Endlich ist die von vielen Menschen lang ersehnte erste CD von Max Rademann erschienen. Sie trägt den schönen Titel Hey Hey Heiko Hey, wurde von Jochen Barkas produziert und enthält sämtliche Hits, die Max jemals seiner elektrischen Orgel entlockte. Eine Reihe von Gastmusikern, darunter The Fuck Hornisschen Orchestra, bereichern die Arrangements. Kein gesund empfindender Mensch kann diese Platte anhören, ohne nachher tagelang die Melodien von Klassikern wie Jessica, Hero Taxi Driver oder Scheiße, der Rademann zu summen. Wer das Glück hat, nicht in Dresden zu wohnen, aber mithin auch das Unglück, die CD nicht vor Ort kaufen zu können, der kann sie jetzt auch aus der Ferne bestellen – und zwar über den Store des tollen Labels Kumpels & Friends Records. Greift zu, die Auflage ist streng limitiert!
Royalist Julius Fischer und Christian Meyer, die die legendäre Band The Fuck Hornisschen Orchestra bilden, sind für den Publikumspreis des renommierten Prix Pantheon nominiert. Wenn ihr den beiden den Sieg gönnt, dann solltet ihr ihnen schleunigst hier im Internet eure Stimme schenken. Ob sie dessen auch würdig sind, könnt ihr beim Anschauen dieses Mitschnitts eruieren:
Folgendes exzellente Musikvideo einer hoffnungsvollen Nachwuchsband namens setting moon mit dem Titel the sun was shining weckt große Erwartungen für die Zukunft:
Am heutigen Dienstag, den 03. Mai, präsentiert Royalist Max Rademann zum dritten Mal den musikalischen “Dienstagssalon” in Hellerau, dem Europäischen Zentrum der Künste. Zu Gast ist diesmal das Anne Munka Quartett mit verspieltem Jazz. Los gehts um 20 Uhr im wunderbaren Nancy-Spiro-Saal. Der Eintritt kostet an der Abendkasse lächerliche 6 Euro.
Jahre liegt es zurück, in einer Zeit, als ein Tonträger namens Kassette noch mit aller Selbstverständlichkeit im alltäglichen Leben seinen Gebrauch fand. Es war die glückliche Ära, in welcher man der Angebeteten noch unter nicht geringem Aufwand ein Mixtape zusammenstellte. Übrigens ein tausendfach romantischeres Phänomen als schlicht eine schnöde CD mit Lieblingsliedern zusammenzustellen und dann auf den “Brennen”-Button zu drücken. Nein, das Mixtape zu kreieren bedeutete Arbeit in Echtzeit und war schon deshalb jedes Mal etwas ganz Besonderes.
Irgendwann jedenfalls, eben in diesen Tagen, als jeder von uns noch so lange vor- und zurückspulen musste, bis der gewünschte Titel gefunden ward, da spielte man mir ein Tape zu, das mich bis heute nachhaltig beeinflussen sollte.
Es handelte sich dabei um – grob formuliert – äthiopischen Funk der Jahre 1969 – 1974. Diese Musik steht in Sachen Groove allen amerikanischen Soul- und Funkkünstlern dieser Zeit in nichts nach. Im Gegenteil, gerade die Gesangseinlagen sind derartig “besonders”, dass diese Musik auch noch einen ganz eigenen Reiz entwickelt. Man findet da Stücke die Balladenhaft das Ohr verwöhnen, aber noch schöner ist es, wenn es “Sexmachine-mäßig” nach vorne geht. Im Prinzip muss ich da mit Alltagsfloskeln kurz ins Ausrasten geraten, denn musiktheoretische Diskurse liegen mir eh fern: Es ist der heisseste Shit, einfach schweinigst geilest!!!
Um jetzt die Kurve zu kriegen, dieses Tape habe ich gehütet wie einen Schatz und dennoch irgendwie eingebüßt. Es blieb nur die traurige Erinnerung an jene ganz besonderen musikalischen Perlen. Ich befürchtete nie wieder oder nur durch glückliche Fügung des Schicksals je wieder mit dieser Musik in Berührung zu kommen. Doch dann dies:
Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe allerfeinster Compilations auf denen dieses Zeitalter der äthiopischen Soul, Funk und Jazzgeschichte veröffentlicht ist. Unter www.budamusique.com zu finden.
Ich halte soeben einen Tonträger mit dem Namen “Ethiopiques Swinging Addis 1969 – 1974 Vol. 8″ in den Händen und strahle über´s ganze Gesicht. “Es is ä Traam”, wie wir im Erzgebirge zu sagen pflegen und es lohnt sich unbedingt diesen großartigen äthiopischen Musikern Gehör zu schenken.
Und wenn wir schon dabei sind, beim Thema Musik ins Schwärmen zu geraten: Am morgigen Dienstagabend wird es erneut im Scheunecafé eine “Feine Nachtmusik” geben. Es werden zwar keine afrikanischen Klänge zu hören sein, aber ich bin mir sicher, dass mein Gast DJ Perle (Kursoundz) auch sehr edle Scheiben auflegen wird. Nach seinen Worten gibt es “musikalische Erkenntnisse der letzte 40 Jahre” zu hören, aus den Bereichen World / Art-Rock / Chanson / Jazz / Dub. Und seien wir doch mal ehrlich, letztendlich alles Musik deren Wiege ebenso in Afrika liegt. “Rademanns Feine Nachtmusik”, 05.04., 22 Uhr, Scheunecafé
Wow, es geht schon in Runde 4! Auch morgen Abend wird auf den Plattentellern wieder feinster Ohrenschmaus serviert. In einem geschätzten hundert Gänge Menü arbeiten wir uns von einem groovenden Aperitif, über eine funky Vorspeise bis hin zum Dancefloor tauglichem Hauptgang und hören erst auf, wenn eine entsprechende Nachspeise vertilgt wurde.
Diesmal werden wir einen Abstecher in mehr oder weniger elektronische Gefilde wagen. Schauen nach den Wurzeln von House und Disco, werden aber gleichsam das Genre des so genannten Trip Hop beleuchten.
Ich bin gespannt was mein Kumpan und Plattensammler “Lauge” dabei so präsentieren wird. Ich jedenfalls, habe unter anderem Moloko, Massiv Attack und 4 Hero im Gepäck. Aber ich werde nicht umhin kommen auch morgen einiges an Raw Funk aufzulegen.
Überdies wird es interessant wenn Monsieur “Lauge” von wilden Schuldiskoparty´s im Erzgebirge berichtet.
Feinstes Amüsement mit dem entsprechenden Soundtrack. Wir freuen uns.
Bereits zum dritten Mal wird heute Abend die “Feine Nachtmusik” im Scheunecafé stattfinden. Ein kleines aber ebenso feines Schmankerl in Sachen Schallplattenunterhaltung. Die Besucher werden akustisch verwöhnt, wobei sie sich an der reichhaltigen Auswahl feinster Getränke laben können.
Auch heute Abend wird dazu wieder ein geladener Gast die Perlen seiner Plattensammlung präsentieren. Diesmal handelt es sich bei jener Person um Robert König aka. DJ Soulfella, der seine liebsten Jazzplatten mitbringen wird. Dabei werden von heissen Samba Rhythmen bis hin zu groovigen Tunes des Modern Jazz sämtliche Platten auf den Tellern heisslaufen.
Das Rademännl wir es sich ebenso nicht nehmen lassen einige seiner liebsten Stücke zu spielen. Wonnevoll geben wir uns erneut dem wunderbaren Phänomen der geschmackvollen Unterhaltungsmusik hin und preisen das schwarze Gold namens Vinyl.
Tonight. 22 Uhr. Scheunecafé.
Am Freitag steigt in der Scheunenicht nur ein gewöhnliches Konzert der fabelhaften Band The Fuck Hornisschen Orchestra, mehr noch: Der Abend wird, wenn alles klappt, auf DVD gebannt und dann im Verlag Voland & Quist erscheinen, um den Zauber dieses musikalisch-komödiantischen Phänomens für die Nachwelt festzuhalten. The Fuck Hornisschen Orchestra, das sind: Julius Fischer, der erfolgreiche Poetry Slammer, Liedermacher und Autor der Lesebühne Sax Royal sowie Christian Meyer, Sänger, Ausdruckstänzer und Rampensau im Namen des Herrn. Zu hören gibt es die Summe all ihrer Ohrwürmer über Wälder, Fohlen und vorbeifahrende Straßenbahnen, wie immer vorgetragen in einer Show mit dem bittersüßen Aroma der Anarchie.
The Fuck Hornisschen Orchestra | Freitag | 05. November | 21:00 Uhr (Einlass ab 20:00 Uhr) | Scheune | VVK 5 Euro AK 8 Euro
Nicht nur weil ein guter Freund mir berichtete, dass er in Japan Dörrfleisch an Rehe verfüttert habe, oder dass im Land der aufgehenden Sonne Dildos, welche der Hand eines Rockstars nachempfunden sind, im Warenregal direkt neben dem Kinderspielzeug stehen, sondern auch weil die japanische Musiklandschaft vor herausragender Bands nur so strotzt, muss ich dies jetzt loswerden.
Es war bereits am Sonntag in der Groovestation, als ich die legendäre Noise-Rock Kapelle (so nennt man diese Musikrichtung wohl im Fachjargon) Melt Banana aus Tokyo erleben durfte. Ein Gedicht! Wenn auch ein lautes, gekreischtes. Und weil die Begeisterung über dieses grandiose Konzert in mir heute immer noch nicht verhallt ist, muss ich diesem Abend einfach an dieser Stelle ein paar Zeilen widmen.
Das man mit soviel Präzision und Leidenschaft drauflos prügeln kann,… mir fehlen die Worte. Zudem ist es immer wieder ein Erlebnis, wenn relativ zierliche Frauen den Bass schruppen. Oh Gott war das FETT, wie diese kleine Person ihre Riffs runterspielte. Mir war permanent wie kreischen. Völlig unaffektiert bearbeitete sie ihr Instrument mit absoluter Professionalität. Natürlich war dabei stets der Verzerrer an.
Ebenso faszinierend: das Heraustreten der Halsschlagader von Frontfrau YaKo, wenn sie ihre Vocals in den Äther schmetterte. Energie pur.
Auch die beiden Herren an Gitarre und Schlagzeug – absolute Souveränität. Rätselhaft, wie der Schlagzeuger einfach nicht ins Schwitzen kommen wollte. Die sind schon irgendwie anders als wir, die Japaner.
Leider stand ich, meines fortgeschrittenen Alters gemäß, seitlich zur Bühne, obgleich ich mir gerne im Inferno des nicht zu kurzkommenden Pogo fast gerne mal wieder eine blutende Nase geholt hätte. Wie früher (ach ja).
Ich bin jedenfalls gleichermaßen erstaunt und erfreut über die Tatsache, dass ich mich doch noch für musikalische Ausschweifungen jenseits von Funk und Soul begeistern kann. Endlich mal wieder ein Livekonzert bei dem es ordentlich geraucht hat. Ich werde noch eine ganze Weile in stiller Demut davon zehren. Danke Japan. Danke Melt Banana.