„Max Rademann Show“ in Leipzig – Premiere am 4. Oktober

Dresden allein ist für unseren Max Rademann längst zu klein, das wussten wir schon lange. Endlich bekommt er nun auch seine eigene Show in der sächsischen Schwesterstadt Leipzig. Und die heißt „Max Rademann Show“. Ab sofort wird Max einmal monatlich im Werk 2 den Bewohnern der Messestadt den Montagabend mit einem erstklassigen Unterhaltungsprogramm versüßen und jede Form der Tristesse gleich zum Wochenanfang aus ihrem Leben verbannen. Zur Premiere am 4. Oktober hat er sich zwei Gäste eingeladen: den Kollegen Michael Bittner von unserer Lesebühne sowie die großartige Berliner Schriftstellerin Kirsten Fuchs. Kirsten liest in Berlin regelmäßig bei der Lesebühne Fuchs & Söhne, schreibt als Kolumnistin u.a. für die Zeitschrift Das Magazin und verfasst erfolgreiche Romane. Zuletzt erschien ihr Jugendroman Mädchenmeute. Der Spaß beginnt um 21 Uhr, Tickets kann man auch im Vorverkauf schon erwerben.

The Fuck Hornisschen Orchestra: Sachsen

Wer bei unserer Lesebühne im März sträflicherweise gefehlt hat, kennt vielleicht noch gar nicht die zauberhafte Hymne für Sachsen, die Julius Fischer und Christian Meyer aka. The Fuck Hornisschen Orchestra geschrieben haben. Das ist Patriotismus, wo jeder mit muss!

Michael Bittner: „Wir trainieren für den Kapitalismus“ – Buchpremiere in Dresden und Leipzig

Micha + Cover

Am Mitt­woch (23.10.) wird gefei­ert: Ich stelle ich mein Buch Wir trai­nie­ren für den Kapi­ta­lis­mus mit einer Lesung in den Räu­men des Ver­lags edi­tion AZUR (Hecht­straße 30) in Dres­den vor. Zu hören gibts aber nicht nur Geschich­ten aus dem Buch und andere Texte. Als beson­de­rer musi­ka­li­scher Gast wird Freund und Kol­lege Max Rade­mann auch noch einige Lie­der spie­len. Und dann wird getrun­ken. Los gehts um 20 Uhr.

Am Don­ners­tag (24.10.) erlebt das Buch Wir trai­nie­ren für den Kapi­ta­lis­mus dann seine Pre­miere in Leip­zig. Zu hören gibt es auch hier einige der Geschich­ten aus dem Buch und ein paar neue Texte. Ich freue mich, dass mein Freund und Kol­lege Roman Israel mich bei die­ser Lesung unter­stützt und mit mir lesen wird. Los gehts um 20 Uhr in der Wär­me­halle Süd.

Zitat des Monats Oktober

Nach dem Völkerschlacht-Spektakel am Sonntag in Leipzig ist massive Kritik an den Veranstaltern laut geworden. Viele der rund 35.000 Besucher beschwerten sich über die mangelhafte Organisation, lange Staus bei der An- und Abreise oder eine schlechte Sicht auf das Kampfgeschehen. Einige forderten sogar ihr Eintrittsgeld zurück.

Leipziger Volkszeitung

Literaturtipp: „Expedition Wordpol“ am Dienstag in Leipzig

Expedition Wordpol - Grafik: Inga IsraelAm Dienstag (1. Oktober) gibt es eine neue Ausgabe der von Roman Israel organisierten und moderierten Reihe „Expedition Wordpol“ in Leipzig. Bekannte Stimmen und Neuentdeckungen, Lyriker und Prosaisten, Sub- und Hochliteraten lesen aus ihren Werken und begeben sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Wordpol. Gibt es ihn oder nicht? Am 1. Oktober startet Suchexpedition Nummer sechs. Diesmal mit dem Lyriker Lars Reyer, dessen neuer Lyrikband “Magische Maschinen” soeben bei Schöffling & Co. erschien; dem Berliner Kolumnisten und Satiriker Michael Bittner von der Dresdner Lesebühne Sax Royal; der Lyrik und Theaterstücke schreibenden Julia Dathe und der Prosaistin Katharina Bendixen. Musik von Fabix Halentine.

Was: Lesereihe in Leipzig-Connewitz
Wann: 1.10.13 / Einlass ab 20:00 Uhr, Start: 20:30 Uhr
Wo: Wärmehalle Süd / Eichendorffstraße 7 / 04277 Leipzig
Kulturbeitrag: 3,-

Messetagebuch

Mein Tagebuch der Leipziger Buchmesse ist diesmal ein Tagbuch, denn nur einen Tag, eigentlich nur einige Stunden, weilte ich vor Ort. Kurz nach Mittag bestiegen die Autoren der Lesebühne Sax Royal am Sonntag den Kleinbus des Künstlers Frank Z., der auch ein Virtuose der Fahrkunst ist. Eine kleine Rast an der Autobahnraststätte frischte uns und unsere Getränkevorräte auf. Schneller als gedacht erreichten wir das Messegelände. Unser Verleger schleuste uns durch den Hintereingang in die Messehalle 5 – wo sich auch die inzwischen als Oase der (relativen) Ruhe bekannte Leseinsel der jungen Verlage befindet. Bevor ich mit den Kollegen daselbst las, stromerte ich noch eine Weile durch die Gänge. Gedrängel und Lärm sind mir freilich nicht lieb. Und ist man weder zwecks Geschäftemacherei noch Bücherklau da, ist so ein Besuch auf der Messe eigentlich herzlich langweilig. Die womöglich einzige Art, auf der Buchmesse Spaß zu haben, ist es, Verleger an ihren Ständen mit dem Satz “Guten Tag, ich schreibe auch!” zu erschrecken. Schön war es, dass sich zu unserer Lesung allerlei Zuhörer sammelten, denen unsere Texte auch ganz wohl behagten. Noch ein Fläschchen Astra aus den verborgenen Vorräten unseres Verlages Voland & Quist – und wir machten uns mit dem Taxi auf den Weg in die Stadt. Freund und Kollege André Herrmann hatte uns die Gaststätte Stadt Borna zur Einkehr empfohlen, war dabei aber nicht eingedenk, dass besagter Gasthof die Eigenheit hat, am Sonntag um 15 Uhr zu schließen. So latschten wir Beladenen zum Hipsterlokal Hotel Seeblick. Es war überfüllt, wie in Messetagen ja “das bessere Berlin” an der Pleiße überhaupt etwas überfordert scheint. Der sonst ganz angenehme Ort wurde durch die Liveübertragung eines Fußballspiels zur akustischen Hölle. Rezitationen von Rilke-Gedichten, wie sie sonst in unserem Kreis Usus sind, mussten diesmal also unterbleiben. Nach Verzehr von einiger Nahrung bewegten wir uns in das UT Connewitz, das Verrottung und Charme auf einmalige Weise miteinander vereinigt. Wir kletterten in die Loge und betrachteten von dort aus, wie sich der Saal beinahe restlos füllte. Eine gewisse Müdigkeit machte sich bei allen bemerkbar. Doch kaum auf der Bühne empfing uns eine Wärme des Wohlwollens, die uns sogleich auftaute. Es ward ein ausgesprochen schöner Abend. Unser Verleger brachte sogar einige von den wenigen verbliebenen Restexemplaren unseres Buches Eine Lesebühne rechnet ab an die Frau und den Mann. Alle Anwesenden entschuldigten sich als übermüdet (“vier Tage Messe, ich kann nicht mehr …”) oder stellten sich als spaßbremsend (“ich muss das Fasten durchziehen”, “ich kann doch morgen nicht besoffen in den Kindergarten”) heraus. Also beschloss auch ich, noch in selbiger Nacht mit dem letzten Zug nach Berlin zurückzukehren. Meine Hoffnung auf eine letzte S-Bahn wurde enttäuscht und kostete mich arg viel Geld. Dafür erlebte ich Berliner Taxifahrerlieblichkeit der echtesten Sorte: “Wennse sich jetz noch anschnallen, kömmer ooch ma losfahrn!” Leipzig, du verlotterte Schönheit, im nächsten Jahr gerne wieder!

Sonntag, 17. März: Lesebühne Sax Royal zu Gast in Leipzig im UT Connewitz

Die Dresdner Lesebühne Sax Royal zählt zu den erfolgreichsten Lesebühnen außerhalb Berlins. Seit über acht Jahren begeistert sie in der Dresdner scheune und bei Gastauftritten in der ganzen Republik das Publikum mit ihren ebenso tiefsinnigen wie hochkomischen Geschichten, Gedichten und Liedern. Die fünf Stammautoren präsentieren beim Lesebühnenabend zur Leipziger Buchmesse im UT Connewitz am Sonntag (17.3.) eine Auswahl ihrer besten Werke aus dem letzten Jahr.

Wer sind die fünf Royalisten? Michael Bittner, wohnhaft in Berlin-Friedrichshain, veröffentlicht seine Texte gedruckt im Magazin der Sächsischen Zeitung und mündlich auf Lesebühnen in der ganzen Republik. Julius Fischer aus Leipzig ist Autor, doppelter Team-Meister im Poetry Slam und Musiker. Roman Israel, ebenfalls in Leipzig beheimatet, liest dort auch bei der Lesebühne West und veröffentlicht unermüdlich wunderbare Bücher. Max Rademann aus Dresden schreibt nicht bloß, sondern spielt auch auf seiner elektrischen Orgel und arbeitet als Zeichner. Und Stefan Seyfarth, auch er unbeirrter Dresdner, lässt sich zur Zeit zum Erzieher erziehen, was ihn nicht daran hindert, weiterhin auch wunderbare Geschichten und Gedichte auf die Welt zu setzen.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne zu Gast in Leipzig | 17. März | Sonntag | 21.00 Uhr | UT Connewitz | Abendkasse 8 Euro / 6 Euro ermäßigt

Warum ich gerne nach Leipzig fahre

Ein alter Mann steigt in die Straßenbahn. Er setzt sich, hievt einen Aktenkoffer und zwei prall gefüllte Plastiktüten auf seinen Schoß. Die rabenschwarzen Löckchen auf seinem runzligen Schädel sind auf den ersten Blick als Perücke zu erkennen. Das Kunsthaar sticht so lebhaft von seiner bleichen Haut ab, dass die umstehenden Passagiere sich zusammennehmen müssen, um nicht loszulachen. Der alte Mann zieht ein Diktiergerät hervor, hält es sich vor den Mund und fängt an, laut hinein zu sprechen: „Donnerstag, genaue Zeit: neunzehn Uhr und siebenundzwanzig Minuten … ich befinde mich in Leipzig, in einer Straßenbahn … Linie 14 Richtung Plagwitz … wir erreichen jetzt die Haltestelle Nonnenstraße … Fahrzeug produziert von Bombardier …“ Die Fahrgäste ringsum wissen nicht so recht, wohin mit ihren Blicken. Sie sind neugierig und möchte gerne schauen, wer da so wirr redet, aber haben doch auch Angst, angesprochen zu werden. „Am Sonntag finden in Leipzig Wahlen zum Oberbürgermeister statt … jeder darf teilnehmen, sofern er mindestens ein halbes Jahr als Einwohner beim Amt gemeldet ist … auch vorher kann man bereits abstimmen … nicht jeder weiß das … man sollte am besten gleich zwei Oberbürgermeister wählen, dann ist die Stimme wenigstens ungültig … aber wer nicht wählt, der hilft diesem Obergauner, im Rathaus bleiben zu könen … der Kaltwasserganove sitzt ja wenigstens schon im Gefängnis …“ Als wir uns der nächsten Haltstelle nähern, steckt der alte Mann das Diktiergerät wieder ein und nimmt auch die schwarze Perücke ab, als hätte er die nur als Requisit gebraucht, um seine Äußerungen zu protokollieren. Eine faltige Glatze kommt zum Vorschein. Er steht auf, drängelt sich zur Tür und steigt aus. Wir fahren wieder ab, draußen hört man ein lautes Hupen. Ich schaue hinaus: Der alte Mann ist vor ein Auto gelaufen, das nun quietschend beschleunigt und an ihm vorbei rast. Der alte Mann setzt seinen Weg auf der Fahrbahn fort.

Royalisten zur Leipziger Buchmesse

Wer in dieser Woche zur Leipziger Buchmesse fährt, der kann dort wie beim Festival „Leipzig liest“ einige der Autoren unserer Lesebühne Sax Royal bei verschiedenen Lesungen erleben. Als da wären:

  • Am Mittwoch (14. März) liest Julius Fischer wieder mit der Lesebühne “Schkeuditzer Kreuz. Los gehts um 20:30 Uhr in der Wärmehalle Süd.
  • Am Freitag (16. März) ist Michael Bittner mit vielen Kollegen beim LivelyriX Poetry Slam Spezial zur Leipziger Buchmesse mit dabei. Los gehts um 21 Uhr in der Distillery.
  • Am Sonnabend (17. März) gibts ein „Lesebühnen-Crossover“ in der Wärmehalle Süd. Mit dabei ab 20:30 Uhr ist auch Roman Israel.
  • Am Sonntag (18. März) liest Julius Fischer mit der Berliner Lesedüne zur Präsentation ihres Buches Über Wachen und Schlafen. Los gehts um 21 Uhr im UT Connewitz.

Ein Abschied

Eben kehre ich zurück von der Bautzner Straße, wo ich mit wenigen Getreuen Christian Meyer beim Umzug half. Zu schleppen waren hauptsächlich Marienbilder, obskure Instrumente und bunte Hemden. Leider wird Christian nach nicht einmal zwei Jahren die sächsische Landeshauptstadt wieder verlassen und kehrt nach Leipzig zurück. Als Booker der Scheune hat er in der kurzen Zeit das musikalische Leben in Dresden nicht wenig belebt und auch viele fetzige Tanzveranstaltungen organisiert. Davon, dass er gleichzeitig zusammen mit Julius Fischer als Band The Fuck Hornisschen Orchestra riesige Erfolge feierte und sogar gemeinsam mit Karl Dall im Fernsehen auftrat, brauchen wir nicht zu reden. Vielleicht lags an der häufigen Abwesenheit, dass Christian in Dresden nie so ganz heimisch wurde. Vielleicht lags aber einfach auch an Dresden, einer Stadt, so klebrig und übersüß wie alter Sirup. Leipzig passt ganz gewiss besser zu ihm. Im Namen aller Autoren von Sax Royal wünsche ich: Alles Gute, Christian!

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