Dialog zweier Liebender am Meer
“Komm, lass uns gemeinsam runter zum Wasser gehen!”
“Ach, wollen wir nicht auf die Flut warten? Dann kommt es uns doch von alleine entgegen.”
“Komm, lass uns gemeinsam runter zum Wasser gehen!”
“Ach, wollen wir nicht auf die Flut warten? Dann kommt es uns doch von alleine entgegen.”
Unser lieber Kollege Jens Rosemann, gemeinsam mit Max verantwortlich für die legendäre Reihe “Peschi & Poschi”, hat mit dem folgenden Animationsfilm Ozean aus Lust beim Wettbewerb Dogs, Bones and Catering teilgenommen. Viel Spaß:
Ozean aus Lust from Kumpels & Friends on Vimeo.
Anlässlich der aktuellen Debatte um Polyamorie hier alles, was jemals zu diesem Thema hätte gesagt werden sollen:
“Der Mensch hat drei Möglichkeiten. Er kann seine Sexualität promisk ausleben und sich wilde Abwechslung gönnen. Er kann auch in monogamer Partnerschaft leben. Ebenso kann er auf eine Ausübung der Sexualität verzichten. Alle drei Möglichkeiten sind richtig und gut. Und, ganz wichtig zu wissen: Allen drei Möglichkeiten wohnt das exakt gleiche Potential inne, entweder glücklich oder unglücklich zu sein.”
(Max Goldt: Ein Buch namens Zimbo. Berlin: Rowohlt, 2009, S.44)
Eine neue Rubrik im Blog: Max Rademann klärt in seiner Eigenschaft als Philosoph und Weltweiser die großen Fragen, die uns alle bewegen. Heute: Max Rademann erklärt, was Liebe ist.
“Liebe besteht – in männlicher Sicht – aus drei Elementen:
- Zunächst einmal muss man ein Verhältnis zu einer Frau haben, das dem der besten Freundschaft gleichkommt. Es muss ein Verständnis herrschen, das dem mit dem besten Freund in nichts nachsteht.
- Sodann muss die erotische Anziehung hinzukommen. Die beiden Liebenden müssen einander körperlich begehren.
- Es muss nun aber als drittes Element etwas hinzutreten, was die Liebe von der Freundschaft, selbst einer mit erotischem Anteil, unterscheidet: Die beiden Liebenden müssen sich miteinander streiten können, in einer Heftigkeit, die keine Freundschaft vertrüge, und sich dennoch wieder versöhnen können. Erst in dieser Fähigkeit des Streits tritt der wesenhafte Unterschied zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit hervor. Erst der Streit verhindert, das eine Beziehung in die Ödnis völliger Gleichheit versinkt.”
(aufgezeichnet gestern gegen 1 Uhr)
Am kommenden Sonnabend, den 20. März, gibt es in Dresden ein Projekt zu erleben, das eine interessante Mischung aus Kunstinstallation und Wissensvermittlung zu werden verspricht. Der “Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen” gastiert in Dresden, genauer gesagt im Kleinen Haus des Staatsschauspiels. 100 Experten stehen bereit, um interessierten Zuhörern Kostbares aus ihrem Schatz an Erfahrungen und Erkenntnissen zu erzählen – das weit gefasste Thema lautet “Das Andere der Vernunft. Zeitgenössische Spekulationen zum Romantischen”. Unter den Experten finden sich so illustre Dresdner Persönlichkeiten wie die Chanteuse Annamateur, der Kultursoziologe Karl-Siegbert Rehberg oder der Buchhändler Jörg Stübing. Man kann sie für einen Euro eine halbe Stunde lang mieten oder den Gesprächen über Kopfhörer lauschen. Ich werde übrigens auf Wunsch etwas über die Erfindung der modernen Liebe in der Frühromantik erzählen.
… spielt sich zur Zeit um den neuen Roman “Doktorspiele” unseres geschätzten Kollegen Jaromir Konecny ab.
Weil in dem Jugendbuch überraschenderweise Sex vorkommt und mit Vokabeln bezeichnet wird, die dem Thema entsprechen, haben zahlreiche Schulen in einer Lawine der sexuellen Korrektheit den schon eingeladenen Autor wieder ausgeladen. Offenbar hatte man das Buch vorher gar nicht erst gelesen. Besonders amüsant ist folgende Nachricht:
“In Dresden fanden sich erst gar keine Schulen, die den Autor lesen lassen wollten, zu pikant war ihnen das Thema Sex.”
Aus Protest gegen diese Art beschämender Zensur rufe ich hier an dieser Stelle mit größtem Nachdruck aus: Pimmel, Möse, ficken, Muschi, Ständer, Arsch, Titten!
“Die soziologisch geformte seelische Struktur der Frau findet unter anderem auch in ihrer Sprache, welche der Frauenarzt in besonderem Maße kennen und berücksichtigen muß, ihren Niederschlag. Um das Charakteristische der weiblichen Ausdrucksweise zu markieren, sei – so wenig seriös und wissenschaftlich es auch erscheinen mag – an dieser Stelle ein kleines Feuilleton eingeblendet, weil hiermit das Gemeinte am besten veranschaulicht werden kann. [...]
Sonntagmorgen -
Der Frühstückstisch ist appetitlich gedeckt.
Der Herr des Hauses sitzt ohne Krawatte, in Pantoffeln, noch unrasiert auf seinem Platz und liest den politischen Leitartikel.
Die Hausfrau trägt eine neue Frisur und ein frischgeplättetes Kleid. Ihre ganze Erscheinung strahlt Lebensfreude und Frohsinn aus. Während sie ihm erneut Kaffee einschenkt, sagt sie lächelnd: “Lesen beim Frühstück ist ungesund.”
Er murmelt erstaunt: “Wieso?” – und liest ungerührt weiter.
Einem aufmerksamen Beobachter erscheinen auf beider Stirnen Wölkchen des Unmuts. Und richtig: Binnen fünf Minuten ist der schönste Krach im Gange über – irgend etwas.
Was liegt hier vor?
Ein sprachliches Mißverständnis.
In der Sprache des Mannes übersetzt bedeuten die Worte der Frau ungefähr folgendes: “Ich wünsche, daß Du Dich mit mir unterhältst und mir ein Kompliment über meine neue Frisur machst. Wenn Du jetzt nicht sofort die Zeitung weglegst, kannst Du was erleben!”
Im verborgenen meint sie jedoch: “Als Bräutigam kamst Du nie so salopp gekleidet und unrasiert zu mir. Auch beachtetest Du mein Äußeres mit deutlichem Wohlgefallen. Unter vielem anderem habe ich Dich einst auch auf Grund dieser Deiner liebenswerten Eigenschaften geheiratet. Nunmehr glaubst Du an die Wichtigkeit des Ehevertrages, hältst aber selbst einen Teil der Bedingungen nicht mehr ein. Denn inzwischen bist Du blind dafür geworden, daß ich eine Frau bin, daß ich mich nach wie vor deinetwegen schön mache und jetzt zum Beispiel meine Frisur geändert habe, um Dir immer wieder aufs neue zu gefallen. Liebst Du mich nicht mehr?”
Mit der Frage: “Wieso?” gibt der Mann zu erkennen, daß er an dem Wortlaut des Gesagten klebt, ohne das Gemeinte auch nur annähernd zu erahnen. Er ist offensichtlich nicht in der Lage zu erfassen, daß ein Mißverstehen seinerseits in Form der Enttäuschung und des darauffolgenden Ärgers wirklich gesundheitsschädliche Folgen haben kann.
So geht es den meisten Männern. Umgekehrt sind die wenigsten Frauen in der Lage, sich in einer dem Manne verständlichen Sprache auszudrücken.
(Dr. med. Eberhard Schätzing: Die verstandene Frau. Ärztliche Seelenführung der Frau in Not [1952])
Einst freylich, glaubte ich, die Treulosigkeit der Frauen sey das Schrecklichste, und um dann das Schrecklichste zu sagen, nannte ich sie Schlangen. Aber, ach! jetzt weiß ich, das Schrecklichste ist, daß sie nicht ganz Schlangen sind; denn die Schlangen können jedes Jahr die alte Haut von sich abstreifen und neugehäutet sich verjüngen.
Heinrich Heine: Die Bäder von Lukka
Powered by WordPress. Feeds für Beiträge und Kommentare.