtums. Militärs, Kapitalisten und die Repräsentanten der aufkommenden Nazi-Bewegung werden karikiert.
Im Werk von Otto Dix, dem wohl bedeutendsten in der Ausstellung vertretenen Maler, überschneiden sich beide Richtungen. Daneben beeindruckt natürlich auch nicht minder George Grosz. Aber auch weniger bekannte Maler, von deren Frühwerk oftmals nur noch wenige Bilder erhalten sind, kann man hier erstmals oder zumindest aus neuer Perspektive entdecken, so Otto Griebel, Hans Grundig, Wilhelm Lachnit, Bernhard Kretzschmar, Curt Querner, Rudolf Bergander und Willy Wolff.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 08. Januar 2012.
Die Dresdner Scheune, seit sieben Jahren geliebte Heimat unserer Lesebühne Sax Royal, feiert in diesem Jahr ihren sechzigsten Geburtstag. Zu Eröffnung der Feierlichkeiten gibts am Sonntag ein “Pressefetz“, nicht etwa nur für die Presse, sondern für alle Freunde des Klubs im Herzen der Dresdner Neustadt. Neben Entdeckungsgängen durch die Scheune und zahlreichen Aktionen gibt es auch ein reichhaltiges Musikprogramm, das von Bands bestritten wird, deren Geschichte mit der Scheune besonders verknüpft ist: 44 Leningrad, The Lazy Boys und Klumpung. Im Rahmen von “Lothar Kochs Poetensalon” wird es auch einen Längsschnitt durch die literarische Tradition der Scheune geben – Sax Royal wird dabei von Stefan Seyfarth und Michael Bittner vertreten. Zum Abschluss legen dann namhafte DJs Tanzmusik auf.
Pressefetz in der Scheune | 19 Uhr (Einlass ab 17 Uhr) | 10 Euro VVK 12 Euro AK
In einer Nacht und den Wartezeiten (Bahn, Arzt, Einwohnermeldeamt) eines Tages las ich Andreas Altmanns aktuelles Buch mit dem umwerfenden Titel Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. Der bislang als Reiseschriftsteller bekannte Andreas Altmann (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lyriker) hat in diesem Buch die Geschichte seiner Jugend aufgezeichnet. Im bayrischen Pilgerort Altötting, inmitten eines bieder-erzkatholischen Bürgertums, wuchs Altmann in den fünfziger und sechziger Jahren unter erbärmlichsten Bedingungen auf. Sein Vater, ein psychisch offenbar schwer gestörter Kriegsheimkehrer, treibt durch seelische Grausamkeit zunächst die schwache Mutter aus dem Haus, bevor er mit psychischer und körperlicher Dauergewalt seine Kinder terrorisiert. Dabei gilt der Händler von Rosenkränzen und anderem Glaubenskitsch in der Stadt als ehrenwerter Bürger. Erst am Ende der Jugend gelingt dem Sohn die Flucht und die Ablösung vom zutiefst gehassten Diktator, der seiner eigenen Familie den Krieg erklärt hatte. Das Buch endet hier nicht, sondern skizziert im letzten Kapitel noch den mühevollen Lebensweg, auf dem sich Altmann im Laufe von zwanzig Jahren vom aufgezwungenen Selbstbild als Opfer und Versager befreit und seinen Platz in der Welt, eben als erfolgreicher Reisereporter, findet. Die Sprache des Buches ist karg, klar und dennoch poetisch. Die Lektüre fesselnd, erschütternd und teilweise schwer erträglich. Am Ende bleibt der Vater für den Leser wie für den schreibenden Sohn ein Rätsel. Die Traurigkeit über das absolut verfehlte Leben zweier Menschen hält sich die Waage mit der Freunde über das Glück eines Davongekommenen.
Andreas Altmann: Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. München/Zürich: Piper, 2011. Das Buch hat 256 Seiten und kostet 19,90 Euro.
Am Mittwoch (21. September) findet in der Groove Station eine neue Ausgabe der Reihe “Geschichten übern Gartenzaun” statt. Einer der Lesenden wird dabei Royalist Max Rademann sein. Mit dabei im Wettbewerb sind außerdem u.a. Franziska Holzheimer, Erik Leichter, Henning Wenzel, Chris Christopher und Felix Römer. Moderiert wird die Veranstaltung von der Dresdner Poetin Kaddi Cutz. Los gehts um 19:30 Uhr, der Eintritt kostet erschwingliche 5 Euro. Das Publikum entscheidet wie immer über den Sieger des Abends.