Meilensteine des Feminismus (1)

Einst freylich, glaubte ich, die Treulosigkeit der Frauen sey das Schrecklichste, und um dann das Schrecklichste zu sagen, nannte ich sie Schlangen. Aber, ach! jetzt weiß ich, das Schrecklichste ist, daß sie nicht ganz Schlangen sind; denn die Schlangen können jedes Jahr die alte Haut von sich abstreifen und neugehäutet sich verjüngen.

Heinrich Heine: Die Bäder von Lukka

Großes Service-Special für Frauen: So bleibt die Liebe frisch!

„Eine jede erkenne sich selbst. Laßt euch von eurem Körper die festen Normen diktieren. Nicht für alle schickt sich ein und dieselbe Liebesstellung. Die Frau, die ein besonders schönes Gesicht hat, soll zurückgelehnt daliegen; den Rücken sollen diejenigen sehen lassen, denen ihr Rücken gefällt. Milanion trug Atalantes Schenkel auf den Schultern: Sind sie gut gewachsen, muß man sie in dieser Stellung anschauen. Die Kleine soll reiten: Andromache saß nie rittlings auf Hektor, weil sie himmellang war. Eine Frau, deren lange Flanke sehenswert ist, möge die Knie auf das Lager drücken und den Nacken etwas zurückbiegen. Hat sie jugendliche Schenkel und untadelige Brüste, so stehe der Mann, und sie selbst liege schräg auf das Lager hingegossen. Glaube auch nicht, es stehe dir schlecht, dein Haar wie die phylleische Mutter aufzulösen, und biege den Hals zurück, während das Haar frei herabwallt. Du auch, der Lucina den Leib mit Runzeln gezeichnet hat, reite, aber wie der schnelle Parther, umgekehrt auf dem Pferd sitzend. Tausendfältig sind die Spiele der Venus; einfach und am wenigsten mühsam ist es, wenn sie halb zurückgelehnt und nach rechts geneigt daliegt.“

Ovid: Ars amatoria. Liebeskunst. Übersetzt und herausgegeben von Michael Albrecht. Stuttgart: Reclam, 1992, 230 Seiten, 5,80€.

Hätten Sie gewusst …

… dass der Roman Heinrich von Ofterdingen von Novalis eigentlich Heinrich von Afterdingen heißen sollte und erst posthum umbenannt wurde? Oh, wie viele göttliche Scherze sind da Generationen von Schulkindern entgangen!

Willkommen zu Hause, Marco!

Der vereinigte patriotische Protest aller deutschen Journalisten und Politiker hat endlich zum Erfolg geführt: Marco W. aus Uelzen ist frei! Nach mehreren Monaten Haft wegen angeblichen „Sexuellen Missbrauchs“ eines britischen Mädchens wurde der deutsche Junge doch noch aus dem barbarischen „Türken-Knast“ (BILD) befreit. RTL hat sich bereits exklusiv die Rechte an der sexy Story gesichert. Der Oberbürgermeister von Uelzen kündigte an, er wolle den nun berühmtesten Sohn der Stadt feierlich im Rathaus empfangen.

Aus der Pressemitteilung des Bürgermeisters: „Hätte ich dem Kleinen gar nicht zugetraut! Wie er die englische Mieze gezähmt hat – Hut ab! In Ohnmacht! Schamlose Posse! Sie hielt, weiß ich, die Augen bloß zu.“

Hallo, verzweifelte Junggesellen!

Ihr seht eigentlich gar nicht so scheiße aus? Seid auch sonst ganz nett? Habt sogar ein Auto? Und trotzdem klappt es einfach nicht mit den Frauen – und ihr habt keine Ahnung warum? Vielleicht kann euch folgende Anekdote auf die Sprünge helfen:

Neulich sitze ich im Zug und belausche höre zufällig das Gespräch zwischen drei jungen Frauen, die anscheinend eben von einem Besuch bei einem männlichen Bekannten in Cottbus zurückkehren. „Der ist echt eklig“, ruft eine von ihnen aus, „Ich glaube, der wäscht sich nie! Der hat immer dasselbe Handtuch im Bad hängen. Und abends duscht der sich nicht mal, der legt sich einfach so ins Bett!“ – „Ja, genau! Und wisst ihr was: Der putzt sich auch nicht die Zähne!“, ergänzt eine andere, „Ich hab einen Test gemacht und am Morgen die Zahnpastatube umgedreht und auf eine bestimmte Stelle gelegt. Und die lag am nächsten Tag immer noch gee-nau-soo-daa. Der Typ ist so eklig!“

Männliche Singles dieser Erde! Es mag banal und unwahrscheinlich klingen, aber: Der erste Schritt zum Herzen einer Frau ist gründliche Körperhygiene!

Zitat des Monats September

Mein Zitat dieses Monats entdecke ich eben in den unveröffentlichten Entwürfen des Schriftstellers, Übersetzers und Historikers Wilhelm Heinse, einem der wenigen deutschen Sensualisten der späten Aufklärung. Sein Roman Ardinghello und die glückseligen Inseln aus dem Jahre 1787 (sic!) feiert in provokanter Weise das Leben, die Liebe und die Lust – trotzdem hat die folgende Weisheit aus nahe liegenden Gründen damals den Weg an die Öffentlichkeit noch nicht finden können:

„Der Schwanz ist weiter nichts als eine andre Zunge unten am Bauche, und wenn er ein zart Gefühl hat, so schmeckt er die Verschiedenheit der Fotzen wie jene der Weine. Und warum soll er mit guten Freunden nicht in Gemeinschaft essen und trinken? An einer guten jungen Fotze können sich Dutzend Schwänze in einem Abend satt kosten und satt lecken.“

Guten Appetit!

Rückblick: Romantik in der Hofmühle

Gestern startete im Museum Hofmühle in Dresden-Plauen das Programm „DresdenRomantik“, das ich zusammen mit der Künstlerin Anke Zeißig ins Leben gerufen habe. Anke war leider kurzfristig erkrankt, ansonsten klappte aber alles wie am Schnürchen.

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Donnerstag: Romantische Literatur in Dresden

Am kommenden Donnerstag, den 23. August, startet um 19:00 Uhr die Veranstaltungsreihe „Dresden Romantik„, die Anke Zeißig und Michael Bittner gemeinsam für das Museum Hofmühle Dresden entworfen haben. Los geht es mit einer Lesung von Michael Bittner zur Literatur der Romantik in Dresden: Gab es eine „Dresdner Romantik“ oder war die idyllische Residenzstadt wie so oft später nur ein Erholungsziel der literarischen Avantgarde? Ein Abend mit außergewöhnlichen Texten von Novalis, E.T.A. Hoffmann, Theodor Körner, Ludwig Tieck u.v.m. Ihr erreicht den Veranstaltungsort, die ehemalige „Bienert-Mühle“, direkt am Haltepunkt Plauen (S-Bahn 3, Bus-Linien 82 und 89).

Das Konzept der ganzen Reihe könnt Ihr hier nachlesen >>>>>

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