Buchtipp: Udo Tiffert – „Zaun zum Aufstützen. Die Lausitz-Geschichten“

Udo Tiffert, der geschätzte Kollege und regelmäßige Gast unserer Lesebühne, hat ein neues Buch veröffentlicht. Es trägt den schönen Titel Zaun zum Aufstützen. Die Lausitz-Geschichten und versammelt eine Auswahl seiner schönsten Texte aus der letzten Zeit. Im Jahr 2006 hat Udo sich nach Jahren in Berlin in einem Häuschen im Herzen der Lausitz niedergelassen. Von dort aus bricht er allerdings regelmäßig auf, um seine Gedichte und Geschichten bei Lesebühnen und Poetry Slams in ganz Deutschland vorzulesen. So sind denn auch seine Texte zwar von der Landschaft und den Leuten der Lausitz inspiriert, aber keineswegs provinziell oder betulich. Immer wieder bricht die Außenwelt in die scheinbare Idylle ein, auch die Lausitz erweist sich nicht als Insel der Seligen. Und viele Geschichten führen vom Dorf in die Großstadt und die entfernte Fremde. Äußerst vielfältig ist der Inhalt des Buches: Da gibt es melancholische Kurzgeschichten über die Liebe in Zeiten der Fernbeziehung, philosophische Reflexionen über die komplizierte Dreiecksbeziehung von Mensch, Hund und Wolf und satirische Ausflüge auf Feten und Volksversammlungen. Sehr schöne Gedichte und Illustrationen eröffnen und gliedern die drei Kapitel des Buches. Ein Band nicht nur für Bewohner und Freunde der Lausitz, sondern für alle, die Udo Tifferts unverwechselbare Mischung von Witz und Poesie mögen.

Erhältlich ist das Buch ab sofort bei allen Lesungen von Udo, so zum Beispiel bei der Lesebühne Cottbus, der Görlitzer Lesebühne Grubenhund oder der Dresdner Lesebühne Die silbernen Reiter. Oder man bestellt es per Mail: post@udotiffert.de. Es hat 200 Seiten und kostet 10 Euro, mit Versand 12 Euro.

Lesetipp: Udo Tiffert im Poesiealbum

Renommiert, ja beinahe legendär war die Reihe „Poesiealbum“ zu Zeiten der DDR. Jede Ausgabe der schmalen und günstigen Hefte präsentierte eine Auswahl aus den Gedichten eines deutschsprachigen Autors oder ein fremdsprachiger Dichter wurde durch Übersetzungen vorgestellt. Populäre Poeten waren ebenso vertreten wie Neuentdeckungen. Mit der Wende machte die Ökonomie dem Projekt ein Ende, die letzte Ausgabe mit Gedichten des Schönheitsfanatikers August von Platen wurde auf der Müllhalde verklappt. Erfreulicherweise gelang aber seit 2007 eine Neubelebung der Reihe durch den Märkischen Verlag, der nun pro Jahr vier Hefte veröffentlicht.

Die jüngste Ausgabe mit der Nummer 304 präsentiert nun unseren Freund und Kollegen, den Lausitzer Autor Udo Tiffert, der schon oft unsere Lesebühne als Gastautor beehrte und sich auch unter unseren Zuschauern viele Freunde gemacht hat. Die Dresdner Journalistin Juliane Hanka hat eine Auswahl von Gedichten besorgt, welche die ganze Vielfalt des Lyrikers abdeckt: Der Leser findet kurze, epigrammatische Gedichte wie längere Texte, die poetischer Kurzprosa gleichen. Auch thematisch herrscht Abwechslung: Gedichte, die auf ganz eigentümliche Weise Naturgeschehen und fragwürdige gesellschaftliche Praxis kontrastieren, sind in dem Heft ebenso vertreten wie wunderbar unprätenziöse, dabei aber doch zarte Liebesgedichte.

Wer den Autor Udo Tiffert als Lyriker kennen lernen möchte, – und das zum unschlagbaren Preis von 4 Euro! – der sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Jens Kassner hat bei „Poetenladen“ eine lesenswerte Rezension des Heftes geschrieben.

Donnerstag: Lesebühne Grubenhund in Görlitz

Am Donnerstag (15. März) machen sich die zwei Royalisten Max Rademann und Michael Bittner wieder auf den Weg nach Görlitz, um gemeinsam mit Udo Tiffert als Lesebühne Grubenhund zu lesen. Wie immer gibts brandneue Geschichten, Gedichte und sonstige Versuche. Außerdem erwarten wir einen musikalischen Spezialgast: den Dresdner Songwriter Thomas Lautenknecht! Los gehts um 20 Uhr im Kino Camillo (Handwerk 13). Der Eintritt kostet 5 Euro.

Donnerstag: Lesebühne GRubenhund in Görlitz

Am Donnerstag (19. Januar) lesen Udo Tiffert, Max Rademann und Michael Bittner wieder gemeinsam als Lesebühne GRubenhund in Görlitz. Die erste Veranstaltung des neuen Jahres bringt wieder brandneue Geschichten der drei Recken, die sich mit den Finessen des Alltags auskennen, aber auch den Blick aufs große Ganze der Weltpolitik wagen. Los gehts wie immer um 20 Uhr im Kino Camillo (Handwerk 13). Der Eintritt kostet 5 Euro.

Donnerstag: Lesebühne GRubenhund in Görlitz

Am Donnerstag (15. Dezember) machen sich Udo Tiffert, Max Rademann und Michael Bittner zum letzten Mal in diesem Jahr auf den Weg nach Görlitz, um dort als Lesebühne GRubenhund dem Publikum wieder brandneue Texte zu Gemüte zu führen. Aktuell, böse, liebevoll – so lautet wie immer das Motto für unsere Geschichten. Nachdem es bei den ersten beiden Auftritten im neuen Veranstaltungsort, dem Kino Camillo, so wunderbar gelaufen ist, sind wir sicher, dass es wieder ein ausgesprochen schöner Abend wird. Los gehts um 20 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr, der Eintritt kostet 5 Euro.

Donnerstag: GRubenhund reloaded!

Am Donnerstag (20. Oktober) startet die Görlitzer Lesebühne GRubenhund in ihre zweite Saison – und das runderneuert: Nach dem Abschied von Andreas Vent-Schmidt nach Leipzig freuen sich die Stammautoren Udo Tiffert und Michael Bittner über einen großartigen Neuzugang: ab sofort wird Max Rademann, bestens bekannt als Autor der Lesebühne Sax Royal, Musiker und Filmemacher, jeden Monat mit dabei sein. Aktuell, böse und liebevoll – unter diesem Motto gibt’s ab Oktober stets neue Geschichten für das geneigte Publikum. Die Lesebühne findet ab sofort immer am dritten Donnerstag des Monats im Kino Camillo um 20 Uhr statt. Der Eintritt kostet 5 Euro.

Zu Besuch bei Lessing

Nach zwei Jahren in der Kamenzer Straße kam ich nun auch endlich einmal der moralischen Verpflichtung nach, Kamenz zu besuchen. Die Stadt, völlig unbekannt unter dem Namen „Perle der Westlausitz“, überraschte uns als schnuckeliges kleines Städtchen, dass sich an die hügeligen Ausläufer des Oberlausitzer Berglandes schmiegt. Einwohner sah man allerdings auf den Straßen so wenige wie nach dem Abwurf einer Neutronenbombe. Essen kann man gut im Ratskeller, der zum Hotel Goldner Hirsch gehört. Eine großartige Aussicht hat man von einem Turm auf dem Hutberg, fünfzehn Minuten vom Zentrum entfernt.

Hauptanziehungspunkt ist für Freunde der Poesie das Lessing-Museum Kamenz, das sich die Stadt für ihren größten Sohn geleistet hat. Die Aufmachung des kleinen Museums ist modern und erfreulich wenig heimattümlich: Zu sehen gibt es nicht Pfeifenköpfe und Unterhosen, sondern – wie es sich für einen Dichter gehört – vor allem Bücher und Texte. Entdeckungen können sowohl Anfänger als auch Fortgeschritte machen. Ich gehöre zu letzteren und habe meine ersten Zeilen Lessing schon in früher Jugend gelesen, weil ein Auswahlband namens Die Aber kosten Überlegung im elterlichen Bücherregal stand. Man muss diesen Aufklärer jedenfalls mögen: Patriotismus ging ihm am Arsch vorbei, religiöse Engstirnigkeit war ihm zuwider. Heute würde er Polemiken gegen Islamisten wie Islamophobe aus der Hüfte schießen. Seine größte literarische Leistung dürfte, neben der Erfindung des modernen deutschsprachigen Dramas, vor allem eine sein: Er führte den Witz in die Kritik und Gelehrsamkeit ein. Nicht umsonst war er auch der liebste Schriftsteller Heinrich Heines. Neben historischen, antiquarischen, ästhetischen, theologischen, philosophischen, kritischen, literarischen und dramatischen Texten schrieb er auch kleine Gedichte wie dieses:

Ob ich morgen leben werde,
weiß ich freilich nicht;
aber wenn ich morgen lebe,
daß ich morgen trinken werde,
weiß ich ganz gewiß!

Sax Royal im Zittauer Gebirge

Auch in diesem Jahr unternahm die Lesebühne Sax Royal wieder ihren traditionellen Betriebsausflug ins Zittauer Gebirge. André und Julius aka „Team Totale Zerstörung“ haben einen kleinen, aber feinen Dokumentarfilm dazu gemacht, der den Spirit der Reise einfängt:

Donnerstag: Lesebühne GRubenhund in Görlitz

Am Donnerstag (27. Januar) lese ich wieder zusammen mit den Kollegen Andreas Vent-Schmidt und Udo Tiffert in Görlitz bei der noch jungen Lesebühne GRubenhund. Ort des Geschehens ist das kleine Theater Apollo, los gehts wie immer schon um 19:30 Uhr. Wer mag, kann sich hier mit Hilfe eines Mitschnitts einen kleinen Eindruck verschaffen – ich lese den etwas zu lang geratenen Essay Übers Fernsehen oder Der Tag, an dem Peter Kloeppel Scheiße sagte:

Last-Minute-Tipp: Heute Abend GRubenhund in Görlitz

Am heutigen Donnerstag, den 16. Dezember, liest Michael Bittner – so Gott aka das Wetter beziehungsweise die Bahn es will – wieder bei der neuen Görlitzer Lesebühne GRubenhund. Los gehts um 19:30 Uhr im Theater Apollo. Mit dabei sind Udo Tiffert und als spezieller Gast Matthias Heine von der Lesebühne Cottbus.

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