Hi, Peter Jaensch und Dieter Kupsch vom Verein Deutsche Sprache!

Wie ich in der Sächsischen Zeitung lesen durfte, haben Sie sich in Dresden dem Kampf gegen die Überfremdung unserer schönen Muttersprache durch Anglizismen verschrieben. Da sehe ich Fotos von Ihnen, Dieter Kupsch (78, Rentner, DSU), wie sie mit gespielter Verzweiflung durch die Stadt irren und vor lauter englischen Beschilderungen gar nicht mehr wissen, wo Ihnen der Kopf steht. In der Schule hätten Sie nur Latein und Griechisch gelernt, klagen Sie, Englisch hingegen nicht. Mich durchrieselten Schauer des Mitleids. Aber es geht natürlich nicht nur um ihre eigenen Verständnisschwierigkeiten, nein, hier steht viel mehr auf dem Spiel: die deutsche Sprache. Ihr prophezeien Sie

einen einsamen Tod, eine Niederlage gegen die Übermacht englischer Worte.

Aber haben Sie doch keine Angst, Herr Kupsch! Wenn die deutsche Sprache auch sterben sollte – Sie werden das ganz bestimmt nicht mehr erleben. Aber da wären ja auch noch Sie, Herr Jaensch, der Sie sich besonders dem Kampf gegen das „Denglisch“, jene Mischformen aus zwei Sprachen verschrieben haben. Um die Sprachen rassenrein zu halten, bauen Sie sogar Informationsstände in der Stadt auf – was die Leute nur leider einen Scheiß interessiert.

Antworten bekommen sie selten, dafür oft scheele Blicke. Spinner, Freaks, Konservative. Letzteres nicken die Mitglieder bedenkenlos ab.

Ach kommen Sie, warum nicht auch Ersteres? Nur Mut!

Ebenso das Substantiv „Patriotismus“. Beides treffe auf sie zu.

Aber als braver konservativer Patriot kann man leider nicht nachts allein durch den Stadtpark gehen, ohne unsittliche Angebote zu bekommen:

Ab und zu habe die Verquickung zu Annäherung rechtsextremer Organisationen geführt, erzählen Kupsch und Jaensch.

Wie die Annäherung wohl ausgesehen haben mag? Trafen Sie sich mit ein paar Skinheads zum Rotwein? Wurden Sie zu Jud Süss ins Kino eingeladen?

Diese Ambitionen habe man abgewehrt. „Wir sind unpolitisch.“

Schade, es klappt eben nicht immer mit der Liebe. Ist aber auch schwierig, manch einer fühlt sich vielleicht überfordert, wenn der Partner nicht nur patriotisch und konservativ, sondern auch noch unpolitisch dazu sein will.

„Die Werbung ist ein Brunnenvergifter“, sagt Kupsch und zeigt auf Losungen im Zentrum.

Wirklich, die Werbung? Sind das nicht eher kleine Männer mit krummen Nasen? Bleiben Sie da mal am Ball, Herr Kupsch, Sie sind vielleicht einer ganz großen Verschwörung auf der Spur! Deutschland wird es Ihnen danken.

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