Die weltweite Finanzkrise greift immer weiter um sich. Beinahe täglich erreichen uns neue Hiobsbotschaften aus aller Welt: Firmenpleiten, Bankschließungen, Staatsbankrotte. Da wir in Deutschland glücklicherweise keinen Kapitalismus, sondern eine soziale Marktwirtschaft haben, die von verantwortungsbewussten deutschen Kaufmännern geführt wird, geht es uns entschieden besser als den verrückten Amerikanern. Doch auch unser heiliges Vaterland bleibt leider nicht ganz verschont. In akute Finanzschwierigkeiten geraten ist jüngst ausgerechnet eine Institution, die auf eine bereits 45 Jahre währende, großartige Tradition zurückblicken kann. Sie ist aus Deutschland ebenso wenig wegzudenken wie das Sauerkraut, die Blutwurst und der Antisemitismus: die NPD. Der Vorstandsvorsitzende Udo Voigt (betriebsintern gelegentlich scherzhaft auch „Das Führerchen“ genannt) bestätigte Presseberichte, wonach der NPD die Zahlungsunfähigkeit droht. Ihre gesamte politische Existenz sei in Gefahr. Continue reading Finanzkrise fordert nächstes Opfer!…
Auf vielfachen Wunsch hier noch einmal mein Rap [gespr. Rapp] nach einer wahren Begebenheit…
Hey Leute ich erzähl euch ne geile Geschichte,
so ne Sache, die mir happened, ich erzähls indem ich dichte,
da mir Worte immer besser scheinen als die Fäuste,
also guck mich nich so an denn ich sag dir das bereuste.
Ich zerleg deine Fresse mit den kalten Argumenten
eines unzufriedenen Geschichtsstudenten,
das sind viele und ich muss nich mal Luft schnappen,
um die Büchse der Pandora aufzuklappen.
Ich war derbe am Besprechen eines dicken Referats,
es ging um Foucault den alten Racker und um Jürgen Habermas,
der Diskursbegriff und die ganze Scheiße mit den Wörtern
war von mir in feinstem Hochdeutsch zu erörtern.
Das Cafe im geisteswissenschaftlichen Zentrum,
da läuft der B.A. Philo neben dem angehenden Dr. dent rum,
war der Aufenthaltsort einer hitzigen Debatte,
die ich mit ner Kommilitonin hatte. Continue reading Immer wenn ich bestohlen werde, muss ich reimen!…
Mit leichter Verzögerung hier eine neue Hörprobe, diesmal von unserer letzten Lesebühne am 12. Februar 2009. Der Text stammt diesmal von Michael Bittner, einem Menschen, der mir persönlich auch als “iche” bekannt ist. Dank an Axel!
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Michael Bittner: “Witziges Weimar” (live bei Sax Royal, 12.02.2009, scheune)
Eine Qual der Wahl, welchen Text soll man von unserer Geburtstags-Lesebühne als Hörprobe auswählen? Hier erstmal eine Geschichte von Max, vielleicht später noch mehr. Gut, dass Axel wieder da war!
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Max Rademann: Eine Runde um den Zoo (live bei Sax Royal, 08.01.2009, scheune)
Mangels Axel sind wir leider nicht im Besitze eines Mitschnitts der Lesebühne im Dezember. Als Ersatz habe ich aber eine andere Aufnahme herausgekramt: Stefan las im Oktober nämlich fünf sehr schöne Herbstgedichte, die auch in geruhsamen Winternächten ihre Wirkung nicht verfehlen werden.
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Stefan Seyfarth: fünf Gedichte (live bei Sax Royal, 02.10.2008, scheune)
1. Meiden Sie den Osten!
2. Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen den Osten nicht meiden können, meiden Sie Kontakt mit Menschen aus dem Osten! Denken Sie daran: Umfragen ergeben, dass knapp 50 Prozent der Ostdeutschen der Meinung sind, dass zu viele Ausländer in Ostdeutschland leben. Angesichts der Tatsache, dass so gut wie keine Ausländer in Ostdeutschland leben, ergibt sich der Befund, dass die Hälfte der Ostdeutschen der Meinung ist, es sollten überhaupt keine Ausländer in Ostdeutschland leben. Führen Sie sich also vor Augen, dass jeder zweite Ostdeutsche, dem Sie auf der Straße begegnen, der Meinung ist, dass Sie gar nicht da sein sollten.
3. Wenn Sie aus irgendwelchen Gründen die Menschen in Ostdeutschland nicht meiden können, meiden Sie Orte, Zeiten und Personen in Ostdeutschland, die ein besonderes Gefahrenpotential darstellen.
4. Gefährliche Orte sind: Tankstellen, Regionalbahnen, Volksfeste, NPD-Bürgerbüros, Polizeidienststellen, Plattenbauviertel, der Sächsische Landtag, Kleinstädte, Großstädte und Sachsen-Anhalt. Ungefährliche Orte sind: Philosophieseminare, Asylbewerberheime.
5. Gefährliche Zeiten sind: nachts, der 13. Februar, der 20. April, der 26. April, 19:33 Uhr bis 19:45 Uhr. Ungefährliche Zeiten sind: die Jahre vor 1933.
6. Gefährliche Personen sind: Schnauzbartträger, Glatzenträger, Fahnenträger, Männer mit Hosenträgern, Männer mit weißen Schnürsenkeln, Männer überhaupt, Frauen, die wie Männer aussehen, Frauen mit Schnauzbärten, Betrunkene. Nicht gefährlich sind: Unbewaffnete Kinder, Patienten im Wachkoma, Touristen.
7. Um nicht in gefährliche Situationen zu geraten, meiden Sie Provokationen. Provokativ wirkt: Dunkelhäutigkeit, farbige Haare, Haare überhaupt, das Lesen von Büchern, das Sprechen von Fremdsprachen, das Sprechen von Hochdeutsch, der Aufenthalt in Ostdeutschland. Nicht provokativ wirkt: die Abwesenheit aus Ostdeutschland.
8. Sollten Sie sich in einer Gefahrensituation befinden, wenden Sie sich mit der Bitte um Hilfe an geeignete Personen. Nicht geeignet sind: Polizisten, Busfahrer, Studenten, Fans von Dynamo Dresden, Holger Apfel, ältere Frauen. Geeignete Personen sind: Rosa Luxemburg, Stefan Seyfarth.
9. Wenn Sie die obigen Hinweise beherzigen, werden Sie keine Probleme haben. Wenn Sie die obigen Hinweise beherzigen, werden außerdem die Nazis ihrem Ziel einer national befreiten Zone einen weiteren Schritt näher gekommen sein. Wenn Sie dies nicht möchten, ignorieren Sie die obigen Hinweise, machen Sie rüber und hauen Sie einfach jedem aufs Maul, der Ihnen in die Quere kommt.
10. Meiden Sie den Osten!
Mit ein wenig Verspätung hier die monatliche akustische Kostprobe unserer Lesebühne Sax Royal – diesmal aus dem November mit einer Geschichte von Autor, Cartoonist, Musiker und Universalgenie Max Rademann. Vielen Dank für die Aufnahme wieder an Axel.
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Max Rademann: “Die zwei Monchichis” (live bei Sax Royal, 13.11.2008, scheune)
Neunzig kluge und schöne Menschen lauschten unserer jüngsten Lesebühne am 02. Oktober. Für alle, die nicht dabei sein konnten, weil sie vielleicht die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit vorbereiteten, hier eine Hörprobe, diesmal mit einem Textchen von meiner Wenigkeit. Unser Dank gilt wieder Axel für seine Mühen beim Mitschnitt.
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Michael Bittner: thesenhaft zugespitzte Sprachkritik “Angela Merkel spricht deutsch” + sensationeller Hidden Track! (live bei Sax Royal, 02.10.2008, scheune)
Sehr schön gelang unsere Rückkehr aus der Sommerpause auf die Bühne der Scheune am 11. September. Dafür nochmals Dank an alle Zuschauer, die uns über den Sommer in – anscheindend guter – Erinnerung behalten haben. Akustisch noch einmal teilhaben könnt Ihr mit der folgenden Hörprobe, die diesmal Julius’ Beitrag aus der ersten Runde enthält. Dank an Axel!
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Julius Fischer: Kurzessay “Das Leben ist ein Ponyhof” (live bei Sax Royal, 11.09.2008, scheune)
Noch bis zum 27. April kann man sich von unserem Julius Fischer was vorlesen lassen – und zwar am Kieler Literaturtelefon! Die Geschichte “Aspekte der Tiefe 1″ garantiert dabei sehr tiefe Einblicke in das Seelenleben eines notorischen Frauenverstehers, von dem nicht wenige behaupten, er sei dem Autor des Prosastückes nicht unähnlich.
0431/9011156 lautet die Nummer, das Ganze lässt sich aber auch direkt auf der Homepage anhören.