Liebe Münchner! Am Wochenende weile ich in Eurer Stadt, die mir mit jedem Besuch sympathischer wird. Eure “Szeneviertel” sind zwar so aufregend wie Striesen am Sonntag, aber Eure Stadt ist freundlich, entspannt und entgegenkommend.
Ich lese am Sonnabend, den 07. Mai, bei der Lesebühne Westend ist Kiez im Stragula zusammen mit Felix Bonke, Sacha Storz, Volker Keidel, Alex Burkhard und Georg Eggers. Los gehts um 20:00 Uhr.
Und am Sonntag, den 08. Mai, bin ich zu Gast bei der Lesebühne Schwabinger Schaumschläger im Vereinsheim und lese mit Michi Sailer, Moses Wolff und Asta Scheib & Josef Brustmann. Los gehts um 19:30 Uhr.
Beim Spaziergang durch Bannewitz entdecke ich am Straßenrand ein liebevoll handgemaltes Schild, das mit einem Landschaftsbild für einen nahe gelegenen Bioladen wirbt. Darüber mit gelber Farbe gesprüht: “SCHWUL”. Wer könnte der Saboteur ökologisch korrekter Ernährung gewesen sein? Man weiß es nicht. Hundert Meter weiter passieren wir das Vereinsheim des Dynamo-Dresden-Fanclubs Bannewitz.
Am Donnerstag (07. April) lese ich wieder zusammen mit den Kollegen Andreas Vent-Schmidt und Udo Tiffert bei der Görlitzer Lesebühne GRubenhund. Ort des Geschehens ist das Theater Apollo, los gehts wie immer um 19:30 Uhr.
Am Sonnabend (09. April) bin ich zu Gast in Weimar, wo der 5. Weimarer Poetry Slam über die Bühne geht. Der Dichterwettstreit beginnt um 20 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum mon ami.
Und am Sonntag (10. April) lese ich zum ersten Mal bei der Lesebühne ihres Vertrauens in Frankfurt am Main. Die findet ab 21 Uhr im Ponyhof statt. Mit dabei sind Tilman Birr, Lisa Danulat, Eils, Severin Groebner und Timon Manoukis.
Ich freue mich außerordentlich, am kommenden Montag und Dienstag bei netten Kollegen und befreundeten Lesebühnen in Berlin zu Gast sein zu dürfen. Am 28. März lese ich als Gastautor bei der Berliner Lesedüne zusammen mit Sebastian Lehmann, Marc-Uwe Kling, Maik Martschinkowsky und Gastautor Dan Richter. Los gehts um 20:30 Uhr im Monarch. Am 29. März bin ich dann bei der Lesebühne LSD – Liebe statt Drogen. Ab 21:30 Uhr im Schokoladen lesen und singen Micha Ebeling, Uli Hannemann, Tube, Spider und Ivo Smolak & Sascha Kroß und meine Wenigkeit.
Merkwürdig: Seit zehn Jahren liegt das Gute so nah, nun war ich zum ersten Mal in Prag. Ein Wochenende der viel zu seltenen Flucht aus Dresden. Schon die Strecke ist eine einzige Freude: an felsigen Ufern immer entlang der Elbe, dann Moldau geht es hinein ins böhmische Land. So ziemlich das Gegenteil der kosmischen Ödnis zwischen Dresden und Berlin, die ich sonst immer ertrage. Prag ist eine Stadt, die mit ihrer Schönheit nicht geizt, sondern den Besucher auf den ersten Blick bezaubert. Von Kriegszerstörungen fast völlig verschont, zeigt sich eine kompakte Großstadt, kein stellenweise wieder bebautes Trümmerfeld wie Dresden. Fernhalten muss man sich allerdings möglichst von der Touristenschneise (Wenzelsplatz – Altstädter Ring – Karlsbrücke – Hradschin), wo die Besucher aus aller Welt eine Ameisenstraße mit Schneckentempo bilden. Aber schon ein paar Straßen weiter kann man aufatmen. Die hügelige Landschaft ermöglicht allerorten wunderbare Blicke hinab auf die Stadt. Bemerkenswert auch: Die verschiedenen Viertel der Innenstadt sind alle belebt und sehenswert, ganz anders als in Dresden, wo jenseits der einzigen Neustadt (na gut, mit Abstrichen vielleicht noch Loschwitz) sich nur ein Friedhof an den anderen reiht. Sehr gut wohnt man übrigens in Žižkov, einem alten Arbeiterviertel, zentrumsnah, aber erschwinglich und eine rauchig-süffige Pivnice (Bierbar) an der nächsten. Hat man so ein Lokal besucht, fällt einem auf, dass es in Deutschland keine Kellner gibt, jedenfalls keine richtigen. Ein leerer Teller bleibt nie länger als fünf Sekunden auf dem Tisch stehen, zu leeren Gläsern kommt es überhaupt nie. Offenbar gibt es in Tschechien Kellner, in Deutschland hingegen nur Schauspielschülerinnen und Philosophiestudenten, die kellnern und den Gästen durch schlechte Laune bemerkbar machen wollen, dass sie eigentlich zu Höherem berufen sind. Aber gibt es Höheres, als Menschen durch Ausschank von Bier glücklich zu machen? Ich glaube kaum.
Am heutigen Freitag, den 11. März, lese ich ab 19:00 Uhr in der Dresdner Bibliothek Südvorstadt. Unter dem Titel “Mein Widerstand” gibt es ein literarisches Programm mit einigen den schönsten und komischsten Kolumnen, Satiren und Geschichten der letzten zwei Jahre. Erwarten darf das Publikum Geschichten über die barocken Tücken des Dresdner Alltags, Auseinandersetzungen mit Gottmenschen wie dem Dalai Lama, philosophische Turnübungen und nackte Tatsachen.
(Wer heute nicht so weit in den Süden reisen kann oder will, dem sei gesagt, dass selbiges Programm noch einmal am 17. Mai in der Reihe “livelyriX Poetry unlimited” auch über die Bühne der Scheune gehen wird.)
Am kommenden Sonnabend, den 05. Februar, trennen sich die Wege der Autoren unserer Lesebühne, glücklicherweise nur für einen Abend:
Die Royalisten Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth gastieren gemeinsam im thüringischen Zeulenroda, Stefans alter Heimat. Sie lesen ab 21 Uhr mit weiteren Autoren und musikalischer Begleitung im Schieszhaus.
Währenddessen liest Michael Bittner in Berlin als Gastautor beim Kantinenlesen. Los gehts um 20 Uhr in der Alten Kantine der Kulturbrauerei. Mit dabei sind Andreas Kampa, Volker Strübing, Ann Cotten und Moderator Dan Richter.
Am 15. Dezember wird unsere Lesebühne Sax Royal zum ersten Mal in Weimar auftreten! Eingeladen hat uns zwar nicht Goethe persönlich, aber immerhin der Thüringer Literaturrat. Wir lesen eine Auswahl unserer schönsten Geschichten und Gedichte und stellen zugleich unser aktuelles Buch Sax Royal. Eine Lesebühne rechnet ab vor. Ort des Geschehens ist “Radio Lotte” (Veranstaltungsfläche, Goetheplatz 12). Los gehts um 20 Uhr. Wer Cousinen oder Opas in Weimar hat, möge sie alarmieren.