Julius & Micha bei radio eins

Jede Woche produziert seit einigen Monaten unser Julius Fischer gemeinsam mit dem Kollegen Sebastian Lehmann den Podcast „Zwei zu viel“ für radioeins. Gast der jüngsten Ausgabe vom 26.1.2017 war Michael Bittner. Er las seinen Text Das Lachen der Schweine, führte mit Julius ein Live-Hörspiel auf und plauschte mit beiden Gastgebern über die Weltlage. Wer die Sendung nachhören möchte, klicke einfach hier.

Donnerstag, 12. Januar: Die Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert 12. Geburtstag!

Unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal feiert am 12. Januar ihren 12. Geburtstag! Kaum zu glauben, aber wahr: Seit nunmehr zwölf Jahren begeistern die Royalisten allmonatlich in der Scheune ihr Publikum mit Geschichten, Gedichten und Liedern zwischen Tiefsinn und Hochkomik. Humoristischer Ausbruch und literarischer Anspruch schließen sich dabei nicht aus, sondern finden zueinander wie Faust und Auge. Zur Feier des Tages präsentieren die Stammautoren nicht nur wie immer neue Texte, sondern auch einige ihrer größten Erfolge aus den vergangenen Jahren sowie diverse, voraussichtlich größtenteils positive Überraschungen.

Mit dabei ist Michael Bittner, der nach Berlin geflüchtete Kolumnist, Satiriker und politische Verzweiflungstäter. Nicht fehlen darf natürlich auch Julius Fischer, der aus Funk und Fernsehen bekannte komische Liedermacher und Hassyist aus Leipzig. Mitreißende Geschichten im Gepäck hat wie stets Roman Israel, der sich für seine Erzählungen immer öfter durch Reisen inspirieren lässt. Dafür, dass auch die Lyrik ihren gebührenden Platz erhält, sorgt der Dresdner Dichter Stefan Seyfarth.

Außerdem begrüßen die Stammautoren zum Jubiläum auch noch einen Stargast: Michael Schweßinger ist Schriftsteller und Bäcker. 1977 im fränkischen Waischenfeld geboren, lebt und arbeitet er momentan in Bukarest und Leipzig, wo er seit vielen Jahren in der Literaturszene als Autor und Verleger bekannt ist. Immer wieder treibt es ihn durch die Welt, so etwa nach Tansania, Irland und Rumänien. Immer unterwegs ist er auf der Suche nach den dunklen, geheimnisvollen, zerrissenen Helden und ihren verborgenen Geschichten.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne – 12. Geburtstag | 12. Januar | Donnerstag | Einlass: 19:30 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr | Scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

Maximen gegen den Verschwörungswahn

Maßgebliche Vorbemerkung: Das Wort „Wahn“ hat hier keine psychopathologische Bedeutung, vielmehr bezeichnet es ein feindbezogenes Denken, das sich beständig selbst die eigene Richtigkeit bestätigt. Auch sind die aufgezeichneten Maximen keine Denkvorschriften. Es handelt sich um Regeln, die mir in den letzten Jahren in den Sinn gekommen sind, wenn ich meine eigenen Gedanken davon abhalten wollte, auf Irrwege zu geraten. Ich bin weit davon entfernt, diese Forderungen selbst immer zu erfüllen.

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Der Wahn ist nicht das Gegenteil der Vernunft. Er ist Übertreibung, Verlust des Gleichgewichts. Intelligenz schützt ebenso wenig wie Wissen vor dem Wahn. Hat der erst einmal gezündet, wird die Intelligenz zu seinem Antrieb und das Wissen zum Treibstoff.

Gehe davon aus, dass viele Menschen sich der Wahrheit von verschiedenen Seiten nähern können. Wer aber behauptet, ihr alleiniger Besitzer zu sein, hat sie bloß vergewaltigt.

Zweifle an allem, aber zweifle auch an deinem Zweifel. Das sicherste Kennzeichen des Wahns ist selbstgewisse Sicherheit.

Denke daran, dass nichts ohne Ursache ist, aber vieles ohne Absicht geschieht. Es gibt Zufälle.

Ziehe wahrscheinliche Erklärungen unwahrscheinlicheren vor und die langweiligen Erklärungen den interessanten.

Unterstelle keine Bosheit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

Misstraue jedem Einfall, der dir gefällt. Auch Beifall beweist nichts, am wenigsten der von Freunden.

Suche nach Tatsachen, die deinem Weltbild widersprechen. Konfrontiere jeden deiner Gedanken mit seinem Gegensatz. Spricht mit Leuten, deren Meinungen dir zuwider sind.

Vergiss nie, dass auch deine Gegner einmal recht haben können, selbst wenn sie gewöhnlich lügen.

Der Verblendete vereinigt alle seine Feinde zu einem gewaltigen Popanz; der Kritiker versucht, jedem einzelnen Gegner gerecht zu werden.

Überprüfe, ob das schöne Muster, das du entdeckt hast, in der Wirklichkeit oder doch nur in deinem Kopf existiert. Die Welt ist unendlich, kompliziert und voller Widersprüche – es kann kein Bild von ihr geben, das abgeschlossen, klar und einfach wäre.

Schließe nicht daraus, dass es in der Vergangenheit wirklich Verschwörungen gegeben hat, darauf, dass du es heute wieder mit einer zu tun haben musst.

Verbringe nicht zu viele kostbare Tage mit der Fackel in der Hand in Höhlen, um nach Geheimnissen zu suchen – die meisten Wahrheiten spazieren im hellsten Sonnenschein durch die Straßen.

Erinnere dich an deinen letzten Rausch: Oft hält gerade der Trunkenste sich selbst für völlig nüchtern.

Schau mal ein Weilchen aus dem Fenster, trink ein Glas Wasser und schlaf eine Nacht drüber.

 

Michael Bittner

Zitat des Monats Dezember

Diese verdammten Könige sind hier auf Erden doch nur Schafsköpfe, die zu nichts weiter taugen, als ihre Untertanen zu quälen und die Welt durch ihre abscheulichen Kriege, die ihr einziges Vergnügen sind, in Verwirrung zu bringen.

Rabelais: Pantagruel (1532)

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

Liebe Freunde von Sax Royal! Wir wünschen euch und allen euren Lieben ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest! Solltet ihr noch immer den Kauf der Weihnachtsgeschenke vor euch her prokrastinieren, schaut doch mal in die Rubrik Bücher, da findet ihr unsere neuesten Produkte zum Kauf. Wir würden uns sehr freuen, euch am 12. Januar wiederzusehen, wenn wir in der Scheune den 12. Geburtstag unserer Lesebühne feiern – wie immer mit schönen Geschichten, Liedern und einigen Überraschungen. Tickets gibt es schon im Vorverkauf. Schließlich wünschen wir euch und uns noch was: Nämlich, dass das Jahr 2017 wenigstens ein ganz, ganz kleines bisschen weniger beschissen wird als das vergangene Jahr.

Donnerstag, 8. Dezember: Unsere Lesebühne Sax Royal in der Scheune

Sax RoyalWieder am gewohnten zweiten Donnerstag des Monats präsentiert unsere Lesebühne Sax Royal am 8. Dezember ein brandneues Programm in der Scheune. Während im Rest der Stadt Dresden die besinnungslose Besinnlichkeit ausbricht, hemmungslos gestriezelt und totgeköchelter Glühwein vertilgt wird, bleiben wir gewohnt heiter, kritisch und bissig. Unsere Gäste dürfen sich wie stets auf amüsante Geschichten aus dem Alltag der Künstler und auf satirische Attacken auf den Zeitgeist freuen. Aber auch Gedichte und Lieder sind wie immer zu erwarten. Mit dabei sind wie immer: Michael Bittner, der nach Berlin vertriebene Kolumnist und Erzähler, Julius Fischer, der lustige Liedermacher aus Leipzig, Roman Israel, der Romanautor und Weltenbummler und Stefan Seyfarth, der Dresdner Rap-Poet und Lyriker.

Tilman Birr neuAußerdem begrüßen die Stammautoren diesmal auch noch einen besonderen Gast: den Autor, Songwriter und Kabarettisten Tilman Birr aus Berlin, seines Zeichens Mitglied der Lesebühne ihres Vertrauens in Frankfurt am Main und der Lesebühne Zentralkomitee Deluxe in Berlin. Er hat nicht nur zahlreiche Preise eingeheimst, sondern mit dem Buch On se left you see se Siegessäule: Erlebnisse eines Stadtbilderklärers auch einen echten Beststeller geschrieben. Zuletzt erschien seine CD Ich hab ’nen LKW für dich geklaut.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 8. Dezember | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune (Alaunstraße 36-40) | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

Max Rademann: „Der barbarische Kalender“

Barbarischer KalenderEs gibt nur ein Wort im Deutschen, das in der Lage ist, beinahe jede Lebenssituation treffend auf den Punkt zu bringen: „Barbarisch!“ Jeden Tag beobachten wir Szenen, die man als barbarisch bezeichnen muss. Dieses wunderbare Wort beschreibt dabei jedoch nicht ausschließlich unangenehme Erlebnisse, nein, es kann ebenso als Ausdruck inniger Begeisterung verwendet werden. Es ist ein Wort von universeller Bedeutung, kraftvoll, schön und immer zutreffend. Der barbarische Kalender von Max Rademann beweist dies an 365 Tagen im Jahr eindrucksvoll. Als Abreißkalender bietet er jeden Tag Erbauung durch neue heitere Zeichnungen. Da er zudem nur Daten, aber keine Wochentage kennt, handelt es sich um einen immerwährenden Kalender.

Erhältlich überall, wo es Bücher gibt!

Zitat des Monats November

Hallo Herr Bittner, mit Freuden habe ich gelesen, dass Sie Dresden verlassen. Hoffentlich machen Sie Ihren Vorsatz auch wahr und es bleibt nicht nur bei einem leeren Versprechen. Wäre schrecklich, wenn wir Sie hier noch länger ertragen müssten!

S. Fritsche

Lesetipp: Stadtluft Dresden

Cover Stadtluft DresdenIn die Läden kommt dieser Tage die erste Ausgabe von Stadtluft Dresden, einer Mischung aus Buch und Magazin mit ungewöhnlichen Geschichten aus und über Dresden. Macher sind der Journalist Peter Ufer, der Fotograf Amac Garbe und der Grafiker Thomas Walther. Texte beigesteuert haben u.a. Thomas Rosenlöcher, Durs Grünbein, Peter Richter, Thomas Brussig und Annamateur. Auch von Michael Bittner ist eine Geschichte mit dem Titel „Meine Dresdner Jahre“ enthalten.

Micha wird auch mit dabei sein, wenn das neue „Bookzin“ mit einer Lesung am 2. Dezember um 15 Uhr in der Hookie – Manufaktur für Motorräder (Großenhainer Str. 137) der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Donnerstag, 17. November: Sax Royal zurück in der scheune!

Ausnahmsweise eine Woche später als gewöhnlich präsentiert unsere Lesebühne Sax Royal am Donnerstag, den 17. November, wie jeden Monat ein neues Programm in der Scheune.

Sax RoyalMit dabei sind folgende Stammautoren: Da wäre Michael Bittner, der, obwohl inzwischen in Berlin beheimatet, seiner sächsischen Heimat doch noch immer in Hassliebe verbunden ist, und sich darum als Satiriker und Kolumnist auch gerne mit den ganz besonderen sächsischen Verhältnissen befasst. Der fleißigste Schriftsteller unter den fünf Royalisten ist Roman Israel, in dessen Schreibtischschublade sich die Manuskripte stapeln. Den historischen Roman “Caiman und Drache” hat er schon veröffentlicht, der nächste folgt in Bälde. Die unverwechselbare Region Erzgebirge wird von Max Rademann vertreten. Regelmäßig reist er in seine Heimat und bringt Geschichten von den eigentümlichen Bewohnern der Berge mit, um sie bei der Lesebühne dialektgetreu vorzutragen. Hartnäckig Dresden treu ist wiederum Stefan Seyfarth, der von Strehlen aus die Geschehnisse der Zeit in gekonnt gedrechselten Gedichten kommentiert.

Udo TiffertAls besonderen Gast begrüßt die Lesebühne diesmal auch noch einen ihrer liebsten Kollegen: Udo Tiffert aus Neusorge in der Lausitz, Autor der Görlitzer Lesebühne GRubenhund und der Lesebühne Cottbus. Udo hat mit seinen melancholischen wie witzigen Geschichten und Gedichten schon einige Erfolge gefeiert, so war er im Jahr 2009 sächsischer Poetry-Slam-Meister. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, zuletzt erschien der Erzählband “Zaun zum Aufstützen”.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 17. November | Donnerstag | 20 Uhr | scheune | Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

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