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	<title>sax royal &#187; Stadt zum Hassen</title>
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		<title>Wanderer, kommst du nach Ha&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 12:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stadt zum Hassen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist wieder an der Zeit, eine Stadt zu hassen, wie sie so noch nie gehasst worden ist. Ich bin aufgeladen wie mein Laptop, dass bedeutet, ich werde in kurzer Zeit sehr viel Energie verbrauchen und dann ausgehen. Ich bin sauer, weil ich gestern nur zweiter beim Poetry Slam in der Rosenau in Stuttgart geworden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wieder an der Zeit, eine Stadt zu hassen, wie sie so noch nie gehasst worden ist. Ich bin aufgeladen wie mein Laptop, dass bedeutet, ich werde in kurzer Zeit sehr viel Energie verbrauchen und dann ausgehen. Ich bin sauer, weil ich gestern nur zweiter beim Poetry Slam in der Rosenau in Stuttgart geworden bin. Or N&#228;i (Oh nein). Jetzt fragt ihr euch sicher, ob ich Stuttgart hasse, aber nein. Heute hasse ich, denn das mit Stuttgart ist noch viel zu frisch, heute hasse ich HAGEN.</p>
<p>Hagen liegt im s&#252;dwestlichen Pott, datt hei&#223;t, die Leeeute reden, wie die Leute im Pott eben reden. Was an sich ja sympathisch ist, ger&#228;t in Hagen au&#223;er Kontrolle. Von allem, was eine Stadt zu viel oder zu wenig haben kann, hat Hagen gerade so viel, dass es, ach was. Ich red nicht l&#228;nger drum herum.</p>
<p>Hagen ist grau.  Hagen ist so grau, dass man das vom Mond aus sehen kann. Hagen ist vom Mond aus gesehen sozusagen ein &#228;h grauer Krater. Und hier kann man vielleicht die Verbindung zwischen Hagen und Stuttgart anbringen. Beide sind schei&#223;e h&#252;gelig. Stuttgart ist auch grau, aber zumindest gibt es hier eine Otto-Dix-Sondersammlung.</p>
<p>Wenn es jemals in Hagen Sch&#246;nheit gab, dann aus Versehen. Hagen ist eine von den St&#228;dten, von denen ich immer dachte, sie existieren nur in meiner Phantasie, St&#228;dte n&#228;mlich, wo auf den Sehensw&#252;rdigkeitens-Postkarten das &#246;rtliche Amtsgericht oder irgendein B&#252;rogeb&#228;ude mit Blumenk&#252;beln abgebildet sind. Aber es gibt sie, fahrt nach Euskirchen, Essen oder Erlangen.  Um einen Eindruck von der Trostlosigkeit Hagens zu vermitteln, hier der einladende Begr&#252;&#223;ungsspruch der Netzvertretung:</p>
<p>&#8220;Sicher wird es Ihnen hier gefallen, denn das mittlerweile 250 Jahre alte Hagen in Westfalen ist stets jung und dabei ausgesprochen lebens- und liebenswert geblieben. Um Hagen zu entdecken, gibt es viele Angebote. Kommen Sie zu uns und lassen Sie sich davon &#252;berzeugen, dass f&#252;r Hagen gilt: <strong>Als G&#228;ste kommen &#8211; Als Freunde gehen!&#8221;</strong><span id="more-394"></span></p>
<p>H&#228;? Wo ist da der Gegensatz? M&#252;sste es nicht hei&#223;en: &#8220;Als G&#228;ste kommen &#8211; Als Einwohner gehen!&#8221; oder  &#8220;Als Feinde kommen &#8211; Als Freunde gehen!&#8221; Naja, da wollen wir mal nicht so pingelig sein, es gibt immer noch genug Leute, die auf diesen Spruch reinfallen und nach Hagen fahren und (!) dort bleiben. Die Einwohner von Hagen haben Hagen verdient.</p>
<p>Aber hat Hagen so viele Einwohner verdient? Und vor allem, wo sind die? An einem Freitag Abend, so gegen 18 Uhr, da muss doch was los sein am Bahnhof, da muss doch irgendwas passieren, muss es brummen bei McDonalds, die Verk&#228;ufer dort d&#252;rfen eigentlich keine Minute frei denken k&#246;nnen, liebe Hagener. Wo zur H&#246;lle wart ihr? Ihr seid 200.000! Bei der Veranstaltung, die ich zu besuchen die Ehre hatte, waren sie jedenfalls nicht. Also es war nicht leer, aber es hat mir auch nicht die Schuhe ausgezogen. Vielleicht waren die alle schon in den Weihnachtsferien.</p>
<p>Ich k&#246;nnte noch viel &#252;ber Hagen schreiben, die ber&#252;hmte Fernuniversit&#228;t, das Volme-Einkaufszentrum am Friedrich-Ebert-Platz (mit original Rathausturm), die Entwicklung der Stadt in der fr&#252;hen Neuzeit, aber ich habe keine Lust. Soviel Energie f&#252;r Hagen? Nein. Aber eine kleine Anekdote sei mir noch gestattet: Nach der Veranstaltung (Slam mit Ruppel, Koslowsky und Schuster) wurde noch bis in die Morgenstunden eifrig gekickert. Dazu muss man sagen, ich war irgendwann zu nichts mehr in der Lage und beleidigte Frauen bzw. h&#246;rte zu bzw. schickte sie nach Hause (drei absolute No-Gos, aber ich war schwach). Ein betrunkener Sozialarbeiter, der dort wohl immer zu sein schien, hatte in mir als Ostler und Fu&#223;ballfan den richtigen Gespr&#228;chspartner gefunden und kaute mir die Ohren ab. Irgendwann kamen wir auf Cottbus und er behauptete steif und fest, Cottbus l&#228;ge in Sachsen, wohingegen ich weiss, es liegt in Brandenburg. Er wollte es nicht wahr haben und befragte die anderen G&#228;ste zu diesem Tatbestand. Nach zwei Stunden pr&#228;sentierte er mir sehr stolz das Ergebnis: 14 zu zwei f&#252;r Sachsen. Er sah aus wie ein kleiner Junge, der das erste Mal in seinem Leben ein Tor beim Fussball geschossen hat, weswegen ich mir die Frage verkniff, was denn wohl das Ergebnis &#252;ber die Hagener so aussagt. Ach Ach.</p>
<p>Jetzt regnet es in Stuttgart. So ein Tag, an dem man sich zur&#252;ckziehen und ein wenig in einem Buch bl&#228;ttern m&#246;chte, vielleicht sogar im im Essener Verlag Beleke erschienenen Bildband &#8220;Lebendiges Hagen&#8221;, wo sich die vielen Perlen des Hagener Lebens und Stadtbildes perlengleich auff&#228;deln und Lust machen auf mehr.</p>
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		<title>Eine Stadt zum Hassen</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Dec 2007 15:30:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krise und Kritik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt zum Hassen]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe -nun ja- Freunde, Nachdem die weihnachtliche Heuchelei zusammen mit allem Schm&#252;ck-und Marktwerk aus den Fenstern und von den Pl&#228;tzen der L&#228;nder dieser Erde verschwindet, vor allem aber von hier, bin ich leider fast gl&#252;cklich. Es gib nichts, wor&#252;ber es sich noch aufzuregen lohnt. Das ist schrecklich! Deswegen erfinde ich eine neue Kategorie. Da die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe  -nun ja- Freunde,</p>
<p>Nachdem die weihnachtliche Heuchelei zusammen mit allem Schm&#252;ck-und Marktwerk aus den Fenstern und von den Pl&#228;tzen der L&#228;nder dieser Erde verschwindet, vor allem aber von hier, bin ich leider fast gl&#252;cklich. Es gib nichts, wor&#252;ber es sich noch aufzuregen lohnt. Das ist schrecklich! Deswegen erfinde ich eine neue Kategorie. Da die Kategorie, welche ich zuerst erfunden hatte: &#8220;Knickgeschichte der Woche&#8221; nur von mir durchgef&#252;hrt wurde, gestalten wir das diesmal etwas freier.</p>
<p>Jede Woche, oder aller zwei Wochen, hasse ich, hassen wir eine andere Stadt. Ich hasse per Text, ihr per Kommentar. Das liegt an den Urheberrechten. Sobald man eine Person angreift, selbst wenn sie dumm ist wie die Nacht im Schwarzwald schwarz, holt sie den Anwalt und man selbst sitzt im Kittchen. Eine Stadt hingegen merkt das gar nicht. Pfiffig, was? Dar&#252;ber hinaus ist es Literatur, ein Experiment, von welchem man immer noch behaupten k&#246;nne, es sei w&#228;hrend eines Fliegenpilzrausches vollzogen worden. Dadurch, dass sich hoffentlich viele daran beteiligen, wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Nun denn, wer fr&#252;h aufsteht, pisst wo es ihm beliebt. Fangen wir leicht an. Diese Woche hassen wir CHEMNITZ. Da wird ja jeder etwas zu sagen k&#246;nnen.<span id="more-387"></span></p>
<p>Von Chemnitz wei&#223; ich nicht viel, ich war selten da, ich kenne niemanden dort, ich kenne nur Leute, die finden, dass Chemnitz total schei&#223;e ist. Chemnitz hat weder eine Innenstadt, noch eine Au&#223;enstadt, Chemnitz hat keinen Reichstag und keine Semperoper, Chemnitz ist laaaangweilig. Chemnitz stinkt nach Fisch. Chemnitz hat einen kleinen Bruder, Kemnitz, einen Stadtteil von Dresden, haha.  Jeder der in Chemnitz wohnt, hat oder ist eine &#252;ble Krankheit. Chemnitz hat eine &#252;ble Vergangenheit und keine Zukunft. Chemnitz ist ein Nazi. Chemnitz ist das Marzahn Deutschlands, ach was, der Welt. Chemnitz ist so trist, dass dort schon seit Gr&#252;ndung der Stadt keine Chemnitz-Postkarten mehr gedruckt werden. Auf der Internetseite von Chemnitz kann man Bilder von Chemnitz als E-Mail-Postkarten verschicken (Link zur <a href="http://www.chemnitz.de/de/noflash.htm">&#8220;Bildermeile&#8221;</a>). Aber keiner in Chemnitz hat Internet, wie soll das gehen?  Ich k&#246;nnte ewig so weitermachen.</p>
<p>Jetzt geht es mir besser. Wer Lust hat, schreibe noch mehr &#252;ber Chemnitz. Dar&#252;ber hinaus werden gerne Vorschl&#228;ge zur Hassstadt der n&#228;chsten Woche entgegen genommen. Also, seid kreativ, seid b&#246;se, seid, wie ihr immer sein wolltet und euch nie zu sein trautet.</p>
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