(Vorläufige) Entwarnung

Ein militärischer Angriff auf den Bundestag in Berlin – höchst geschickt versuchen die islamistischen Terroristen, um Sympathie bei der deutschen Bevölkerung zu werben. Doch ich kann Entwarnung geben: Wie ich mit eigenen Augen sah, läuft der Alltag rund um den Reichstag, abgesehen von ein paar symbolischen Absperrgittern, ganz normal. Die jüngste, zufällig kurz nach dem CDU-Parteitag ausposaunte Terrorwarnung bleibt aber natürlich bestehen. Wäre doch gelacht, wenn sich nicht irgendwann doch ein Reichstagsbrand auftreiben ließe.

Wirkliche Gefahr geht hingegen von dem vom Chef Frank Castorf an der Volksbühne persönlich produzierten Stück Der Kaufmann von Berlin aus. Walter Mehrings „sehr schlechtes“ (Walter Mehring) Stück über einen profitgierigen Juden in der Weimarer Inflationsära ist nicht einmal provokant, sondern einfach kosmisch langweilig inszeniert. Nach drei Stunden, d.h. eine halbe Stunde vor Schluss, hielt selbst ich, bekannt als geduldigster Mensch der Welt, es nicht mehr aus und musste vorzeitig gehen. Mehr als die Hälfte des Publikums war schon schneller gewesen.

Im Radio hörte ich, man habe in Köthen ein verdächtiges Päckchen sprengen müssen. Wo sollte Al-Quaida auch sonst zuerst zuschlagen, wenn nicht in Köthen? Nun ja, hier in Dresden gab es heute Abend einen großen „Zapfenstreich an den Elbwiesen“ mit Mega-Checker-Guttenberg. Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Sax Royal in Magdeburg am Sonnabend

Am Sonnabend (22. Mai) kann sich, wer mag, zum Public Poetry Viewing ins Schauspiel des Theaters Magdeburg begeben: Die Lesebühne Sax Royal wird dort in der Reihe „Club der lebenden Dichter“ einen ihrer legendären Auftritte („Sie kamen, sie lasen, sie tranken“) hinlegen. Stefan Seyfarth, Max Rademann, Roman Israel, Julius Fischer und Michael Bittner lesen einige ihrer schönsten Geschichten und Gedichte und stellen damit gleichzeitig ihr frisch erschienenes Debütwerk mit dem Titel Sax Royal. Eine Lesebühne rechnet ab vor. Sollte sich zufällig schönes Wetter oder ein Fußballeuropapokalendspiel einstellen, sei daran erinnert: Die ganze Sache startet als „Nachtschicht“ nicht vor 21:30 Uhr. Also Leute, sagt Euren Magdeburger Tanten Bescheid!

P.S.: Hier die Auflösung zum dazu gehörigen Gewinnspiel. Laut Auskunft des Veranstalters betrug die Schnittmenge aus Fußballhassern, Lesebühnenfreunden und Magdeburgern: 26,5! (Eine Frau musste zeitiger weg.) Damit hat leider niemand die richtige Lösung gefunden … aber den Kopf nicht hängen lassen, das nächste Rätsel kommt bestimmt.

Theaterwarnung: Der Besuch der alten Dame

Voller Enthusiasmus für das gegenwärtige Theater betrat ich am vergangenen Sonntag das Kleine Haus des Dresdner Staatsschauspiels, um zu schauen, was da auch komme. Ich entschied mich für Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame – ohne weiter darauf zu achten, dass im Kleingedruckten von einer „Neubearbeitung von Armin Petras“ die Rede war. Dessen Namen hatte ich schon oft mal gehört, wenn von prominenten Vertretern des jüngeren deutschen Theaters die Rede war. Es gab nur noch Karten mit Sichtbehinderung, die ich dennoch freudig erwarb. Hätte es doch bloß nur noch Karten mit einhundertprozentiger Sicht- und Hörbehinderung gegeben!

Es ist dem Bearbeiter gelungen, das Stück in eine sprachlich platte, inhaltlich völlig überflüssige Nummernrevue zu verwandeln. Die alte Dame kommt jetzt aus dem Westen in ihre alte Heimat zuürck und bietet den Bewohnern einer nach dem „freundlichen Umschwung“ verarmten ostdeutschen Kleinstadt eine Milliarde, wenn sie ihren ehemaligen untreuen Geliebten umbringen. Das böse Geld korrumpiert natürlich die Leute! Statt Kapitalismuskritik gibts pseudo-politischen Phrasendresch, die Dialoge der Figuren sind mit ödestem Berlin-Mitte-Geschwalle angereichert. Ein Effekt nach dem anderen (Gesangseinlagen, fliegende Blätter, Videospielgeballer, unmotivierte Fickificki-Szenen, Kunstnebel, Windmaschine …) jagt über die Bühne – doch keiner kann das immer lauter werdende Gähnen des Publikums übertönen. Ein paar müde Anspielungen auf Dresden gibts auch noch, aber kein Rentner hat mehr die Kraft, empört den Saal zu verlassen. Trotz einer Handvoll Dauerbegeisterter im Publikum ist der schmale Applaus am Ende bestenfalls Zeugnis der Erleichterung.

Vor dem Besuch der Inszenierung muss ich dringend warnen. Geht lieber in die Italienische Nacht!

Theatertipp: Italienische Nacht

Im Kleinen Haus des Staatsschauspiels zu sehen gibt es das Volksstück Italienische Nacht von Ödön von Horváth, inszeniert von Tilmann Köhler mit Studentinnen und Studenten des Schauspielstudios Dresden der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Die Komödie von 1931 zählt zu den Werken, in denen Horváth vergeblich vor dem Triumph des Faschismus warnte: Eine Gruppe zerstrittener Republikaner einer süddeutschen Kleinstadt möchte eine Italienische Nacht feiern. Währenddessen marschieren auch die Faschisten und veranstalten einen deutschen Tag. Während einige Republikaner zum Kampf aufrufen, möchten sich die meisten nicht bei Kartenspiel und Maskenball stören lassen. Die Parallelen zur Dresdner Gegenwart sind nicht zu übersehen und werden von der Inszenierung auch gezogen, ohne dabei aber allzu platt in politisches Gewissenstheater abzudriften. Im Mittelpunkt steht eigentlich etwas anderes, nämlich die heimliche Verwandtschaft von Republikanern und Faschisten. Dargestellt besonders an der Heuchelei, mit der republikanische Männer sich ihren Frauen gegenüber bedenkenlos zu Diktatoren aufwerfen.

Ich kann die Aufführung nur wärmstens empfehlen. Die jungen Schauspieler spielen leidenschaftlich und mit vollem Körpereinsatz. Der Auftritt eines Turn-Nazis ist nicht nur in athletischer Hinsicht einer der Höhepunkte der Inszenierung. Sie enthält außerdem die zwei Dinge, die Dresdner beim Kunstgenuss im Theater ganz und gar nicht sehen wollen: Nazis und einen Pimmel. Dementsprechend waren auch nur fünfzig Zuschauer bei der Aufführung, der ich beiwohnte. Die applaudierten am Ende aber ehrlich und sehr, sehr lange.

Die nächsten Aufführungen am 31. Mai und 19. Juni.

Theater-Tipp: Leonce und Lena

Es gibt – jeder reime sich selbst zusammen, weshalb – ziemlich wenig gute Komödien in der deutschen Literatur. Wenn man’s genau bedenkt, eigentlich nur eine Handvoll. Die schönste unter ihnen dünkt mir Georg Büchners Leonce und Lena – wobei ich meine Befangenheit eingestehen muss: Mit Georg Büchner im Allgemeinen und dem Lustspiel im Besonderen habe ich mich während meines Studiums über einige Jahre beschäftigt. Und das Schönste: Ich lese es immer noch gern.

Wer das Lustspiel kennen lernen oder es endlich mal auf der Bühne sehen will, dem sei die aktuelle Aufführung des Staatsschauspiels im Kleinen Haus ans Herz gelegt. Der jungen Regisseurin Sabine Auf der Heyde gelingt es, ohne größere Textänderungen oder -umstellungen eine eigene Interpretation von Leonce und Lena zu inszenieren, nicht als plumpe Aktualisierung, sondern in einem Sinne, der dem ursprünglichen Gehalt des Stücks nahe kommt.

Worum geht’s? Die Handlung ist aus dem Märchen wohlbekannt: Ein Prinz und eine Prinzessin sollen verheiratet werden, haben keine Lust dazu, fliehen von ihren Höfen, treffen sich auf dem Weg nach Süden, verlieben sich und heiraten so versehentlich am Ende doch. Aber es ist natürlich nicht diese Handlung, auf die es ankommt. Der politische Agitator und realistische Dramatiker Büchner hat in seinem einzigen Lustspiel die Epoche der Restauration, eine Zeit wie Sirup ohne Aussicht auf Revolution, nur indirekt auf die Bühne gebracht. Prinz Leonce und Prinzessin Lena erscheinen wie Figuren der romantischen Literatur der Zeit, wie Karikaturen der vor Langeweile melancholischen jungen Bürgerkinder der Epoche, die aber, indem sie sich beständig selbst inszenieren, zum Bewusstsein ihrer eignen Vergeblichkeit kommen. Das Stück selbst beschreibt denn nicht umsonst einen Kreislauf, der am Ende zu dem Resultat führt, dem die Helden eigentlich entfliehen wollten. Und als allerletzte Fluchtmöglichkeit bleibt nur die höchst zweifelhafte Kopfgeburt der Utopie.

Die Regisseurin versetzt die Figuren in eine – auch bühnenbildnerisch sehr gelungene – heruntergekomme Zirkusmanege, wo Leonce und Lena, der sanguinische Clown Valerio und der philosophisch-pathologische König Peter für ihre Nummern kein anderes Publikum haben als sich selbst. Durch Zusammenlegung von Nebenfiguren gewinnen auch einige im Originaltext eigentlich blasse Gestalten an Kontur. Mit sehr schönen Einfällen betont die Regie die Momente des Morbiden und des Grausamen, die in Büchners Stück allgegenwärtig sind. Deshalb gibt es weniger zu lachen, als man von einem Lustspiel erwarten könnte. Aber glücklicherweise wird auch nicht der Fehler begangen, das ambivalente Stück – wie zum Beispiel im schlechten Libretto zu Paul Dessaus Oper – zum politisch korrekten Sozialdrama umzudrechseln, in dem es nichts zu lachen geben darf. Erfreulicherweise hat sich die Regisseurin auch entschieden, das offene Ende des Lustspiels nicht zu vereindeutigen, sondern es so zu lassen, wie Büchner es geschrieben hat: mehrdeutig, unbefriedigend, rätselhaft.

Wer das Stück nicht kennt, kann es in dieser Inszenierung kennen lernen. Wer es kennt, kann es neu kennen lernen. Die nächsten Aufführungen sind am 05. und 24. März und am 02. und 07. April.

Der letzte Zug

Nachdem ich letztens eine Aufführung im Schauspielhaus angeschaut hatte, besuchte ich gestern ein Stück im Kleinen Haus, um mal zu schauen, ob sich auch dort der neue, aus Hannover importierte Intendant Wilfried Schulz schon bemerkbar macht. Gegeben wurde ein Monolog, den der Autor Mathias Greffrath für den Schauspieler Clemens Schick geschrieben hat: Windows oder: Müssen wir uns Bill Gates als einen glücklichen Menschen vorstellen? Der Text benutzt über Bill Gates umlaufende Gerüchte und Informationen, um sich in die Lebenswelt dieses reichsten aller Nerds einzufühlen. Heraus kommen grosteske Beschreibungen von Träumen und Visionen, in denen sich Gates ein Glück herbeifantasiert, dass ihm die gehorsamen Maschinen schenken. Nur manchmal stören ihn Alpträume, die ihn daran erinnern, dass er seinen Reichtum der Tatsache verdankt, die Freiheit in der virtuellen Welt verraten zu haben.

Besonders interessant wurde der Abend indes dadurch, dass der Schauspieler Clemens Schick immer wieder aus seiner Rolle schlüpfte, um Statements zum Zeitgeschehen und Anekdoten aus dem Theaterleben zu erzählen. Hier eine Kostprobe:

„In Hannover hatten wir die Abmachung mit dem Intendanten, dass keine Inszenierung länger als bis 22:15 Uhr dauern durfte. Um 22:30 Uhr fuhr nämlich der letzte Zug von Hannover nach Berlin. Da sind wir dann immer direkt nach der Vorstellung aus dem Theater gerannt, an den Zuschauern vorbei. Der letzte Zug von Dresden nach Berlin fährt glaube ich um acht. Wenn in der nächsten Zeit hier also immer mehr Nachmittagsvorstellungen ins Programm kommen, wissen Sie, woran’s liegt.“

Wilhelm Meisters Lehrjahre

Neulich hatte ich eine Wahnsinnsidee: Es müssten Texte geschrieben werden, nur für das Theater, in denen der Dichter schon an die Aufführung denkt, in Dialogen formuliert, Anweisungen für den Regisseur gibt, also alles so einrichtet, dass es später über die Bühne gehen kann. Solange dieser Vorschlag aber noch keine Zustimmung gefunden hat, müssen erst einmal weiter Romane inszeniert werden.

Am Staatsschauspiel, wo der neue Indendant Wilfried Schulz gerade seinen Job antrat, sah ich gestern Abend Wilhelm Meisters Lehrjahre in der Regie von Friederike Heller. Kann man einen so komplizierten Roman, befrachtet noch dazu mit zwei Jahrhunderten philosophischer Deutungsgeschichte, auf die Bühne zu bringen? Nein, man kann es nicht. Aber man kann im besten Fall einen Kommentar zum Buch schaffen, ein paar Ansichten des Romans neu interpretieren und ihn so mit der Gegenwart konfrontieren. Das ist hier ohne Zweifel gelungen, interessant und unterhaltsam, wenn auch der Zwang, die Handlung bis zum Schluss runtererzählen zu müssen, am Ende doch zu einigen Längen und Quälereien führt. Ansonsten geht das Stück als aufwändig inszenierte Nummernrevue voller schöner Regieeinfälle über die Bühne. Die stark geraffte Handlung wird immer wieder durch kurze Erzählungen nachgeholt, während jede einzelne Szene als lustvolles Spektakel inszeniert wird. Ein guter Einfall war es, das Theater, dem sich Wilhelm Meister im Roman mit Leib und Seele verschreibt, selbst zum Mittelpunkt der Theaterversion zu machen. Das Spiel im Spiel im Spiel wird auf die Spitze getrieben, wenn die Figuren auf der Bühne selbst Stücke inszenieren, über den Sinn des Theaters diskutieren oder Schwänke aus dem Schauspielerleben zum Besten geben. In diesen Momenten machen auch die (bis auf Albrecht Goette) durchweg neuen Schauspieler die beste Figur. Dass Wilhelm Meister seine Begeisterung für das Theater dem Puppenspiel verdankt, spiegelt die Aufführung dadurch, dass ein Teil der Figuren, darunter das romantische Kind Mignon, durch Puppen dargestellt wird. Aber das ist noch nicht alles: Immer wieder gibt’s auch musikalische Einlagen. Der „Harfner“ und seine melancholischen Lieder werden von der nicht unbekannten Indie-Band Kante dargestellt. „Zum Schlafen biste da ni gekommen, was?“, meinte eine Rentnerin zur anderen in der Pause. Nein, es war wirklich ziemlich laut und  meistens auch lebendig. Der schon zu Goethes Lebzeiten eher mit Unverständnis und Spott aufgenommenen Schluss, in dem Wilhelm Meister von einer mysteriösen Turmgesellschaft den Sinn des Lebens mitsamt einer Frau frei Haus geliefert bekommt, wird hier so dargestellt, wie man es heute einzig noch machen kann: ironisch.

Merkwürdig wenig junge Leute waren bei dieser sehr jugendlichen Inszenierung im Haus, darum sei sie an dieser Stelle durchaus empfohlen. Besonders belobigt sei schließlich noch, dass Studenten nur 6 Euro Eintritt zahlen müssen – Hartz-IV-Empfänger (gegen Nachweis) sogar für nur 1 Euro ins Theater kommen können (wenn sie denn wollen).

Schweigende Neustadt

Im Ton leiser Verzweiflung erinnert die Initiative „Szene Neustadt“ daran, dass schon am 31. Mai der Einsendeschluss für ihren Textaufruf erreicht ist – bisher sind Texte von vier Leuten eingetroffen. Gesucht werden Szenen zum Thema „Neustadt“. Aber Vorsicht! In einer soziologischen Vorabbefragung wurde schon herausgefunden, was die Neustädter gerne hätten:

„Die Auswertung unserer Umfrage hat ergeben, dass die Mehrheit der Neustädter ihr Viertel mit seiner spezifischen Geschichte, seinen Potentialen und trotz einiger Probleme positiv beleuchtet sehen will.“

Wo bleibt denn nun das Positive? Vielleicht erklärt sich die mangelnde Resonanz dadurch, dass der Text nicht nur positiv, sondern natürlich auch noch kritisch (wg. Neustadt = irgendwie links etc.) sein muss:

„Gewünscht wird ein humorvoll-groteskes, zeitübergreifend erzähltes und gesellschaftskritisch-politisches Theaterstück.“

Wo bleiben sie nur, die Beiträge zur Neustädter Heimatliteratur, die gleichzeitig humorig Laune machen und knallhart die gesellschaftlichen Missstände anprangern?

„Ideengeber und Projektleiter Andreas Hüttner setzt dabei auf die vielen kreativen Geister in der Neustadt.“

Ob er sich da nicht verzockt hat? Für kreative Geister scheint mir die Neustadt nicht mehr zu stehen als Striesen oder Blasewitz. Hier wie dort findet man dieselbe spießbürgerliche Behaglichkeit, nur dass sie sich in der Neustadt politisch korrekt und ökologisch verträglich gebärdet. Könnte man sonst mit so komischem Ernst in den Kampf gegen Nichtigkeiten wie neue Ampeln, neue Supermärkte und neue Videokameras ziehen? Der kleinliche Lokalpatrotismus, der in diesem Viertel herrscht, ist das genaue Ebenbild der barocken Bräsigkeit auf der anderen Elbseite – nur im alternativen Kostüm. Hier wie dort war früher alles besser. Hier wie dort ist alles Neue verdächtig. Hier wie dort ist man sich seiner nationalen Bedeutung sicher. (Gut, dass man hier wie dort nicht weiß, das dem Rest der Welt das schöne Dresden herzlichst scheißegal ist.)

Slam 2008

Liebe Freunde der Live-Literatur,

wir haben gefiebert, wir haben gebangt und endlich ist es wieder so weit: die deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam, ausgetragen in Zürich, suchen einen würdigen Nachfolger für Marc-Uwe (oder auch Makuwe) Kling. Wer das sein wird, entscheidet sich in den kommenden Tagen, die geneigten Leser dieses Blogs werden von uns detailreich und aktuell mit dem heißesten Shit diesbezüglich ausgestattet. Continue reading Slam 2008…

Peter Sodann – Präsident des Volkes

Die Partei namens „LINKE“ hat einen eigenen Kandidaten für den Posten des Bundespräsidenten aufgestellt: Es ist niemand anders als der „betende Kommunist“ Peter Sodann, bekannt als Schauspieler aus dem Tatort und als Theaterintendant aus Halle. Sodann erfreut sich bei den Ostdeutschen großer Beliebtheit, bloß nicht bei den Menschen, die ihm schon einmal persönlich begegnet sind. Im Jahr 2005 wollte er schon einmal für die PDS für den Bundestag kandidieren, zog aber zurück, angeblich weil ein politisches Mandat weitere künstlerische Tätigkeit unmöglich gemacht hätte. Nun hat er also mit seiner Karriere offenbar abgeschlossen, was nicht weiter verwundert, nachdem er zuletzt mit dem Humoristen Norbert Blüm (CDU) auf Tournee gegangen war. Peter Richter von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung urteilte: „Sodann ist eine selten so kompakt anzutreffende Verdichtung von Talentlosigkeit, Einfältigkeit, Arroganz, Selbstgerechtigkeit, Besserwisserei, Neid, Ressentiments, Borniertheit, Taktlosigkeit und Larmoyanz. Sodann hat alles, was man Ossis so vorwirft, plus das, was Ossis an Westlern hassen. Sodann ist ein One-Man-Kabarett, er weiß es nur nicht. Er ist das Antlitz des hässlichen Deutschen, der sich für etwas Besseres hält. Peter Sodann ist ein Tritt ins Gesicht aller Ostdeutschen, mit deren grundgesetzlich garantierter Menschenwürde es nicht vereinbar ist, von jemandem wie ihm dauernd als unterhalb aller messbaren IQ-Werte herumnölender Sozialschrott repräsentiert zu werden. Sodann alleine schafft es, dass man sich schämt, Sachse zu sein.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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