Kulturtipp!

Welch güldene Woche! Es ist die 8.Filmkunstmesse in L.E., sicher ein gediegener Anlass, als Dresdner mal nach Leipzig zu kommen, bzw. als Leipziger die Stadt zu verlassen. Ich werde das nicht tun, ich fühle mich wohl hier, was aber auch daran liegt, dass ich sehr sehr beliebt bin und gestern beim Fußball im Park total guddi war. Mal was anderes:

Der Dokumentarfilm “Heimatkunde”, in dem ganz “viele kaputte Sachen aus der DDR” gezeigt werden, und zwar von niemand Geringerem als dem PARTEI-Vorsitzenden und ehem. Chefredakteur der Titanic Martin Sonneborn, hat heute eine von wenigen Vorpremieren im Leipziger Kino Cineding auf der Karl-Heine Straße. Besonderheit: Der Hauptdarsteller ist anwesend. Alle kommen. Jucheee. Das Spektakel beginnt um 20 Uhr.

Sonntag: Sax Royal in Leipzig!

stefan-open-air.jpgAm kommenden Sonntag, den 24. August, gastiert unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal in Leipzig. Die fünf Autoren Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth präsentieren bei diesem ganz besonderen Gastspiel in unserer Schwesterstadt ihre schönsten Geschichten, Gedichte und Songs beim Sommertheater 2008 auf der Open Air Bühne der Galopprennbahn Scheibenholz. Los geht’s um 19:30 Uhr.

Zitat des Monats März

Im Programm der Volkshochschule Leipzig findet sich ein Kurs namens “Philosophisches Café”, aus dessen verlockender Beschreibung hier nur zwei Sätze angeführt seien:

“Es ist schön, geistig rege Menschen kennen zu lernen. Natürlich können auch geistige Getränke genossen werden und auch die Stärkung mit einer Bockwurst z.B. ist möglich.”

Royalisten auf der Leipziger Buchmesse

Vom Donnerstag bis zum Sonntag findet in dieser Woche wieder die Leipziger Buchmesse statt – viele von Euch werden sich sicherlich auch auf den Weg zu dieser sympathischen Publikumsmesse machen oder eine der vielen Lesungen beim Festival “Leipzig liest” besuchen. Da auch einige von uns nach Leipzig reisen, findet unsere nächste Lesebühne “Sax Royal” in Dresden erst am übernächsten Donnerstag, am 20. März, statt: wie immer ab 21:00 Uhr in der scheune.

Am 14. März findet in Leipzig dann der alljährliche LIVELYRIX Poetry Slam zur Leipziger Buchmesse statt. Diesmal allerdings treffen sich die Dichter um 21:00 Uhr in einer neuen Örtlichkeit: dem Victor Jara. Moderiert wird der glanzvolle Abend von Christian Meyer und Julius Fischer. Mit dabei im ausgesprochen hochkarätigen Teilnehmerfeld wird unter anderem unser Stefan Seyfarth sein.

Stefan Seyfarth liest außerdem am 15.03. ab 20:00 Uhr noch als Gast bei der “Leipziger Lesebühne” des Kunststoffklubs in der Galerie am Heizhaus (Hans – Poeche – Straße 2 im Grafischen Hof).

Roman Israel liest am 14.03. ab 14:00 Uhr bei der Buchvorstellung der Anthologie “Stadtgeschehen bei Mischwetter” direkt auf der Messe (Stand Nr. G 500 / Halle 3).

Rauchverbot fordert erstes Todesopfer!

Der Russlanddeutsche Andreas K. hatte eben die Leipziger Diskothek “Mia’s” verlassen, um sich eine Zigarette anzuzünden, als ihn ein tödlicher Schuss in den Kopf traf. Der Unbeteiligte wurde damit Opfer einer Massenschlägerei, die in der Nacht zum Sonnabend in der Leipziger Innenstadt tobte. Medienberichten zufolge war ein seit längerer Zeit schwelender Streit zwischen Türstehern von Security-Firmen und “Ausländern” (sprich: Aaaaoooouuuuzzzlendrn) eskaliert: Etwa 50 “Ausländer” hatten versucht, in die Diskothek “Schauhaus” einzudringen und Sicherheitsleute angegriffen – beide Gruppen attackierten im Anschluss die Polizei und zogen randalierend durch die Innenstadt.

Die Leipziger Türsteher sind ja dafür bekannt, Nicht-Ariern gerne den Einlass zu verwehren. Aber sind denn diese Bumsklubs so verlockend, dass man sich mit Gewalt den Zugang verschaffen will? Vielleicht ging’s aber auch einfach um Hahnenkämpfe im Drogengeschäft? Klärt uns auf, ihr Kenner der Stadt Leipzig, was in der sächsischen Bronx so vor sich geht! (Die Sicht der Security-Firmen kann man hier nachlesen.)

Geile News vom MDR!

Eine Spitzenneuigkeit erreicht die Welt soeben aus Leipzig. Der Verwaltungsrat des Mitteldeutschen Rundfunks hat – natürlich einstimmig – beschlossen, dem zuständigen Rundfunkrat vorzuschlagen, den Vertrag mit dem Intendanten Udo Reiter ein weiteres Mal zu verlängern. Damit kann Udo Reiter nach dem Ende seines derzeitigen Vertrages am 30. Juni 2009 voraussichtlich weitere sechs Jahre amtieren. Er ist seit 1991 MDR-Intendant und wird dies dann am Ende seiner Amtszeit vermutlich 25 Jahre gewesen sein – mindestens! Der Mitteldeutsche Rundfunk bleibt somit auch weiterhin verlässlich auf seinem Kurs als intelligentestes und innovativstes deutsches Fernsehprogramm. Nichts wie ran an den Volksempfänger!

Rückblick: Sax Royal am 14. und 15. Februar

Auf Grund einer München-Reise, über die Julius hier demnächst berichten wird, folgt erst jetzt ein wenig verspätet der Rückblick auf unsere Auftritte in der letzten Woche >>> Continue reading Rückblick: Sax Royal am 14. und 15. Februar…

Uni-Städte-Battle in Leipzig – Kleiner Blick über die Schulter!

Im Grunde genommen fällt mir dazu nichts ein. Tom, der Organisator des heute zu Ende gehenden Stura-Festes StuRa cultura hatte angefragt, ob man denn nicht etwas mit Poetry machen könnte. Da es in Leipzig keine ausreichende Kiste mit verfügbaren und vor allem konstant guten Slammern und Slammerinnen gibt (oder belehrt mich eines Besseren!), dachte ich mir, ein paar Leute einzuladen sei nicht das Schlechteste. So kam die Idee auf, einen Dreikampf zwischen Leipzig, Hannover und Dresden zu machen, da mir die Kombination eine Vielfalt zu versprechen schien (Raps von Tobi Kunze, Politisches von Egge, Dramatisches von Roman und Kluges von Micha sowie natürlich weltstädtische Größe von Kurt Mondaugen und mir…). Die Idee wurde umgesetzt, der Tag konnte kommen (am 7.7.).

Frühs (für alle Westdeutschen: Früh) sagten mir die Wessis (für alle Westdeutschen: Hannoveraner) ab, weil einer der beiden krank geworden war (Gute Besserung!), weswegen wir nunmehr zu viert die enthusiasmierte Meute bespielen mussten. Beim sogenannten Reading Day auf dem Dach der Moritzbastei lasen außer uns Studierende des DLL (von welchen Micha und die drei anwesenden Zuschauer etwas enttäuscht waren), eine Gruppierung namens Kunststoffclub (Hauke von Grimm usw.) und die Gewinner des Schreibwettbewerb des Sturas. Zudem sollte 22 Uhr Clemens Meyer lesen, der allerdings wieder ging, weil kein Zuschauer da war.

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Beim Poetry Slam in Leipzig

Gestern besuchte ich nach einer – mir jetzt selbst nicht mehr nachvollziehbaren – mehr als einjährigen Pause mal wieder den livelyriX Poetry Slam in Leipzig. Den gibt’s bekanntlich schon länger als unsere Dresdner Schwesterveranstaltung und in der Frühphase unseres Poetry Slams im Studentenclub Bärenzwinger (die Älteren werden sich erinnern) leisteten oft Leipziger Poeten bei uns Entwicklungshilfe. Ich war neugierig, wie sich die Veranstaltung wohl in der Zwischenzeit entwickelt haben würde – und kann nur sagen: zum allerbesten.

Immer eine Reise wert ist eigentlich schon der Regionalexpress “SAXONIA” zwischen Dresden und Leipzig. Ich teilte mir ein Sachsen-Ticket mit einem jungen Franzosen, der ein freiwilliges soziales Jahr in Weimar absolviert. Ich kramte mein schlechtes Französisch hervor, um ihm mitzuteilen, dass ich schon mal Paris besucht hatte. Er sagte mir in gutem Deutsch, er sei noch nie in Paris gewesen. In der Etage unter uns stimmte während der Fahrt derweil eine uniformierte und alkoholisierte Fußballmannschaft einen (ja, nur einen) Gesang an: Zur Melodie von Yellow Submarine, “Wir ham alle Stadionverbot, Stadionverbot, Stadionverbot …” Glückwunsch und Beileid an alle, die musikalisch genug sind, um jetzt im Kopf mitzusingen.

Beim Veranstaltungsort Ilses Erika angekommen, setzte ich mich zunächst mit einem Bier und einer Currywurst in den angeschlossenen Biergarten, wo mein Freund und Kollege Julius Fischer seit neuestem als Barkraft seinen Charme in Trinkgeld umsetzt. Es war sein zweiter Arbeitstag und er machte seine Sache schon sehr professionell. Nach Spätshopverkäufer Stefan nun also der zweite Royalist, der sein Geld mit dem Verkauf von Alkohol verdient. Der Poetry Slam selbst war dank eines durchaus kritischen, aber gleichzeitig sehr begeisterungsfähigen Publikums eine wunderbare Sache. Sehr positiv fiel mir auch die Moderation von “Matze” Spengler auf, der souverän und mit trockenem Humor durch den Abend führte. Bei einem Poeten blitzte auch mal wieder die Unberechenbarkeit auf, die den Poetry Slam so eigenwillig macht: Ein Hobbypoet aus Leipzig-Grünau begnügte sich nicht mit dem Vortrag von humoristisch gemeinter Lyrik, sondern begann auf Zuruf damit, sich auszuziehen. Nach seinem Auftritt verbarrikadierte er sich dann eine Weile im Backstage-Raum und brüllte wüste Verwünschungen. Ich lasse seinen Namen mal weg, denn ich habe Angst, dass er meine Adresse herausfindet und mir den Kopf abschneidet. Kein Scheiß. Gewonnen hat übrigens (vor meiner Wenigkeit und Nadja Schlüter) eine junge Debütantin mit sehr lyrischen und ernsthaften Texten, ich glaube sie hieß Maren, die sich leider mit ihrem Siegersekt sofort aus dem Staub machte. Julius und ich ließen den Abend … wie soll man sagen … ausklingen bei einer Flasche Bourbon.

Es ist wieder Uni!

Jawohl, ich befinde mich in einem nahezu unmenschlichen Zustand zwischen den Stühlen Semesterferien und Semester, es ist kurz nach neun, die Unibibliothek öffnete ihre weichen Pforten nur mir zu Liebe und ich bin schon eine Weile wach. Seit um 3 saß ich im geisteswissenschaftlichen Zentrum der Uni Leipzig und erwartete trunken (schlaf und freunde) die Einschreibung in die Mittelalterseminare. Es ist wahrhaftig beeindruckend, wie Menschen, die noch im einen Moment friedfertig schlafend auf dem Boden liegen, sich im nächsten Moment mit voller Wucht gegen einen drücken, weil sie in den Einschreiberaum zu Frau Jäger wollen. Und die ist heiß, aber das ist nicht der Grund, der Grund sind Seminare über das Vogtland im Mittelalter und die Mätressen des (zu Unrecht) aus dem kollektiven Gedächtnis verschwundenen Königs Konrad III. Und dann stehen wir da (Tempuswechsel zur Erhöhung der Spannung!) und mein Gesicht drückt sich gegen die orangene Tür, aber ich komme nicht rein von schräg links, denn ein Keil treibt pflockartig von hinten Mitte nach vorn, um alles an der Seite liegende zu verdrängen. Man verliert sein Gesicht und muss sich die ganze Zeit von Kommilitonen zerquatschen lassen -Ach Julius, da biste aber auf verlorenem Posten, haha!- die einmal mit einem bei einer Vorlesung in der gleichen Reihe gesessen haben.

Durch geschicktes Umgreifen und den richtigen Satz im richtigen Moment – “So, jetzt gehen alle mal einen Schritt zurück, damit die, die schon fertig sind raus können ausm Raum!” – katapultiere ich mich an den Anfang der Schlange. Ich bin die Spitze des Schwertes. Der Studentenschaft, der dummen. Dieses Gefühl ist besser als der Hass gegenüber den Leuten, die erst um 7 gekommen sind und trotzdem wieder eher im Raum drin waren als ich. Keine Ahnung, welche geheime Macht sie treibt.

So. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines Sitzplatzes in Prof. Eberhardts Hauptseminar zur Krise des Spätmittelalters. Prof. Eberhardt ist noch so ein richtiger Wissenschaftler mit Rauschebart und nikotingelb verfärbtem Kaiser-Wilhelm. In seinen Vorlesungen verbraucht er ein Drittel der Zeit, um Sekundärliteratur anzuschreiben. Der kennt das Wort Polylux nur ausm ZDF. Aber nett ist er. Was ich mir von dem Seminarplatz kaufen kann, warum Julia echt nett ist, trotzdem sie aus Franken kommt und warum alle Leute Volki (Niedlicher Mini-Mensch) hassen, erzähle ich ein andermal. Jetzt gehe ich schlafen.

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