Die Nichtabwesenheit von Berlin oder „Die Schnallen sollen sich verpissen“
Provokation ist bekanntlich ein Werk Einzelner, die sich sowohl für einzigartig unter der Sonne halten (was sie auch sind, womit sie sich aber nicht grundsätzlich von anderen Lebensformen unterscheiden), als auch über ein pädagogisches Sendungsbewusstsein (ausgehend von ihrer Einzigartigkeit) verfügen, allerdings nicht frei verfügen, sondern es dann zum Ausbruch bringen, wenn sie sich in einer Gruppe nicht wohl fühlen und sich nicht anpassen wollen.
Bei Jugendlichen entäußert sich provokantes Verhalten vor allem in der Pubertät, bei Erwachsenen gibt es keine spezifische Zeit, dort bricht es hin und wieder mehr oder weniger stark aus. Dieses Verhalten kann viele Gesichter haben, die wir unter dem Begriff illusionistisch-unkonventionelle Nichtanpassung zusammen fassen wollen.
Eine besonders extrovertierte Form von Provokation ist sicherlich Terrorismus. Die Grundhaltung ist dieselbe, nur die Mittel sind, nun ja, schlagkräftiger eindrücklicher.
In Kleinstädten ist Provokation aufgrund fehlender Menschen und einer sanguinischen Zufriedenheit weitaus auffälliger, weil seltener, bunte Haare und zerrissene Kleider reichen meist schon aus. Wem würde das aber in einer Großstadt auffallen? Also muss sich der Provokateur, sei er nun infantil, pubertär oder einfach nur bekloppt noch nicht angekommen, neue Wege suchen, z.B. Bomben bauen oder Drogen nehmen und darüber reden, Bomben zu bauen. Der zweite Weg wird glücklicherweise viel öfter betreten als der erste.
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