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Was ist eine Lesebühne? In den Neunzigern entsteht in Berlin eine neue Form der literarischen Subkultur. Eine Lesebühne ist eine feste Gruppe von Autoren, die an immer demselben Ort regelmäßig ihre neuesten Texte live dem Publikum präsentiert – nicht im Literaturhaus, sondern in Kneipen und Klubs. Die Geschichten poetisieren die Erfahrungen des Alltags mit Witz und versuchen die absurde soziale Realität in der Hauptstadt mit den Mitteln der Groteske zu bewältigen. Aber auch Lyrik und Songs haben ihren Platz. Gelesen wird im Stehen. Einige der bekanntesten Berliner Lesebühnen heißen: LSD – Liebe statt Drogen, Surfpoeten, Chaussee der Enthusiasten, Reformbühne Heim und Welt, Brauseboys.
Zu den erfolgreichsten Lesebühnen außerhalb Berlins zählt die Dresdner Lesebühne Sax Royal, die seit Januar 2005 Monat für Monat um die hundert Zuschauer mit immer neuen Geschichten, Gedichten, Songs, Hörspielen und Kurzfilmen erfreut. Initiator war der Verleger und Literaturveranstalter Leif Greinus, Literaturchef beim Kulturzentrum Scheune. Es lesen: Roman Israel, Julius Fischer, Michael Bittner, Max Rademann und Stefan Seyfarth – manchmal auch literarische Gäste unseres Geschmacks. Die Veranstaltung findet unter dem Dach des livelyriX e.V. statt, der sich als Plattform für junge Literatur versteht. Wollte man eine Besonderheit der Dresdner Lesebühne ausmachen, dann stieße man wohl auf die weniger einseitig humoristische Ausrichtung und den festen Platz der Lyrik. Den Leuten scheint’s zu gefallen.
Hier einige Höhepunkte aus der Geschichte von Sax Royal:
Im Februar 2005 und 2006 unterstützten wir durch Lesungen den zivilgesellschaftlichen Protest der Gruppe Bürger.Courage gegen die Naziaufmärsche anlässlich des Jahrestages der Bombenangriffe auf Dresden.
Im Jahre 2006 bestritten wir ein Gastspiel im Kassablanca in Jena.
Am 05. August 2006 absolvierten wir eine Lesung unter dem Titel “Nacht der Poesie” im Rahmen der Dresdner Stadt der Wissenschaft in der “ErkennBar” im *****-Hotel Westin Bellevue.
Am 31. Mai 2007 gastierten wir in der Reihe “Brennpunkt Unterhaltung” im Chemnitzer Klub ATOMINO.
Am 13. und 14. Juli 2007 traten wir unter dem Titel “Poetry On Stage” beim Dresdner Schaubudensommer auf.
Am 22. November 2007 waren wir mit unserem Auftritt Teil des Dresdner “Festivals zeitgenössischer Literatur” namens “Literatur Jetzt!“.
Am 10. Januar 2008 feierten wir vor über 130 Zuschauern unseren dritten Geburtstag.
Am 14. Februar 2008 gastierten wir anlässlich des Projektes “Sonnpark” im Neuen Sächsischen Kunstverein.
Am 15. Februar 2008 absolvierten wir einen erfolgreichen Gastauftritt beim Voland & Quist Literatursalon in Leipzig.
Am 14. August 2008 bestritten wir eine Lesung zum Thema “Heimat” im Museum für Sächsische Volkskunst anlässlich der Ausstellung “Baustelle Heimat“. Die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieben hierzu:
“Der Begriff „Heimat“ tauchte zwar in den Storys und den Gedichten des Quintetts relativ selten auf, war aber in originellen Umschreibungen stets präsent. [...] Der „Heimatabend“ [...] trug die Bezeichnung also völlig zu recht.” (16./17.08. 2008)
Am 16. August 2008 gastierten wir zum ersten Mal in Schwarzenberg (Erzgebirge) und lasen anlässlich des Altstadtfestes im Kulturladen Rademann.
Am 24. August 2008 absolvierten wir unser zweites Gastspiel in Leipzig – diesmal beim Sommertheater 2008 auf der Bühne an der Galopprennbahn. Die Leipziger Volkszeitung schrieb dazu:
“Auf skurrile, ironische und häufig sehr bildhafte Weise haben die Sax-Royal-Poeten einem frierenden Publikum lustige, warme Stunden bereitet.” (26.08. 2008)
Am 26. September 2008 war Sax Royal zu Gast beim “Ersten Nationalen Lesebühnenfestival” in Hannover und las im Kulturzelt des Rampenlicht-Varietés.
Am 08. Januar 2009 feierten wir in der Scheune vor 120 Zuschauern den vierten Geburtstag unserer Lesebühne. Die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieben dazu:
“Man feierte Geburtstag, den vierten. Den von fünf Männern, die als Autoren der Lesebühne Sax Royal das Vortragen von Kurzgeschichten und Gedichten in Dresden vielleicht nicht bühnenfähig, aber zweifelsohne populär gemacht haben. Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth sind schuld daran, dass sich mindestens einmal im Monat Jugendliche, Schüler, Studenten und Berufstätige abendfüllend für das schön gesetzte Wort interessieren. Dafür einen herzlichen Glückwunsch! [...] Nach vier Jahren haben alle Mitglieder der Dresdner Lesebühne ihre Stärken gefunden. Sie stecken sie in Bücher, CDs oder Kolumnen und hinterlassen damit mehr oder weniger tiefe Spuren im Literaturschnee. Sie werden gehört.” (10./11.01.2009)
Am 13. Februar 2009 gastierten wir zum zweiten Mal in Leipzig beim Voland & Quist Literatursalon im vollen Klub Horns Erben.
Am 20. Februar 2009 veranstalteten wir eine “Uni-Spezial”-Sonderausgabe unserer Lesebühne im Theater der TU namens DIE BÜHNE.
Am 13. August 2009 bestritten wir einen Gastauftritt im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden. Zur Austellung “Arbeit. Sinn und Sorge” präsentierten wir ein literarisches Programm zum Thema Arbeit. Die Dresdner Neuesten Nachrichten schrieben dazu:
“ein kompakter, munter-rasanter Abend, bei dem man sich prächtig unterhalten kann und hinterher noch was zum Nachdenken mit nach Hause nimmt.” (15./16.08.2009)
Am 21. August 2009 gastierten wir zum zweiten Mal beim Sommertheater auf der Bühne an der Galopprennbahn in Leipzig, diesmal im Rahmen des livelyriX Literaturfestivals 2009.
Am 14. Januar 2010 feierten wir vor 170 Zuschauern in der Dresdner Scheune unseren fünften Geburtstag. Die Sächsische Zeitung schrieb aus diesem Anlass:
“Lesungen malte ich mir schrecklich aus – bis ich eines Tages einen Auftritt der Dresdner Lesebühne Sax Royal erlebte. Was zum Teufel war da los? Der große Saal der Scheune in der Dresdner Neustadt war gerammelt voll, die Zuschauer standen in der letzten Reihe, kauerten an den Seitenwänden, lümmelten vorm Bühnenrand. [...] Die Dresdner Lesebühne, das sind fünf junge Schriftsteller aus Sachsen, die einmal im Monat ihre Texte auf der Bühne vortragen: Michael Bittner, Julius Fischer, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth. [...] In kaum einer anderen Stadt dieser Größe gibt es eine so erfolgreiche Lesebühne, zu der jeden Monat gut hundert Zuschauer pilgern.” (14.01.2010)
